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Des Schülerdaseins Nektar

 

Leben als Schule und in der Schule: ein kleiner Anekdoten-Almanach

 

 

 

 

I: Klogeschichten I: „Anatomische Absonderlichkeiten“

 

Einer kommt in die Jungentoilette und trifft dort auf einen Kollegen aus dem Bio-LK. Man grüßt sich kurz und beiläufig, hat schließlich nichts weiter miteinander zu tun, und jeder bereitet die Abwicklung seines jeweiligen Geschäftes vor. Der eine und der andere nebeneinander an den Pissbecken. Erst beim zweiten ungläubigen Hinsehen realisiert der Eine, was für eine wahre Keule vor dem Herrn sein Nebenmann da am auspacken ist. Ein so gigantisch dimensioniertes Gerät hat er noch niemals gesehen, und sein Schultag ist nun etwas aufgelockert, denn er hat etwas Interessantes erlebt.

 

 

 

 

II: „De Contemplis Mundi“ oder „Die Philosophie des Football“

 

Ein sehr dünner, hagerer Mensch muss gezwungenermaßen im Stock/Paganetti-Kurs mit Football spielen. Dies missfällt ihm, und er mag auch nicht gerade körperlich gestählt sein, doch feige, nein, das ist er nicht, und so wirft er sich mit Todesverachtung und aller Kraft in ein gewagtes Defense-Manöver, um seinem Team die Ehre zu bewahren. Er liegt irgendwie quer in der Luft, um sich kurz darauf auf dem Hallenboden wiederzufinden, wo er von zwei 80-Kg-Angreifern zermalmt wird. Als er wieder bei Bewusstsein ist, sammelt er seine gemarterten Glieder zusammen und hält kurz inne. Das ist nicht das, was er unter Spaß versteht, „Aber was will man machen,“ ,denkt er bei sich, „so funktioniert halt die Welt.“

 

 

 

 

 

III: Klogeschichten II: „Psychologie“ oder „Der Lehrer kleine (?) Geheimnisse“

 

Einer kommt ins Jungenklo, wo er auf Herrn Grün trifft. Dieser hatte es wohl nicht mehr bis zur Lehrertoilette geschafft, doch jetzt lässt er es verträumt und entspannt laufen. Plötzlich jedoch wird er der Präsenz des Schülers gewahr, sein verklärtes Gesicht verzerrt sich erschreckt und wird grimmig. Schnell rangiert er sich um das Pissoir herum, so dass er mit dem Rücken zu dem Anderen steht. Schamgefühl, Herr Grün? Oder Minderwertigkeitskomplexe? Der Eine steht am Waschbecken und kann nur spekulieren.

 

 

 

 

 

 

 

IV: „bodenständiges Handwerk vs. abgehobene Geisteswissenschaft“

 

Zwei Menschen verschiedenen Geschlechts sitzen des Morgens im Foyer, ins Gespräch vertieft. Plötzlich bekommt die junge Frau Durst, doch zum Glück hat sie eine Flasche „Iso-Fruit“ dabei. Voller Vorfreude auf das erfrischende und wohlschmeckende Nass will sie den Verschluss aufschrauben, doch bewegt sich dieser nicht einen Millimeter. Der junge Mann sieht seine Chance zum Gunstbeweis und bietet, als Beiläufigkeit getarnt, seine Hilfe an. Instinktiv will er, der genetisch bedingt nicht anders kann, als mit allem, was er tut, vor den Weibchen zu werben, zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Er stürzt sich entschlossen auf seinen Gegner aus PET, doch nach zehn Minuten wilden Kampfes muss auch er sich resigniert geschlagen geben.

Just in diesem Moment kommt Herr Neid mit seinem Werkzeugkasten vorbei, und geht gütig auf ein Hilfegesuch der beiden ein. Eine martialische Rohrzange blitzt kurz auf, unseres Hausmeisters Unterarme schwellen an und entfalten ein stahlhartes Muskelprofil. Sekunden später ist die Flasche auf, die Abiturientin nimmt einen heißbegehrten, langersehnten Schluck, und der erfolglose Ritter grübelt etwas darüber nach, ob intellektuelle Bildung nicht das eigentliche Thema verfehlt.

 

 

 

 

 

V: „Pornographisches Intermezzo“

 

Ein Schüler ist in der Pause in den Musikladen auf der Fußgängerzone gegangen, um die Preise gewisser Tonträger zu erfragen. „Moment mal, ich seh’ mal im Computer nach.“, sagt der Verkäufer mit dem grauen Bart, und wendet sich ebendiesem zu. Als nun aber der Bildschirmschoner „Starfield Simulation“ verschwindet, nimmt nicht etwa eine nüchterne Preisliste seinen Platz ein, sondern es räkelt sich eine völlig unbekleidete Dame lasziv und in eindeutigen Posen auf der Bildröhre. Sichtlich nervös kackt der Mann mit dem Bart auf der Tastatur herum, bis letzteres Fräulein endlich verschwindet, und stammelt leise mit etwas zittriger Stimme: „Äh, ja, äh, die CD kostet ungefähr 20 Mark.“. Der Schüler bedankt sich höflich und geht aus dem Laden. Frau Davis, die zu dieser Zeit zufällig auch in jenem Geschäft anwesend war, hat ebenfalls alles mitbekommen, doch wurde später kein Wort über die Ereignisse dieser Pause verloren, denn manchmal ist Schweigen eben Gold. 

 

 

 

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