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    Wichtige Persönlichkeiten

                                                     

           

Natürlich werden hier nur einige, die ich für erwähnenswert gehaltene, Persönlichkeiten vermerkt. Habe ich jemand wichtigen vergessen? Dann mailt mir doch bitte unter   Forum                                                                 

         A   B   C   D   E   F   G     I   J   K   L     N   O     Q   R     T   U   V   W   X   Y   Z                                                                       

Alexander der Große

König von Makedonien

*  356 v. Chr. in Pella

+ 10.06. 323 v. Chr. in Babylon

Nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters Philipp II. von Makedonien kam Alexander  336 v. Chr. 20- jährig an die Macht. In nur 13 Jahren, bis zu seinem plötzlichen Tod, schuf er ein neues Weltreich. Als Schüler von Aristoteles war er mit der griechischen Bildung vertraut. A. sicherte als Feldherr des Korinthischen Bundes die Nordgrenze seines Landes durch einen Feldzug gegen die Thraker und Illyrer.  335 schlug er eine Revolte Griechenlands durch die Zerstörung Thebens nieder.  334 begann er den Kampf gegen die Perser, zog mit 42.000 Mann nach Asien, eroberte Kleinasien und besiegte  333 bei Issos den  persischen König Darius III. Nach der Unterwerfung Syriens und Palästinas wurde Alexander in Ägypten als Befreier von der 200- jährigen Perserherrschaft begrüßt. Er gründete Alexandria, zog  331 zum Tigris und besiegte die Perser unter Darius III. entgültig. Nach Eroberung von Babylon nannte er sich "König von Asien". Er versuchte seinen Bestand zu sichern, vor allem durch die Verschmelzung der Völker und Kulturen. Er selbst heiratete Roxane, eine baktrische Fürstentochter und später nochmals zwei achämenidische Prinzessinnen. Seine Versuche persische Sitten zu übernehmen führten bei Makedonen zu Hass und Verschwörung, die er blutig unterdrückte.  327 - 325  zog er nach Nordwestindien, besiegte König Poros, wurde jedoch durch seine meuternden Truppen zur Umkehr gezwungen. Bevor Alexander eine politsiche Einheit zwischen Makedonien, Griechenland und Vorderasien erreichen konnte, starb er  323  an der Malaria. Er führte durch die Erschließung des Orients für die griech. Kultur ein neues Zeitalter (Hellenismus) herauf.

Antonius, Marcus:    (auch Mark Anton)

röm. Feldherr und Staatsmann

*  um 82 v. Chr.

+  1.8. 30  in Alexandria

Antonius Aufstieg als erfolgreicher Reiterführer hatte in Syrien und Gallien begonnen. Er war  54 v. Chr. Legat unter Caesar, ab 49  Volkstribun, 44 zusammen mit Caesar Konsul. Nach dessen Ermordung verdammte er in seiner Leichenrede öffentlich die Mörder. 43 unterlag er im Kampf um die Macht den Senatstruppen unter Oktavian (dem späteren Kaiser Augustus) bei Mutina. Noch im gleichen Jahr söhnte er sich mit Oktavian aus und bildete mit ihm das zweite Triumvirat.  42 siegte Antonius gemeinsam mit Oktavian über die Caesarmörder Brutus und Cassius bei Philippi, und traf  41 erstmals die ägyptische Vasallenkönigin Kleopatra. Vor allem die Übertragung ganzer römischer Provinzen an die Söhne Kleopatras, die er  37 geehelicht hatte, führte zum Bruch mit Oktavian und hatte dessen Kriegserklärung an Antonius zur Folge. Antonius verlor die Seeschlacht bei Aktium (31), floh nach Alexandria, wo er sich das Leben nahm.

Aristoteles:

griech. Philosoph und Naturforscher

*  um 384 v. Chr. in Stagira, Thrakien

+  um 322 v. Chr. in Chalkis auf Euböa

Aristoteles gilt neben Sokrates und Platon als Begründer der wissenschaftlichen Philosophie sowie als größter Denker und Naturforscher des Altertums. Zwanzig Jahre lang war er Mitarbeiter in Platons Akademie in Athen. Während seines Aufenthaltes am Hof des Hermias von Atarneus in Assos (Kleinasien) heiratete er dessen Adoptivtochter Pythia.  342 wurde er als Erzieher des damlas 13- jährigen Alexander des Großen an den makedonsiche Hof berufen.  335 kehrte er nach Athen zurück und gründete eine eigene Schule, den Peripatos. Nach dem Tod Alexander des Großen  323  wurde Aristoteles wegen Gottlosigkeit angeklagt und floh nach Chalkis, wo er kurz darauf starb. Zu besonderer Bedeutung kam A. in der christlichen Philosophie des Mittelalters.

Artus:

sagenhafter engl. König um 500

Artus soll im 6. Jhd. gegen die eindringenden Angeln und Sachsen gekämpft haben. Zum ersten Mal wird er in der sagengeschichtlich ergiebigen "Historia Britonum " des Nennius (9. Jhd.) erwähnt. Besonders seit der " Historia Regum Britanniae"  (1135) wird Artus Stoff  vieler höfischer Epen. Die Gestalt des Königs Artus und seiner Tafelrunde von 12 getreuen Rittern (Lancelot, Erec,...) geht vor allem auf keltische Märchen zurück.

Attila:

(auch Etzel, Atli) Hunnenkönig

*  um 410 ( ? )

+  453

Das Reich des Attilas reichte  445 vom Kaukasus bis an den Rhein. 434 hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Bleda die Macht übernommen, ließ ihn jedoch bald ermorden und war dann der Alleinherrscher der Hunnen. Beim Angriff des Weststroms verwüstete er  451  Nordgallien, erlitt im gleichen Jahr auf den Katalaunischen Feldern im heutigen Frankreich durch die Westgoten eine Niederlage.  452  zog Attila plündernd durch Italien bis nach Rom, doch Papst Leo I. konnte ihn zur Umkehr bewegen. Er starb in der Nacht seiner Vermählung mit der Burgunderin Ildiko, wahrscheinlich durch Mord..Nach Attila´s Tod löste sich das Hunnenreich vollkommen auf. Literarische Wirkung erlebte die Figur Etzels, als sie um 1200 in das Nibelungenlied einging (siehe Bericht dazu unter Nibelungensage auf dieser HP).

Augustus:  (urspr.: Gajus Octavius)

erster römischer Kaiser

*  23.9.63 v. Chr.  in Velitrae

+ 19.8.14 n. Chr.  in Nola bei Neapel

Augustus war Großneffe und Adoptivsohn Caesars und zu dessen politischem Erben bestimmt. Nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. , erhielt er das Konsulat und schloß  43  mit Marcus Antonius und Lepidus das 2. Triumvirat. Nach dem Sieg über Caesars Mörder Brutus und Cassius im Jahre  42  teilten die Triumviren das Reich unter sich auf. A. erhielt den Westen, Antonius den Osten und Lepidus Afrika. Nach dem Sieg über Antonius bei Aktium (31 v. Chr.) und nach Ausschaltung des Lepidus war A. Alleinherrscher. Die Eroberung Alexandrias (30) beendete den Bürgerkrieg. Nach seiner triumphalen Rückkehr nach Rom (29) erneuerte er Staat und Gesellschaft unter betonter, jedoch nur äußerlicher Warnung der republikanischen Tradition. Mit ihm beginnt das Prinzipat, die röm. Kaiserzeit.  27 verlieh ihm der Senat den Ehrentitel "Augustus" für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung. A. war ein Förderer der Wissenschaft und Kunst. Ein Denkmal der augusteischen Kunst ist der "Altar des Augusteischen Friedens" in Rom. Der Name Augustus (= der Erhabene) wurde später Bestandteil des offiziellen Titels röm. Kaiser.

                                                                                   

Baker, Josephine:

frz. Tänzerin und Sängerin amerik. Herkunft

*  3.6.1906  in Saint Louis (MO)

+ 12.4.1975  in Paris

Berühmt wurde J. Baker,  - nur mit einem Röckchen aus Bananen bekleidet, - als Revuetänzerin und avancierte zum Sinnbild der "wilden" 20er Jahre. Sie machte Charleston in Europa bekannte und feierte 1925 in Paris ihren größten Triumph. Die Tochter eines Spaniers und einer Schwarzen aus Saint Louis gehörte ab 1940 der Résistance an.In ihrer amerikanischen Heimat erfuhr sie alle Bitterkeiten der rassischen Diffamierung. Ab 1945 engagierte sie sich für verwaiste Kinder und baute ihr Schloß am Ufer der Dordogne zu einem Heim für elternlose Kinder aller Rassen und Nationalitäten aus, die sie später adoptierte.

Beauvoir, Simone de :

frz. Schriftstellerin

*   9.1.1908 in Paris

+  14.4.1986 in Paris

Durch die Forderung nach der uneingeschränkten Emanzipation der Frau in ihrem Roman "Das andere Geschlecht" (1951) wurde B. zu einer Identifikationsfigur der modernen Frauenbewegung. Das Werk wurde von der katholischen Kirche verboten. Die Lebensgefährtin und Schülerin von J.P. Sartre war eine Verfechterin des atheistischen Existenzialismus, der ihr gesamtes Werk durchzieht. Mit "Mandarine von Paris " (1955) schrieb sie einen Schlüsselroman über die Linksintellektuellen um Sartre. Auch dieses Buch wurde von der Kirche verboten. Einige ihrer Werke haben autobiografischen Charakter, sind Zeugnisse schonungsloser Selbstdarstellung: "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" (1960)  und  "Alles in allem" (1974).

Boethius, Anicius Manilus Severinus

weström. Staatsmann, Philosoph und Dichter

*   um 480 in Rom

+  524  in Pavia

Boethius gilt als wichtiger Vermittler des antiken Denkens an das Mittelalter (z.B. Aristoteles-Übersetzungen und -Kommentare). Er war Kanzler, Ratgeber und Philosoph am Hof Theoderichs des Großen. Später wurde B. wegen einer angeblichen Verschwörung mit Ostrom lange Zeit eingekerkert und ohne Anhörung zum Tode verurteilt. Zum Kanon der häufig kopierten Bücher im Mittelalter gehörte seine im Gefängnis entstandene Schrift "Vom Trost der Philosophie" ( 524 )

Borgia, Cesare

ital. Kardinal und Fürst

*   um 1475  in Rom

+  12.3.1507  in Viana, Spanien

Borgia war ein skrupelloser und machthungriger Renaissancefürst, der seine Ziele durch Mord und Verrat erreichte. Mit ihm als Vorbild schuf Nicolo Macchiavelli den für seine Zeit " idealen" Fürstentypus. Der Sohn von Papst Alexander VI. gehörte dem aus Spanien stammenden Adelsgeschlecht der Borgia an. B. wurde von seinem Vater 1492 ohne Priesterweihe zum Erzbischof von Valencia, 1493 zum Kardinal ernannt. 1497 legte er seine kirchlichen Ämter ab, um politsiche Macht zu erwerben. 1499 vermählte er sich mit Charlotte d´ Albret von Navarra, der Tochter Ludwigs XII. und versuchte sich ein italienisches Fürstentum zu schaffen. Nach dem Tod von Alexander VI. wurde er von Papst Julius II. 1503 zur Rückgabe der eroberten Gebiete gezwungen. Als einer der militärischen Führer des Königs von Navarra fiel Borgia in Kastilien.

Brutus, Marcus Junius

röm. Politiker

*   85 v. Chr.

+  42 v. Chr. bei Philippi, Makedonien

Brutus, das Haupt der Verschwörung gegen Caesar, war ein Anhänger der Stoiker und ein angesehener Redner und Schriftsteller. Im Bürgerkrieg kämpfte er auf der Seite des Pompejus, wurde aber von Caesar nach dessen Sieg in der Schlacht von Pharsalos  (48 v. Chr.) begnadigt und   44 v. Chr. zum Prätor von Rom ernannt. Um der außergewöhnlichen Machtbefugnisse Caesars Einheit zu gebieten, ließ sich Brutus in die Verschwörung gegen den Diktator hineinziehen und tötete Caesar ( 44 v. Chr.) gemeinsam mit Cassius Longinus und anderen Senatoren im Senat. Die Attentäter mußten Rom verlassen. Brutus ging nach Griechenland, sammelte ein Heer, wurde jedoch  42  bei Philippi von Antonius und Octavian (Augustus) besiegt.

Buddha :   (eigentl. Prinz Siddharta Gautama)

ind. Religionsstifter

*   um 560 oder 460 v. Chr. bei Lumbini

+  um 480 oder 380 v. Chr. bei Kusinara

Buddha (sanskrit. "Der Erleuchtete") ist ein durch Erkenntnis der Heilswahrheit "Erleuchteter" und insbesondere der Stifter des Buddhismus. Über sein Leben sind wenig authentische Angaben überliefert. Nach alter Legende gibt der 29- jährige das Prinzenleben auf, verläßt seine Frau und seinen Sohn, um als Asket Erlösung zu suchen. Durch Versenkung gelingt er schließlich nach 7 Jahren unter einem Feigenbaum in Buddh Gaya zur erlösenden Erleuchtung. Buddha gründet einen Mönchs- und Nonnenorden und zieht etwa 40 Jahre lang predigend durch die Provinzen Nordindiens. Kernstück des Buddhismus sind die " vier edlen Wahrheiten". Wer noch mehr über den Buddhismus erfahren möchte, kann dies gerne im Bericht "Weltreligionen" nachlesen.

                                                                            

Caesar, Gaius Julius:

röm. Staatsmann und Feldherr

*   13.7.100 v. Chr. in Rom

+   15.3.44 v. Chr. in Rom

Caesar entstammte dem altrömischen Patriziergeschlecht der Julier. Nach dem Kriegsdienst (81 - 79 ) und dem Studium Rhetorik auf Rhodos ( 76 - 73), begann seine Laufbahn als hoher Verwaltungsbeamter (Quästor) in Spanien. Caesar war Ädil (62), Pontifex  maximus (62) in Rom durch Stimmenkauf. 62 wurde er Statthalter (Prätor) von Spanien. Ende 60 bildete er das so genannte Triumvirat mit Pompejus und Marcus Licinus Crassus, 59 wurde Caesar zum Konsul gewählt und hatte damit das höchste Staatsamt, mit dem die röm. Republik alljährlich zwei Männer auszeichnete erreicht. Von 58 - 51  übte er in Gallia Cisalpina (Südfrankreich) die immer wieder verlängerte Statthalterschaft aus. 52 unterdrückte Caesar einen Aufstand von ganz Gallien unter dem Keltenfürsten Vercingetorix.  49 verlangte der Senat auf Betreiben von Pompejus von Caesar die Auflösung seines Heeres. Ferner drohte ihm bei seiner Rückkehr nach Rom eine Anklage wegen Amtsmißbrauch. Daraufhin begann er den Bürgerkrieg. Innerhalb von 2 Monaten eroberte er ganz Italien, unterwarf Spanien und Sizilien. Noch  48 besiegte er in Thessalien Pompejus, 47 setzte er in Ägypten Kleopatra als Königin ein und schlug in Kleinasien in einem Blitzsieg den aufständischen Pharnakas II. Schließlich war Caesar Alleinherrscher. Nach seiner Rückkehr nach Rom wurde er 45 auf Lebenszeit zum Diktator gewählt. Er reorganisierte den Staat und führte den Julianischen Kalender ein. Trotz der Ablehnung der Königswürde im Februar 44 führte seine uneingeschränkte Machtposition und die beginnende göttliche Verehrung zu einer Verschwörung in der Senatsopposition. Am 15.3.44 wurde Caesar während einer Senatssitzung von Brutus und Cassius ermordet.

Caligula , Kaiser:

(eigentlich: Gaius Iulius Caesar Germanicus)

röm. Kaiser

*   31.8.12       in Antium

+   24.1.41      in Rom

Der Sohn des römischen Feldherrn Germanicus  und der Agrippina d. Ä. wurde  37 vom Senat zum Nachfolger des Tiberius gewählt. Anfangs durchaus beliebt, machte sich C. bald bei Volk und Senat verhasst. Nach Krankheit verfiel er dem Caesarenwahn und  verlangte göttliche Verehrung. Wegen seiner hemmungslos ausschweifenden Lebensweise ruinierte C. die Staatsfinanzen. Nach einem erfolglosen Feldzug gegen Britannien wurde C. von der Prätorianergarde ermordet. Nachtrag: C. war einer der grausamsten Gewaltherrscher im alten Rom. Die Palastbauten des Kaisers reichten bis an den Tempel für Castor und Pollux. Wer C. besuchte, mußte durch den Tempel der Götter-Geschwister - eine Gotteslästerung.

 

Cheops:

ägypt. König

*   2615 v. Chr.

+  2550 v. Chr.

Cheops ist der Sohn des Begründers der 4. Dynastie des alten Reiches Snofrus und der Erbauer der zweitgrößten Pyramide bei Giseh (2572-53) - "Cheopspyramide". Mit diesem Grabmonument, das sich nahe seiner Heimat Memphis befand, setzte er sich ein Denkmal der Unsterblichkeit als " Gottkönig ".  Im Innerern führen mehrere Gänge zu den Grabkammern, die nach der Beisetzung des Herrschers mit reisigen Granitblöcken verschlossen wurden. Heute wird vermutet, daß zum Bau der Pyramiden nicht Tausende von Sklaven jahrelangen Frondienst leisten mußten ; wahrscheinlicher ist eine genaue Arbeitsbeschaffung für die während der alljährlichen Nilüberschwemmung arbeitslose Landbevölkerung.

Chlodwig I. :

fränk. König

*    um 466

+   27.11.511 (?)  in Paris

Der Gründer des fränkischen Reichs stammte aus dem Haus der Merowinger und wurde nach seinem Vater Childerich I.  482 König der salischen Franken.  486 vernichtete Chlodwig bei Soussons den Rest der Römerschaft in Gallien. Um 496 gelang ihm die Unterwerfung der Alemannen und 507 die Eroberung des Westgotischen Reiches bis zur Garonne. Beeinflußt durch seine Frau Chlothilde, eine katholische Burgunderprinzessin, trat Chlodiwg zum kath. Christentum über. Im Gegensatz zu den meisten übrigen Germanen, die das arianische Christentum annahmen. 508 wurde sein Reich durch den oströmischen Kaiser anerkannt. Ab 509 residierte er in Paris. Chlodwig gelang durch die Verschmelzung der fränkischen und romanischen Herrschaftsbereiche die Grundlage des späteren Reichs Karls des Großen zu schaffen.

Cook, James:

engl. Seefahrer

*   27.10.1728 in Morton, Yorkshire

+  14.2.1779 auf Hawaii

Cook ist einer der großen Gestalten der Entdeckungsgeschichte. Er erwarb sich nautisches, kartographisches und astronomisches Wissen an und arbeitete sich vom Schiffsjungen bis zum Steuermann hoch. 1755 trat Cook in die Royal Navy ein und unternahm von 1768 - 79 drei große Weltreisen. Er entdeckte die Ostküste Australiens, Neuseeland sowie zahlreiche Inselgruppen im Pazifischen Ozean. 1772 gelangte Cook bis über den südlichen Polarkreis und traf auf die Eismassen der Antarktis. Damit konnte er nachweisen, daß das riesige Sagenumwobene "Südland" nicht exestierte. Später befuhr er die Nordwestküste Amerikas bis zur Beringsstaraße. Cook´s Aufzeichnungen über die Sitten und Gebräuche der Südseebewohner stellten eine Fundgrube für die damalige anthropologische und ethnologische Forschung dar. Auf den Hawaii-Inseln, die er 1778 wieder entdeckt hatte, wurde Cook bei einem Streit von den Einwohnern erstochen. Mehr zu Cook siehe den Bericht "Entdecker" .

Curie, Marie:

frz. Chemikerin und Physikerin poln. Herkunft

*   7.11.1867 in Warschau

+  4.7.1934 in Sancellemoz, Schweiz

Curie war die erste Frau, die einen Nobelpreis erhielt, und gleich zweimal. 1903 bekam sie den Physiknobelpreis zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie und  H. Becquerel für die Entwicklung auf dem Gebiet der spontanen Radioaktivität. 1911 erhielt sie den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung der radioaktiven Elemente Polonium und Radium. Damit wurde Curie zur Begründerin der Radiochemie. Sie hatte 1892 Polen verlassen, um bei Becquerel, dem Entdecker der Strahlung von Uran, Naturwissenschaften zu studieren. Curie starb an Leukämie, was eine Folge der Überdosen an radioaktiver Strahlung während ihrer Forschungen war.

                                                                 

Darius I., der Große:

(auch Dareios) pers. König

*   550 v. Chr.

+  486 v. Chr.

Darius war einer der bedeutensten Herrscher des Altertums. Er entstammte dem Geschlecht der Achämeniden und wurde 522 durch die Tötung des Usurpators Gaumata Großkönig von Persien. Innenpolitsch teilte Darius das Reich in 20  große Steuerprovinzen ein, die von Satrapen (Statthaltern) geleitet wurden. Er führte eine einheitliche Währung sowie eine Reichspost ein und ließ Heerstraßen errichten. Ab 515 baute er die prunkvolle Palaststadt Persepolis, die 332 von Alexander dem Großen niedergebrannt wurde. Er zog nach Ägypten, wo er den Kanal vom Nil zum Roten Meer fertig stellen ließ; er unterwarf Thrakien und Makedonien und schlug 499 - 493 den Aufstand der ionischen Griechen in Kleinasien nieder.

David:

israelit. König

*   11 Jh. v. Chr. in Bethlehem

+  965 ( ? ) v. Chr. in Jerusalem

David, aus dem Stamm der Judäer, war als Hirte und Musiker am Hof von König Saul. Nach seinem Sieg über die Philister (er soll den Riesen Goliath getötet haben), erhielt er Sauls Tochter zur Frau und wurde nach dessen Tod von den Judäern zum König gesalbt, später von den israelischen Nordstämmen zum König erhoben. David gab seinem Staat in Jerusalem einen neuen politischen und religiösen Mittelpunkt. Nach Unterwerfung der Nachbarstaaten entstand ein Großreich, das aber schon zu David´s Lebzeiten gefährdet war. Er schlug u.a. den Aufstand seines Sohnes Absalom nieder und ernannte seine Sohn Salomo zum Nachfolger. Die Psalmen des Alten Testaments werden ihm zugeschrieben.

Drake, Sir Francis:

engl. Seefahrer

*   um 1540  in Crowndale, Devon

+  28.1.1596 Portobello, Panama

Drake war nach Magalhäes der zweite Seefahrer, der die Erde umsegelte (1577-80). Seine ersten Reisen unternahm er nach Indien und Guinera für den englischen Sklavenhandel. 1585 kämpfte Drake im Auftrag von Königin Elisabeth I. gegen die Spanier und war 1588 als Vizeadmiral an der Vernichtung der spanischen Armada beteiligt. Drake führte die Kartoffel in Europa ein und machte auch das Tabakrauchen bekannt. Durch seine zahlreichen Eroberungs- und Kapernfahrten sowie erfolgreichen Seeschlachten wurde Drake zum Mitbegründer der englischen Weltmacht. Er wurde 1580 in den Adelsstand erhoben. Mehr zu Drake im Bericht "Entdecker" .

                                                                                

Echnaton:

(ursprgl.: Amenophis IV.)

ägypt. Pharao

*   1391 v. Chr

+  1347 v. Chr.

Der Sohn und  Nachfolger von Amenophis III. bestieg den Pharaonenthron des Neuen Reiches als Amenophis IV. und machte Nofretete zu seiner Hauptgemahlin. An Politik und Wirtschaft war er kaum interessiert; so wandte er sich mehr den religiösen Fragen zu und brach mit der überkommenden polytheistischen Religion. Er versuchte an ihrer Stelle einen monotheistischen Kult um den Sonnengott Aton zu setzen. Später nannte er sich Echnaton (ägypt. Achen-Aton "Es gefällt dem Aton") . Im vierten Regierungsjahr gründete er als neue Residenz Achet Aton ("Horizont des Aton") und ließ alle Andenken an den früheren Kult des Götterkönigs Amun vernichten. Echnaton machte die gesprochene Sprache zur Literatursprache. Die Einführung einer monotheistischen Religion stieß auf großen Widerstand bei der Bevölkerung und führte schließlich zur Schwächung des ägyptischen Reiches.

Elisabeth I. :

Königin von England

*   7.9.1522 in Greenwich

+  24.3.1603 in Richmond

Elisabeth, die Tochter von Heinrich VIII. und Anna Boleyn, wurde wegen Scheidung der Eltern von den Katholiken nicht mehr als legitim anerkannt und hatte kein Anrecht auf die Thronfolge. Sie wurde aber vom Parlament nach dem Tod von Maria I., der Katholischen 1558 zur Königin bestimmt. Elisabeth führte das Inselrecht mit Hilfe ihres Beraters Lord Burghley zu großer politischer Macht und zu wirtschaftlichem Aufstieg. Die Tudor-Königin wurde zur Vorkämpferin des Protestantismus in Europa und führte 1559 die anglikanisch-protestantische Kirche wieder ein. Durch die Vernichtung der spanischen Armada  1588 durch Drake konnte England seinen Weg zur größten Handelsmacht der Welt antreten. Elisabeth blieb in ihrer 44 jährigen Regierungszeit unverheiratet und designierte König Jakob VI., Sohn Maria Stuarts, zu ihrem Nachfolger.

Elisabeth Amalie Eugenie ( " Sisi " )

österr. Kaiserin

*   24.12.1837 in München

+  10.9.1898 in Genf

Elisabeth, die zweite Tochter des bayrischen Herzogs Maximilian, heiratete 1854 Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Kaiserin "Sisi" galt als eine der schönsten Frauen des europäischen Adels und war im Volk sehr beliebt. Aus der Zweckehe mit dem österreichischen Monarchen gingen drei Töchter und Thronfolger Rudolf hervor. Die als sehr exentrisch geltende Kaiserin konnte sich mit dem spanisch-habsburgischen Hofzeremoniell nicht anfreunden. Sie neigte zu liberalen politschen Meinungen und setzte sich für den Ausgleich mit Ungarn ein. 1867 wurde Elisabeth zur Königin von Ungarn gekrönt. Der Selbstmord des Thronfolgers Rudolf 1889 trieb sie verstärkt vom Wiener Hof weg. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie ständig auf Reisen. In Genf wurde sie von dem italienischen Anarchisten Luccheni ermordet. Sisi´s und Franz Josephs Geschichte findet ihr im Bericht "Mittelaltergeschichten" .

Frank, Anne:

(eigentl. Anneliese Marie Frank)

niederl. Mädchen dt-jüdischer Herkunft

*   12.6.1929 in Frankfurt a.M.

+  März 1945 im KZ Bergen-Belsen

Frank war die Tochter des jüdischen Bankiers Otto Frank, der 1933 mit der Familie nach Holland emigrierte. Die Familie lebte während der deutschen Besatzung (1942-44) in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt, bevor der Zufluchtsort der Gestapo bekannt wurde. In diesm Versteck verfasste Anne in niederländischer Sprache ein Tagebuch (12.6.1942 bis 1.8.1944), das von ihrem Vater, dem einzigen Überlebenden der Familie, nach Kriegsende veröffentlicht wurde und weltweite Anteilnahme fand.. Anne wurde nach der Verhaftung mit ihrer Familie ins KZ deportiert und kam dort um.

Franz Ferdinand:

österr. Erzherzog

*   18.12.1863 in Graz

+  28.6.1914 in Sarajevo

Die Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinands in Sarajevo durch einen serbischen Nationalisten war der äußere Anlaß für den Ausbruch des 1. Weltkrieges. Der Neffe von Kaiser Franz Joseph I. war nach dem Selbstmord des Kronprinzen Rudolf  zum Thronfolger ernannt worden. Ab 1899 war er als Kavalleriegeneral mir der Organisation und Modernisierung des kaiserlichen Heeres betraut. F., der schon früh die Reformbedürftigkeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn erkannt hatte, dachte an die Schaffung eines Groß-Kroatien als dritte Säule der Donau-Monarchie, was nicht zuletzt zum Mordanschlag in Sarajevo durch serbische Extremisten führte, Seine inoffizielle "Nebenregierung" im Schloß Belvedere und die nicht standesgemäße Ehe lieferten weitere Anläße, daß der Erzherzog in Konflikt mit dem Kaiser geriet.

Franz Joseph I. :

österr. Kaiser

*   18.8.1830  in Schönbrunn bei Wien

+  21.11.1916  in Schönbrunn bei Wien

Franz, der am längsten von allen europäischen Herrschern (1848-1926) regierte, war eine Symbolfigur der späteren Habsburgermonarchie. Er wurde Nachfolger seines Onkels Ferdinand I. , der 1848, im Jahr der Revolution in Österreich, abdankte. Die Revolution ließ er durch Fürst Schwarzenberg, den Aufstand der Ungarn mit Hilfe der russischen Armee unterdrücken. 1851 hob er die Märzverfassung auf und regierte nach dem erneuten System des absolutistischen Zentralismus. Franz führte auch eine unglückliche Außenpolitik. Durch den Krimkrieg (1853-56) verschlechterte sich das Verhältnis zu Russland. Der wachsende Druck führte zum Verlust der Lombardei (1856 Schlacht bei Solferino) und 1866 von Venetien. Die Niederlage gegen Preußen (1866 bei Königgräz) hatte das Ausscheiden aus dem Deutschen Bund zur Folge. 1867 kam es durch Erschütterungen der zentralistischen Herrschaft notgedrungen zum Ausgleich mit Ungarn und zur Errichtung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Später pflegte Franz Joseph engere Beziehungen zu Deutschland (Dreikaiserbund) und  betrieb eine aktive gegen die russischen und serbischen Interessen gerichtete Balkanpolitik (1908 Annexion Bosnien und der Herzegowina), was zu Spannungen und letztendlich zum Ausbruch des 1. Weltkrieges führte. Familiäre Schicksalsschläge wie der Selbstmord des Kronprinzen Rudolf und die Ermordung der Kaiserin Elisabeth trieben den absolutistischen Monarchen auch privat in die Isolation. Siehe auch Bericht "Sisi und Franz Joseph" .

                                          

Galen(os), Claudius:

griech. Arzt

*   um 129 v. Chr. in Pergamon, Kleinasien

+  um 199 v. Chr. in Rom

Neben Hippokrates war G. einer der großen Ärzte der Antike. Er studierte Naturwissenschaften, Medizin und Philosophie und war ab 162 in Rom der Leibarzt des Kaisers Mark Aurel. Aufbauend auf den Lehren des Hippokrates studierte G. die Anatomie von Affen und Schweinen und übertrug die dabei gewonnenden Erkenntnisse auf den Menschen. Er fasste das gesamte medizinische Wissen seiner Zeit in einem Lehrsystem zusammen. Seine Theorien, aber auch die Anweisungen für Arzneimittel und deren Zubereitung galten noch über das Mittelalter hinaus. Sein umfangreiches Werk bleib teils im Original, teils in Übersetzungen erhalten.

Galilei, Galileo:

ital. Naturforscher

*   15.2.1564 in Pisa

+  8.1.1642 in Arcetri bei Florenz

G, der Sohn eines Musikers, studierte (seit 1581) an der Universität von Pisa. 1589 erhielt er den Lehrstuhl für Mathematik. Als Begründer der neuzeitlichen experimentellen Naturfoschung entdeckte er die Gesetzte der Pendelschwingungen und konstruierte eine hydrostatische Waage (1586) zur Dichtemessung  fester Körper. Er untersuchte, seit 1589 Professor für Mathematik, am Schiefen Turm von Pisa die Gesetze des freien Falles. In seiner Feinmechanischen Werkstatt verbesserte G. die Fernrohrtechnik und entdeckte so die Gebirge des Mondes, die vier Jupitermonde, den Phasenwechsel der Venus und die Sonnenflecken. Durch sein Wiederholtes Eintreten für das kopernikanische heliozentrische Weltsystem (kurz: er "behauptete" , die Erde wäre rund und keine Scheibe, Anm.) geriet G. als Hofmathematiker und - philosoph des Großherzogs von Toskana mit der katholischen Kirche in Konflikt. Die Widerlegung der aristotelisch-scholastischen Physik brachte ihn 1623 vor die Inquisition, und er wurde in zwei Prozessen zum Schweigen, dann unter Drohung der Folter zum Widerruf verurteilt. Ab 1633 wurde er unter Arrest gehalten. G.s Konflikt mit der Kirche inspirierte zahlreiche bedeutene Dichter zu literarischen Werken (z.B. Brecht). G. wurde erst in den 90er Jahren unseres Jahrhunderts von der katholischen Kirche freigesprochen und rehabilitiert.

Geronimo:

(eigentlich: Goyathley)  Stammeshäuptling

*   Juni 1829 im südlichen Arizona (heute Clifton)

+  17.2.1909 in Fort Sill (OK)

G, der Apachen-Häuptling, war der Führer der Chiricahua während des spektakulären Aufstandes 1885-86. Er verübte zahlreiche Überfälle gegen die Weißen und wurde von General George Crook gefangen genommen. G. gelang zunächst die Flucht; später wurde er ausgeliefert und lebte mit seinen Leuten als Farmer in Oklahoma. Seine Autobiografie entstand 1906.

                                                                                           

Hatschepsut:

altägypt. Königin

etwa 1490 - 1470 v. Chr. (Regierungszeit)

H., eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der 18. Dynastie, wurde die Hauptgemahlin ihres Halbbruders Thutmosis II. Nach dessen Tod fiel der Thron dem Stiefsohn und Neffen von H., Thutmosis III., zu, der jedoch noch unmündig war. Dafür übernahm sie stellvertretend die Regentschaft, nahm aber 1488 Titulatur und Insignien eines männlichen Pharao an.  (kurz: sie machte sich selbst zum Pharao) Mit Hilfe vorzüglicher Beamten führte H. ein ausgewogenes Friedensregiment. Im Mittelpunkt der Aussenpolitik standen kultureller und wirtschaftlicher Ausstausch. 1482 nahm sie die traditionellen Handelsexpeditionen ins Weihrauchland Punt (Ostafrika) wieder auf. H. erbaute ihren Todestempel Deir el-Bahri, bereicherte die Tempelanlage des Reichsgottes Amun durch zwei riesige Granitobelisken. Der Thronerbe Thutmosis III. machte seine Ansprüche als offizieller Erbe geltend. Unter seinem wachsenden Einfluß wurden die Minister der Königin gestürzt (um 1473). Es ist unbekannt, ob H. ihr Leben 1469/68 gewaltsam verlor oder nicht. Ihr Bild wurde an allen Orten vernichtet, und sie wurde in den späteren Königslisten nicht aufgeführt.

Hauser, Kasper:

dt. Findelkind

*   angeblich 30.4.1812 in Karlsruhe

+  17.12.1833 in Ansbach

Hauser tauchte 1828 verwahrlost und geistig unterentwickelt in Nürnberg auf. Nach eigenen Angaben war er in einem dunklen Verließ ohne jeden menschlichen Kontakt aufgewachsen. Die pädagogischen Bemühungen konnten Hausers durch langjährige Isolierung verkümmerten Seelenzustand nicht heilen (Kasper-Hauser-Komplex: Entwicklungsstörungen, die auf  fehlende soziale Bindungen zurückgehen). Er starb an einer ihm von einem Unbekannten beigebrachten Stichwunde. Um Hauser´s Herkunft rankt sich eine reiche Literatur. Die Vermutung, daß es sich bei Hauser um einen Urenkel des Großherzogs Karl Friedrich von Baden handelt, der als Erbprinz ein mögliches Opfer eines dynastischen Verbrechens wurde, ist 1996 mittels DNS-Analyse jedoch widerlegt worden.

Heinrich VIII. :

engl. König

*   28.6.1491 in Greenwich

+  28.1.1547 in Westminster

Der Prachtliebende und machthungrige Renaissancefürst H. gelangte besonders durch seine 6 Ehen zu zweifelhaftem Ruhm. Nach seinem Regierungsantritt heiratete er 1509 Katharina von Aragonien, die Tochter Ferdinands II., und beteiligte sich am spanischen Krieg gegen Frankreich. Inzwischen führte der Kanzler, Kardinal Thomas Wolsey, bis 1529 die Stadtgeschäfte. Dessen Nachfolger Thomas Morus und Thomas Chromwell, ließ H. später hinrichten. Um seine kostspielige Politik und ausschweifende Hofhaltung finanzieren zu können, zog H. Kirchengüter ein, was zu Spannungen mit Rom führte. Als Papst Clemens VII. die Scheidung seiner ersten Ehe verweigerte, kam es zum Bruch mit der römischen Kirche. 1533 ließ H. seine Ehe von Thomas Cranmer, dem Erzbischof von Canterbury, für ungültig erklären und heiratete seine Geliebte Anna Boleyn (Mutter von Elisabeth I.). Durch die Suprematsakte (1534) machte er sich zum Oberhaupt der von Rom gelösten englischen (anglikanischen) Kirche. Trotz seiner Bemühungen, die anglikanische Kirchenverfassung zu festigen, konnte H. die Ausbreitung des Calvinismus nicht verhindern. Er ließ Anna Boleyn wegen angeblichen Ehebruchs 1536 hinrichten. Seine dritte Frau  Jane Seymour verstarb bei der Geburt des Thronfolgers Eduard VI.. Von seiner vierten Frau, Anna von Cleve, ließ sich der König scheiden. Die fünfte Gemahlin, Katharina Howard, mußte ebenfalls unter dem Beil sterben. Lediglich die sechste Königin, Katharina Parr, überlebte H. VIII.

Homer:

griech. Dichter

8. Jhd. v. Chr. wahrscheinlich in Kleinasien geboren

Schon dem Altertum war nichts sicheres über Homer bekannt. Er soll als blinder Rhapsode (umherziehender Sänger im frühen Griechenland) die Ilias und die Odyssee, zwei Epen um den trojanischen Sagenkreis, gedichtet haben. Weitere epische Dichtungen, die unter seinem Namen überliefert waren, wurden ihm schon in der Antike abgesprochen. Im Altertum gehörte Homer als "Dichter" schlechthin zum allgemeinen Bildungsgut und galt als Begründer der olympischen Götterwelt. Im Mittelalter geriet Homer in der westlichen Kultur in Vergessenheit, bis er in der Renaissance wiederentdeckt wurde und die abendländische Dichtkunst bis in die Zeit Goethes stark beeinflußte.

Hus, Jan: (dt. Joahnnes Huß) tschechischer Reformator

*   um 1368 in Husinec, Südböhmen

+  6.7.1415 in Konstanz

Hus, nach der Priesterweihe Rektor der Universität Prag, war ein Anhänger des englischen Theologen John Wyclif. Er entwickelte dessen religiöse und sozialrevolutionären Ideen weiter. Die Verbreitung Wyclif´s Kritik an kirchlichen Mißständen trug Hus 1410 den päpstlichen Bann ein. Unter königlichem Schutz konnte er seine Stellung behalten, mußte aber, als auch die Prager Theologische Fakultät sich gegen ihn wandte, 1412 nach Südböhmen fliehen, wo er seine Hauptschrift " De ecclesia" verfasste. Damit stelle Hus die gesamte Herrschaftsordnung der katholischen Kirche in Frage. Unter Zusicherung freien Geleits durch Kaiser Sigismund stellte er sich 1414 dem Konstanzer Konzil, wo er der Ketzerei angeklagt wurde. Hus verweigerte den Widerruf seiner Lehren und wurde 1415 verbrannt. Sein Tod löste die Hussietenkriege aus, die erst 1436 beendet wurden. Hus schuf die im wesentlich heute noch gültigen Regeln der tschechischen Rechtschreibung.

                                                                                     

Jeanne d´Arc (hl.):

(Jungfrau von Orleans)

frz. Nationalheldin und Patriotin

*   um 1412 Domrémy-la-Oucella, Vogesen

+  30.5.1431 in Rouen

Das lothringische Bauernmädchen Jeanne war von religiös-nationalem Sendungsbewußtsein erfüllt und glaubte sich durch überirdische Eingebung zur Befreiung Frankreichs von den Engländern im Hundertjährigen Krieg berufen. 1429 wurde sie von Karl VII. empfangen und nach eingehender Prüfung dem Heer zugeteilt. Die Truppen brachen unter Jeanne´s Führung und von ihrer Ausstrahlungskraft angefeurt, die englische Belagerung von Orléans. Nach der Befreiung geleitete sie den neuen König (Karl VII.) zu seiner Krönung nach Reims (16.7.1429). Der Angriff auf Paris scheiterte, und Jeanne fiel 1430 in die Hand der Burgunder, die sie gegen eine hohe Summe an die Engländer auslieferten. In Rouen wurde sie von einem kirchlichen Gericht der Zauberei und Ketzerei angeklagt. Sie widerrief eine unter Druck unterzeichnete Abschwörung, wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und öffentlich verbrannt, ihre Asche in die Seine gestreut, Das durch J.´s Wirken entstandene Nationalgefühl führte zur Aufhebung des Urteils durch den Hof (1456) und zu ihrer Rehabilitierung. 1920 wurde sie heilig gesprochen (30.5.). J.´s Schicksal inspirierte große Dichter zu literarischen Meisterwerken. 

Jesaja:

jüd. Prophet

8. Jhd. v. Chr.

Jesaja, Prophet Israels, wurde 740 v. Chr. durch eine Vision im Tempel in Jerusalem berufen und wirkte bis 701. Das nach ihm benannte Buch des Alten Testaments, bestehend aus drei Kapiteln, ist von verschiedenen Verfassern zu versch. Zeiten geschrieben. Es enthält die Weissagung eines kommenden Messias, die das Neue Testament auf Jesus hin deutete.

Jesus von Nazareth:

Zentrale Gestalt des Neuen Testaments, jüdischer Wanderprediger und Stifter des Christentums

Obwohl über keine historische Gestalt seit zweitausend Jahren soviel geschrieben und gesprochen wird wie über Jesus, sind der Zeitpunkt seiner Geburt und die Dauer seines Wirkens nicht sicher feststellbar. Geschichtsschreiber wie Tacius erwähnen seinen Namen nur beiläufig. Man nimmt heute an, das Jesus sieben Jahre vor unserer Zeitrechnung (noch zur Regierungszeit Herodes I.) zur Welt kam und unter dem römischen Prokurator (26-36 n. Chr.) Pontius Pilatus gekreuzigt wurde. Nach der ältesten Überlieferung stammt er aus Nazareth.

                                                                    

Kleopatra VII., die Große:

ägypt. Königin

*   69 v. Chr. in Alexandria

+  August 30 v. Chr. in Alexandria

Kleopatra war die dritte Tochter von Ptolemaios XII. und regierte formell zusammen mit ihrem Brudergemahlen Ptolemaios XIII. und Ptolemaios XIV. Sie verstand es, Caesars Beistand während des Alexandrinischen Krieges 48/47 gegen Ptolemaios XIII. zu gewinnen. Ihrer Verbindung mit Caesar entstammte Ptolemaios XV. Kaisarion. Kleopatra zog 46 in einem Triumphzug mit dem Imperator in Rom ein. Nach Caesars Ermordung (44) kehrte sie nach Alexandria zurück, entmachtete Ptolemaios XIV. und erhob ihren Sohn zum Mitregenten. Nach dem Römischen Bürgerkrieg konnte Kleopatra die Liebe Antonius gewinnen, der sich ihretwegen von Oktavia, der Schwester Oktavians (Augustus) scheiden ließ und Kleopatra 37 heiratete. Ihre drei gemeinsamen Kinder proklamierte sie zu Vasallenkönigen. Nach Antonius´ Niederlage im Machtkampf gegen Oktavian tötet Kleopatra sich der Überlieferung zufolge durch den Biss einer Giftschlange, um der Gefangenschaft zu entgehen. Kaum eine Frau hat zu Lebzeiten, aber auch später so viel Aufsehen erregt wie die letzte Königin Ägyptens.

Krösus:

(griech. Kroisos)

lyd. König

*   um 595 v. Chr.

+  nach 526 v. Chr.

Krösus, Sohn und Nachfolger von Alyattes, war der letzte König der Lyder aus dem Geschlecht der Mermnaden. Er vergrößerte sein Reich durch die Eroberung fast der gesamten Westhälfte Kleinasiens bis zum Fluß Halys im Osten. Er verpflichtete die griechischen Städte dort (außer Milet) zu Abgaben und Heeresfolge. Krösus erwies sich durch Stiftungen für den Artemistempel und das Orakel in Delphi als Griechenfreund. Die Prophezeiung des Orakels, daß er ein großes Reich zerstören werde, wenn er den Fluß Halys überschreite, erfüllte sich an seinem eigenen Staat. Beim Einfall in persisches Reichsterritorium wurde er von dem Perserkönig Kyros II. geschlagen, 547 v. Chr. in seiner Hauptstadt Sardes belagert und gefangengenommen. Sein Tod ist umstritten. Nach dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot wurde Krösus begnadigt, Keilschriften auf Tempelsäulen in Ephesus berichten jedoch von seiner Hinrichtung. Krösus war berühmt wegen seines sprichwörtlichen Reichtums.

Kyros II., der Große:

altpers. König

+  529 v. Chr.

Kyros, aus der Dynastie der Achämeniden, wurde 559 v. Chr. persischer König und der Begründer der persischen Großmacht. 550 besiegte er seinen Oberherrn, den Mederkönig Astyages. Den Lyderkönig Krösus, der ihm Gebiete streitig machte, konnte Kyros II. 547 unterwerfen. 539 eroberte er Babylon und gewann wenig später das gesamte Reich der Chaldäer. Damit herrschte er über ein Weltreich. Kyros galt als großmütig und gütig, zeigte gegenüber den Unterworfenen religiöse Toleranz. Er fiel 529 im Kampf gegen die nomadischen Massageten.

                                                                            

Lindbergh, Charles August:

amerik. Pilot

*   4.2.1902 in Detroit

+  26.8.1974 in Kipahulu auf Maui (Hawaii)

Lindbergh gelang am 20./21.5.1927 der erste Nonstop-Alleinflug über den Atlantik. Er bewältigte die Strecke New York - Paris in 33,5 Stunden. Nach seinem Maschinenbaustudium war L. Chefpilot der Luftpostverbindung zwischen Chicago und St. Louis. 1927 nahm er die Herausforderung an, mit einer Atlantiküberquerung 25.000 Dollar zu gewinnen und überflog mit seinem Eindecker den Nordatlantik. Seine Abenteuer beschrieb er in seinem Buch "Mein Flug über den Ozean" (1954). 1932 wurde die Öffentlichkeit erneut auf L. aufmerksam, als sein 20 Monate alter Sohn entführt und ermordet wurde.

Luxemburg, Rosa:

dt. - poln. Politikerin

*   5.3.1870 in Zamosc, Lublin

+  15.1.1919 in Berlin

L., die aus einer wohlhabenen jüdischen Kaufmannsfamilie stammte, fand bereits als Schülerin zum Sozialismus. Sie beteiligte sich an der Warschauer Arbeiterbewegung und mußte vor drohender Verhaftung emigrieren. L. studierte in Zürich Volkswirtschaft und kam mit dem Marxismus in Berührung. Sie war die Mitbegründerin der "Sozialdemokratischen Partei des Königreichs Polen und Litauen (1893). 1898 übersiedelte sie nach Berlin und trat der SPD bei. Später entfremdete sie sich von der Sozialdemokratie zugunsten radikaler Ziele. Beim Ausbruch des 1. Weltkrieges gründete sie mit Clara Zetkin und Karl Liebknecht die antimilitarische "Gruppe International", aus der 1917 der "Spartakusbund"  und 1918 die deutsche KP hervorgingen. Während des Krieges war die erklärte Kriegsgegnerin mehrfach im Gefängnis, von wo aus sie ihre Propaganda weiterführte. Nach ihrer Entlassung während der Novemberrevolution 1918 stürzte sich L. erneut in den Kampf. Beim Januaraufstand 1919 wurde sie verhaftet und zusammen mit Liebknecht von Freikorpssoldaten ermordet.

                                                                                      

Marat, Jean Paul:

frz. Arzt und Revolutionär

*   24.5.1743 in Boudry, Neuchatel (Schweiz)

+ 13.7.1793 in Paris

Marat war nach dem Medizinstudium zunächst als Forscher tätig., wurde 1777 Arzt beim Grafen von Artois, dem späteren König Karl X. Beim Ausbruch der Französischen Revolution stellte er sich an die Spitze der Bewegung. Durch seine aufpeitschenden Reden und Schriften schürte er den Hass der Bevölkerung und veröffentlichte in seiner Zeitung (1789-92) "L´Ami du peuple" die Namen von "Volksfeinden", die er damit der Rache der Menge auslieferte. Nach der Abschaffung der Monarchie schloß sich Marat im Konvent den äußersten Linken, den Jakobinern, an und war 1792 Urherber der Septembermorde an politischen Gefangenen. Neben Robespierre und Danton gehörte er zu den Führern der Bergpartei. 1793 leitete Marat mit Hilfe der Massen eine Vernichtungskampagne gegen die Girondisten, die gemäßigten Republikaner, ein. Zur Vergeltung erstach ihn Charlotte de Corday d´Armont im Bad, wofür sie kurz darauf unter der Guillotine sterben mußte.

Marie-Antoinette:

frz. Königin

*   2.11.1755 in Wien

+  16.10.1793 in Paris

Die jüngste Tochter Maria Theresias und Franz I. von Österreich wurde 14-jährig mit dem französischen Thronerben, dem späteren Ludwig XVI., vermählt und vier Jahre später zur Königin gekrönt. Ihr verschwenderischer und leichtsinniger Lebenswandel und ihre ablehnende Haltung Reformen gegenüber entferten sie dem Volk. Affären wie die "Halsbandgeschichte" schürten den Haß der Untertanen. Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution drängte M. den König zum Widerstand und verhinderte durch ihr Veto die Errichtung eine konstitutionellen Monarchie. Sie versuchte in geheimen Verhandlungen mit europäischen Fürstenhöfen die Monarchie zu retten. Nach dem Scheitern der Flucht der königlichen Familie wurde M. durch das Revolutionstribunal zum Tode verurteilt und wenige Monate nach dem König guillotiert.

                                                                               

Nero:

(N. Claudius Caesar Augustus Germanicus)   röm. Kaiser

*   15.12.37 n. Chr. in Antium (heute Anzio)

+  9.6.68 n. Chr. bei Rom

Nero, Sohn Agrippinas der Jüngeren, wurde nach deren Vermählung mit Kaiser Claudius von diesem adoptiert und von Seneca erzogen. Agrippina setzte die Verheiratung Nero´s mit Claudius´ Tochter Octavia durch (53) und verhalf ihm - nach Beseitigung ihres Gemahls - auf den Thron. Der talentierte, aber unberechenbare Nero war unter dem Einfluß Senecas und des Prätorianerpräfekten Burrus zunächst maßvoll und außenpolitisch erfolgreich. Aber schon bald entwickelte er sich zum vergnügungs- und prunksüchtigen Despoten, der rücksichtslos und willkürlich seine Macht ausspielte. 55 n. Chr. ließ er seinen Stiefbruder Britannicus vergiften, 59 seine Mutter und 62 seine Frau Octavia ermorden, um die geliebte Poppäa Sabina heiraten zu können. Den Verdacht der Brandstiftung beim Brand Roms (64) lenkte Nero von sich auf die Christen ab und veranlasste ihre grausame Verfolgung. Beim Wiederaufbau errichtete er prächtige Bauten wie das "Goldene Haus", trat öffentlich als Wagenlenker auf und ließ sich als Dichter und Sänger feiern. Nach Aufdeckung der Pisonischen Verschwörung (65) verfolgte Nero die Senatsaristokratie. Er erzwang u.a. Senecas Selbstmord und verschuldete Poppäas Tod.. 66 heiratete er Statilia Messalina. Nach den Aufständen in Gallien und Spanien (68) beging er Selbstmord.

Nikolaus II. Alexandrowitsch:

Zar von Rußland

*   18.5.1868 in Zarskoje Selo

+  16.7.1918 in Jekarteringburg

N. übernahm 1894 von seinem Vater Alexander III. die Regentschaft und setzte dessen unumschränkte Alleinherrschaft fort. Nach seiner Niederlage im Russisch-Japanischen Krieg 1905 kam es zu revolutionären Unruhen, die ihn zur Proklamation einer Verfassung und zur Schaffung eines Parlamentes (Duma) zwangen. Außerdem mußte er den nicht russischen Nationalitäten größere Freiheiten gewähren. Seine Versprechungen nahm der Willensschwache, von seiner Frau und dem Wundermönch Rasputin abhängige Zar später größtenteils wieder zurück. Russlands enger Anschluß an die "Entente cordiale" und die Begünstigungen der slawischen Nationalismen auf dem Balkan zwangen ihn zur Teilnahme am 1. Weltkrieg, wodurch der Untergang der Monarchie beschleunigt wurde.. Unter dem Druck der drohenden Revolution mußte N. am 15.3.1917 abdanken. Nach der Oktoberrevolution wurde die in Sibirien gefangen gehaltene Zarenfamilie während einen Ansturms von Konterrevolutionären durch Bolschewisten ermordet. Die 300-jährige Dynastie der Romanows fand damit ihr Ende.

Nofretete (oder Nophretete):

altägypt. Königin

+  nach 1345 v. Chr.

Der Name der Königin bedeutet " Die Schöne ist (zurück)gekommen " . Nofretete war die Gemahlin des Pharaos Amenophis IV., der einem neuen monotheistischen Sonnenglauben huldigte und den Namen Echnaton annahm. Das königliche Paar zog von Theben nach Amarna, der neuen Hauptstadt. Im Kampf gegen die Amun-Priester der alten Religion unterlag Echnaton und fand den Tod. Das weitere Schicksal Nofretete´s ist nicht bekannt. Berühmt wurde sie durch die von deutschen Archäologen in Amarna gefundenen Bildnisse , vor allem aber durch die 1912 ausgegrabene bemalte Kalksteinbüste, die sich heute im Ägyptischen Museum in Berlin befindet.

Nostradamus:

(eigentlich: Michel de Notre-Dame)  frz. Arzt und Astrologe

*   14.12.1503 in Saint-Rémy-de-Provence

+  2.7.1566 in Salon-de-Provence

Über die Person und das Leben N. ist wenig bekannt. Der Leibarzt Karls IX. erregte vor allem durch seine dunklen Prophezeiungen, ihm angeblich von Gott eingegeben, großes Aufsehen. Seine "Propheties" enthielten in gereimten Vierzeilern "quatrains" Weissagungen über Geschichtsereignisse, künftige Herrscher, persönliche Schicksale oder Katastrophen, die effektvollerweise manchmal in Erfüllung gingen. Bis in die jüngste Zeit werden seine Weissagungen immer wieder neu gedeutet. 1781 setzte die katholische Kirche N. `Schrift auf den Index des Vatikans, da sie den bevorstehenden Untergang des Papstums vorausgesagt hatte. (Mehr zu Nostradamus demnächst im Forum).

                                                                                  

Platon:

(auch: Plato)   griech. Philosoph

*   um 427 v. Chr. in Athen oder Ägina (?)

+  um 347 v. Chr. in Athen

Platon, der aus einer reichen Athener Familie stammte, war ursprünglich für den Beruf des Politikers bestimmt. Zunächst versuchte er sich als Tragödiendichter, wurde jedoch entscheident von seinem Lehrer Sokrates geprägt. Unter dem Eindruck des Peloponnesischen Krieges und der Hinrichtung von Sokrates 399 wurde P. zum Gegener der athenischen Demokratie und entwarf in seinem Werk "Politeia" den idealen Staat. Nach mehreren Reisen in die griechischen Kolonialländer, u.a. nach Sizilien, wo er den Tyrannen von Syrakus Dionysios vergeblich von seiner Staatstheorie überzeugen suchte, gründete er vermutlich 387 v. Chr. eine Philosophenschule in Athen, die er bis zu seinem Tod leitete. Hier verfasste er auch seine Schriften (meist in Form von Dialogen), die beinahe vollständig erhalten sind, die Echtheit jedoch bei einigen umstritten ist.

Polo, Marco

venez. Kaufmann und Weltreisender

*   um 1254 in Venedig

+  8.1.1324 in Venedig

Berühmt wurde der venezianische Seefahrer durch seine Reiseberichte über den Fernen Osten. Der 17- jähige Polo begleitete Vater und Onkel auf einer ungewöhnlichen Reise über Persien und Pakistan bis nach Nordchina (1271-95). Fast 20 Jahre verbrachte er am Hof des Kublai Khan, des Herrschers über China und die Mongolei, und lernte als dessen Gesandter und Gouverneur alle Provinzen des riesigen Reiches kennen. 1292 traten die Polos die Rückreise über Südost- und Vorderasien an. Als sie 3 Jahre später in Venedig eintrafen, glaubte man ihren Erzählungen nicht. Polo geriet nach einer Seeschlacht zwischen Genua und Venedig (1298/99) in genuanische Gefangenschaft, wo er einem Mithäftling seine Erlebnisse diktierte. Nach seiner Freilassung schenkte man seinem Bericht weitgehend Glauben. Polos´" Beschreibung der Welt "  war über Jahrhunderte das wichtigste geographische Handbuch über den unbekannten Fernen Osten. Mehr zu Polo im Bericht "Entdecker" .

Pompejus, Gnaeus P. Magnus:

röm. Feldherr und Politiker

*   29.9.106 v. Chr. in Picenum

+  28.9.48 v. Chr. bei Pelusium

P. erwarb sich frühen militärischen Ruhm in Sizilien, Afrika und Spanien. 71 v. Chr. schlug er die Reste des von Crassus bekämpften Sklavenaufstandes des Spartakus nieder, führte 67 erfolgreich Krieg gegen die Seeräuber im Mittelmeer, vollendete 66 - 63 die Bezwingung Mithridates VI. und Pontus und führte anschließend 64/63 eine Neuordnung Asiens durch. Trotzdem war seine politische Stellung in Rom nicht unangefochten. Deshalb schloß P. 60 mit Caesar und Crassus das so genannte 1. Triumvirat, das 56 erneuert und und durch seine Heirat mit Caesars Tochter Julia zusätzlich gefestigt wurde. Nach Julias und Crassus´ Tod 54 entwickelte sich eine wachsende Feindschaft zwischen P., der 52 verfassungsmäßig Alleinherrscher (consul sine collega) wurde und Caesar. Die Diskrepanzen führten schließlich 49 zum Bürgerkrieg, nachdem sich P. auf die Seiten des Senators gegen Caesar gestellt hatte. P. unterlag in der Schlacht bei Pharsalos. Auf der Flucht nach Ägypten wurde er von einem Römer ermordet.

Pyrrhus:

(griech. Pyrrhos)    griech. König

*   319 v. Chr.

+  272 v. Chr. in Argos

P. regierte bereits mit 13 - 17 Jahren als König der Molosser In Epirus. 302 v. Chr. floh er von Kassander, dem König von Makedonien, konnte aber 297 mit Ptolemaios I. die Herrschaft in Epirus zurückgewinnen und sein Reich beträchtlich vergrößern. 287 - 284 war P. König von Makedonien, mußte aber anschließend alle seine Eroberungen Lysimachos, einem weiteren Diadochen, mit dem er die Macht teilte, überlassen. Er kam den Tarentinern gegen die Römer zu Hilfe und schlug diese 280 bei Herakleia in Lukanien sowie 279 bei Ausculum in Apulien, jedoch unter hohen Verlusten. 279 - 276 besetzte P. fast ganz Sizilien gegen die Karthager, unterlag aber 275 bei Beneventum den Römern entgültig. Wieder in Epirus, griff er 275 - 273 erneut Makedonien an und fiel 272 im Kampf um die Peleponnes.

Pythagoras:

griech. Philosoph

+   um 570 v. Chr. auf Samos

+  um 480 v. Chr. in Metapont, Unteritalien

P. lernte auf seinen Reisen Wissenschaft und Weisheit des Orients kennen, gründete später in Kroton die religiös-philosophische Bruderschaft der Pythagoreer. Er lehrte die Seelenwanderung und damit die Trennung von Seele und Leib, was für das spätere abendländische Denken wesentlich war. Entsprechend verlangte er Vervollkommnung durch einen sittlichen Lebenswandel. Nach P. waren Zahl und Harmonie Grundprinzipien alles Seienden. Der Inhalt des ihm zugeschriebenen pythagoreischen Lehrsatzes war schon den  mesopotamischen Hochkulturen seit 2000 v. Chr. bekannt, bis zu Euklid fehlten zu einem Beweis noch die mathematischen Voraussetzungen. Ob andere Erkenntnisse, wie das musiktheoretische Gesetz vom Verhältnis zwischen Tonhöhe und Saitenlänge und die Vorstellung der Erde als einer sich bewegenen Kugel, von P. stammen, ist nicht gesichert, denn es exestieren keine Aufzeichnungen, da die Geheimhaltung und eine asketische Lebensführung zu den Prinzipien der Bruderschaft gehörten, weshalb das Wissen der Pythagoreer kaum einzelnen Personen zuzuordenen sind.

                                                                                

Ramses II.

ägypt. Pharao

*   um 1304 v. Chr.

+  um 1224 v. Chr.

Ramses II, Sohn von Sethos I. , wurde 1290 König. Unter ihm erreichte Ägypten einen letzten Höhepunkt seiner Machtentfaltung. Er kämpfte gegen die Hethiter, um die Vormaachtstellung in Ägypten, konnte aber nach der Schlacht bei Kadesch am Orontes (um 1285 v. Chr.) gegen König Mawatallis Syrien nicht halten. Mit dessen Nachfolger Hattusilis III. schloß Ramses II. Frieden und heiratet später eine von dessen Töchtern. Während seiner Herrschaft entfaltete sich  eine rege Bautätigkeit. Es entstanden imposante Kolossbauten wie die Tempel in Karnak und Luxor, der Felsentempel Abu Simbel am Ufer des Nils und der Totentempel in Theben-West. Die Friedensverträge mit den Hethitern liegen uns heute in Keilschrift und ägyptischer Sprache vor und stellen ein weiteres eindrucksvolles Zeugnis aus der Ära Ramses II. dar.

Richard I. Löwenherz:

engl. König

*   8.9.1157 in Oxford

+  6.4.1199 in Chalus, Poitou

R. verdankt den Beinamen seinem ungewöhnlichen, kriegerischen Mut. Der Sohn König Heinrichs II. folgte 1189 seinem Vater auf den Thron. 1190 - 92 nahm er mit Friedrich Barbarossa und Philipp II. August von Frankreich am 3. Kreuzzug teil. Auf seinem Weg nach Palästina eroberte Richard Zypern und besiegte in Ägypten Sultan Saladin. An der blutigen Eroberung von Akkon wirkte er mit, konnte aber den Traum von der Befreiung Jerusalems nicht verwirklichen und mußte gar mit Saladin einen 3- jährigen Waffenstillstand schließen. Löwenherz, der auf der Heimreise Schiffbruch erlitt und nun den Landweg durch Österreich riskieren mußte, geriet 1192 in Gefangenschaft Leopolds, der ihn an Kaiser Heinrich VI. auslieferte. Dieser benutzte R. als politisches Druckmittel gegen die weltliche Partei (Heinrich der Löwe) und ließ ihn 1194 gegen hohes Lösegeld und Leistung eines Lehneids frei. Der König hielt sich während seiner 10- jährigen Regentschaft nur kurze Zeit in seinem englischen Königreich auf und hatte große Mühe seine Herrschaft gegen seinen Bruder Johann ohne Land, der sich mit Frankreich verbündet hatte, wieder zu festigen. R. wurde in einer Fehde gegen einen französischen Grafen getötet. Seine Befreiung aus der Gefangenschaft Heinrichs VI. durch den Sänger Blondel ist eine Sage.

Robesspierre, Maximilian de:

frz. Revolutionär

*   6.5.1758 in Arras

+  28.7.1794 in Paris

R., der aus armen Verhältnissen stammte, hatte es zum Rechtsanwalt gebracht und war seit 1789 Abgeordneter des dritten Standes bei den Generalständen. Der ehrgeizige Politiker verstand es, in den Wirren der Revolution politische Karriere zu machen. R. profilierte sich auf dem radikalen linken Flügel und propagierte eine kompromisslose Demokratisierung des Volkes. Als Mitglied des Jakobiner-Klubs und im Nationalkonvent (ab September 1792) führender Kopf der Bergpartei, setzte er nach dem Fluchtversuch Ludwigs XVI. dessen Hinrichtung durch und war die treibende Kraft beim Aufstand von Paris 1793. Nach der Verdrängung seines Rivalen Danton aus dem Wohlfahrtsausschuß nahm R. eine quasi diktatorische Stellung ein. In dem Bestreben eine von ihm gepredigte Vernunft und Tugend zur Herrschaft zu bringen, führte der "Unbestechliche" die auf das Schafott gestützte jakobinische Schreckensherrschaft auf den Höhepunkt, der er schließlich selbst zum Opfer fiel. R. wurde am 27.7.1794 von den eigenen Gefolgsleuten gestürzt und guillotiniert.

Scholl, Geschwister:

dt. Widerstandskämpfer

Hans Scholl: *   22.9.1918 in Ingersheim         +  22.2.1943 in München

Sophie Scholl:   *   9.5.1921 in Forchtenberg    + 22.2.1943 in München

Die Geschwister Scholl waren während ihrer Gymnasialzeit noch begeisterte Mitglieder der nationalsozialistischen Jugendverbände. Kriegseindrücke, der Einfluß des Elternhauses sowie katholische Widerstandskämpfer bewogen sie zur Änderung ihrer Einstellung gegnüber dem Hitlerregime. Hans Scholl (Medizinstudent) und Professor Kurt Huber ( * 1893, + 1943) gründeten an der Münchner Universität die gegen den Nationalsozialismus gerichtete Widerstandsorganisation "Weiße Rose", der sich neben anderen Freunden auch Sophie Scholl (Biologie- und Philosophiestudentin) anschloß. Nach Hans´ Einsatz als Sanitäter an der Ostfront (1942) veranstaltete die Gruppe unter Lebensgefahr mehrere Flugblattaktionen. Als sie unter dem Eindruck der Niederlage von Stalingrad am 18.2.1943 Flugblätter in den Lichthof der Münchner Universität warfen, wurden Hans unsd Sophie verhaftet und vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und hingerichtet.

                                                                                                  

Sitting Bull:

(auch: Tatanka Yotanka)   Stammeshäuptling

*   um 1831 am Grand River, South Dakota

+  15.12.1890 in Fort Yates, North Dakota

Sitting Bull, Stammeshäuptling der Sioux, war einer der großen Führer der letzten indianischen Freiheitsbewegung (1866 - 76). Zusammen mit dem Häuptling "Crazy Horse" lockte er 1876 am Little Bighorn River das Kavallerieregiment des Generals Custer in den Hinterhalt, wo es vernichtend geschlagen wurde. S. floh nach Kanada und lebte bis 1881 im Exil, wurde aber ausgeliefert.  Anschließend lebte er in einem Indianerreservat und wurde auch in der Wild West Show von Buffalo Bill vorgeführt. S., der sich gegen die Weißen weiterhin rebellisch verhielt, wurde bei einer Festnahme wegen unerlaubter Kulthandlung erschossen. Die Sioux Indianer gaben den bewaffneten Widerstand auf , kurz darauf folgte das von amerik. Soldaten verübte Massaker am Wounded Knee.

                                                                                        

Tiberius, Caludius Nero

röm. Kaiser

*   16.11.42 v. Chr. in Rom

+  16.3.37 v. Chr. in Kap Misenum

T. wurde durch die  Heirat seiner Mutter (38 v. Chr.) mit Oktavian (Augustus) dessen Stiefsohn. Da er sich als Feldherr in Armenien, Pannonien und Germanien bewährte, wurde er vom Kaiser zum Thronerben auserwählt, aber erst nach seiner erzwungenen Heirat mit der Kaiserstochter Julia von ihm adoptiert. Nach Augustus´ Tod 14 n. Chr. trat T. dessen Nachfolge an. Er verzichtete auf eine Erweiterung des Reiches und beschränkte sich auf die Sicherung der Grenzen, sorgte für einen sparsamen Finanzhaushalt und eine planmäßige Verwaltung. Die 23 Jahre seiner Herrschaft waren eine Zeit des Friedens und der Blüte. Durch sein schroffes Wesen wurde der Kaiser jedoch immer mehr angefeindet, was zur Verschlechterung des innenpolitischen Klimas führte. 26 zog er sich für immer in seine Villa auf Capri zurück und überließ die unumschränkte Regierungsgewalt dem Prätorianerpräfekten Sejan.

Tut-ench-Amun:

ägypt. Pharao

*   um 1355 v. Chr.

+  um 1337 v. Chr.

T. war der Schwiegersohn und wahrscheinlich auch Sohn von Amenophis IV. (Echnaton) aus der 18. Dynastie und der Nofretete. Er kam nach dem Tod seines Bruders Semenchkare 1347/46 an die Macht. Unter seiner Herrschaft wurde die traditionelle ägyptische Amun-Religion wieder hergestellt. T. gab den Sonnenkult Echnatons auf, legte seinen ersten Namen Tut-ench-Aton ab und machte Memphis zur neuen Hauptstadt . Sein Grab - T. starb sehr früh, vermutlich gewaltsam - wurde von Howard Carter 1922 fast unberührt im "Tal der Könige" entdeckt. Es enthielt die größten jemals an einer Stelle entdeckten Schätze an Kunsthandwerken und Gebrauchsgegenständen, Gold und anderen Kostbarkeiten.  Der Grabschatz vermittelt ein einzigartiges Bild des ägyptischen Kunsthandwerks in 14. Jhd v. Chr.

                                                                                   

Zarathustra:

pers. Prophet

zwischen 1000 und 600 v. Chr.

Über das Leben des Z. ist kaum etwas bekannt. Auskunft über sein Wirken gibt der erste Abschnitt des vierteiligen heiligen Buches der Perser, das Avesta. Von Beruf Priester und Sänger, wurde Z. wegen seines Protestes gegen blutige Stieropfer und rauschhafte Orgien arischer Männerbünde aus der Heimat vertrieben und fand Zuflucht bei Fürst Vishtaspha. Unterstützt von diesem, begründete er die religiöse Lehre des Parsismus (Zoroastrismus). Z. verkündete in Ekstase empfangene Offenbarungen des Hochgottes Ahuramazda (Welt des Lichts), die den Menschen zur Entscheidung für das Gute und zur Absage an den bösen Geist Ahra Mainyu (Welt der Finsternis) ausriefen. Die schon seit Urzeiten bestehende Gegnerschaft wird nach Z. durch den entgültigen Sieg des Lichtgottes aufgehoben, wodurch der Kosmos wunderbar verwandelt und von dem Bösen gereinigt wird. Unter den Achämeniden wurde der Parsismus die persische Nationalreligion. Nach der arabisch-islamischen Eroberung des Landes wanderten die Parsen nach Indien aus.

 

 

 

 

 

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