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  Angaben über Biographie und wissenschaftliche  Leistungen M. Traubes


12.2.1826
Geburt M. Traubes im schlesischen Ratibor als 3. Sohn eines Weinkaufmanns. Die Familie Traube war jüdischen Glaubens

1836-1842
Gymnasialausbildung in Ratibor, Abschluß als 16jähriger (nur 2 von über 500 Gymnasiasten erhielten dort von 1819-1869 im Alter unter 17 Jahren das Reifezeugnis)

1842-1844
Studium an der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin (anorganische, organische und Experimental-Chemie, Physik und Mineralogie) bei E. Mitscherlich, H. Rose, K. F. Rammelsberg, H. W. Dove, Schubarth und Ch. S. Weiß

1844-1845
Studium an der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen (Chemie, Experimentalchemie in Liebigs Labor, Philosophie und Botanik) bei J. v. Liebig, M. Carrier und H. Hoffmann

1845-1847
Studium an der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin (Geognosie) bei Girard

1847
Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über Chromverbindungen

1847-1848
Arbeit in einer Berliner Wollfärberei

1848-1849
Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Berlin (Anatomie, Physiologie, Pathologie, Pharmakologie, einige Wochen klinische Medizin) bei F. Schlemm, J. Müller, R. Virchow, E. Mitscherlich, B. v. Langenbeck, und L. Traube

1849
Tod des jüngeren Bruders und Geschäftsnachfolgers der väterlichen Weinhandlung. Rückruf durch den Vater nach Ratibor und Aufnahme einer kaufmännischen Tätigkeit

1852
Publikationen über den Diabetes mellitus, Einteilung der Erkrankung nach klinisch-chemischen Kriterien in 2 Stadien, sinnvolle diagnostische Empfehlungen (Harnzuckeranalyse unter definierten Bedingungen), Forschung zu den Grundlagen einer wissenschaftlich begründeten Diät

1855
Eheschließung mit Berta Moll

1858
Traubes Theorie der Fermentwirkungen: u.a. Eiweißnatur der Fermente, Wasser sei Reaktionspartner bei fermentvermittelten Reaktionen, Einteilung der Fermente nach dem Reaktionstyp, reziproker Zusammenhang von Fermentmenge und Reaktionszeit, experimenteller Nachweis der Wirkung pflanzlicher Fermente nach Extraktion aus den Zellen, Gärung sei chemischer Vorgang

1861
Traubes Theorie des Muskelstoffwechsels: Muskeltätigkeit vor allem durch Oxydation von stickstofffreien Substanzen bedingt, biologische Oxydation erfolge in den Körpergeweben, enger Zusammenhang von innerer Atmung, Wärmebildung und Organfunktion

1864
Darstellung der ersten künstlichen semipermeablen Membranen

Übernahme der kaufmännischen Geschäftsführung der väterlichen Weinhandlung

1866
Umzug nach Breslau, dort u.a. Stadtverordneter und im Vorstand der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur; Mitglied der Deutschen Chemischen Gesellschaft

1867
physikalisch-chemische Theorie der Bildung und des Wachstums der Zellmembran, Membranen als Molekülsiebe

Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Medizinische Fakultät der Universität Halle

1874
Verfahren zur keimfreien Blutentnahme, Antagonismus von Fäulnisbakterien und pathogenen Bakterien, aktiver Sauerstoff in Blutzellen (Erythrozyten) sei für Abwehr bakterieller Infektionen verantwortlich

Hefekeime können sich nicht ohne Sauerstoff entwickeln; Gärung ist nicht an die Lebenstätigkeit der Hefezellen gebunden

Vortrag auf der 47. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Breslau über seine Theorie von Zellbildung und -wachstum

1876
Verfahren zur Herstellung reiner Hefe

1882
Wasserstoffsuperoxyd sei notwendiges Zwischenprodukt bei der Autoxydation und kein Oxydationsprodukt des Wassers

1886
Wahl Traubes zum korrespondierenden Mitglied der physikalisch-mathematischen Klasse der Akademie der Wissenschaften zu Berlin

Ausscheiden aus dem Geschäftsleben

1891
Übersiedlung nach Berlin

1894
Vorschlag und Methode, Trinkwasser mit Chlor aufzubereiten

28.6.1894
Tod M. Traubes in Berlin, Bestattung in Berlin-Lichtenberg (Gudrunstr.)

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