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Das Mittelalter

 

Hier nun ausgewählte Quellen und Ergebnisse zu den Themen Stadt, Gesellschaft, Islam und Christentum und Jenseitsvorstellung im MA. But don't forget:

=) Under Constant Construction!!!! =)

 

1. Annales Regni Francorum

2. Die mittelalterliche Gesellschaftsordnung

3. Dantes Göttliche Komödie

4. Ergebnissammlung zu Zweischwerterlehre

5. Stellung der Juden im MA

6. Einfluss des Islam und der Antike im MA

7.Die Stadt im MA - Vergleich christliche-islamische Stadt

 

Nummer 1:    Annales Regni Francorum    Herrschaftslegitimation Pippins (750)

 

1. Aufgabe: Schildere die Problematik, die hier angesprochen wird

à  Problematik, dass der eigentliche Würdenträger (König; Merowinger) nicht im Besitz der Macht waren. Verwaltung und Ausübung der Regierung lag in Händen der Beamten (à Hausmeier; Karolinger)

à  darf die Zentralgewalt schwächer sein als seine Organe?? Ist diese Schwäche ein haltbarer Zustand??

Lösung des Problems: Anfrage beim Papst, ob es nicht besser sei, dem sowieso Mächtigeren auch die Königswürde zu zusprechen. De facto also ein Umsturz mit Segnung der Kirche

à  Rechtfertigung: Aufgrund der ohnehin bestehenden Machtverhältnisse erfolgt nun eine rechtliche Absicherung des Status Quo: Karolinger kommen an die Macht à diese pragmatische Lösung aber nicht geeignet als dauerhafte Sicherung der Königsmacht

Welche weiteren Legitimationsversuche gibt es?

Vgl. dazu Quellenblatt !!

  • Kirchliche Segnung
  • Gottes Auserwählter Vertreter/ Verteidiger des Glaubens
  • Machtbesitz (finanziell, militärisch, Landbesitz)
  • Wahl
  • Tradition (Abstammung von „Uradel"; Römisches Reich Bezug)

Im MA entwickelt sich v.a. die Religion als bestimmendes Kriterium der Machterhaltung der weltlichen Zentralgewalt.

à  weitere Problematik: Wie kann das Miteinander von Kirche und Staat funktionieren??

Vergleiche Zweischwerterlehre


 

Nummer 2:    Gesellschafts- und Herrschaftsordnungen im Mittelalter

Die Menschen des MA (Muslime und Christen gleichermaßen) lebten in einer religiös geprägten Welt. Das betraf in besonderem Maße die gottgegebenen Herrschafts- und Gesellschaftsordnungen. Die moderne Vorstellung einer „weltlichen" Herrschaft war beiden Kulturkreisen fremd. In Europa und in der islamischen Welt bildeten sich Grundmuster heraus, die bis weit in die Neuzeit wirksam waren.

Die Ständegesellschaft

Klerus, Adel und Bauernschaft: diese „Stände" umfassten die meisten Menschen der mittelalterlichen Gesellschaft. Bürger der Städte wurden dabei erst allmählich in den dritten Stand integriert, Berufe wie Henker, Abdecker, Latrinenräumer, Tagelöhner und das fahrende Volk wurden in diese Stände nie integriert und blieben Außenseiter. Eine weitere Randgruppe bildeten die Juden, die in abgesonderten Wohnvierteln leben mussten.

Hoher und niederer Klerus – 1.Stand

Sozial sehr differenziert (vom armen Dorfgeistlichen bis hin zum reichen Bischof,d er als Reichsfürst auftrat). In der Regel fielen die begehrten kirchlichen Ämter den adligen Söhnen, die von der Erbfolge ausgeschlossen waren (à Primogenitur), zu; so stellte der Hochadel v.a. die Bischöfe. Ähnliche Strukturen galten auch für Klöster: z.B. übte der Abt eine monarchische Stellung aus.

Die Gesellschaft war insgesamt durch große soziale Unterschiede und die wirtschaftliche und politische Macht einer adligen Oberschicht geprägt, die auf ausgedehnter Grundherrschaft und Gefolgschaften beruhte. Das Verhältnis unter den Adligen und das zwischen Adel und König war durch das Lehnswesen bestimmt.

Junge Adlige, die als zweitgeborene von der Erbschaft ausgeschlossen waren, begaben sich freiwillig in die Gefolgschaft eines Adligen, für den sie dann gegen wirtschaftliche Sicherheit ihr Leben im Krieg riskierten. Dieses durch den persönlichen Eid geprägte Treueverhältnis des germanischen Gefolgschaftswesens wurde seit dem Karl dem Großen auf das Verhältnis von König und Adel übertragen. Aufgrund seines Eigenbesitzes (Allod) war dieser Adel wirtschaftlich und militärisch selbstständig und konnte zum Rivalen des Königs werden. Karl band daher den hohen Adel durch eine Treueverpflichtung an sich und wertete ihn durch den Dienst für den König sozial auf: Im Frieden verlangte er von ihm Rat, im Kriegsfall Hilfe. Gleichzeitig nahm er den einzelnen Adligen aber in Vassalität, eine auf die Person bezogene Abhängigkeit. Hinzu kam als ein „dingliches" Element die „Leihe" (beneficium), in der Regel Land, aber auch ein bestimmtes Amt oder Rechte, die der adlige Herr vom König erhielt. Adlige, die Lehen vom König erhielten, nennt man Kronvasallen. Sie durften aus ihrem Eigengut Lehen an Untervasallen vergeben. Aus ihnen entwickelte sich ein niederer Schwertadel, aus dessen Reihen die Kronvasallen Truppenkontingente bildeten, mit dem sie dem König Heeresfolge leisten konnten. Frauen konnten keine Lehensträger sein.

Das Lehen war in einer persönlichen, beiderseitigen Treuebeziehung begründet. Bei Treuebruch konnte es in einem Gerichtsverfahren eingezogen werden. Starb der Lehensmann (Mannfall) oder der König (Herrenfall), wurde das Lehen eingezogen und neu vergeben. Jedoch versuchte der Adel die Erblichkeit der Lehen durchzusetzen. Dies führte zu einer Schwächung der Königsmacht. Konfliktträchtig waren auch die komplizierten Lehensverhältnisse. Häufig hatten selbst Kronvasallen mehrere Herren und nutzten so die materiellen Vorteile des Lehens. Im Konflikt zwischen ihren Herren blieben sie dann neutral und erfüllten ihren Treueid nicht. Das Lehenswesen war entscheidend für die adlige Lebensform und die Entwicklung einer höfischen Kultur, in der das Rittertum hohes gesellschaftliches Ansehen besaß.

 

Herrschaftslegitimation

Beeinflusst von germanischen und christlichen Traditionen:

Eine Versammlung der Freien wählte ihre Herzöge bzw. König; meist gehörten die Gewählten aber einer Sippe an, da man bei ihnen das „Königsheil" vermutete; aufgrund dieses „Heils" erwartete man vom König Erfolg im Krieg und reiche Ernten im Frieden; im deutschen Reich hielt sich dann auch die Tradition des Erbwahlkönigtums: die (Kur)Fürsten des Reiches wählten den König, meist den erbberechtigten Sohn

Legitimation der königlichen Herrschaft durch die Salbung von einem Bischof à alttestamentarisches Vorbildà Sinnbild der Übertragung göttlicher Kraft für eine glückvolle Regierung; die Krönung wurde als ein Sakrament verstanden

Die Macht des mittelalterlichen Königs gegenüber dem Adel war begrenzt. Der König gab immer mehr von seinen Rechten (Regalien, z.B. Münzrecht) an den Hochadel ab. Außerdem wurden die von ihm vergebenen Lehen häufig erblich, was auf Dauer die Entstehung vieler fürstlicher Territorialstaaten innerhalb eines Reichsgebietes begünstigte. Die reale Macht eines deutschen Königs hing von seinem Hausgut (Familienbesitz, Hausmacht) und vom Umfang der Reichsgüter (Pfalzen, Domänen) ab. Das mittelalterliche „Reisekönigtum" sollte diese Macht sichern, indem der König stets durch sein Reich zog. Dieses Reisen von Pfalz zu Pfalz diente nicht nur der Herrschaftssicherung, sondern der ständige Ortswechsel war schon aus Gründen der Verköstigung für den Hof notwendig.


Nummer 3:

 Die Göttliche Komödie (Dante)
 Hölle - Gesang 28
 nach Hermann Gmelin
  
Wer könnte, selbst mit ungereimten Worten,
jemals erschöpfen all das Blut, die Wunden,
Die ich dort sah, auch wenn er oft erzählte? [...]
Und wer zerrissen zeigte seine Glieder
Und wer verstümmelt, wäre gar nichts gegen
Die Art der Leute in dem neunten Graben.
Ein Faß, das Spund und Dauben hat verloren,
ist nicht so aufgerissen wie dort einer,
Der war zerschlitzt vom Kinn bis an die Lenden.
Zwischen den Beinen hing das Eingeweide,
Das Herz lag offen, nebst dem traurigen Sacke,
Der das, was man verzehrt, in Kot verwandelt. 027
Indes ich ihn genau betrachten wollte,
Sah er mich an und riß mit beiden Händen
Die Brust sich auf: »Sieh, wie ich mich zerreiße!
Schau her, wie Mahomet verstümmelt wurde!
Vor mir siehst du in Klagen Ali schreiten,
Das Haupt vom Kinn bis an den Schopf gespalten.
Und alle andern, die dir hier begegnen,
Die waren Stifter von Gezänk und Zwietracht
Im Leben darum sind sie so zerspalten. 036
Ein Teufel ist dort hinten, der uns alle
So grausam schlägt, indem er mit dem Schwerte
Aufs neue jeden dergestalt verwundet,
Wenn wir die Schmerzensstraße rings gegangen;
Denn unsre Wunden haben sich geschlossen,
Bevor wir jeweils zu ihm wiederkehren.
Doch wer bist du, der von dem Felsen herschaut,
Vielleicht die Strafe noch hinauszuschieben,
Die dir für deine Schuld zuteil geworden?« 045
»Der Tod traf ihn noch nicht, und keine Sünde«,
Sprach da mein Meister, »führt ihn zu den Qualen;
Nur um ihm die Erfahrung zu gewähren,
Muß ich, der ich gestorben bin, hier unten
Von Kreis zu Kreis ihn durch die Hölle führen,
Und das ist wahr, so wahr ich zu dir spreche. «
Als sie dies hörten, haben mehr als hundert
Im Graben halt gemacht, mich zu betrachten,
Verwundert, ihrer Qualen ganz vergessen. 054
»Der du wohl bald zurückkehrst zu der Sonne,
Nun sag auch Fra Dolcin, er soll mit Speise,
Will er nicht alsbald mir nach unten folgen,
Sich wohl versorgen, daß das Schneegestöber
Die Novaresen nicht zum Siege führe,
Denn anders können sie ihn kaum bezwingen.«
Indem er seinen Fuß erhob zum Aufbruch,
Hat Mahomet mir diesen Spruch verkündet,
Dann setzte er ihn nieder, um zu gehen. 063
Ein andrer, dem die Gurgel aufgerissen
Und dem die Nase bis zur Wurzel fehlte
Und dem nur noch ein einziges Ohr geblieben,
Stand da, indem er voll Verwundrung schaute,
Den andern gleich; er öffnete als erster
Die Kehle, die von außen ganz verblutet,
Und sprach: »O du, den keine Schuld verurteilt
Und den ich in Italien einst gesehen,
Wenn allzu große Ähnlichkeit nicht trüget, 072
Erinnre dich an Pier da Medicina,
Wenn du je wiederkehrst zur schönen Ebne,
Die von Vercelli bis zum Meer sich breitet,
Und sag den beiden besten Herrn in Fano,
Dem Herrn Guido und auch Herrn Angiolello,
Daß, wenn wir hier die Zukunft richtig sehen,
Sie einst aus ihrem Schiff geworfen werden
Und in Cattolica ertrinken müssen
Durch eines schändlichen Tyrannen Tücke. 081
Es hat von Cyperns Insel bis Mallorca
Neptunus nie gesehn ein solch Verbrechen,
Nicht von Piraten, nicht von Argo's Männern;
Denn der Verräter mit dem einen Auge,
Der jene Stadt beherrscht, die mein Gefährte
Am liebsten nie gesehen haben möchte,
Wird sie zu sich zur Unterredung bitten
Und so behandeln, daß um gute Winde
Sie am Focara nicht zu beten brauchen.« 090
Und ich zu ihm. »Erkläre nun und sage,
Wenn du begehrst, daß ich dort von dir künde,
Wer jener ist, dem solcher Anblick bitter.«
Da legte er die Hände an den Kiefer,
Den Mund zu öffnen einem der Gefährten,
Und schrie: »Der ist es, und er kann nicht sprechen.
In der Verbannung hat er die Bedenken
Bei Cäsar unterdrückt, indem er sagte,
Daß dem Gerüsteten das Zögern schade.« 099
Wie ist mir Curio da verstört erschienen
Mit abgeschnittner Zunge in dem Schlunde,
Der einst mit seinem Wort so kühn gewesen.
Und einer, dem die beiden Hände fehlten,
Erhob die Stümpfe in die finstern Lüfte,
So daß das Blut ihm das Gesicht beschmutzte,
Und schrie. »Gedenke auch des armen Mosca,
Der einst gesagt hat: >Siegen wird, wer handelt<,
Zum großen Unheil des Toskanervolkes.« 108
Und ich ergänzt: »Und deines Hauses Ende.«
Worauf er, Schmerz um Schmerzen in sich häufend,
Weglief wie einer außer sich vor Trauer.
Doch ich blieb dort und blickte auf die Scharen
Und schaute Dinge, die ich scheuen würde,
So ohne weiteren Beweis zu schildern,
Wenn mich nicht mein Gewissen drin bestärkte,
Ein gut Geleite, das den Menschen sichert
Und ihn mit dem Gefühl der Reinheit wappnet. 117
Ich sah gewiß und glaub es noch zu sehen,
Dort einen Körper ohne Kopf einhergehn,
So wie die andern in der traurigen Herde.
Er trug das abgeschlagne Haupt am Schopfe
In seiner Hand, wie die Laterne hängend,
Das sah uns an mit einem Rufe: »Weh mir!«
Er war sich selber seine eigne Leuchte,
Sie waren zwei in einem, einer zweie;
Wie's möglich, weiß nur der, der es befohlen. 126
Als er genau am Fuß der Brücke ankam,
Hob er den Arm empor mit seinem Kopfe,
Um seine Worte nah an uns zu richten.
Die waren: »Hier siehst du die schwere Strafe,
Der atmend kam, die Toten zu besuchen,
Sieh, ob es eine gibt, die dieser gleiche.
Und damit du auch von mir künden mögest,
Vernimm, ich bin Bertram von Born und habe
Dem jungen König schlechten Rat gegeben. 135
Ich schuf die Feindschaft zwischen Sohn und Vater;
Achitophel hat Absalom nicht ärger
Dereinstens gegen David aufgestachelt.
Weil ich so nah verwandte Menschen trennte,
Muß ich mein Hirn nun abgetrennt auch tragen
Von seinem Ursprung, der in diesem Rumpfe.
Also vollzieht an mir sich die Vergeltung.«

Nummer 4:            

Ergebnissammlung Zweischwerterlehre

Das Verhältnis Kaiser – Papst

 

Auffassung Karl d. Gr. (796)

·        „Glaubens- und Liebesbündnis“

·        Schutz der Kirche nach außen,

Festigung der kath. Kirche im Innern

·        Papst soll Gottes Hilfe für den Kaiser erbeten

à  Kaiser und Papst gleichwertig, gegenseitige Unterstützung

 

Auffassung Papst Innozenz III. (1198)

·        Großes Amt: über Seelen herrschen (à Papst)

·        Kleines Amt: über Körper herrschen (à Kaiser)

·        Papst verleiht dem Kaiser dessen Gewalt und Würde

·        Gottgewollte Aufteilung

à  Papst ist höhergestellt, Kaiser von ihm abhängig

Grundproblem: Beide sind aufeinander angewiesen (militärischer Schutz für die Kirche; göttlicher Beistand für die weltlichen Herrscher), aber das Miteinander gestaltet sich wegen Kompetenzfragen/ -überschneidungen (z.B. Verteilung geistlicher Ämter durch weltliche Fürsten; Mitsprache/ -bestimmung in Reichsangelegenheiten durch Bischöfe) teils sehr konfliktreich

 

 

 

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