Katzen in der Literatur - Gedichte

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                                            Gedichte 3                                            

Hund und Katze (von Wilhelm Busch)

Ich habe was getan...

Die polyglotte Katze (von Heinz Erhardt)

Von Katzen (von Theodor Storm)

Die Katze (von Heinz Erhardt)

Schöpfungsgeschichte (von Svende Meridian)

Des Pfarrers Katze

Hund und Katze
Wilhelm Busch

Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu,
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld, da geht es bumm!
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurzentschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit,
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.

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Ich habe was getan...
Autor unbekannt

Ich sah die Tiere in ihren
Zwingern und Käfigen
im Tierheim.

Den Abfall
der menschlichen Gesellschaft.

Ich sah in ihren Augen Liebe und
Hoffnung, Furcht und
Verzweiflung, Traurigkeit und
Betrug.

Und ich war böse.

"Gott", sagte ich, "das ist schrecklich!
Warum tust Du nicht was?"

Gott schwieg einen Augenblick
und erwiderte dann leise:
"ich habe was getan,
ich habe Dich erschaffen."

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Die polyglotte Katze
Heinz Erhardt

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt: "Da wart nicht lange ich,
die Maus, die fange ich!"

Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"
Da plötzlich hört sie - statt"miau"-
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "Die arme Katze,
der Hund, der hatse!

Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"
Doch leider - nun, man ahnt`s bereits-
war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft!---

Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man 'ne fremde Sprach kann...!"

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Von Katzen
Theodor Storm

Vergangnen Maitag brachte meine Katze
Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzen Schwänzchen.
Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!

Die Köchin aber, Köchinnen sind grausam,
Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche -
Die wollte von den sechsen fünf ertränken,
Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen
Ermorden wollte dies verruchte Weib.


Ich half ihr heim! - Der Himmel segne
Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,
Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;
Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah,
Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster
Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.

Ich aber, wie ich sie so wachsen sahe,
ich preis mich selbst und meine Menschlichkeit.

Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
Und Maitag ist's! - Wie soll ich es beschreiben,
Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!

Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!

Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen,
In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
Die Alte gar - nein, es ist unaussprechlich,
Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette!

Und jede, von den sieben Katzen
Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß; mit schwarzem Schwänzchen!

Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers;
Ersäufen will sie alle neunundvierzig!

Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon -
O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren!

Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen!

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Die Katze
Heinz Erhardt

Die Katze hat ein gelbes Fell
und sitzt auf meinem Schoße.
Sie mag gern Fisch und eventuell
auch Schmorbraten mit Soße.

Auch fängt sie Mäuse dann und wann
und ab und zu - was seh ich! -
mal einen Vogel, doch nur dann,
wenn er des Flugs nicht fähig.

Oft bleibt sie meiner Kate fern;
dann weilt sie gegenüber.
Sie hat zwar meine Kate gern -
doch ist ihr'n Kater lieber.

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Schöpfungsgeschichte
Svende Meridian

Am Anfang
schuf Gott Himmel und Erde,
und die Erde war wüst und leer.
Am fünften Tage
schuf Gott die Fische und die Vögel
und am sechsten Tag
alles übrige Getier.
Ganz zum Schluß
schuf er zwei Sorten Menschen:
den Katzenliebhaber
und den Hundefreund.

Seit diesem unglückseligen Tag
ist nie wieder Friede auf Erden gewesen.

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Des Pfarrers Katze
Autor unbekannt

Der Pfarrer hielt die schönste Predigt-
und dennoch schliefen manche ein...
Da kam auf einmal durch den Gang
des Pfarrers Katz zur Kirch' hinein.

Sie ging ganz leise durch die Kirch'
und vorne setzte sie sich hin;
sie schaut empor zu ihrem Pfarrer,
und aufmerksam hört sie auf ihn.

Da blicken alle nach der Katze
die letzten Schläfer weckte man -
damit sie sahen, wie die Katze
zu ihrem Pfarrer schaut hinan.

Ihr wundert euch, sagt jetzt der Pfarrer,
daß meine Katze kommt hierher
und daß sie aufmerkt auf die Predigt,
das wundert euch vielleicht noch mehr.

Sie kam hierher, ich will's euch sagen,
und setzt sich hier auf ihren Platz,
weil sie gehört hat, daß der Pfarrer
die Predigt heut hält für die Katz'!!

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