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Hyposensibilisierung, Immuntherapie, Allergieimpfung

Bereits jahrzehntelang bewährt sich die Immuntherapie (Hyposensibilisierung) als praktisch einzige "ursächliche" Behandlung von Pollenallergie. Gerade bei der Pollenallergie werden sehr gute Resultate erzielt. Etwa 90% der Behandlungen ergeben weitgehende oder völlige Beschwerdefreiheit. In seltenen Fällen kann nach Jahren die Allergie neuerlich wiederkehren, dann hilft meist eine einjährige neuerliche Kur, um sie wieder zum Verschwinden zu bringen. Der Mechanismus ist bis heute nicht zur Gänze geklärt. Er beruht auf dem Prinzip, das Immunsystem unentwegt mit den auslösenden Allergenen zu konfrontieren und so die überschießende Immunantwort im Sinne einer langsamen Gewöhnung an die Anwesenheit dieser Stoffe allmählich zu verringern. Im Laufe der Zeit lernt das Immunsystem, daß es sich doch gar nicht lohnt, wegen an sich harmloser Sachen so aufgeregt zu sein. Die Reizschwelle wird angehoben. Der Patient toleriert die Mengen an Allergen, die normalerweise in der Luft während der Saison auftreten, ohne eine verstärkte Reaktion zu erleiden.

Eine Gewöhnung braucht Zeit. Etwa drei Jahre sind notwendig, um den optimalen Schutz zu erlangen. Um die Allergie-Impfung so sicher als möglich zu machen und das Auftreten von Nebenwirkungen zu verhindern, wird diese Therapie mit kleinsten Mengen an Allergen begonnen und langsam, Woche für Woche die Dosis gesteigert. Damit kann das Immunsystem an jene Dosis herangeführt werden, die therapeutisch wirksam, aber gerade noch so gering ist, daß es zu keinen allergischen Symptomen kommt. Das dauert etwa sieben bis maximal sechzehn Wochen. Danach wird die Behandlung mit der wirksamen Dosis monatlich (in manchen Fällen vierzehntäglich) wiederholt. Während der entsprechenden Pollensaison wird die Dosis je nach Bedarf reduziert um die Gesamtbelastung des Organismus mit Allergenen möglichst niedrig zu halten. An jenen Tagen, an denen geimpft wird, sollte nach Möglichkeit körperliche Anstrengung sowie der Konsum von Alkolhol vermieden werden.

Natürlich sollte die Immuntherapie durch antiallergische Medikamente (z.B. Loratyn*) und persönliche Maßnahmen wie Vermeidung oder Minimierung des Allergenkontaktes unterstützt werden, da sie nicht von Anfang an die volle Wirkung haben kann.

Im Laufe der Jahre wurden klarerweise auch die Therapielösungen verbessert. Hatte man früher einfach wässrige Lösungen von Pollenextrakten zur Verfügung, so kann die Industrie heute hochgereinigte, (= purifizierte) und standardisierte Präparate in Form von Depotpräparaten anbieten. Damit ist sichergestellt, daß der Patient mit jedem Folgepräparat exakt die gleiche Zusammenstellung der allergenen Inhaltsstoffe erhält, die nicht mehr von den Schwankungen in der Zusammensetzung der verschiedenen Pollenernten in unterschiedlichen Jahren abhängig ist. Darüberhinaus sind diese Präparate viel sicherer geworden, weil sie eben keine wässrigen Lösungen mehr sind, die ganz plötzlich und zur Gänze dem Körper verfügbar sind, sondern erst Schritt für Schritt im Verlauf von Tagen die Allergene freigeben. Auch die Herstellung von reinen Allergenen durch Mikroorganismen ist bereits gelungen und wird in den nächsten Jahren das Therapiespektrum berreichern.

Das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen ist heute gering. Sie beschränken sich großteils auf eventuelle lokale Reaktionen wie Schwellungen oder Rötungen an der Impfstelle. Selten treten bleibende kleine Knötchen auf, die störend sein können. Dennoch ist im schlimmsten Fall ein allergischer Schock oder ein Schockfragment nicht völlig auszuschließen. Das kann bei unsachgemäßer Behandlung vorkommen, wenn beispielsweise die Dosis viel zu hoch angesetzt wurde, oder in ein Blutgefäß injiziert wurde. Deshalb muß der Patient nach jeder Injektion eine halbe Stunde unter Beobachtung abwarten. Unerwünschte Reaktionen treten innerhalb dieser Zeit auf. Der Arzt kann (und muß) sofort Maßnahmen ergreifen, um die drohende Gefahr abzuwenden. Ohne ärztliche Hilfe kann so ein Zwischenfall fatal enden.

Wenn die Behandlung verantwortungsvoll durchgeführt wird, (am besten von einem Allergie- Spezialisten), ist das Risiko eines unerwünschten Zwischenfalls praktisch gleich null.

In letzter Zeit wurden weitere Formen entwickelt, um diese "Impfungen" zu verabreichen. So gibt es eine Impfung in Tropfenform (eher für Kinder und Menschen mit Angst vor Spritzen), die sogenannte "sublinguale" Verabreichung, bei welcher die Allergenlösung einige Minuten unter der Zunge belassen wird, oder auch Impfungen in Form von Nasensprays. Meist zeigen sie wie die klassische Impfmethode gute Resultate, doch muß die Anwendung öfter erfolgen als die "normale" Impfung (3 mal wöchentlich). Die Dauer der Behandlung ist gleich wie bei der klassischen Impfung, also etwa drei Jahre.

Selten werden Kinder unter fünf Jahren mit Immuntherapie behandelt.

Weitere Information unter: http://www.alk-abello.at


*) Über Wirkung und mögliche unerwünschte Nebenwirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
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