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"Der Butler und die Elfe"


"Das zieht sich wahrscheinlich noch eine Weile hin"

Dieser Stoßseufzer galt freilich nicht Karin C. Schomogyis Komödie "Der Butler und die Elfe", die die Theater-AG des Immanuel-Kant-Gymnasiums am 6.Mai 2002 aufführte, sondern einem plötzlichen Stromausfall in Teilen Leinfelden. Der Stimmung der Zuschauer und der Schauspieler tat das technische Versagen keinen Abbruch. Erst wurde auf der Bühne im Dunkeln improvisiert, dann ging es bei Kerzenschein in romantischer Stimmung weiter, bis wieder die Scheinwerfer aufflammten.                       

In einer Welt wie der unsrigen, in der unentwegt Wünsche geweckt werden, macht man sich kaum klar, dass ihre Erfüllung auch fatale Folgen haben kann. Genau das aber deutet schon der Untertitel der Komödie an: "Wehe, wünsche werden wahr". Aus Dankbarkeit hat eine Elfe jedem Mitglied einer wohlhabenden Familie, ohne dass sie es wissen, einen Wunsch freigestellt. Damit aber nimmt eine amüsante Katastrophe ihren Lauf. Der Vater ist fortan ständig blau, die Nichte Elvira kann nur noch in Shakespeare- und Goetheworten reden, die Schwiegertochter hat nichts anderes als Männer im Sinn. Glücklich ist nur Mutter Belinda, die auf einen Schlag wunschdiät-schlank geworden ist.

Da alle Mitglieder des Hauses, der Butler eingeschlossen, ihre Wünsche sinnlos vertan haben, und auch die Elfe nicht mehr korrigieren kann, muss ein neues Familienmitglied her, das ausspricht, es möge alles wieder normal sein. Thomas Morgenrot liebt Nichte Elvira, stößt aber auf eisige Ablehnung. So ruft die Elfe Amor hebei und und der - trifft mit seinem Pfeil den Falschen. Bis das Versehen aus der Welt geschafft ist, läuft noch eine turbulente Verwechslungskomödie ab, doch am Schluss ist alles wieder so, wie es einmal war und jeder wünscht sich: Nie wieder eine gutmeinende Elfe.
 Dietrich Rolbetzki

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