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Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der GA 12 Ge GK 2004/05

 

Welche Beschlüsse fassten die Alliierten zum Umgang mit dem besiegten Deutschland?

DEMOKRATISIERUNG:         Auf lange Sicht soll sich Deutschland selbst verwalten und zwar in einem demokratischen System (s.u.. Inhärente Probleme)

DEMILITARISIERUNG:        Alle militärischen Einrichtungen und Verbände sollen aufgelöst werden; v.a. darf Deutschland keine eigene Armee mehr haben (doch bereits 1955 Neugründung der Bundeswehr)

DENAZIFIZIERUNG:             Verfolgung und Verurteilung von Kriegsverbrechern (z.B. Nürnberger Prozesse), aber auch Versuch, die NS-Vergangenheit jedes Deutschen herauszufinden und ggf. zu bestrafen (s.u. Inhärente Probleme)

DEZENTRALISIERUNG:        Zerschlagung alter Monopolfirmen und Kartelle; die wirtschaftliche Einheit und Gleichbehandlung der 4 Zonen soll aber gewährleistet sein (vgl. dazu aber die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung und alliierten Entscheidungen!!)

DEMONTAGE:                        V.a. der Rüstungsindustrie, aber auch zu Reparationszwecken (im besondern Maß in der SBZ durchgeführt)

Teile der deutschen Gebiete (jenseits der Oder-Neiße Linie) werden Polen zugesprochen, auch wenn die westlichen Alliierten dieser sowjetischen Maßnahme eigentlich nicht zustimmten (im Abkommen ist daher lediglich von vorläufiger Regelung die Rede)

Königsberg und Teile von Ostpreußen fallen an die UDSSR

 


Inhärente Probleme:

Allgemeines:

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei nicht um einen rechtlich bindenden Vertrag, sondern um ein Übereinkommen der unterzeichnenden Staaten. Dieser Unterschied hat für die zukünftige Entwicklung des Kalten Krieges eine entscheidende Bedeutung, da man zwar das abweichende Verhalten kritisieren kann, nicht aber rechtlich dagegen vorgehen konnte (beide Seiten Ost und West werfen sich in der Zukunft jeweils den Bruch der im Potsdamer Abkommen niedergeschriebenen Absichten vor).

Präsident Truman war erst seit kurzem im Amt, noch nicht sonderlich erfahren auf der internationalen Politikbühne. Premierminister Winston Churchill wurde während der Konferenz abgewählt und durch Attlee ersetzt (auch der britische Außenminister wurde ausgewechselt). D.h. eigentlich war Stalin in der günstigsten Verhandlungsposition.

Die Alliierten können sich nicht wirklich einigen, in welchen Grenzen Deutschland bestehen bleiben soll (Stichwort Ostgrenze). Formal soll eine endgültige Regelung in einem zukünftigen Friedensvertrag erfolgen. Zum einen hat v.a. die UdSSR bis dahin aber Fakten und schwer veränderbare Tatsachen geschaffen; zum anderen kommt dieser Friedensvertrag  nie zustande.

 

Zu den 5 Hauptzielen:

Der Demokratiebegriff:   

Zwar verständigte man sich auf die Demokratisierung Deutschlands, die UdSSR verstand darunter aber etwas ganz Anderes als die westlichen Alliierten.

 

Gemeinsame Verwaltung Deutschlands:

Zwar verständigte man sich darauf, alle Ganz-Deutschland betreffenden Fragen zusammen im Alliierten Kontrollrat zu entscheiden. Allerdings behielten die einzelnen Alliierten in ihren eigenen Besatzungszonen (BZ) die Entscheidungsgewalt. Dadurch waren unterschiedliche Entwicklungen bereits vorgezeichnet, weil z.B. die UdSSR und Frankreich andere Forderungen durchsetzen wollten als die USA.

 

Flüchtlingsproblem:

Bei den Verhandlungen bleiben die Einzelschicksale der Vertriebenen unbeachtet, dadurch verstärkt sich das Leid der deutschen Bevölkerung noch zusätzlich. Außerdem schafft die UdSSR in ihrem Interessensgebiet (u.a. auch Polen, Tschechoslowakei) bereits Tatsachen durch die "wilden Vertreibungen" der dort ansässigen dt. Bevölkerung. Die westlichen Alliierten akzeptieren dieses Vorgehen schließlich.

 

Entnazifizierung:

Im Potsdamer Abkommen ist davon die Rede, dass die Deutschen sich auf lange Sicht gesehen wieder selbst verwalten sollen. Wer soll diese Regierung und Verwaltung stellen, wenn alle Altnazis aus solchen Ämtern entfernt werden sollen? In der Realität bleibt die Entnazifizierung weit hinter den theoretischen Ansprüchen zurück (v.a. in den westlichen BZ). Außerdem kann man zwar nach NSDAP-Parteibüchern kontrollieren und in Dokumenten nach der Beteiligung und Schuld einzelner Personen fahnden, ob aber die Entnazifizierung auch die inneren Überzeugungen der Deutschen erreichen konnte, war ungewiss.

 

Reparationsforderungen und Demontage:

Wäre diese Entwicklung konsequent durchgesetzt worden, hätte dies den Rückschritt Deutschlands zum Agrarstaat bedeutet (vgl. Morgenthauplan). Anders gesagt: wenn zeitgleich Zahlungen/Leistungen gefordert werden UND die dafür notwendigen Industrieanlagen demontiert werden, wie sollen dann die Reparationsforderungen erfüllt werden?! Letztlich erkennen die westlichen Alliierten, dass ein deutscher Subventionsstaat auf Dauer unrentabel und aus eigenen Sicherheitsinteressen unerwünscht war (vgl. Marshallplan). AM RANDE BEMERKT: eine Rückversetzung in einen vor-industriellen Zustand wäre für das Exportland Deutschland höchstwahrscheinlich das wirtschaftliche Ende gewesen; das "Wirtschaftswunder" der 50er wäre unmöglich gewesen

 

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