Page archived courtesy of the Geocities Archive Project https://www.geocitiesarchive.org
Please help us spread the word by liking or sharing the Facebook link below :-)


Geschichte des Deutschen Reiches: Von Bismarck zu Hitler

(Thesen nach Sebastian Haffner)

 

 

Zeitleiste:

 

            bis 1806          Heiliges Römisches Reich Deutscher Nationen (loser Zusammenschluss

von Territorialstaaten)

            bis 1815          weitgehende Kontrolle Napoleons über die deutschen Staaten (v.a.

süddeutsche)

            ab 1815           Deutscher Bund; Ö. und PR. Als Führungsmächte innerhalb des

Bundes, Schaffung von Bundesorganen, Einzelstaaten behalten

weitgehende Souveränität

            1848                erster Versuch eines deutschen Nationalstaates, Paulskirchenparlament

            1849/50           Gegenreaktion und Niederschlagung der 1848er Revolution; Versuch

einer Deutschen Union von 28 Staaten unter Führung Preußens König

Friedrich Wilhelm IV., von Ö. letztlich verhindert; von der Intention die

Vorstufe des Norddeutschen Bundes

            1867                Norddeutscher Bund, Führung Preußens, Ausschluss Ö.

            1871                Gründung des Deutschen Reiches

 

3 Sonderheiten des Deutschen Reiches:

 

1.      relative kurze Lebensdauer (von 1871-1945 bzw. 1949)

2.      dreimal in dieser Zeit wurde die Richtung der Außenpolitik komplett geändert: 1890 der neue Kurs, 1918 die Revolution, 1933 Machtübernahme Hitlers

3.      die Geschichte des Reiches beginnt mit drei Kriegen und endet mit zwei Weltkriegen (“Kriegsreich“), bereits das 1848er Parlament war kriegerisch ( Plan zum Krieg gg. Russland um Polen und Krieg gg. DK um Schleswig und Holstein)

 

Der Titel „Deutsches Reich“ kann in zwei Weisen gedeutet werden:

a.       soviel Deutschland, wie Preußen beherrschen kann (Bismarcks kleindeutsche Lösung)

b.      soviel Europa und Welt, wie Deutschland beherrschen kann (Hitlers großdeutsche Lösung) à bewusster Bezug auf die HRRDN und Fortführung es glorreichen Römischen Reiches

 

 

Warum zerfällt das Deutsche Reich? 3 Thesen:

 

2.      Preußens Schuld:   selbst nach Reichsgründung war Preußen im Dt. Reich saturiert (siehe auch Bismarck); solange Preußen hier die Vorherrschaft hatte, fungierte es als Expansionismusbremse

3.      Deutsche Industrialisierung:            zwar wurde D in kurzer Zeit zum führenden Industriestaat in Europa (v.a. Ende des 19.Jhdt. durch neue Technologien Chemie, Elektrizität), letztlich aber hier nur einer unter vielen; auch ist nicht notwendig erwiesen, dass Lenins These „Kapitalistisches Staaten werden zwangsläufig imperialistisch“ zutrifft (vgl. z.B. die Schweiz)

4.      Charakteristik einer Großmacht:     im Gegensatz zu einem Kleinstaat wie die Schweiz (diese suchte Neutralität bzw. Anlehnung), haben Großmächte die Tendenz, sich in „freie“ Räume auszudehnen, den eigenen Machtbereich auszuweiten (Grundlage ihrer staatlichen Lebens) à das Deutsche Reich war nun erstmals in seiner Geschichte eine solche Großmacht; allerdings waren sie von anderen Großmächten (GB, FR, RU, Ö-Ung.) umgeben, und so in ihrem Expansionsdrang zwangsläufig auf Konfrontationskurs. Zwar war das Dt. Reich wirtsch. und milit. die führende europ. Großmacht, jedoch nicht in der Lage, eine Koalition der Gegner standzuhalten (SIC: damals Krieg noch als ultima ratio der Politik, also legitimes Mittel angesehen)

 

à durch den Expansionismus seit 1890er schuf sich das Dt. Reich zunehmend Feinde, förderte die Koalition seiner Gegner und betrieb so lange vor dem 1.WK seinen eigenen Niedergang; nur unter Bismarck war es noch gelungen, diesen Ausdehnungsdrang vieler Abgeordneter und eines großen Teils der dt. Bevölkerung zurückzudrängen (Bismarck deswegen auch durchaus umstritten!)

 

 

Bemerkungen zu den Phasen des Deutschen Reiches von 1871-1945

 

1.) Entstehung des Deutschen Reiches

 

 

 

2.) Die Bismarckzeit 1871-1890

 

Diese Zeit ist von relativer außenpolitische Ruhe für das Dt. Reich geprägt, dafür gab es aber zahlreiche innenpolitische Konflikte. Dieser Zustand dreht sich unter Wilhelm II. um: innenpolit. Ruhe vs. außenpolit. –selbst erzeugte- Probleme

Zu den innenpolitischen Problemen:

            Seit dem Gründerkrach von 1873 bis 1895 herrschte europaweit eine wirtsch. Stagnation/Rezession à von 1895-1914 herrscht dagegen eine fast durchgängige Hochkonjunktur

            Bismarck sah sich zwei neuen Parteien gegenüber: Zentrum (à Kulturkampf) und der SPD (à Sozialistengesetze; Sozialgesetzgebung); die Liberalen konnte Bismarck für seine Politik einspannen. Zentrum und SPD waren die ersten dt. VOLKSPARTEIEN

            Die SPD zu Beginn noch eine revolutionäre Partei, die die Regierung und das monarchische System stürzen will. Pikanterweise ist es die SPD, die am Ende des 1.WK einspringt, um eben diesen Staat zu bewahren.

Neben die Parteien treten in den späten 1870ern auch die Interessensverbände und Gewerkschaften, die die Innenpolitik mitbestimmen (z.B. Kartell der schaffenden Stände).

Bismarck ist am Ende seiner Amtszeit verbittert über die innenpolit. Lage des Dt. Reiches. Außerdem fürchtete er eine antidt. Koalition. Dabei hat Bismarck selbst durch die Annexion Elsass-Lothringens einen Grundstein für die Erbfeindschaft FR-D gelegt. Dies hatte er wohl auch selbst erkannt à ein dauerhafter Frieden war eher unwahrscheinlich, daher Bismarcks internat. Bündnispolitik, um FR zu isolieren. Da Bismarck aber sowieso einen solchen Frieden ausschloss, waren militärische Gründe ausschlaggebend, das Elsass und Lothringen einzunehmen.

1875 gibt es erstmals eine „Krieg-in-Sicht-Krise“, eine Koalition FR-GB-RU erscheint möglich à aktive Bündnispolitik Bismarcks (nicht mehr die Furcht vor FR Rache, sondern die antidt. Koalition bestimmend für Bismarck). 1877 Kissinger Diktat, Bismarcks Grundsätze seiner „Friedenspolitik“: Versuch, eine Sit. zu schaffen, in der alle Staaten (außer FR) auf D angewiesen wären und Koalitionen gg. D ausgeschlossen wären.

 

Diese Politik war auch eine Politik der Einschränkungen:

1.      Verzicht auf territoriale Expansion

2.      Niederhaltung aller expansionistischen (auch großdt.) Bestrebungen in D

3.      Anschlusswünsche der Deutschen (aus z.B. Ö und Baltikum) mussten konsequent abgelehnt werden

4.      Nichtbeteiligung an der Kolonialpolitik der anderen Großmächte

5.      Falls nötig, aktive Verhinderung innereurop. Kriege (die –so die Befürchtung- auch auf D ausgreifen würden)

Diese Politik der Einschränkung, verbunden mit wirtschaftl. Problemen, machte Bismarck nicht besonders populär!!

            Dass Bismarck dann 1884/5 doch einer dt. Kolonialpolitik zustimmte, begründet Haffner mit der These, dass Bismarck um seine Stellung fürchtete: ein Ende der Ära Wilhelm I. war abzusehen, sein Sohn Friedrich III. war durch seine engl. Frau stark von GB beeinflusst und außerdem liberaler gesinnt als Vorgänger. Als klar war, dass Friedrich todkrank war, ließ B. die Kolonialpolitik fallen.

            Für Europa waren in dieser Zeit v. a. die südeurop. Konflikte gefährlich: Auflösung des Osmanischen Reiches und Loslösungsstreben seiner christl., meist slawischen Bevölkerungsteile auf dem Balkan.

            1878 Berliner Kongress: Auftritt B. als ehrlicher Makler; bei den Bestimmungen, die B. aushandelt, wird RU benachteiligt. Ru war aber mit ausschlaggebend, dass PR überhaupt erfolgreich Krieg führen konnte 1866 und 1870/1. Diese Behandlung brüskierte RU und belastete das D-RU Verhältnis auf lange Zeit.

1879 Bündnis D mit Ö-Ung.; als Folge davon gibt es dann ein Bündnis FR mit RU !!

Bismarck erkennt die Gefahr und schafft 1881 mit dem Dreikaiserbündnis eine Einbindung Ru mit Ö und D (Ö und RU hatten einen Konflikt wegen der türkischen Nachfolge auf dem Balkan). Dieses Bündnis hielt aber nur 6 Jahre.

1882 noch ein weiteres unnatürliches Bündnis: D-I-Ö-Ung. Dreibund (I und Ö hatten Konflikte um Trentino und Triest)

            1886 das Dreikaiserbündnis scheitert und Bismarck schließt den geheimen Rückversicherungsvertrag mit Ru ab: soll einen Krieg mit Ru verhindern, war aber in der Wirkung genau entgegengesetzt dem D-Ö Bündnis.

            Zwar ist Bismarcks Politik darauf aus, den Frieden zu wahren, jedoch schafft sie selbst Konflikte, die auf Dauer nicht auszuhalten sind: Erbfeind FR; Zusammengehen FR und RU selbst gefördert; Verbindung mit Ö problematisch, da Ö als Vielvölkerstaat kein befriedetes Land war; zudem war der Konflikt Ö-Ru vorprogrammiert.

            Dennoch ist zur Zeit Bismarcks der Gegensatz zu GB, der letztlich für D zum Verhängnis wird, nicht existent. Auch führt die Aufgabe der Politik der Einschränkungen im Neuen Kurs unter Wilhelm II.  zum „selbst geschaufelten Grab“ des Deutschen Reiches.

 

 

3.) Die Kaiserzeit – das wilhelminische Deutschland

 

Zwei unmittelbare Folgen von Bismarcks Abgang waren die Nichtverlängerung des Sozialistengesetzes und des Rückversicherungsvertrages mit RU.

Neben anderen Gründen war die andauernde Hochkonjunktur und allgemeine Prosperität ein systemstabilisierender Faktor. Außerdem gab es jetzt keine Verfassungskonflikte a la PR, keinen Kulturkampf und keine Sozialistenverfolgung. à wirtsch. und soziale Spannungen wurden ab 1890 bis 1914 insgesamt schwächer.

(Schumpeter und Kondratjew Theorie besagt, dass der Aufschwung der Wirtschaft mit großen Innovationen zusammenhängt. In Deutschland war das die allg. Elektrifizierung, Anfänge der Motorisierung und das Funkwesen.)

Die v.a. wirtsch. Erfolge führten auch dazu, dass nach Bismarcks Entlassung, das dt. Großmachtgefühl ungehemmt um sich greifen und schließlich auch die Politik bestimmen konnte. Zusätzlich wurde der dt. Expansionismus von der Fehlannahme begleitet, wie sich die europ. Nachbarn entwickeln würden.

Europa mit seinen Kolonialmächten war das Zentrum der Welt; fast alle deutschen Nachbarn waren Großmächte und D wollte diese Stellung, die es seiner Meinung nach verdiente, nun ebenfalls erreichen (à Bülow: „Platz an der Sonne“). So äußert sich sogar der –mittlerweile allgemein anerkannte - Max Weber, dass die Reichsgründung nur der Ausgangspunkt sein dürfe für D zukünftige Weltmachtpolitik.

à da die Kolonien weitgehend aufgeteilt waren, blieb für das Dt. Reich nur ein winziges Kolonialreich über: dies war zu klein, zu weit entfernt, als dass es wirkliche Bedeutung erlangen konnte (à letztlich ein Verlustgeschäft, dass lediglich wegen des Prestigedenkens aufrecht erhalten wurde).

Das neue Weltmachtstreben erforderte einen verstärkten Flottenaufbau. Damit wurde der Konflikt mit GB in Kauf genommen. Ein Zugehen auf GB wäre aber angesichts der Entwcklungen vernünftiger gewesen: Bismarck war noch dagegen gewesen und hat die Option RU favorisiert (à Rückversicherungsvertrag).1894 wurde nun endgültig die frz.-russ. Entente besiegelt, daher war GB als möglicher Partner übrig.

Der neue Kanzler Caprivi hatte eine Annäherung versucht à Helgoland-Sansibar Vertrag. Selbst ab 1897, als der dt. Flottenbau beschlossen wurde, gab es immer wieder dt-engl. Bündnissondierungen, die teilweise geheim verliefen. Letztlich ausschlaggebend für das Scheitern einer Koalition war die dt. überhebliche Annahme, dass GB zwangsläufig auf D zukommen müsse. Recht spät (1904 bzw. 1907) kommt es dann zu einer Annäherung GB an FR und RU.

1905 1. Marokkokrise; Algeciras Konferenz endet schließlich mit einer diplomatischen Demütigung D. es zeichnet sich das künftige Zusammengehen der dt. Gegner ab; man erreicht also genau das Gegenteil davon, was Bismarck immer bezweckt hatte.

1905 RU-Jap. Krieg, der mit einer Niederlage RU endet; Ru. rrlebt eine erste Revolution und fällt als Großmacht auf der europ. Bühne aus. In dieser Situation fasst der dt. Generalstab den Schlieffenplan (zunächst Ausschalten FR bevor RU mobilisiert hat, dann gg. RU in den Krieg. Dabei war der Zug durchs neutrale Belgien geplant. Die europ. Mächte hatten sich aber verpflichtet, Belgiens Neutralität zu gewährleisten, ein Kriegseintritt von GB war also zu befürchten. Der ursprüngliche Schlieffenplan verkannte also die eigene Stärke, die Koalition der alten Gegner FR und GB wurde für unmöglich gehalten).

1908 Balkankrise: Vorspiel für den 1.WK. Ru wollte die freie Durchfahrt durch die Dardanellen, Ö würde dies tolerieren, wenn es dafür im Anschluss Bosnien und Herzegowina annektieren durfte. Für die Dardanellendurchfahrt war aber auch die Zustimmung von GB und FR nötig, diese weigerten sich aber. Bevor RU erfolg hatte in diesen Verhandlungen, führte Ö. die Annexion durch. Dadurch kam es zum Konflikt zwischen Serbien (von RU protegiert) und Ö, genau wie vor dem Ausbruch des 1.WK. Letztlich hilft D Ö. und Ru muss einlenken (war noch durch Krieg g. Japan und rev. geschwächt). Das führte aber auch dazu, dass RU seine Aufrüstungsbemühungen verstärkte (d.h.  der Schlieffenplan war hinfällig, da man eine zu langsame Mobilmachung der russ. Armee annahm).

1911 2. Marokkokrise, Panthersprung: FR gesteht D ein Stück Kongo zu, D verzichte dafür auf Ansprüche in Südmarokko. Erstmals tritt GB als Verbündeter FR auf. Ab 1911 kann man von einer Vorkriegsatmosphäre sprechen.

Es kommt erneut zu einem Versuch einer dt. englischen  Vereinbarung à Haldane Mission 1912: D wollte erreichen, dass GB im Fall eines Krieges neutral bleibt, GB wollte den Konlikt entschärfen durch Flottenbaukontrolle/begrenzung. Beide Seiten waren aber nicht bereit, auf die Ansprüche des anderen einzugehen.

Und trotzdem kommt es bis 1914 noch zu weiteren Sondierungsgesprächen; es kommt sogar zu Vorabsprachen, was die deutschen Wünsche nach Teilen von Portugals alten Kolonien (Port. Stand am Rande des Bankrotts) und Teilen von Belgisch-Kongo anging.

Seit 1900 hatten die deutschen Expansionsbestrebungen v.a. zwei Richtungen:

·        Großer Gebietserwerb in Afrika und

·        Unbestimmte Ausdehnung im Südosten (durch dt-ö und dt-türk. Bündnis sollte ein wirtsch. Einheitsgebilde geschaffen werden; Ausdruck dafür war das Projekt der Berlin-Bagdad Bahn.) à schon damals begann das Erdöl eine Rolle zu spielen

 

Insgesamt schien der engl.-dt. Konflikt entschärft und Kanzler Bethmann Hollweg rechnete im Kriegsfall mit der englischen Neutralität.

 

 

4.) Der 1.Weltkrieg

 

Über die Strategie, die im Krieg verfolgt werden sollte, waren sich Reichsregierung und milit. Führung des Generalstabes uneins:

 

·        Reichskanzler Hollweg nahm an, dass es zum Krieg kommen werde und dass dann Österreich und die SPD zum mitmachen bewegt werden müssten und GB neutral bleiben müsse, damit man Erfolg haben könnte. à Der Beginn des 1.WK schien ihn zu bestätigen = Ö und D gegen Serbien und Russland (SPD machte begeistert mit[1], GB würde sich aus Konflikten in Osteuropa heraushalten). Selbst wenn FR dann eingreifen würde, wäre D der Angegriffene und GB hätte keine Veranlassung, sich milit. zu engagieren. Hollweg stellt Ö. den „Blankoscheck“ aus, dass D treu an Ö Seite stehen würde.

·        ABER: 1. Kommt es anders, 2. Als man denkt : der Generalstab hielt immer noch am Schlieffenplan fest. D.h. tatsächlich lief es so: Ö erklärt Serbien den Krieg, RU erklärt Ö den Krieg; D verhält sich zunächst defensiv ggüber RU und greift stattdessen im Westen FR über Belgien an. à egal, wo der Konflikt ausbrach, der deutsche Militärschlag sollte mit einem Blitzkrieg gegen FR starten.

·        Daraufhin musste GB eingreifen: 1. Deutscher Sieg gegen FR hätte eine riesige Kontinentalmacht D geschaffen; 2. Wer Belgien beherrscht, bedroht auch unmittelbar Englands Grenze („belgischer Puffer“); 3. England als Garantiemacht der belgischen Neutralität

·        D.h. Hollwegs Ziele waren von vornherein durch den Plan des Generalstabes hinfällig. Man muss aber wohl davon ausgehen, dass Hollweg und auch sein Vorgänger Bülow vom Schlieffenplan unterrichtet waren, diesen aber scheinbar falsch einschätzten/unterschätzten.

·        Aus London kommen noch in der Woche vor Kriegsausbruch am 1.08.1914 Vorschläge, um den Krieg zu verhindern: 1. GB, FR, D, I sollten RU und Ö Lösungen vorschlagen à von D abgelehnt, da Ö nicht vor ein Quasi-Gericht gestellt werden sollte. 2. D sollte auf Ö einwirken, dass Ö direkt mit RU verhandeln solle; auch dieser Vorschlag wurde nicht ernsthaft versucht.

·        Am 28.07.1914 erklärt Ö Serbien den Krieg; RU reagiert zuerst mit Teil- dann Gesamtmobilmachung. Auch in D wurde mobil gemacht und er Schlieffenplan begonnen.

·        Am 1.08.1914 noch eine Depesche aus London, die in Berlin falsch verstanden wurde, dass GB für FR neutrale Haltung im Krieg sorgen würde. Kaiser Wilhelm schlägt gegen Generalstab vor, Truppen in den Osten zu schicken. General Moltke hatte aber außer dem Schlieffenplan keine alternativen Handlungsmöglichkeiten des Generalstabes zu bieten (Pläne für Ostfeldzug bereits 1913 eingestellt).

·        Tatsächlich sicherte GB lediglich zu, sich neutral zu verhalten, wenn D im Westen defensiv bliebe, also nicht FR angriff. Als bereits der Truppenzug über Belgien lief, versuchte Hollweg nochmals, die Engländer am Kriegseintritt zu hindern.

·        Am Verhalten des Generalstabes lässt sich der Stimmungswandel im Kaiserreich erkennen: zu Bismarcks Zeiten auch der Generalstab unter Moltke sr. Von „pessimistischer Vorsicht“ geprägt; unter Wilhelm II. und General Moltke jr. dann das „optimistische Kraftgefühl“ bestimmend.

 

Verlauf des Krieges:

 

·        Zunächst scheitern alle großen Offensiven der Kriegsgegner à beim Stand der Kriegstechnik/taktik waren die Verteidiger immer im Vorteil: Nachschub und Versorgung konnte mit der Eisenbahn schnell zur Front geschafft werden, so dass die Angreifer sich oft aufrieben. Daher ist der 1.WK solch ein Erschöpfungskrieg und Stellungskrieg mit strategisch unergiebigem Gemetzel geworden.

·        Bei dieser Situation war langfristig die englische Seeblockade die kriegsentscheidende Waffe: Wirtschaft und Verpflegung wurden mit zunehmender Kriegsdauer immer problematischer

·        Aus diesem Vorteil konnten FR und GB aber keinen wirklichen Nutzen ziehen, die dt. Linien konnten nicht durchbrochen werden à ein „Totalsieg“ war so im 1.WK für keinen drin.

·        Während des Krieges entwickelte die dt. milit. Führung zwei neue Strategien:1. der unbeschränkte U-Bootkrieg und 2. die Revolutionierung in Russland.

·        Am Rande bemerkt: die hochgerüstete deutsche Kriegsmarine war für den 1.WK völlig wertlos: es kam lediglich zu einer größeren Seeschlacht vor dem Skagerrak gg. GB, bei der zwar viele englische Schiffe versenkt wurden, die Blockade aber nicht gebrochen werden konnte.

·        Zu 1. U-Bootkrieg: scheitert letztlich, da U-Boote noch technisch mangelhaft waren. Der totale U-Bootkrieg bedeutete außerdem, dass alle Schiffe, die eine bestimmte Grenze überschritten, abgeschossen wurden, d.h. auch neutrale Schiffe wie z.B. die Lusitania à Kriegseintritt der USA

·        Präsident Wilson wollte eigentlich als Friedensvermittler auftreten (14 Punkte), aber er wollte nicht tatenlos zusehen, wie amerikanische Bürger und Schiffe angegriffen wurden. Allerdings hatte USA bis Kriegsende noch nicht voll ins Kriegsgeschehen eingegriffen, das erwartete man erst für 1919. Für den Fall, dass der Krieg bis dahin noch andauerte, wäre spätestens dann die deutsche Niederlage Fakt gewesen.

·        Zu 2. Revolution in Russland: in Russland war die Wirtschaft noch weit hinter den anderen europäischen Industrienationen zurück, viele Menschen litten Hunger und die Mobilisierung der Truppen dauerte sehr lange. Zudem war die Armee schlecht ausgerüstet. Die dt. Regierung sah nun die Revolution als Mittel, um RU aus dem Krieg auszuschalten. Daher ermöglichte man Lenins Reise nach Moskau, der geplant hatte, eine sozialistische REV. in RU durchzuführen und das Land aus dem Krieg zu führen.

·        Situation 1917: Der Krieg im Westen war festgefahren, es drohte aber der wirkliche US-Sturm in 2 Jahren. Währenddessen war RU quasi aus dem Krieg ausgeschieden, zu Beginn 1918 kommt der Friedensvertrag von Brest-Litowsk zustande zwischen D und RU

·        Hier entstand nun die dt. Hoffnung, doch noch einen Blitzkrieg im Westen gewinnen zu können.

·        Es wurde nun auch innenpolitisch deutlich, dass die verschiedenen Gruppen/Parteien ganz unterschiedliche Kriegsziele verfolgten: die rechtsgerichteten Parteien forderten gr. Eroberungen und ein riesiges Kolonialreich, die Mitte-Links Gruppe hingegen erklärte, dass man froh sein müsse, mit heiler Haut aus dem Krieg herauszukommen, Ziel also ein Verständigungsfrieden.

·        Die Diskussion war aber realitätsfern: um die Ziele der Rechten zu verwirklichen, war ein totaler Sieg nötig, der aber unmöglich war. Um die Ziele der Mitte-Links Gruppe durchzusetzen, war die Bereitschaft der Gegner zur Kooperation nötig. Auch diese schien unmöglich.

 

Innerdeutsche Veränderungen

 

·        1916 war die 2.OHL abgesetzt worden und die radikaleren Ludendorff und Hindenburg übernahmen nun das Kommando der 3.OHL

·        1917 stürzt Reichskanzler Bethmann Hollweg, wurde weder von radikaleren OHL, noch von „friedliebender“ Mehrheit des Parlaments länger gewollt. Erster richtiger Nachfolger wird Graf Hertling mit dem liberalen Payer als Vizekanzler

·        Kaiser Wilhelm II. Spielte während des ganzen Krieges, obwohl theoretisch oberster Befehlsherr der Armee, keine wirkliche Rolle: in der Außenpolitik herrschte faktisch die 3.OHL, in der Innenpolitik die neue gemäßigtere Reichstagsmehrheit

 

 

5.) Das Jahr 1918 als Schicksalsjahr der deutschen Geschichte

 

Beginn 1918    Friede von Brest-Litowsk: Siegerfriede für D mit großen Gebietsgewinnen im Baltikum, Polen und Ukraine à RU von dt. Grenzen abgedrängt und Schaffung eines dt. Ost“imperiums“ mit in/direktem dt. Einfluss.

Bereits jetzt kommt der Gedanke auf, ganz RU einzunehmen; diesen Gedanken greift Hitler schließlich wieder auf. Zumindest blieb die Überzeugung, dass RU militärisch und wirtschaftl.-polit. schwach sei.

1918 waren D und seine Verbündete (Ö, Bulgarien, Türkei) mit der Versorgung am Ende. Die Verbündeten waren nur mit der Aussicht auf einen dt. Erfolg zu halten, bei einer drohenden Niederlage würen sie sofort abspringen

 

·        Im März 1918 versucht die OHL [bevor die USA wirklich eingreifen kann], die Front im Westen zu durchbrechen und die engl. Und frz. Truppen zu trennen à Kaiserschlacht. Zu Anfang hat das dt. Heer auch Erfolg, wenn auch kein wirklicher Durchbruch gelingt. Ende März bleibt der Angriff jedoch wieder stecken, die –wenn auch geringe- Siegschance ist verpasst.

·        D.h. ab Mitte 1918 wusste die militärische und die politische Führung, z.T. auch die informierte Öffentlichkeit, dass der Krieg im Westen nicht mehr zu gewinnen war. Im August[2] kommt es dann noch schlimmer: GB und FR holen zum Gegenschlag aus und drängen die dt. Truppen immer weiter zurück. Erstmals werden jetzt auch Panzer im größeren Umfang eingesetzt.

·        So erklärt sich, dass im Sommer 1918 nur noch ein kleiner Teil der dt. Armee zum bedingungslosen Kampf bereit ist. Entgegen später lautender Vorwürfe hat den Krieg nicht die „verräterische Heimatfront“, sondern die Armee selbst verloren.

·        Auch Ludendorff schlägt nun vor, schnellstens einen Waffenstillstand auf Grundlage von Wilsons 14 Punkten abzuschließen. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass er diese Punkte wirklich studiert hat, denn hier werden bereits Gebietsabtretungen (Polen, Elsass) gefordert, die später nach dem Versailler Vertrag so stark in D als „böse Überraschung“ kritisiert werden.

·        Daraufhin entwickeln die beiden führenden Politiker der Regierung, Reichskanzler Hertling und Außenminister Hintze die Vorstellung, dass ein demokratisches Deutschland bessere „Friedenschancen“ haben würde; Ludendorff erkannte darin die Gelegenheit, die milit. Führung aus der Verantwortung des verlorenen Krieges herauszunehmen und auch die Verantwortung für den Friedensvertrag und die Situation danach den „Demokraten“ zuzuschieben. Da Ludendorff den unmittelbaren Zusammenbruch der Westfront fürchtete, riet er, dass die Reichsregierung zügig Waffenstillstandsgespräche ohne offizielle Beteiligung der OHL beginnen sollte.

·        Die SPD, als führende Partei im Parlament, war sich der abgeschobenen Verantwortung bewusst. Aus Vaterlandsverantwortung und mit Zugeständnissen[3] geködert, war man –um Friedrich Ebert- gewillt, die Sache in die Hand zu nehmen. Man muss sich das vor Augen führen: die alten „Reichsfeinde“ unter Bismarck, die ehemals die Revolution gegen das Deutsche Reich als Parteiziel hatten, erklärten sich nun bereit, das, was noch zu retten war, von diesem alten Reich zu verteidigen/bewahren und auch noch die Verantwortung für die militärische Niederlage zu übernehmen[4]!! Hinzu kam noch, dass Wilson diese Demokratisierung nicht weit genug ging, er hatte die Abdankung des Kaisers im Sinn.

·        Entgegen der Erwartungen hält die Westfront durch. Dafür bricht die Unterstützung in der Heimat zusammen, als allen klar wird, dass der Krieg verloren ist. Die Menschen haben das Vertrauen in ihre Führung verloren und v.a. in der Arbeiterschaft macht sich eine revolutionäre Stimmung breit. Nun aber ändert Ludendorff plötzlich seine Meinung wieder, und will den Krieg doch fortsetzen (dies hätte wohl zu einer Invasion durch die Alliierten geführt).

·        Bevor dies aber weiter verfolgt werden konnte, fielen die ehemaligen Verbündeten von D ab (z.B. bricht Ö. Armee zusammen).

 

Die Novemberrevolution 1918

 

Auslöser für die Revolte war ein Beschluss der Marineleitung (ohne die Reichsregierung), noch eine große Seeschlacht gegen GB zu wagen. Hier weigerte sich aber ein großer Teil der deutschen Marine. Schließlich wurden in ganz D Arbeiter- und Soldatenräte gegründet, die zeitweise die Großstadtverwaltungen übernahmen.

Sogar die SPD Führung unter Friedrich Ebert war gegen diese Revolution, da sie alles bis dato Erreichte in Gefahr setzen würde.

Gegen Eberts Willen, rief Philip Scheidemann am 9.11.1918 die deutsche Republik aus; Ebert hingegen wollte diese Systementscheidung einer verfassungsgebenden Versammlung überlassen.

Zur gleichen Zeit hatte der alte Reichskanzler Max von Baden, Nachfolger von Graf Hertling, verfassungswidrig sein Amt an Ebert übertragen und –ohne vorherige Zustimmung des Kaisers- die Abdankung von Kaiser Wilhelm verkündet. So sprachen sich letztlich auch die OHL, jetzt unter Groener und Hindenburg, für die Abdankung des Kaisers aus, was dieser dann tat.

 

Weg zum Frieden

 

Die USA unter Oberkommandeur Pershing wollten eigentlich keinen Waffenstillstand mit D, da man sich im Vorteil sah. FR und GB waren aber mit ihren Kräften auch am Ende, so dass sich die Alliierten schließlich einigten, einen Waffenstillstand auszuhandeln, der es D unmöglich machen würde, zukünftig wieder solche Feindseligkeiten aufzunehmen.

Nach Rücksprache mit der Reichsregierung und der OHL, die beide der Unterzeichnung zustimmten, da ein Krieg nicht weiter zu führen war, unterzeichnete Erzberger den Waffenstillstandvertrag.

Für das Volk, das wenig informiert waren, sah es also so aus, dass die neue (ungeliebte) Regierung für die Niederlage und den Schmachfrieden verantwortlich sei. So wurde die „Dolchstoßlegende“[5], die später von Hindenburg lanciert wurde, bereits vorbereitet.

 

Ebert, der sich zum Schein an die Spitze der Revolution stellte (im Rat der Volksbeauftragten), wollte in Wirklichkeit um die Niederschlagung der Revolution. Dafür sollte sein geheimes Bündnis mit General Groener dienen: das deutsche Heer sollte zur Niederschlagung der Revolution eingreifen. Da sich die von der Front zurückkehrenden Truppen aber großteils auflösten, scheiterte der Pakt zunächst.

Danach versuchte Ebert, unter besonderem Einsatz des neuen Reichswehrminister, die neu entstehenden Freikorps für diese Aufgabe zu gewinnen. Dies ist letztlich dann erfolgreich. Bereits zu Beginn 1919 sind viele der Arbeiter- und Soldatenräte in deutschen Großstädten blutig zerschlagen worden.

 

 

6.) Die Weimarer Republik und der Versailler Vertrag

 

Teil 1: Außenpolitik

 

Die Bestimmungen des Versailler Vertrages trafen die Deutschen sehr überraschend: große Gebietsabtretungen, fast völlige Entwaffnung, Verlust der Kolonien, riesige Reparationslasten und Behandlung als Angeklagter vor einem Strafgericht.

V.a. das Problem der Entwaffnung und die Reparationszahlungen bestimmten die Politik zukünftig in D.

[Haffner vertritt die These, dass eine Nichtunterzeichnung des Versailler Vertrages und die darauf folgende Invasion der (v.a. amerikanischen) Alliierten bereits nach dem 2.WK zu einer Teilung Deutschlands geführt hätte, die der Teilung nach 1945 sehr ähnlich gewesen wäre. Diese Behauptung ist nicht ganz zu widerlegen, jedoch ist eine Übertragung der Situation nur bedingt möglich (so war z.B. die Rolle FR und RU nach dem 1.WK noch eine andere als nach dem 2.WK).]

Aus der Entfernung betrachtet stellt sich die Situation Deutschlands nach 1919 viel besser dar, als damals empfunden:

·        Ö-Ung war aufgelöst, seine schwachen Nachfolgestaaten würden früher oder später unter den Einfluss der stärkeren Nachbarn gekommen. Dafür kam v.a. D in Frage.

·        Russland, jetzt die Sowjetunion, war aus dem Spiel der Großmächte vorübergehend ausgeschieden. Daher war es wahrscheinlich, dass es versuchen würde „Gleichgesinnte“ zu finden. Auch hier kam das Deutsche Reich als weiterer quasi geächteter Staat als Partner in Frage.

·        Die Entwaffnung und die Reparationszahlungen waren nur temporär. Irgendwann würde D wieder erstarken, und kein Staat würde wegen dieser Gründe dann noch Krieg führen wollen.

·        Auch die Westmächte waren sich nicht einig. So blieben letztlich nur FR und GB als Garantiestaaten des Vertrages übrig. Auch die USA hielten sich lieber raus (à Isolationismus).

 

Für GB waren seine Kriegsziele erreicht, FR jedoch musste befürchten, dass ein wieder erstarktes D sich rächen würde. Daher führte man 1923 die Ruhrbesetzung[6] durch.

 

Bestimmungen des Versailler Vertrages:

 

a) Der Umgang mit der Entwaffnung

 

Zunächst versuchte man das Problem geheim mit Hilfe der Sowjetunion zu umgehen (gemeinsame Manöver und Materiallieferungen, Ausbildung der russ. Armee).

Die Situation entwickelte sich zudem für D positiv, da zwischen Polen und SU seit 1920 ein Kriegszustand bestand. Bereits jetzt fand sich in der militärischen Führung das Vorhaben, möglicherweise in diesen Konflikt einzugreifen, um Polen erneut aufzuteilen.

 

1922        Vertrag von Rapallo: nach außen hin ein nachträglicher Friedensvertrag zwischen D und SU. Man beschloss außerdem offizielle diplomatische Beziehungen und Handelsbeziehungen; die bereits bestehende militärische Zusammenarbeit wurde zum Dauerzustand bis 1933.

 

Damit war diese Beschränkung des Versailler Vertrages umgangen, die Aufrüstung konnte erfolgen.

1932 schließlich wird der dt. Regierung (jetzt unter Reichskanzler von Schleicher) die Gleichberechtigung in der militärischen Rüstung auf der Genfer Abrüstungskonferenz zugestanden.

 

b) Der Umgang mit den Reparationsforderungen

 

Bereits hier zeigen sich die unterschiedlichen Absichten der politischen und der militärischen Führung: die Regierung versuchte alles, um die Reparationslasten abzuschütteln.

Dafür nahm die deutsche Politik eine problematische Dauerinflation von 1919 bis 1923 in Kauf.

 

Durch diese Inflation wurde alles deutsche Geldvermögen entwertet, es war verloren à geldsparende Bürger v.a. betroffen, Sachwertbesitzer hatten nun Vorteile. Gleichzeitig behielten die Arbeiter aber weitgehend ihre Jobs, wenn auch bei sinkenden Reallöhnen.

Diese Situation sollte zu einer Reduzierung der Reparationsforderungen führen (so die Überlegung der dt. Regierung). FR sah in den Nichtzahlungen aber Grund zum Einschreiten à Ruhrbesetzung (bereits damals eines der wichtigsten deutschen Industriegebiete)

Die dt. Regierung antwortete mit passivem Widerstand, die Produktion im Ruhrgebiet wurde gestoppt und zur Versorgung mussten immer mehr Banknoten gedruckt werden. Dadurch kam praktisch die Geldwirtschaft in D zum Erliegen.

à jetzt waren auch die in Geld ausgezahlten Einkommen betroffen, d.h. die Arbeiterschaft wurde in Mitleidenschaft gezogen; im Herbst 1923 ist die Weimarer Republik in einer Existenzkrise. Nur durch das Eingreifen der Alliierten GB und USA, die FR dazu raten, die Ruhrbesetzung aufzugeben, rettet das dt. Reich

Nun endlich wurde die längst überfällige Währungsreform durchgeführt.

1924/25 kommt es zu einer zweiteiligen Friedensregelung, die die Hauptlasten des Versailler Vertrages beseitigten:

 

1924          Londoner Abkommen zur Regelung der Reparationsfrage

1925          Locarno-Vertrag: D verzichtet zukünftig auf Elsass-Lothringen;

linksrheinisches Gebiet würde nach Ende der alliierten Besatzung

demilitarisiert bleiben; GB und I garantieren die nun als endgültig vereinbarte

Grenze von FR und D

 

à das bedeutete, dass FR nicht eingreifen durfte, wenn D im Osten gegen FR Verbündeten Polen Krieg führen würde; FR also auf reine Selbstverteidigung beschränkt.

FR Wunsch, auch die dt. Ostgrenze zu garantieren, scheiterte an den anderen westlichen Alliierten, die dies nicht leisten konnten. Dafür wäre SU nötig: SU aber selbst an Polen interessiert

 

Geldkreislauf seit der Mitte der 1920er

 

Zyklusdiagramm

 

 

So kam es zwischen 1924 und 1929 zu einer Phase des Wiederaufbaus in D, den „goldenen Zwanzigern“.

 

Während dieser Zeit versuchte Außenminister Stresemann verschiedene Ziele:

 

 

Kurzfristig war die linksrheinische Frage, verbunden mit den Reparationen dringend.

 

1929    Young Plan setzte schließlich die dt. Reparationsleistungen nochmals herab und sah

eine langfristige Tilgung bis in die 1980er vor

Durchkreuzt wurde dieser Plan aber von der Weltwirtschaftskrise von 1929:

 

Beginn in den USA à die Kredite an D hören auf bzw. werden zurückgerufen à Rückgang der Beschäftigung und Bankrotte in D

 

Die Regierung Brüning versuchte nun diese Situation auszunutzen, um die Reparationen ganz abzuschütteln: eine bewusste Deflationspolitik wurde betrieben.

1931 verlangte der US-Präsident Hoover in seinem Hoover-Moratorium eine Einstellung aller politischen Zahlungen, 1932 wurde tatsächlich von GB und FR dauerhaft auf dt. Reparationszahlungen (nach einer Abschlusszahlung von 3 Mrd. Mark) verzichtet.

 

Fazit: Am Ende des Jahres 1932 hat das Deutsche Reich auf verschieden Weise die beiden Hauptlasten  (Entwaffnung und Reparationszahlungen) des Versailler Vertrages abgeschüttelt, allerdings zu einem hohen Preis: v. a. die wirtschaftlich desaströse Situation förderte das Aufkommen einer neuen, Hoffnung auf ein stabiles, sicheres, großes Deutschland weckende Partei mit ihrem ehrgeizigen Führer: Hitlers NSDAP.

 

 

7.) Die Weimarer Republik

 

Teil 2: Die Hindenburgzeit  und das Ende der Weimarer Republik

 

Zeitleiste und Hypotheken der Weimarer Republik

 

1919-1924      Inflation und drohendes Scheitern der Republik durch verschiedene

Umsturzversuche von linken und rechten Gruppen

1925-1929      die Goldenen Zwanziger: wirtschaftlicher Wiederaufbau

1930-1932      Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, Periode der Auflösung der Republik

 

Hypotheken der Weimarer Republik – Gründe für das Scheitern der ersten deutschen Demokratie

 

1.  dauernd wechselnde Regierungen, nur kleine Teile der Parteien unterstützt die

Republik wirklich

  1. alte Eliten des Kaiserreiches dürfen weiter herrschen (v. a. Militär), stehen dem

System aber immer (mehr oder weniger) ablehnend gegenüber

  1. wirtschaftliche Probleme und die steigende Arbeitslosigkeit
  2. Opposition von Rechts

 

Weitere Negativentwicklungen auf dem Weg zum Scheitern

 

Die Weimarer Koalition, die seit 1919 die Regierung stellte, bestand aus den Parteien SPD, der Deutschen Demokratischen Partei DDP und dem Zentrum. Lediglich die Gruppe der linken Mitte aus der SPD stand wirklich hinter der neuen Staatsform Demokratie.

Allerdings verlor diese Koalition bei den Wahlen 1920 ihre Mehrheit. So wurden zukünftig immer wieder Minderheitsregierungen zusammengestellt, die meist auch nur kurzlebig waren.

            Die SPD war bereit, alle alten Gesellschaftseliten (Adel, Militär, Bürokratie, Großindustrie und –landwirtschaft) auch in der Republik ungeschoren weiter wirken zu lassen. Bei all diesen Gruppen war aber eine ablehnende Haltung gegen diesen Staat festzustellen, diese Ablehnung war jedoch abgestuft. Die fehlende Unterstützung dieser entscheidenden Gruppen war gewiss der Hauptgrund für das letztliche Scheitern der Republik.

 

Ab 1925 war dann Hindenburg, der Kandidat der rechten deutschnationalen Partei, der neue Reichspräsident. Damit stand ein Vertreter der alten Monarchie nun an der Spitze der Republik. So konnten die alten Eliten stärker für die Republik gewonnen werden. So ist es nicht wirklich überraschend, dass in Hindenburgs erste Amtszeit die goldenen Zwanziger fielen.

Mit einer kleinen Unterbrechung regierte von 1925 bis 1928 eine neue, eine Rechtskoalition. Diese Mitte-Rechts Koalition verlor jedoch 1928 bei den Reichstagswahlen, so dass von 1928 bis 1930 eine große Koalition aus SPD und der rechten DNP die Regierung stellte. Dieser Vereinigung der linken und rechten politischen Seite fehlte jedoch die Stabilität (dazu kam auch noch die Weltwirtschaftskrise).

 

Die zweite Amtszeit Hindenburgs

 

Schließlich wurde die Nachfolgeregelung des Reichspräsidenten ein Problem für die Republik: Hindenburg war inzwischen so alt, dass ein baldiges Ableben zu erwarten war. Allerdings ließ sich nicht mehr eine solche Herrscherfigur finden, wie sie Hindenburg verkörperte.

Unter General von Schleicher, damals in der Führung der Reichswehr, wollten die rechten Parteien Hindenburg noch zum neuen Kaiser machen. Mit dem neuen rechten Zentrumspolitiker Heinrich Brüning als Reichskanzler plante Schleicher die alte Verfassung in eine Präsidialverfassung zu ändern, in der der neue Reichspräsident die Stellung des alten Kaisers haben sollte.

Zunächst schien alles nach Plan zu laufen: auf Betreiben Schleichers ernannte Hindenburg 1930 Brüning zum Reichskanzler. Mit Hilfe des Artikels 48 (Notstandsgesetzgebung) konnte Brüning am Parlament vorbei regieren: er bestimmte, wann ein Staatsnotstand bestand. Hier beginnen die Präsidialregierungen (d.h. das Parlament hat keinen Einfluss mehr auf die Regierungspolitik) der letzten Weimarer Republik-Jahre.

 

Aufstieg der NSDAP bis zur stärksten Partei 1932

 

 

Juli 1932          die Reparationszahlungen werden aufgehoben

 

Schleicher verlor mit Brüning die Geduld, der den Staatsstreich nicht durchführte (sondern erst die Reparationen loswerden wollte) à er überredete Hindenburg, Brüning durch den relativ unbekannten rechten Zentrumsabgeordneten Franz von Papen zu ersetzen.

 

Papen schritt auch gleich zur Tat:

 

Da die KPD und die NSDAP die stärksten Parteien waren im Reichstag, war keine Regierungskoalition möglich à Papen löst den Reichstag auf à Neuwahlen, obwohl Papen die Misstrauensabstimmung im Reichstag vorher verloren hatte (d.h. die Auflösung war verfassungswidrig).

Allerdings springt in dieser Phase Schleicher ab:

vielleicht hat er erkannt, dass die Wiedereinrichtung der Monarchie auch einen

Dynastiewechsel beinhaltete. Dafür kam nur der König von Bayern in Frage. Dies

schien im Reich aber nicht möglich zu sein.

Als Alternative wurde erwägt, Hindenburg als Vertreter eines künftigen

Kronprinzregenten sollte regieren (bis Kronprinz volljährig). Das Alter Hindenburgs

machte aber auch diese Lösung, wie auch eine Alleinherrschaft Hindenburgs,

unmöglich.

In dieser Situation wurde auch klar, dass die NSDAP, jetzt stärkste politische Kraft, gegen eine Wiedereinrichtung der Monarchie war. Schleicher fürchtete also, dass der Staatsstreich nicht gelingen würde.

Schleicher verfolgte nun den Plan, ein Bündnis von außerparlamentarischen Gruppen zu errichten: Reichswehr, Gewerkschaften und bündische Jugend. Zusätzlich wollte er die NSDAP spalten und für seinen neuen Ständestaat gewinnen. Schleicher wurde dann auch von Hindenburg zum neuen Reichskanzler ernannt.

 

Da Schleicher in seinem neuen Amt aber erfolglos war, wurde er wieder durch Papen abgelöst. Der hatte nun den Plan, Hitler notfalls das Reichskanzleramt anzubieten, da er –wie er meinte- durch das „Kabinett der Barone“, durch Papens Vizekanzlerschaft und durch Papens Einfluss bei Hindenburg kontrolliert werden könne. Diese Einschätzung erwiese sich bald als verhängnisvoller Fehler.

 

 

8.) Die Hitlerzeit 1933-1938

 

Hitlers Machtergreifung fand gewissermaßen in zwei Zügen statt:

 

1.      zwischen Feb. und Juli 1933: das alte politische Weimarer System verschwindet (Parteien, kein Präsidialregime oder parlamentarisches Regime, sondern nur noch der Reichskanzler mit der NSDAP);

Dabei nutzte Hitler den Reichstagsbrand vom 27.02.1933 als Auslöser für eine erneute Notstandsordnung (noch mit Zustimmung des Vizekanzlers Papen): man setzte die Verfassung weitgehend außer Kraft und schaffte alle Grundrechte ab. Auch die Möglichkeit willkürlicher Verhaftungen wurde geschaffen.

Ein weiterer Effekt dieser Gesetzgebung war, dass die im März noch gewählten 81 kommunistischen Reichstagsabgeordneten nicht ins Parlament, sondern ins KZ gingen. Dadurch verschoben sich die Mehrheitsverhältnisse im Reichstag zugunsten der NSDAP (sie hatten zwar die meisten Stimmen erhalten, nicht jedoch die absolute Mehrheit).

Am 23.März 1933 ging Hitler noch einen Schritt weiter: das Ermächtigungsgesetz wurde mit den Stimmen aller Parteien (außer der SPD) im Reichstag angenommen. Damit konnte die Reichsregierung  ohne den Reichstag Gesetze verabschieden.

Im Juni/Juli schließlich wurden die SPD und die KPD verboten.

à dabei war in Deutschland das Gefühl der Erleichterung (Ende der Weimarer Republik mit all ihrer Probleme, Abschaffung der Demokratie und Wiedereinsetzung eines starken Führers) weit verbreitet: man war „müde“ von der politischen Unsicherheit der letzten Tage der Weimarer Republik und man wollte etwas Neues, mit einem neuem, fähigen Führer, der Deutschland zu alter Größe führen könnte. Warum die alten Parteien so bereitwillig abdankten, ist unklar.

 

2.      Hitler stützte sich in seiner Machtausübung weniger auf den Parteiapparat der NSDAP, sondern er hatte mehrere nationalsozialistische Organisationen, die die Gewalt im Staat ausübten.

Hier war zunächst die SA als Terrorinstrument bedeutsam. Zwischen SA und Reichswehr kam es zum Konflikt, wer die zukünftige Armee bilden sollte. In dieser Situation unterstützte Hitler die Reichswehr: zum einen wohl, weil er für seinen geplanten Krieg eine gut ausgebildete, schlagkräftige Truppe brauchte; zum anderen, weil die Reichswehr dem Reichspräsidenten Hitler als Staatsoberhaupt und oberstem Befehlshaber direkt unterstand. Um Hitlers Drang, Reichspräsident zu werden, in die Tat umzusetzen, brauchte Hitler aber auch die Unterstützung der Reichswehr. So schienen beide Seiten von der Allianz zu profitieren.

Hitler entschied dann, dass die SA-Führer unter dem Vorwand eines angeblich geplanten Putsches (der sogenannte Röhm-Putsch, nach dem SA-Führer benannt) verhaftet und liquidiert werden müssten. Dies geschah am 30.06.1934. Nachträglich wurde diese Aktion vom Reichskabinett (den Mitgliedern der Regierung) als Staatsnotwehr gebilligt.

Am 2.08.1934 stirbt Hindenburg und der Weg für Hitler zum Reichspräsidentenamt ist frei: Hitler ist nun nicht nur der politische Alleinherrscher, sondern auch der oberste Kriegsherr.

 

Nach diesen turbulenten und durch Terror geprägten Anfangsjahren schließen sich von 1934-1938 relativ ruhige Zeiten der NS-Zeit an: die Wirtschaft boomt, es kommt zur Vollbeschäftigung. Außerdem gefiel einem großen Teil der Deutschen, wie Hitler offensiv die Position Deutschlands in der Außenpolitik vertrat und dem Deutschen Reich wieder zur internationalen Geltung verschaffte.

Hitler regierte einen FÜHRERSTAAT. Die NSDAP übte nicht eigentlich Macht aus. (Z.B. sind NSDAP Parteitage in Nürnberg Massenveranstaltungen, in denen es nur um die Selbstdarstellung der Führer ging bzw. diese Versammlungen dienten als Zusammenführung der verschiedenen Parteiorganisationen.)

In diesem Führerstaat gab es aber streng genommen mehrere Staaten im Staat:

 

So schuf Hitler nie eine feste Staatsordnung oder Verfassung. Nicht die Organisation des Reiches galt als Ziel, sondern Deutschland sollte nur ein Sprungbrett für Hitlers größere Pläne bieten.

Daher herrschte in gewissem Maße Chaos im Reich.

Mit Terror und  Propaganda verfügte Hitler aber über zwei effektive Mittel, um sich in diesem selbst verursachten Chaos zu behaupten.

Zu TERROR:

            Die SS ersetzt nun die SA (SS war bereits bei der Ausschaltung der SA-Führung 1934 beteiligt); dabei übernimmt sie deren Aufgaben, ist aber im Gegensatz zur SA immer eine „Elite-Organisation“. Die SS wird schließlich so etwas wie die Polizei des NS-Staates mit dem Reichssicherheitshauptamt als Zentrale. Heinrich Himmler stand nun an ihrer Spitze.

Die spezielle Terrorfunktion hatte eine Untereinheit der SS inne, die sog. Totenkopfverbände, die auch die SA als KZ-Leitung ablösten.

Die Tatsache, dass sowohl die SS-Truppe (gewissermaßen für Krieg nach innen) als auch die Wehrmacht (für Krieg nach außen) einige Zeit zum Auf/Ausbau brauchten, verlieh dem Zeitraum 1934-38 den Anschein von relativer Ruhe.

 

Zu PROPAGANDA:

            Im März 1933 wurde vollkommen neu das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda geschaffen, und zwar unter Leitung von Jospeh Goebbels.

            Goebbels ging bei seinem Propagandadplan aber nicht so sehr von der Wirkung groß angelegter Propagandafilme aus (obwohl es diese natürlich auch zahlreich genug gab), sondern er setzte darauf, dem Volk eine heile Welt in den Medien vorzuspielen. So sollte v.a. beim „gemeinen Volk“ ein Gefühl der Zufriedenheit erzeugt werden. [Haffner verteidigt hier die Beteiligung verschiedener Künstler an dieser Art Filme und Propaganda, da diese Personen auch ihren Lebensunterhalt hätten verdienen müssen. Aber er lehnt die Behauptung, dass dies auch eine Form des Widerstands gewesen sei, strikt ab.]

            Bei den Zeitschriften ging Goebbels auch sehr intelligent vor: zwar ließ er alle sozialdemokratischen und kommunistischen Zeitungen verbieten, die bürgerlichen Zeitungen ließ er aber unbehelligt (bis auf deren jüdische Mitarbeiter). Auch wurde diesen Zeitschriften kein „Maulkorb“ angelegt. In täglichen Zusammenkünften der Chefredakteure in Goebbels’ Ministerium wurde die „Sprachregelung“ vorgegeben, d.h. welche Nachrichten betont, welche unterdrückt werden sollten. D.h. es war keine völlige Gleichschaltung der Presse, aber es wurden klare Grenzen gesetzt.

 

Zusammenfassend lässt sich für die Jahre 1934-1938 sagen, dass Hitler v.a. 3 große Erfolge verbuchen konnte:

1.      Wiederherstellung der Vollbeschäftigung und wirtschaftlicher Aufschwung (v.a. durch Hjalmar Schacht, Reichsbankpräsident und später auch Reichswirtschaftsminister, ermöglicht)

2.      Aufrüstung (weit über die Grenzen des Versailler Vertrages hinaus)

3.      außenpolitisches Auftreten, dass Deutschlands Anspruch deutlich machte und auch durchsetzen konnte. Dieser massenpsychologische Erfolg brachte Hitler lange Zeit die Unterstützung des Großteils der Bevölkerung

 

 

Zur Außenpolitik Hitlers in dieser Zeit:

 

 

 

Verfolgung während dieser Zeit

 

Zwei Gruppen wurden v.a. verfolgt, die Kommunisten und die Juden.

            Zwar war Hitlers Antikommunismus nicht in allen Bevölkerungskreisen populär, letztlich aber war Hitler voll erfolgreich: es gab keinen nennenswerten kommunistischen Widerstand mehr. Bei all den erfolgen, die Hitler verzeichnete, war man offensichtlich bereit, diese Entwicklung zu dulden.

            Zu Hitlers Judenpolitik gab es hauptsächlich 3 verschiedene Einstellungen:

1.      Ja zur jüdischen Emanzipation

2.      Unterscheidung zwischen alteingesessenen Juden und zugewanderten Juden: erstere wurden geduldet, letztere sollten möglichst unterdrückt werden

3.      Antisemitismus in dem Sinn, dass Juden lediglich Bürger minderen rechts sein sollten

 

Nirgends gab es zu dieser Zeit also Gruppen, die forderten, dass die Juden vernichtet werden sollten.

Zu den einzelnen Phasen der Judenverfolgung vgl. die knappe Zusammenstellung unter http://zum.de/psm/ns/uebers13_ns.php

 

            Zur Reichskristallnacht vertritt Haffner folgende These:

Sie sein ein Test für Hitler gewesen, inwieweit das breite Volk bei der Judenverfolgung und –vernichtung mitmachen würde. Das Ergebnis fiel in dieser Hinsicht negativ aus. Daher seine Hitlers Schlussfolgerung: die Endlösung der Judenfrage musste ins Ausland, den Osten, verlegt werden. Dafür spricht auch, dass der Holocaust niemals offiziell bzw. in der deutschen Presse proklamiert wurde bzw. als Erfolg herausgestellt wurde (wie man eigentlich gemäß Hitlers Ideologie hätte erwarten sollen).

            Haffner kommt also letztlich zur Schlussfolgerung, dass es ohne Hitler wahrscheinlich trotzdem den 2.WK gegeben hätte, aber niemals den Holocaust in dieser Ausprägung. Damit widerspricht Haffner eindeutig der These des Historikers Goldhagen, der behauptete, dass der Holocaust aufgrund eines spezifisch deutschen Antisemitismus zustande gekommen war.

 

Zusammenfassend verurteilt Haffner, dass die Deutschen in so großer Zahl Hitlers Judenverfolgung hinnahm; dies sei die eigentliche Schuld der Deutschen. Allerdings macht er die Einschränkung, dass es nicht um eine Änderung des Systems, sondern um den Widerstand innerhalb dieses Systems gehen konnte. D.h. aber auch, dass wirklicher Widerstand nur von Personen/Gruppen kommen konnte, die innerhalb des NS-Systems standen und somit auch einen Hebel hatten, um erfolgreich gegen das System arbeiten zu können (z.B. die Offiziere der Wehrmacht und das versuchte Hitlerattentat vom 20.Juli 1944 [auch wenn hier deutlich wurde, dass die aufständischen Offiziere mit Stauffenberg an der Spitze nur eine Minderheit darstellten]).

 

Zur Fragestellung, ob das NS-Reich eine logische Folge der vorherigen deutschen Geschichte war bzw. eine Kontinuität in der deutschen Geschichte erkennbar ist.

Die Antwort muss differenziert werden:

            Ja, weil...

 

Nein, weil...

 

 

 

9.) Der 2. Weltkrieg

 

            Hitler hatte eigentlich den Fehler der OHL aus dem 1.WK erkannt, nämlich GB als Feind herauszufordern. Doch auch seine Politik, GB neutral zu halten, scheiterte.

            GB war nicht bereit tatenlos zuzusehen, wie D Russland angreifen und evtl. sogar einnehmen würde, denn damit wäre Deutschland eine Kontinentalmacht von solcher Größe geworden, dass GB und FR nicht dagegen hätten bestehen können. Erster Ausdruck dieser Befürchtung war die Appeasement Politik, die eben solchen Ostfeldzug Hitlers verhindern wollte, indem man ein „Bauernopfer“ (Sudetenland) anbot. Dieses Opfer waren GB (hier vor allem Premierminister Chamberlain) und FR gewillt zu geben, weil man davon ausging, dass Hitler zur Organisation des dann angeschlossenen Sudetenlandes 5 bis 10 Jahren brauchen würde. Diese Zeit könnten die westlichen Mächte zur Aufrüstung nutzen, um mit Deutschland militärisch gleichzuziehen. Diese Hoffnung war aber falsch: Hitler hielt an seinem Russlandkrieg fest.

            Um diesen Feldzug zu starten, war aber Polen im Weg. Da Polen sich nicht als Verbündeter im Kampf gegen Russland gewinnen ließ, musste „notgedrungen“ zuerst Polen besiegt werden, bevor die deutschen Truppen weiter nach Osten vorrücken konnten.

            Außerdem wurde auch der Rest der Tschechoslowakei –gegen das Münchner Abkommen- besetzt. Als Antwort gab die britische Regierung ihre Linie gegenüber Deutschland zwar nicht ganz auf, verschärfte aber den Ton. Ausdruck dieser Veränderung war Englands Garantie für Polen vom Ende März 1939 (nachdem Polen sich geweigert hatte, Hitler gegen Russland zu unterstützen).

            Drei Wochen vor Kriegsbeginn, am 11.August 1939, teilte Hitler dem Völkerbundkommissar in Danzig seine Kriegsziele mit, nach denen auch die ersten zwei Jahre des Krieges abliefen:

            „ Alles, was ich unternehme, ist gegen Russland gerichtet; wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verständigen, den Westen zu schlagen und dann nach seiner Niederlage mich mit meinen versammelten Kräften gegen die Sowjetunion zu wenden.“

            Natürlich war Stalin dieser Plan bekannt. Dennoch kam es am 23.August 1939 zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Stalin rechnete wahrscheinlich damit, dass Hitler durch einen Krieg im Westen zunächst gebunden wäre, was ihm selbst mehr Zeit zur Vorbereitung geben würde. Im geheimen Zusatz wurde wieder einmal die Teilung Polens abgesprochen.

            Hitler verfolgte zu Beginn des Krieges also tatsächlich den Plan, zunächst die Westfront zu erobern, um dann den Rücken frei zu haben, um massiv gegen Russland vorgehen zu können.

 

Die Zeit der Blitzkriege:

 

 

Das nächste Ziel im Westen war England. GB konnte aber nur per Flotte oder durch die Luft angegriffen werden: für einen Angriff über See war die deutsche Flotte aber zu klein. So wurde 1940 also der Luftkrieg über England entfesselt. Diese Operation endete aber in einem deutschen Misserfolg, da England die Lufthoheit behielt. Durch die materielle Unterstützung durch die USA war nicht damit zu rechnen, dass Deutschland in den nächsten Jahren eine erfolgreiche Invasion der britischen Insel durchführen könnte.

           

Kriegsentscheidende Fehler und Entwicklungen

 

  1. Bis 1941 wurden weiter Luftangriffe auf englische Großstädte geflogen. Strategisch gesehen waren diese aber - ebenso wie die späteren Luftangriffe der Alliierten (1943) auf deutsche Großstädte - Fehlschläge.

à bereits jetzt war also Hitlers „Masterplan“ für den Krieg hinfällig, weil er nun nicht mit allen Kräften nach Osten stoßen konnte.

  1. Der zweite entscheidende Fehler in Hitlers Planung war, dass man nach wie vor mit dem „schwachen“ Russland aus dem 1.WK rechnete. Mittlerweile war die Zeit aber nicht stehen geblieben:

·        die Sowjetunion war mittlerweile eine bedeutende Industrienation geworden

·        Stalins Politik der Zusammenfassung aller Kräfte in Verbindung mit den unerschöpflichen Reserven an Rohstoffen, Material und Menschen hatte die UdSSR nun zu einem wesentlich stärkeren Gegner werden lassen

 

  1. Als sich im Winter 1941 abzeichnete, dass die deutsche Offensive in Russland stecken blieb und alles auf einen langen, harten Krieg im Osten hinwies, erklärte Hitler (zu allem Überfluss) auch den USA den Krieg.

Es ist nach wie vor unklar, was Hitler zu diesem Schritt bewogen hatte. Zwar hatte Roosevelt schon länger angekündigt, andere Staaten im Krieg gegen Japan und Deutschland unterstützen zu wollen, doch hatte er diese Absicht innenpolitisch noch nicht durchsetzen können.

Zudem konnte Hitler nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor eigentlich davon ausgehen, dass die USA bis auf weiteres in einem Krieg im Pazifik gebunden sein würden.

Wie auch immer: mit der deutschen Kriegserklärung an die USA 1941 war die deutsche Niederlage abzusehen (wenn die USA auch erst 1944 mit der Landung in der Normandie „richtig“ in die Kriegshandlungen eingriffen). Diese Entscheidung Hitlers, ohne den vorherigen Sieg gegen GB und die Sowjetunion, war der wohl entscheidende strategische Fehler Hitlers im 2.WK.

            Als Erklärungsversuch (es gibt aber noch zahlreiche andere!!) für Hitlers Entscheidung führt Haffner die These an, dass Hitler im Juli 1941 nach anfänglichen Erfolgen die Sowjetunion praktisch für besiegt hielt und jetzt auch nach größeren Zielen greifen wollte, d.h. einer Art „Weltblitzkrieg“ mit Flotte und Luftwaffe gegen die USA. Haffner vermutet also einen Realitätsverlust bei Hitler, was dessen Einschätzung der tatsächlichen eigenen Kräfte anging.

           

Seit 1941 kann man also eigentlich erst von einem „Welt“krieg sprechen, das Ende war aber nun erkennbar:

            1942-45 war geprägt durch alliierte Luftoffensiven, den deutschen Rückzug im Osten (Politik der verbrannten Erde, die Ausdruck der menschenverachtenden nationalsozialistischen Kriegslogik war) und schließlich auch vom Holocaust.

 

Bei all diesen Zahlen, Fakten, ergibt sich aber immer wieder die Frage: warum haben trotz allem so viele Deutsche Hitler in seinem Kurs bis zum Ende unterstützt?

 

Dazu zwei Theorien:

a.       Hitler hat vielleicht wirklich bis zum Schluss an die Möglichkeit des Endsieges geglaubt. Er hat wohl auch damit spekuliert, dass die Allianz der Alliierten wegen Differenzen auseinander brechen würde [dies geschah ja auch tatsächlich, aber eben erst dann, als der gemeinsame Feind Hitler-Deutschland restlos besiegt war und die West- und Ostalliierten sich in Deutschland „gegenüberstanden“.] Ob Hitler wirklich an diesen Endsieg glaubte, lässt sich aber bis jetzt nicht beweisen.

b.      Hitler verfolgte konsequent seine Auslegung des Sozialdarwinismus: das stärkste Volk wird sich am Ende durchsetzen. Wenn also nicht der deutsche Endsieg machbar war, dann eben die totale Niederlage, schließlich hatte das deutsche Volk in seinen Augen dann kein Existenzrecht mehr:

„Wenn das deutsche Volk einmal nicht mehr stark und opferbereit genug ist,

 sein Blut für seine Existenz einzusetzen, so soll es vergehen und von einer

anderen, stärkeren Macht vernichtet werden. Ich werde dem deutschen Volk

keine Träne nachweinen.“

So gibt es z.B. die Nerobefehle vom 18. und 19.März 1945, in denen Hitler anordnete, alle Ressourcen im deutschen Reich, auch die, die fürs Überleben der eigenen Bevölkerung nötig waren, zu zerstören, bevor sie dem Feind in die Hände fielen: die Politik der verbrannten Erde sollte also ins eigene Land gebracht werden. (Diese Befehle wurden aber von z.B. dem Rüstungsminister Speer relativ erfolgreich sabotiert.)

 

Am Ende des Krieges war auch das Deutsche Reich zerstört: die drei Alliierten GB, SU, USA (später auch FR) erklärten sich am 5.Juni 1945 zu souveränen Herrschern in Deutschland. Deutschland war nun also unter der absoluten Verfügungsgewalt ausländischer Mächte. Würden diese Mächte sich nicht über eine gemeinsame Politik in Deutschland, so hätte Deutschland zerfallen müssen. Dieses totale Auseinanderfallen wurde zwar verhindert, die deutsche Teilung war aber Ausdruck der anfänglichen Machtlosigkeit des besetzten Deutschlands im aufkommenden Ost-Westkonflikt.

 

10.) Nachgeschichte des Deutschen Reiches

 

Haffner vertritt die Meinung, dass das Deutsche Reich auch nach der totalen Niederlage des 2.WK noch weiter bestand: allerdings nicht als handlungsfähiger Staat, sondern lediglich als Objekt der Siegermächte, die in den Jahren 1945-49 quasi im Deutschen Reich eine Fremdherrschaft etablierten. Egal, ob man diese Meinung teilt oder nicht, mit der doppelten deutschen Staatsgründung 1949 ist das Deutsche Reich endgültig vorbei.

 

Wichtige Daten für die weitere Entwicklung in Deutschland

 

1949    Sowohl die BRD, als auch die DDR werden gegründet. Diese Doppelstaatsgründung

war ein einschneidendes Ereignis für die mögliche Zukunft eines einzigen

Deutschlands. Dabei zögerten die westdeutschen Ministerpräsidenten zunächst, eine

verfassungsgebende Versammlung (den parlamentarischen Rat) einzuberufen.

Letztlich beugten sie sich aber den Gegebenheiten und das Grundgesetz wurde

verabschiedet. Dieses GG, bis heute Grundlage der BRD, wurde aber bewusst als

„Provisorium“ bezeichnet, um die Möglichkeit einer deutschen Einheit nicht ganz

auszuschließen.

Die BRD war nun endlich eine klare Abgrenzung (territorial, politisch, Verfassung)

vom Deutschen Reich und der Weimarer Republik.

 

1952    Stalin Note: Stalin schlug vor, Deutschland wiederzuvereinigen, aber nur unter der

Voraussetzung, dass dieses Deutschland völlig neutral bleiben müsse, d.h. keine

Bündnisse eingehen dürfte.

Verschiedene Faktoren verhinderten aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit

diesem Vorschlag auf westlicher Seite:

ein neutrales Deutschland hätte nicht in die NATO aufgenommen werden können. Dies –zusammen mit Frankreichs Rückzug aus dem militärischen Teil der NATO [FR baute sich ein eigenes Atomwaffenarsenal auf und wollte in Militärfragen unabhängiger von den USA sein]- hätte aber bedeutet, dass die NATO keine großen Stützpunkte behalten hätte. Da lag die Annahme nahe, dass die Sowjetunion früher oder später hier hätte expandieren können und das Machtverhältnis mit den USA zu den eigenen Gunsten verschoben hätte. Die lange vorher geplante Aufnahme der BRD in die NATO wollte wohl Stalin eigentlich verhindern und so letztlich die USA aus Mitteleuropa herausmanövrieren.

à diese Einschätzung ist charakteristisch für den Kalten Krieg: ein Zurückweichen war unmöglich, da der Gegner dann sofort in diese „Lücke“ vorgestoßen wäre.

 

1955    Die BRD wird in die NATO und die DDR in den Warschauer Pakt aufgenommen.

D.h. zum einen, dass die beiden deutschen Staaten als souveräne Bündnispartner

jeweils gebraucht werden (und das nur 10 Jahre nach dem Ende von

Hitlerdeutschland). Zum anderen bedeutete dies aber auch, dass Deutschland endgültig

in die beiden konkurrierenden Interessenssphären der Weltmächte eingebunden waren,

eine deutsche Einheit war in weite Ferne gerückt [Schließlich konnte die Einheit ja

auch nur kommen, weil der Kalte Krieg durch den Zusammenbruch der Sowjetunion

beendet war.]

 

1958-61          Berlin Krise: vor dem Hintergrund des jetzt entstandenen Atom-Patts der USA

und der UdSSR entwickelte sich wieder eine Kraftprobe um Berlins Status. Am Ende

dieser Krise stand der Bau der Berliner Mauer und der Schließung der deutsch-

deutschen Grenze, um den dauernden Flüchtlingsstrom von Ost nach West zu

unterbinden.

 

Seit dieser Zeit war an eine Umkehrung der deutschen Teilung nicht mehr zu denken. Lediglich die Veränderung der Beziehungen war realistisch.

 

1970    Neue Ostpolitik der Brandt-Regierung: Verträge mit Moskau und mit Warschau

1971    Berlin Abkommen der Alliierten, um die prekäre Lage in Berlin zu klären (die Stellung Westberlins –Teil der BRD oder besonderer Teil in deutschem Gebiet, der immer noch von Alliierten gemeinsam kontrolliert wird etc.- war dabei der Hauptstreitpunkt). Die Bedeutung dieses Abkommens lag v.a. in der Absichtserklärung der vier Alliierten, dass man nicht mehr gewillt war, wegen Berlin erneut eine Auseinandersetzung zu riskieren.

1972    Grundlagenvertrag zwischen der DDR und der BRD: gegenseitige Anerkennung als

souveräne Staaten (bis dahin war dies immer ausgeschlossen gewesen. Lange Zeit galt

zum Beispiel in der BRD die Hallstein Doktrin, die besagte, dass die BRD keine

Beziehungen auf Staatsebene eingehen würde mit Staaten, die die DDR als Staat

anerkannten).

 

1973    Beide deutschen Staaten werden Mitglieder in der UNO

 

1971-75          Konferenz von Helsinki: gesamte NATO, Warschauer Pakt und neutrale europäische Staaten versuchten eine Art europäischer Friedensregelung zu schaffen. Alle 35 Staaten erkannten sich gegenseitig als gleichberechtigte, souveräne Staaten und garantierten die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Unterzeichnerstaaten.

 

Der Lauf der Geschichte strafte letztlich all diejenigen Lügen, die behauptet hatten, dass die deutsche Teilung ewig dauern würde. Nachträglich lässt sich also sagen, dass Adenauer mit seiner Einschätzung recht gehabt hatte, dass die Westorientierung der BRD vor der Wiedervereinigung kommen sollte.

Egal, wie man nun über 15 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer über die Wiedervereinigung und ihre Folgen denkt: es bleibt wohl festzustellen, dass die deutsche Einheit zustande kommen konnte, hatte bis kurz vorher niemand für möglich gehalten. Letztlich sah man hier ein Beispiel dafür, was es bedeutet, eine einmalige „historische Gelegenheit“ zu nützen.

 

 

 



[1] Tatsächlich ist die SPD erst seit 1914 wirklich politisch beteiligt. Allerdings mehren sich die Kritiker an der Kriegsbegeisterung à mit ein Grund, warum sich 1917 der linke Flügel der SPD als U(nabhängige)SPD abspaltet.

[2] Ludendorff bezeichnet den 8.08.1918 als den „schwarzen Tag des deutschen Heeres“.

[3] Die SPD Forderungen nach der Möglichkeit des Parlamentes, auch den Reichskanzler und dessen Minister abwählen zu können (à Misstrauensvotum) und der Abschaffung des undemokratischen preußischen Wahlrechts, wurden erfüllt.

[4] Statt der Militärvertreter musste eine politische Delegation unter dem Zentrumsabgeordneten Erzberger die militärischen Waffenstillstandsvereinbarungen unterzeichnen.

[5] Der Legende nach habe das deutsche Heer nur verloren, weil in der Heimatfront Verräter das Sagen hatten à diese Anschuldigung erwies sich als große Hypothek bei der Akzeptanz der neuen demokratischen Regierung.

[6] Bereits damals war das Ruhrgebiet eines der bedeutendsten Industriegebiete Deutschlands, also eine empfindliche Schwächung der deutschen Wirtschaft.

1