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Entdecker und ihre Reisen

                                                                                                                             

                         

 

Wer waren diese großartigen Entdecker, denen wir unsere heutigen Kenntnisse über die Erde verdanken? Wie veränderten sie die Menschheit? Lest selbst über deren aufregende und abenteuerliche Reisen und Entdeckungen ....

Dieser Bericht stammt aus meinem persönlichen Besitz, Verlinkung und Kopie ist nicht gestattet !! Und nun viel Spaß ....und werdet nicht seekrank.....  

 

                                                         

 

 

Einleitung                                                                                                          

Reisen der Frühzeit                                                                                           

Der Grieche Pytheas                                                                                       

Wie entdeckten die Wikinger Amerika                                                              

Wie kam Marco Polo nach China /Reiseberichte                                                

Verdienst Heinrich des Seefahrers                                                                      

Vasco da Gama und Indien                                                                                

Kolumbus und seine Reisen                                                                               

Amerika - Kolumba?  

Die ersten Weltumsegler 

Orientierungen der Seefahrer auf dem Meer   

Aufzeichnung von Entdeckungen    

Die Holländer im Pazifik    

James Cook      

Entdeckung des inneren Afrikas   

Livingstone        

Die ersten Entdecker in der Arktis         

Der erste Mensch am Südpol    

Kleines Entdecker Lexikon                                           

                                                          

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                            

 

 

 

 

                                                                                

Einleitung

 

 

Die Welt von heute ist klein geworden. Satelliten umkreisen innerhalb von Minuten unseren Erdball, Radio und Fernsehen senden Informationen aus den abgelegensten Gebieten, und nur wenige Flugzeuge bringen europäische Touristen auf die andere Seite der Erde.

Das war nicht immer so. Noch im vorigen Jahrhundert dauerte eine Atlantiküberquerung mehrere Wochen, segelte man nach Indien einige Monate. Daß wir heute auf unserer Erde so viel besser Bescheid wissen als etwa die Menschen der Antike, ist der Verdienst wagemutiger Seefahrer, verwegener Entdecker und unermüdlicher Forscher. Trotz aller wirklichen oder vermeintlichen Gefahren drangen sie über die Grenzen des Bekannten hinaus - auf der Jagd nach wertvollen Gewürzen, Gold und Edelsteinen, aus Ruhmsucht und Eroberungslust, und um neue Handelswege zu erschließen.

 

Es ist aber auch der Verdienst der Gelehrten, die die Reisebeschreibungen sammelten, auswerteten und die Ergebnisse in Karten eintrugen. Die Entdeckungsreisen gehören zu den spannensten und abenteuerlichsten Unternehmungen der Weltgeschichte. Der Kontakt mit fremden Kulturen erweiterte das Weltbild und bereicherte die Lebensweise vor allem der weißen Entdecker....

 

 

                                                  

Die Reisen der Frühzeit

 

 

Wir neigen dazu, den Menschen des Altertums, die zu Lande nur Pferde und Kamele und für die Seefahrt nur einfache Segelschiffe ohne Sextant (Gerät zur Messung von Winkeln, zur Navigation) und Kompaß kannten, keine großen Reisen zuzutrauen. Aber immerhin hat der Steinzeitliche Mensch zu Fuß binnen einiger Jahrzehntausende von seinem Ursprung Ostafrika aus die ganze Erde bis Australien und Feuerland besiedelt. Und es gibt Beweise für Ozeanüberquerungen schon in grauer Vorzeit.

So kündigt nur eine knappe Notiz des um 450 v. Chr. lebenden griechischen Geschichtsschreibers Herodot von einer der großartigsten Entdeckungsreisen der Antike, nämlich der Umsegelung Afrikas um 600 v. Chr., das damals Lybien genannt wurde.    "Man weiß, daß Lybien an allen Seiten vom Meer umgeben ist, mit einer Ausnahme dort, wo es an Asien grenzt.  Diese Entdeckung machte der Pharao Necho, er sandte eine Anzahl mit Phöniziern bemannte Schiffe, sie sollten zu den Säulen des Herakles (Straße von Gibraltar) segeln und über das Mittelmeer zurückkehren.

Die Phönizier fuhren aus dem Roten Meer ab hinaus auf den Indischen Ozean. Als der Herbst kam, gingen sie an der Stelle, an der sie sich gerade befanden, an Land. Sie säten Getreide und warteten, bis sie ernten konnten. Nach dem Einbringen der Ernte setzten sie erneut Segel. Dadurch geschah es, daß zwei ganze Jahre darüber vergingen; und erst im dritten passierten sie die Säulen des Herakles und beendeten die Reise heimwärts. Dort berichteten sie, daß sie bei ihrer Fahrt um Lybien die Sonne auf der rechten Seite gehabt hätten, was ich nicht glauben kann, vielleicht aber jemand anders " .

Was Herodot nicht glauben wollte, ist für und heute der deutlichste Beweis der Geschichte, denn tatsächlich steht für Seefahrer südlich des Äquators mittags die Sonne im Norden, bei Fahrtrichtung Westen also rechts. Das aber bedeutet, die Seeleute legten in ihren vermutlich rund 40 Meter langen, mit einem Segel und etwa 40 Rudern ausgestatteten Holzbooten entlang der Küste über 37.000 Kilometer in völlig unbekannten Gewässern zurück. Aber die Phönizier galten im Altertum als die besten Seefahrer, und vermutlich bediente sich Pharao Necho deshalb ihrer Kenntnisse.

Sie waren Händler und erschlossen durch ihre Entdeckungsreisen neue Länder, wie die Kanarischen Inseln, Madeira oder die Azoren, und neue Handelswege. Der Kathager Hanno unternahm eine Expedition entlang der Westküste Afrikas, die ihn vermutlich bis zum Kamerunberg führte.

                                                 

 

                                                         

Der Grieche Pytheas

 

 

Auch die Griechen waren gute Seefahrer. Sie waren die ersten, die ihre Entdeckungen nicht nur in Form von Reisebeschreibungen und Segelanweisungen bewahrten, sondern sie auch auf Landkarten verzeichneten; sie entdeckten die Kugelgestalt der Erde und berechneten sogar ihren Umfang. Die Odyssee, das berühmte Epos des Dichters Homer mit seinen exakten Segelanweisungen, beruht vermutlich auf Berichten von griechischen Seefahrern. Schon um 800 v. Chr. hatten sie das ganze Mittelmeer befahren und über 100 Kolonien gegründet.

Vier Jahrhunderte später dehnte Alexander der Große seinen Feldzug gegen die Persier bis nach Indien aus. In seinem Troß zogen Gelehrte mit, die alle Beobachtungen und Ereignisse festhielten; nie zuvor hatte es eine so groß angelegte Forschungsreise gegeben. Nur sein früher Tod im Jahre 323 v. Chr. verhinderte, daß er diese Entdeckungen fortführen konnte.

Etwa zur gleichen Zeit drang ein Grieche, der Seefahrer und Astronom Pytheas, bis an die norwegische Küste vor. Die Entdeckungen, die er in der Nordsee machte, waren eigentlich einem Abstecher zu verdanken, denn ursprünglich war Pytheas von griechischen Kaufleuten im heutigen Marseille beauftragt worden, den Handelsweg zu den " Zinninseln "  an der englischen Südwestspitze zu erkunden, da bisher auf dem Landweg ein schwunghafter Zwischenhandel betrieben wurde, den es zu vermeiden galt.

Pytheas fuhr nach Nordfrankreich und setzte von dort nach England über. Bald erreichte er die Zinngruben, segelte dann weiter die Westküste Englands hinauf, besuchte Irland und umrundete schließlich die britische Insel, deren Form er richtig als Dreieck angab. Vor allem aber machte er einen Abstecher nach Norden, bei der er vermutlich bis zur norwegischen Küste bei Trontheim und zu den wegen ihrer Bernsteinvorkommen berühmten Insel Helgoland kam.

Leider ist sein Reisebericht nur in Bruchstücken erhalten, denn spätere Autoren verleumdeten ihn als Lügner und machten sich über ihn lustig. Zu unwahrscheinlich klangen seine Erzählungen: Im Norden sei das Meer erstarrt und wie von Quallen bedeckt ( er sah vermutlich Eisschollen ), im Sommer gehe dort die Sonne nicht unter, und das Meer atme in einem sechsstündigem Rhytmus, was der Mond verursache ( die Gezeiten, die im Mittelmeer nicht auftreten ). Immerhin reichen diese Bruchstücke, um in Pytheas einen der bedeutensten Astronomen, Geographen und Entdecker der Antike zu erkennen.

 

 

                                         

Wie entdeckten die Wikinger Amerika?

 

 

Auch im hohen Norden hatte sich im Mittelalter ein Volk wagemutiger Seefahrer entwickelt, die Wikinger (siehe Bericht unter der Völkerkunde / Wikinger / Entdeckung Amerikas). Ursprünglich siedelten sie entlang der skandinavischen Küsten. Aber als mit steigender Bevölkerung das Ackerland knapp wurde, brachen viele mit ihren hochseetüchtigen Drachenschiffen - so genannt nach den Drachenköpfen an Bug und Heck - auf und zogen nach Süden. Manche gingen auf Raub aus und waren wegen ihrer Grausamkeiten gefürchtet, andere, bekannt als " Normannen, siedelten in Nordwestfrankreich, an der Ostküste Englands , in Sizilien und auf der abgelegenen Insel Island.

Zwischen 900 und 930 trieb ein Sturm den Wikinger Gunnbjörn an Island vorbei gen Westen, er sichtete schließlich Schären und eisbedecktes Land. Davon hörte der Isländer Erik , der wegen seines flammenden roten Haares den Beinamen " der Rote " führte, und 982 brach er mit 32 Genossen auf, um jenes Land zu suchen und zu besiedeln. Nicht ganz freiwillig. Er hatte im Streit zwei Männer erschlagen und wurde dafür auf drei Jahre von der Insel verbannt.

Doch er erreichte sein Ziel, umsegelte die Südspitze und gründete an der Westküste zwei Kolonien. Er nannte das Land Grönland (grünes Land ), in der Hoffnung, daß dieser Name weitere Siedler anlocken würde, und nach eingen Jahren betrug die Einwohnerzahl seiner Siedlungen schon etwa 3.000. Grönland wird geographisch zu Nordamerika gerechnet. Daher gilt Erik der Rote als Entdecker der Neuen Welt, 500 Jahre vor Kolumbus.

Um 986 verirrte sich ein Händler auf der Fahrt von Island nach Grönland und stieß auf ein im Südwesten gelegenes flaches, waldbedecktes Land. 15 Jahre später, so berichtet die Grönlandsaga, brach von Grönland aus der Wikinger Leif Eriksson (Erik´s Sohn) mit 35 Mann zu einer Forschungsfahrt auf, um jenes Land wiederzufinden.

Zunächst erreichten sie das karge " Helluland " (Baffinland), dann tauchten nach einigen Tagen Südkurs bewaldete Hügel und weiße Strände vor ihnen auf, vermutlich Labrador. Noch weiter südlich stießen sie auf die kleine Insel Belle Isle und auf Neufundland. Die aus Grönland kommenden Nordländer waren von den grünen, fruchtbaren Wiesen und den fischreichen Flüßen begeistert. Sie entdeckten sogar wildwachsenden Wein und tauften das Land daraufhin " Vinland "  (Weinland).

Im folgenden Jahr unternahm Leifs Bruder Thorwald weitere Erkundungsfahrten, doch bald kam es zu Kämpfen mit Indianern - die Wikinger nannten sie Skälinge  (Schwächlinge ) -, und Thorwald starb, nachdem ein Pfeil ihn getroffen hatte. Trotzdem wurde ein weiterer Versuch einer Koloniegründung unternommen, aber nach drei Jahren ständiger Kämpfe mit den Indianern gaben die Wikinger auf und segelten zurück.

Auch Grönland erwies sich zuletzt als zu unwirtlich. Im 13. Jahrhundert kühlte sich das Klima ab, hinzu kamen Angriffe der Eskimos, und Ende des 15. Jahrhunderts starb der letzte Siedler. So blieb die Entdeckung Amerikas durch die Wikinger für die Weltgeschichte ohne Folgen.

 

                          

 

Das angesammelte Wissen über die Erde ermöglichte den Römern bald darauf, ein gewaltiges Imperium aufzubauen, das von Spanien bis Arabien reichte. Auch viele tausend Kilometer weiter östlich hatte sich eine Hochkultur entwickelt, die Entdeckungsreisen unternahm und ihre Erkenntnisse auf Karten darstellte: China. Dank ihrer langen Küste wandten sich die Chinesen früh dem Meer zu. Sie entwickelten hochseetüchtige Schiffe, Methoden und Instrumente, um nach den Sternen zu navigieren, und erfanden schließlich den Kompaß.

Sie unternahmen regelmäßige Fahrten nach Korea, Indien und Java und erreichten die afrikanische Küste. Es gibt einige vage Hinweise darauf, daß Chinesen sogar nach Mittel- und Südamerika gelangten. Auch zu Lande gingen sie auf Entdeckungsreisen: Sie suchten die Quellen des Hoanghoflusses und erforschten die Hochländer und Gebirge im westlichen Teil ihres Reiches.

Arabische Forscher studierten die Überlieferungen der Antike, ergänzten und korrigierten sie duch eigene Beobachtungen. Der Geograph Idrisi etwa reiste um 1500 durch Nordafrika, Kleinasien und Europa; seine geographischen Vorstellungen legte er nach 15jähriger Arbeit in Form einer auf einer Silberplatte gezeichnete Weltkarte nieder - sein Wissen, aber auch seine Irrtümner beeinflußten das Weltbild des Abendlandes bis ins 18. Jahrhundert. 1926 wurde seine Karte aus dem erhaltenen Buch rekonstruiert. Und der bedeutenste Reisende, Ibn Battuta, beschrieb im 14. Jahrhundert das gesamte Gebiet von Nordafrika bis nach China aus eigener Anschauung; er legte im Laufe vieler Jahre etwa 120.000 Kilometer zurück.

 

 

                                           

Marco Polo und sein Reisebericht

 

 

Im europäischen Mittelalter ging ein Großteil des geographischen Wissens der Antike verloren oder wurde nicht beachtet. Zwar bezog man Gewürze, Seide und andere Waren aus China und Indien, aber nur über arabische Zwischenhändler, und niemand in Europa ahnte etwas von der chinesischen Hochkultur und ihren Leistungen. Doch der Ferne Osten brachte sich etwa um 1240 selbst in Erinnerung. Um diese Zeit nämlich war das nomadische Reitervolk der Mongolen unter seinem Führer Dschingis-Khan erstarkt, hatte zunächst China erobert, drang unter Batu-Khan bis nach Österreich vor und besiegte ein deutsch-polnisches Heer.

Kublai-Khan, der Enkel Dschingis-Khans, wurde 1259 " Großkhan " . Er war ein gebildeter, weltoffener Mann, verlegte die mongolische Hauptstadt nach Peking und regierte ein gewaltiges Reich, das fast ganz Asien umfasste.

Dort besuchte ihn um 1270 die beiden Kaufleute Nicolo und Maffeo Polo aus Venedig, die ersten Europäer in China. Er empfing sie mit allen Ehren, und sie erzählten von ihrer fernen Heimat und vom Christentum. Offenbar faszinierten ihre Geschichten Kublai-Khan, denn er bat sie, nach Europa zu reisen und dem Papst Grüße zu senden, er möge ihm christliche Gelehrte und heiliges Öl schicken.

Sie führten den Auftrag aus und kehrten, in Begleitung zweier Mönche, die allerdings unterwegs aufgaben, durch Persien über das Pamirgebirge nach China zurück. Bei ihnen war Nicolos 15jähriger Sohn Marco. Das war der Auftakt zu einer der erregensten Entdeckungsreisen aller Zeiten. Denn Marco Polo gewann sehr schnell das Vertrauen des mächtigen Herrschers und reiste in seinem Dienst durch alle Teile des Reiches, von der Mongolei bis Indien und Sumatra. Erst nach 24 Jahren kehrte er, von Heimweh getrieben, nach Venedig zurück.

 

                                   

 

Nur durch einen Zufall wurde die Reise überhaupt bekannt: In einem Krieg zwischen Venedig und Genua gefangen genommen, traf Marco Polo im Gefängnis den Schriftsteller Rustichello und erzählte ihm seine Abenteuer. Zusammen gaben sie dann den Reisebericht heraus, der ihn sofort in ganz Europa berühmt machte.

Erfuhr man doch hier zum erstenmal Einzelheiten aus jener sagenhaften Heimat der Gewürze, der Seide und des Porzellans. Man zahlte mit Papiergeld, verbrannte schwarzen Stein (Kohle), fuhr in gewaltigen Schiffen oder reiste auf bequemen Straßen, und der Großkhan regierte das aus vielen Völkern mit unterschiedlichen, für die Europäer ganz fremdartigen Sitten und Gebräuchen bestehende Reich dank einer gut durchdachten, straffen Verwaltung.

Für die Europäer war Marcos Reisebericht ein Schock und eine Herausforderung. Es mußte doch möglich sein, mit jenen so unermäßlich reichen fernöstlichen Herrschern Handel zu treiben ohne die Waren nur über die teuren Zwischenhändler zu bekommen. Und dabei gleichzeitig den Moslems, den traditionellen Feinden des Christentums in den Rücken zu fallen. So beginnt eigentlich mit der Reise Marco Polos das Zeitalter europäischer Entdeckungen jahrhundertelang getrieben von der Suche nach einem Seeweg in den Fernen Osten.

 

 

                                            

Der Verdienst Heinrich des Seefahrers

 

 

Ausgerechnet das kleine Land Portugal nahm als erstes die Herausforderung an, einen Seeweg in den Fernen Osten zu suchen. Vor allem aber war es ein Mann, der in jahrzehntelanger, zäher Arbeit Portugal den Weg in den Fernen Osten bahnte: Prinz Heinrich (1394 - 1460 ) , dem man später den Beinamen " der Seefahrer "  gab, obwohl er selber auf keiner Entdeckungsreise mitfuhr. Aber er versammelte an seinem Hof Gelehrte, Astronomen und Kartographen, Seefahrer und Instrumentenmacher, wertete alle erreichbaren Berichte aus, auch die arabischer Autoren, förderte den Bau schnellerer Schiffe, der " Karavellen "  und schickte immer wieder Kapitäne aus, die so weit wie möglich an der Westküste Afrikas nach Süden vorstoßen sollten, bis sich vor ihnen eine Wasserstraße nach Osten, nach Indien, auftat - ein vergleichsweise so aufwendiges Unternehmen wie heute die Erforschung des Weltalls.

Bald stellten sich erste Erfolge ein: Die Azoren, wie wir heute wissen, schon den Phöniziern bekannt, wurden wiederentdeckt. Nur langsam wuchs dagegen die Kenntnis der afrikanischen Küste, denn die Kapitäne fürchteten sich und kehrten immer möglichst bald wieder um: Im tropischen Süden sollte es angeblich riesige Meeresungeheuer geben, sollte das Meer kochen oder zähflüssig werden oder gar in einem gewaltigen Strudel ins Erdinnere stürzen. So dauerte es Jahrzehnte, bis die Portugiesen Kamerun erreichten, eine Reise, für die 2000 Jahre zuvor Hanno einige Sommermonate gebrauchtm hatte. Doch auch Heinrichs Tod 1460 ließ die portugiesischen Anstrengungen nicht erlahmen. 1487 umschiffte Bartolomeu Diaz das Kap der Guten Hoffnung, die Südspitze Afrikas, und der Weg nach Indien war frei.

                

 

                                        

  Wie erreichte Vasco da Gama Indien

 

Vasco da Gama (1469 - 1524)

Erst 1497 verließ die erste Flotte den Hafen von Lissabon, um auf der von Diaz entdeckten Route Indien anzulaufen. Oberbefehlshaber war Vasco da Gama, ein junger Edelmann. Ende des Jahres fuhren seine Schiffe über den fernsten bisher bekannten Punkt hinaus und steuerten nun entlang der afrikanischen Ostküste Nordkurs. In Mosambik erhielten sie erstmals einen Eindruck von dem blühenden Handel im Indischen Ozean.Es gelang da Gama einen Lotsen für die Fahrt über den Ozean zur indischen Küste zu bekommen, und im Mai liefen sie in der Hafenstadt Kalikut ein.

Aber hier war der Empfang frostig, zumal in diesem reichen Hafen niemand ihre billigen Tauschwaren haben wollte. Wenigstens konnte da Gama einige Gewürzproben und einen Brief des Herrschers von Kalikut an den König von Portugal mit an Bord nehmen. Etwa ein Jahr dauerte die Heimreise, und Vasco da Gama wurde ein triumphaler Empfang zuteil, denn der alte Traum Prinz Heinrichs war in Erfüllung gegangen: Es gab einen Seeweg nach Indien.

Mit dieser Entdeckung aber begann auch die unrühmliche Geschichte der europäischen Seeherrschaft. 1502 brach Vasco da Gama zu seiner zweiten Indienfahrt auf, und diesmal bediente er sich rücksichtslos seiner Waffen und setzte seine Ziele mit Gewalt durch. Um sich an den Moslems zu rächen, verbrannte er sogar ein mit Frauen und Kindern besetztes Pilgerschiff, das auf der Rückfahrt von Mekka war. Und auch seine Nachfolger besetzten mit Waffengewalt und Grausamkeit sofort die strategisch wichtigen Stützpunkte an der neuen Route, um den Fernosthandel ganz in ihre Hand zu bekommen. Denn inzwischen stellte Spanien eine Konkurrenz dar, die gleichfalls nach Indien wollte - aber mit Kurs West.

 

 

                                        

Kolumbus und sein Weg nach Westen

 

Christoph Kolumbus (1451 - 1506)

" Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa acht Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein und fuhren nur mit dem Großsegel, ohne Nebensegel. Dann lagen wir und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache " Guanahani "  hieß. Dort erblickten wir allsogleich nackte Eingeborene. Ich begab mich, begleitet von Martin Alonso Pinzon und dessen Bruder Vicente Yanez, dem Kapitän der Nina, an Bord eines mit Waffen versehenen Bootes an Land. Dort entfaltete ich die königliche Flagge. "

So beschreibt Christoph Kolumbus in seinem Tagebucheintrag vom 12. Oktober 1492 den ersten Kontakt mit Amerika, genauer einer der Bahamainseln, und seinen Menschen. Kolumbus war eine außerordentliche Persönlichkeit. 1451 in Genua geboren, hatte er wie sein Vater Wollweber gelernt und war mit 14 Jahren erstmals zur See gefahren. Er galt als außerordentlich wissenshungrig und verschlang vor allem Bücher aus fernen Ländern.

Noch heute existiert sein mit vielen Randbemerkungen versehenes Exemplar von Marco Polos Buch. 1478 heiratete er eine portugisische Adelige, wohnte auf Madeira und unternahm mindestens eine Reise entlang der afrikanischen Küste. Doch während Portugal den Seeweg um Afrika erkundete, hatte er sich vorgenommen, China und Indien auf der Westroute zu erreichen und er setzte diese Absicht gegen alle Widerstände durch.

Zu jener Zeit hatten die Gelehrten den mittelalterlichen Glauben, die Erde sei eine Scheibe, längst abgeschüttelt. War sie aber eine Kugel, so mußte man auch auf westlichem Weg nach Indien kommen, und nach den Berechnungen des Geographen Paolo Toscanelli aus Florenz, auf die Kolumbus sich stützte, war diese Route weit kürzer als der Weg um Afrika herum.

Er trug seinen Plan zuerst dem König von Portugal vor, doch der lehnte ab. So versuchte es Kolumbus am spanischen Hof, aber auch hier gab es Widerstände, nicht zuletzt deshalb, weil Spanien gerade gegen die letzten Moslems auf der Iberischen Halbinsel kämpfte.

Doch 1492 endete dieser Krieg, und das spanische Königspaar Ferdinand und Isabella gingen jetzt auf seine keineswegs geringen Forderungn ein: die Ernennung zum Admiral, den zehnten Teil aller Gewinne der Reise, ein Empfehlungsschreiben an den von Marco Polo erwähnten Großkhan und drei vergleichsweise winzige Schiffe mit rund 90 Mann Besatzung - die berühmteste Flotte, die je in See stach: als Flaggschiff die Santa Maria, dazu die Pinta und die Nina.

Er belud sie mit Vorräten und Tauschwaren und nahm Kurs West. Nach einem Zwischenstopp auf den Kanarischen Inseln begann die Flotte am 6. September die Atlantiküberquerung. Schon nach wenigen Tagen auf dem offenen Meer wurde die Mannschaft unruhig; sie fürchtete sich vor dem Unbekannten und Kolumbus konnte gerade noch eine Meuterei verhindern. Auch er wartete Anfang Oktober ungeduldig auf den Ruf " Land voraus " ; nach seinen Berechnungen mußte Asien jetzt nah sein.

Am 7. Oktober sichteten sie dann Schwärme von Landvögeln und vier Tage darauf eine kleine Insel. Zwar liefen die Eingeborenen, die Indianer, wie Kolumbus sie nannte, nackt herum und besaßen nur wenig Gold, aber trotzdem mußte jetzt Indien dicht hinter dem Horizont liegen. Er nahm die Insel unter dem Namen " San Salvador "  für Spanien in Besitz und suchte weiter - vergebens. Dafür entdeckte er Kuba und Hispaniola (Haiti) und gründete dort die erste spanische Kolonie " Navidad " . Im März 1493 kehrte er mit zwei Schiffen, die Santa Maria war unterwegs gestrandet, nach Spanien zurück.

 

                               

 

 

Obwohl Kolumbus weder Gold noch Gewürze mitbrachte, wurde er gefeiert, zum Großadmiral und Vizekönig von Indien ernannt und sofort mit den Vorbereitungen für eine weitere Expedition betraut. Zudem bewirkten die Spanier beim Papst eine Verfügung, die ihnen gegenüber Portugal die Rechte an der Entdeckung sichern sollten; diese führte 1494 zum Vertrag von Tordesillas, mit dem sich beide Staaten die Welt untereinander aufteilten; Spanien bekam alle Länder westlich einer Nord-Süd-Linie, die etwa 2.000 Kilometer westlich der Azoren gezogen wurde, Portugal gehörten alle Entdeckungen östlich davon - durch diese Übereinkunft kam das 1500 zufällig entdeckte Brasilien zu Portugal.

Seine nächste Reise trat Kolumbus mit 17 Schiffen und 1.500 Menschen an. Die Siedler von Navidad trafen sie allerdings nicht mehr an - sie waren plündernd über die Insel Hispaniola gezogen und schließlich von den Eingeborenen erschlagen worden. Trotzdem gründete Kolumbus einige Kilometer entfernt die Kolonie " Isabella " .

Er fand weitere Inseln, doch immer noch keine Schätze. Erst bei seiner dritten Reise betrat er an der Orinokomündung erstmals südamerikanisches Festland. Dann segelte er wieder nach Hispaniola. Dort hatte sein Bruder Bartolomeo inzwischen Isabella aufgegeben und dafür die Stadt " Santa Domingo "  gegründet. Aber auch hier gab es Probleme mit den Siedlern, zum Teil Kriminelle, denen man die Strafe erlassen hatte. Kolumbus griff hart durch, um Ordnung zu schaffen, aber vergebens. Als Informationen über seinen Mißerfolg nach Spanien drangen, sandte der König einen Gouverneur hinüber, der Kolumbus ablöste, ihn in Ketten legte und nach Spanien zurückbringen ließ.

Dennoch betraute ihn die spanische Krone noch einmal mit einer vierten Reise, mit der Bedingung, Hispaniola nicht mehr zu betreten. Kolumbus wollte diesmal zwischen den Inseln hindurchfahren, um endlich sein Versprechen einzulösen und das vermeintlich dahinterliegende reiche Indien zu erreichen. Statt dessen fand er Mittelamerika, den Golf von Honduras und den Isthmus von Panama, aber immer noch keine Schätze. Als schwerkranker und enttäuschter Mann kehrte Kolumbus zurück und starb zwei Jahre später verbittert in Valladolid, noch immer im Glauben, Asien erreicht zu haben, und ohne zu wissen, daß er in Wirklichkeit eine neue Welt gefunden hatte.

 

                                                 

  Warum heißt Amerika nicht Kolumba?

 

 

Der Plan des Kolumbus war einer der größten und folgenreichsten Irrtümer in der Geschichte. Er schien nur durchführbar, weil Toscanelli und manche andere Geographen den Erdumfang zu niedrig schätzen. Nach dieser Rechnung sollten Japan und China etwa dort liegen, wo Kolumbus Land sichtete. Sie ahnten weder, daß ein ganzer Kontinent den Weg versperrte, noch daß sich jenseits davon der gewaltige Pazifische Ozean ausbreitete. Hätten sie den wahren Umfang gekannt, wäre Amerika wahrscheinlich erst viel später entdeckt worden. So besteht der Ruhm des Kolumbus gerade darin, daß er trotz aller Bedenken und Widerstände losfuhr - seine Entdeckung erwies sich als weit wertvoller, als es die Westroute nach Indien je gewesen wäre.

Dennoch war es ihm nicht einmal vergönnt, der Entdeckung seinen Namen zu geben. Kurz bevor Kolumbus fast vergessen starb, erschien ein schmales, spannend geschriebenes Büchlein, angeblich von einem gewissen Amerigo Vespucci, das von einem neuen Erdteil kündete, den der Verfasser auf vier Reisen erforscht haben wollte und der wahrscheinlich das lang ersehnte, nun wiedergefundene Paradies auf Erden darstellte. Der Name Kolumbus war nicht einmal erwähnt. Wie wir heute wissen, handelte es sich um die geschickte Fälschung eines unbekannten Buchdruckers ohne Wissen Vespuccis.

Sie bezog sich auf einen privaten Brief Amerigo Vespuccis, einem Seefahrer in spanischen und portugisischen Diensten, und verarbeitet zudem den Reisebericht des Portugiesen Cabral, der 1500 zufällig Brasilien entdeckte. Dennoch war das Buch ein Riesenerfolg und wurde in vier Sprachen übersetzt, und 1507 schlugen die deutschen Geographen Martin Waldseemüller und Matthias Ringmann vor, das das neuentdeckte Land nach dem Vornamen des Entdeckers " Amerika "  zu benennen. Obwohl später die Fälschung aufflog, blieb der Name haften und wurde 1538 von dem flämischen Kartographen Gerhardus Mercator auf den ganzen Doppelkontinentn übertragen - der Name Kolumba konnte sich nicht durchsetzen.

 

 

                                                              

  Die ersten Weltumsegler

 

    

Ferdinand Magellan (1480 - 1521)

Indianische Erzählungen hatten den Weg gewiesen: Jenseits der feuchtwarmen Dschungel, so vertrauten die Indianer den goldgierigen Spaniern an, die in ihr Land eingedrungen waren, gäbe es ein gewaltiges Meer mit perlenbedeckten Stränden, in das Flüsse voll Edelmetall mündeten. Ein ehrgeiziger spanischer Soldat, Vasco Núnez de Balboa, brach 1513 auf und kämpfte sich zusammen mit etwa hundert Bewaffneten und einer Meute Bluthunde durch die Sümpfe der Landenge von Panama. Nach einem Monat stand er tatsächlich an einem weiten blauen Meer; er taufte es " Mar del Sur " (Südsee) und nahm es samt allen Küsten und Inseln für Spanien in Besitz.

Der Portugiese Ferdinand Magellan schlug dem spanischen Herrscher Karl eine  Expedition südwestlich um Amerika herum zu den Molukken vor. Er stieß auf lebhaftes Interesse, denn vielleicht konnte Spanien dann seinen Anspruch auf diese reichen Gewürzinseln erheben.

Im August 1519 verließ Magellans Flotte aus fünf Schiffen den Hafen von Sevilla. Über die Kanarischen Inseln ging es nach Brasilien, am Rio de la Plata vorbei und nach Patagonien, wo die Schiffe überwinterten. Im Frühling schließlich entdeckten sie die gesuchte Durchfahrt - sie ist heute als Magellanstraße bekannt - und tauften die weite, ruhige Wasserfläche, die sich vor ihnen erstreckte, den "Stillen"  oder " Pazifischen "  Ozean.

Nun begann der anstrengenste Teil der Reise. Drei Monate lang gab es auf dem offenen Meer kaum frisches Wasser und der Proviant war schon ziemlich verdorben. Die Männer jagten sogar die Ratten an Bord und kauten die Rinderhaut, die zur Abdeckung der Segel diente. 21 Seeleute starben an Skorbut, einer Vitaminmangelkrankheit.

Aber schließlich erreichten sie die heute als Phillipinen bekannte Inselgruppe und konnten sich mit frischer Nahrung versorgen. Statt nun aber weiter zu den Molikken zu segeln, startete Magellan einen Bekehrungsfeldzug unter den Insulanern und wurde dabei getötet. Nur eines der fünf Schiffe, die Victoria, erreichte mit den letzten Überlebenden unter dem Kommando von Sebastian Elcano nach drei Jahren wieder Spanien, wo man die ersten Weltumsegler feierlich begrüßte.

 

 

                                 

  Die Orientierung der Seefahrer auf dem Meer

                   

Nur wenige spanische Entdeckungsschiffe durchsegelten in den folgenden Jahrzehnten den Pazifik. Sie entdeckten zwar die eine oder andere Insel, aber ihre Nachfolger hatten meist große Schwierigkeiten, die vergleichsweise einfachen Eilande im weiten Ozean wiederzufinden. An Kolonisierung war daher gar nicht zu denken.

Im 15. Jahrhundert mußten sich die Seefahrer vor allem auf ihr Gespür für Winde und Wellen verlassen. Genaue Meßinstrumente gab es noch nicht. Die Leistungen des Kolumbus lassen daher auf beachtliche seemännische Fähigkeiten schließen. Meist bestimmte man die Fahrtrichtung mit dem Kompaß, schätzte die täglich zurückgelegte Entfernung und trug diesen Wert in eine einfach Seekarte ein.

Später maß man die Geschwindigkeit des Schiffes durch Auswerfen eines " Logs "  - das war ein Brett an einer Schnur, die mit Markierungsknoten versehen war. Je schneller das Schiff fuhr, desto mehr Knoten liefen in einer bestimmten Zeit über Bord. Daher stammt die Bezeichnung " Knoten "  (Seemeilen pro Stunde). Das Meßergebnis wurde zusammen mit Kurs und Wetterdaten mehrmals täglich ins  "Logbuch "  eingetragen.

Vergleichsweise einfach war die geographische Breite zu bestimmen. Dazu mußte man nur mittags die Winkelhöhe der Sonne über dem Horizont bestimmen. Die anfangs dafür benutzten Quadranten und Astrolabien waren an Bord eines schwankenden Schiffes jedoch recht ungenau. Vielfach segelten die Seeleute daher nördlich oder südlich, bis sie auf dem Breitengrad des Zielhafens waren und steuerten dann genau in westliche bzw. östliche Richtung.

Um die geographische Länge zu bestimmen, hätte man eine genau gehende Uhr gebraucht, denn der Längengrad entspricht der Zeitdifferenz des Sonnenhöchststandes am Schiffsort im Vergleich zu einem Bezugsort (heute der Längengrad von Greenwich bis London). Bei klarem Himmel diente nachts der Polarstern und die Stellung des Sternbildes " Kleiner Bär " , das um den Polarstern kreist, konnte zu einer ungefähren Zeitbestimmung genutzt werden. Genauere Zeitmesser als Sanduhren gab es nicht. Immerhin läßt sich selbst ohne Instrumente über große Entfernungen navigieren.

 

                                                        

Aufzeichnung von Entdeckungen

 

 

Auch die Seekarte gehörte zu den Navigationsmitteln. Im Altertum hielt man sich im wesentlichen an Reisebeschreibungen und Segelanweisungen und blieb meist nahe der Küste. Erst im 14. Jahrhundert kamen im Mittelmeer auf Pergament gezeichnete  "Portolankarten "  auf, die von Steuermann zu Steuermann weitergereicht wurden. Sie zeigten nur die Küsten - Vorgebirge, Häfen, Buchten - und ein Gewirr von Linien und Kreisen, mit deren Hilfe die Steuerleute den jeweiligen Kurs bestimmten.

Erst Anfang des 16. Jahrhunderts werteten " Kartenzeichner "  die Reisebeschreibungen und Logbücher aus, rekonstruierten daraus Lage und Aussehen von Inseln und den Verlauf von Küsten und setzten die Erkenntnisse in Seekarten um. Die ältesten Karten basieren noch auf antiken und arabischen Vorstellungen.

Der berühmteste Kartograph jener Zeit war Gerhardus Mercator (Gerhard Kremer) ; er erfand die noch heute benutzte "Mercatorprojektion", mit deren Hilfe er das Bild der gekrümmten Erde auf eine flache Karte übertrug. Für Steuerleute ist dies besonders praktisch: Sie brauchten bloß einen Strich vom Ausgangs- zum Zielhafen zu ziehen und können daraus direkt ihren Kompaßkurs (also die Fahrtrichtung) ablesen.

                                  

 

 

                                                  

Die Holländer im Pazifik

 

 

Einige Jahrzehnte lang gehörte der Pazifik fast allein den Spaniern, die allerdings nur wenige Entdeckungsfahrten unternahmen und sich auf eine feste Route zwischen Acapulco in Mexico und Manila auf den Phillipinen beschränkten. Einer der wenigen fremden Seefahrer war der englische Kapitän Francis Drake, der vor allem spanische Schatzschiffe überfiel, aber 1578 auch die Westküste Amerikas bis fast nach Kanada hinaufsegelte und über den Indischen Ozean wieder nach England zurückkehrte.

Inzwischen erforschten die Portugiesen die malaiische Inselwelt, entdeckten 1526 Neuginea und Kartierten sogar die Nordwestküste Australiens. Sie hielten diese Kenntnis aber geheim: Wir wissen nur durch französische Kopien alter portugisischer Seekarten davon, die vermutlich beim Erdbeben von Lissabon 1755 vernichtet wurden.

Holländische Seefahrer sammelten in dieser Zeit in spanischen und portugisischen Diensten Erkenntnisse und Karten über deren Ostasienhandel, und nachdem sich die Niederlande von Spanien abgespalten hatte, bauten sie selbst eine Handelsflotte auf. 1596 veröffentlichte Jan Huyghen van Linschoten sein Buch " Itinerario " . Er beschrieb darin ausführlich die Länder, Völker und Handelsprodukte des Ostens und äußerte die Meinung, Portugiesen und Spanier hätten nicht die Macht, andere Völker vom Ostindienhandel auszuschließen.

Um 1602 entstand die niederländische Ostindische Handelskompanie, die fortan bewaffnete Handels- und Forschungsschiffe aussandte und bald die Portugiesen von den Gewürzinseln vertrieb. Das gesamte 17. Jahrhundert hindurch hielten sich  nun holländische Schiffe in jenen Gewässern auf, entdeckten Neuseeland und Tasmanien, landeten an der australischen Westküste (sie tauften das Gebiet " Neuholland " ) und beobachteten erstmals " eine große Katzenart, deren Jungen aus einem Beutel kriechen " - Känguruhs.

 

                           

 

 

Die anderen europäischen Nationen blickten längst neidisch auf die großen Gewinne, die Spanier, Portugiesen und nun auch Holländer aus ihrem überseeischen Handel zogen. Besonders in Frankreich und England wurden Stimmen laut, man solle auch in dieses Geschäft einsteigen, und bald entstanden auch hier von der Krone unterstützte Ostindien-Handelsgesellschaften. Besonders die noch weitgehend unbekannte Südsee galt als interessantes Ziel - zumal sich seit der Antike der Glaube hielt, dort gäbe es noch einen riesigen, fruchtbaren Kontinent zu entdecken, die " Terra australis " . Die Kartographen trugen sie stets als gewaltige Landmasse im südlichen Pazifik ein.

Während man sich bis dahin mit der ungefähren Lage und Beschreibung fremder Küsten zufriedengegeben hatte, entstand jetzt der Wunsch nach exakter Vermessung der Erde und der Länder. Zwei Erfinder machten das allerdings erst möglich: Um 1750 entstand durch Weiterentwicklung des Quadranten der Sextant in seiner heutigen Form, mit dem sich erstmals auch an Bord eines Schiffes präzise der Breitengrad bestimmen ließ. Und der englische Uhrmacher John Harrison schuf etwa zur gleichenZeit eine Uhr, die auch auf einem schwankenden Schiff über Monate die richtige Zeit anzeigte und dadurch die genaue Bestimmung der geographischen Länge ermöglichte.

 

 

 

                                                            

James Cook

 

           

James Cook (1728 - 1779)

Bald setzte zwischen Frankreich und England geradezu ein Wettrennen in die Südsee ein. Der weitaus erfolgreichste und berühmteste Entdecker jener Zeit war der englische Seefahrer James Cook, der nicht nur als vorzüglicher Kartograph galt, sondern auch wissenschaftliche Interessen hatte. Er wurde 1768 mit dem Schiff Endeavour (Bemühung) und einem Stab von Gelehrten in die Südsee geschickt, um auf der gerade entdeckten idyllischen Südseeinsel Tahiti den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonne zu vermessen - diese Daten sollten helfen, den Abstand zwischen Erde und Sonne genauer zu bestimmen. Dann aber sollte er vor allem nach jenem sagenhaften Südkontinent forschen und einige der von anderen Seefahrern entdeckten Küstenstriche besuchen, um sie zu erforschen.

Cook freundete sich bald mit den Bewohnern von Tahiti an. Als er weitersegelte, begleitete ihn der Priester Tupaia von der Insel als Dolmetscher und Lotse - er zeichnete für Cook aus dem Gedächtnis eine Karte mit 70 Inseln auf ! Doch obwohl Cook dann sechs Wochen in südliche Richtung segelte, traf er auf kein Land - an dieser Stelle exestierte die Terra australis offenbar nicht.

So hielt er westwärts auf das Neuseeland des Holländers Tasman zu, vermaß ausführlich die Nord-Südinsel und erreichte schließlich die Ostküste Australiens nahe einer großen Bucht - er nannte sie " Botany Bay " . Dort gründeten die Engländer kurz darauf eine Strafkolonie, heute liegt hier Sydney. Cook folgte der Küste nach Norden, aber bald erreichte er die von Korallenriffen übersäte Torresstraße zwischen Australien und Neuguinea.

Cook segelte weiter die Küste entlang bis zum " Kap York " . Doch das Schiff mußte gründlich überholt werden, und so hielt er Kurs auf den holländischen Hafen Batavia (heute Djakarta). Dort brach dann das Unglück herein: Während dank Cooks Umsicht bisher kein Besatzungsmitglied gestorben war, erlagen hier 18 Männer der Ruhr, einer damals nahezu unheilbaren Darmerkrankung, hervorgerufen durch Bakterien. Unter den Opfern waren einige der Gelehrten und der Tahitianer Tupaia. Trotzdem wurde die Fahrt der Endeavour bei ihrer Ankunft in England als großer Erfolg gefeiert.

Nicht zuletzt beeindruckte die britische Admiralität, daß Cook keinen Mann durch Skorbut verloren hatte, denn diese Krankheit war zu jener Zeit die Geißel langer Seereisen: Hände und Füße schwollen an, das Zahnfleisch begann zu bluten, schließlich fielen die Zähne aus. Mangel an frischem Gemüse, genauer gesagt an Vitamin C, war die Ursache dieser Krankheit.

Cook nahm daher große Mengen Sauerkraut und Zwiebeln und so oft wie möglich frisches Fleisch und Früchte an Bord. Damals ernährte man sich auf langen Seereisen im wesentlichen von Schiffszwieback, gesalzenem Fleisch und gekochten Bohnen.

 

                         

 

Schon ein Jahr nach seiner Rückkehr stach Cook erneut in See, diesmal mit den beiden Schiffen Resolution ( Entschlossenheit ) und Adventure ( Abenteuer ), denn noch immer war die Frage nach dem Südkontinent ungeklärt. Sie umrundeten die Erde so weit südlich wie möglich, doch die Suche war vergebens: einen bewohnbaren Südkontinent gab es offenbar nicht. So kreuzten sie monatelang durch den Stillen Ozean und sichteten eine Fülle von Inseln. Schon Cook fiel auf, daß sich ihre Bewohner und deren Sprache glichen, daß also alle Polynesier gemeinsamen Ursprungs sein müssen.

Um 1775 kehrte die Expedition nach England zurück, und Cook wurde nun endlich für seine Leistungen in den Kapitänsrang erhoben. Er gedachte sich zur Ruhe zu setzen, aber noch einmal schickte ihn die Admiralität auf die Reise: Es ging darum, ob es vom nördlichen Pazifik aus eine Durchfahrt zum Atlantik gab. Zunächst besuchte er wieder einige Inselgruppen im Süden den Ozeans, dann wandte er sich nach Norden und entdeckte 1778 die Sandwichinseln, das heutige Hawaii.

Einige Monate lang suchte er an der Nordwestküste Amerikas bis hinauf nach Alaska vergeblich nach einer Durchfahrt, dann kehrte er zu den Sandwichinseln zurück. Hier ereilte ihn sein Schicksal: Bei einem Streit mit den Eingeborenen wurde er erschlagen - ein besonders bedauerlicher Tod gerade für einen Mann wie Cook.

 

 

                                                          

Das innere Afrika

 

 

Für Europa blieb lange Zeit der "dunkle Kontinent" - unwegsam durch sumpfige Urwälder und wasserlose Wüsten, von gefährlichen Eingeborenen besiedelt, bis auf die Küsten daher unbekannt. Nordafrika war seit etwa 700 in den Händen der Moslems, die keine Christen einreisen ließen. Sie betrieben mit Gold, Elfenbein und schwarzen Sklaven einen schwunghaften Handel. Nur ein Land machte hier eine Ausnahme: Äthiopien, das seit dem vierten Jahrhundert christlich war, aber durch die Araber von Europa abgeschnitten wurde. Katholische portugiesische Missionare arbeiteten im 16. und 17. Jahrhundert in vielen Teilen des Landes - bis sie von Arabern vertrieben wurden.

Die Holländer ( Buren ) hatten 1652 eine Kolonie am Kap der Guten Hoffnung gegründet und einen Teil der Kapregion erkundet. Für die Europäer war das Landesinnere nur interessant, wenn es um Nachschub neuer Sklaven ging.

Nur langsam erwachte in Europa die wissenschaftliche Neugier: Wo etwa lagen die Quellen des Nil ? Wo entsprangen Kongo und Sambesi ? Doch gerade der Sklavenhandel trug schließlich zur Erforschung des afrikanischen Landesinneren bei- Ende des 18. Jahrhunderts, als Folge der Aufklärung, empfanden einige europäische Länder die Fragwürdigkeit und moralische Verwerflichkeit dieses Handels, und 1807 verbot England den Sklavenhandel. Die Amerikaner sollten statt dessen zu protestantischen Christen bekehrt werden; dafür müsse man Missionsstationen errichten und dazu den Kontinent endlich erforschen.

 

                           

 

Diesem Vorhaben aber stellten sich nicht nur die Moslems, sondern auch die Geographie des Landes entgegen. Amerika wurde erkundet, indem man zunächst mit Schiffen und Booten entlang der großen Ströme ins Landesinnere vorstieß. Afrika aber ist in weiten Teilen ein Hochplateau, das zur Küste hin steil abfällt, und die Flüsse verhindern durch Sandbänke und Stromschnellen die Zufahrt.

So zog der Schotte Mungo Park, der 1795 von der Londoner " Afrikagesellschaft "  den Auftrag zur Erforschung des Niger erhalten hatte, von der Mündung des Gambia aus auf einem Pferd durchs Land. Er wurde mehrfach überfallen und ausgeraubt, erreichte aber schließlich in Gesellschaft einer Flüchtlingsgruppe die Marktstadt Ségou am Oberlauf des Niger. Von dort aus erforschte und besiedelte er einige Monate lang den Niger, bevor er zurück nach Schottland fuhr.

Zehn Jahre später startete er einen zweiten Versuch. Nachdem er unter Strapazen am Niger angelangt und der größte Teil seiner Männer an Malaria und Ruhr gestorben war, trieb es ihn dennoch weiter. Park schiffte sich mit einer Minimalbesatzung in Sansanding ein und fuhr flußabwärts. Das Boot lief auf Grund und wurde von Einheimischen angegriffen. Die Männer kamen vermutlich dabei um.

In den nächsten Jahren durchquerten mehrere Forscher von Norden her die Sahara. 1823 etwa entdeckten die Engländer Clapperton und Denham den Tschadsee. 1830 befuhren die Engländer Richard und John Lander auf Mungo Parks Spuren den Niger und bewiesen, daß er in den Golf von Guinea mündet. Und zwischen 1850 und 1855 durchforschte der deutsche Heinrich Barth mit wissenschaftlicher Genauigkeit das Gebiet zwischen Tripolis und Timbuktu.

 

 

                                                           

Livingstone

 

 

Obwohl sich die Afrikaforscher des 19. Jahrhunderts strikt gegen die Sklaverei aussprachen und mit ihren erschütternden Berichten vom Einfangen der Schwarzen und von den grausamen Sitten auf den Sklavenmärkten beitrugen, mußten sie sich dennoch oft einer Sklavenkarawane anschließen, um einigermaßen sicher durchs Land zu reisen. Das gilt sogar für den berühmtesten dieser Entdecker, den Arzt und Missionar Dr. David Livingstone, der 33 Jahre lang den noch völlig unbekannten Süden und Osten des Landes durchstreifte.

Er war 1840 von der Londoner Missionsgesellschaft nach Südafrika entsandt worden und versuchte in den nächsten Jahren, dort eine Reihe von Missionsstationen zu gründen - ohne Erfolg. Daher wandte er sich der Erforschung des Kontinents und besonders seiner Wasserstrassen zu, in der Hoffnung den Handel zu vergrößern und die alte Kultur der Afrikaner sowie den Sklavenhandel zugunsten des Christentums ausrotten zu können.

Besonders gut erforschte und Kartierte Livingstone trotz immer wiederkehrender Malariaanfälle, den Sambesi; er nannte ihn die " Straße Gottes "  . Er entdeckte die 110 m hohen Victoria-Wasserfälle, war vermutlich der erste Europäer der den Kontinent durchquerte und wurde, nach London zurückgekehrt, stürmisch gefeiert.

Auf einer neuen, von der Regierung finanzierten Expedition sollte er den gesamten Sambesi von der Mündung an mit einem Dampfschiff hinauffahren. Doch weil er bei seiner ersten Erkundung einen Abkürzungsweg genommen hatte, waren ihm die 64 Kilometer langen Quebrabasa-Stromquellen unbekannt geblieben. An ihnen scheiterte nun das Vorhaben. Nach diesem peinlichen Fehlschlag tauchte Livingstone in der Wildnis unter und man hörte nichts mehr von ihm.

Nach 1868 begann man sich ernsthaft Sorgen um Livingstone zu machen, und der amerikanische Verleger Gordon Bennett von der Zeitung New York Herald schickte den Journalisten Henry Morton Stanley auf eine Suchexpedition. 1871 landete er in Sansibar, stellte seine Expedition zusammen und machte sich  auf die Suche. Am Tanganjikasee traf er schließlich den Forscher - und begrüßte ihn mit dem berühmt gewordenen Satz:  "Dr. Livingstone, nehme ich an " .

Stanley reiste einige Monate später nach England zurück, während Livingstone seine Erkundungen fortsetzte. Als er bald darauf starb, konservierten seine einheimischen Begleiter den Leichnam, nachdem sie vorher sein Herz herausgeschnitten und unter einem Baum begraben hatten. Anschließend brachten sie ihn samt all seinen kostbaren Aufzeichnungen nach Sansibar; von dort wurde er nach London in die Westminsterabtei überführt. Aber  der Journalist hatte nun auch Gefallen an der Afrikaforschung gefunden: 1874 kehrte er mit einer großen Expedition zurück, umruderte im Boot den Victoriasee, den zweitgrößten See der Erde, und erforschte später jahrelang für den belgischen König Leopold II. den Kongo.

 

 

                                    

  Die ersten Entdecker in der Arktis

 

 

Seit alters her galt der Norden der Erde als kalt, unwegsam und lebensfeindlich. Dennoch stießen seit dem 16. Jahrhundert immer wieder Schiffe bis hoch in die Arktis vor. Meist waren es Walfänger und Robbenschläger. Im 17. Jahrhundert etwa tummelten sich an den Küsten Spitzbergens im Sommer unter anderem Schiffe aus Frankreich, Holland, England, Dänemark und der Stadt Hamburg. Es dauerte nicht lange, da waren in diesem Gebiet die Wale ausgerottet.

Aber auch die Suche nach einer Nordwest- oder Nordostpassage trieb immer wieder Seefahrer in den hohen Norden. Doch keiner erreichte das eigentliche Ziel, und viele Expeditionen blieben im Eis verschollen. Heute wissen wir, daß es die gesuchten Passagen tatsächlich gibt. Um sie aber zu befahren, braucht man Eisbrecher.

Ende des 19. Jahrhunderts war der größte Teil der Erde entdeckt, bis auf Nord- und Südpol. Im Grunde sind beides imaginäre Ziele: Außer Entdeckerruhm war dort nichts zu holen. Dennoch machten sich mehrfach Expeditionen auf den Weg; sie scheiterten aber stets an den Unbilden der Natur. 1893 etwa ließ sich der Norweger Fridtjof Nansen mit seinem speziell konstruierten Schiff Fram im Eis einfrieren, um mit der transpolaren Meeresströmung über den Pol zu driften.

Die Drift führte Nanson bis auf 500 Kilometer an den Pol heran. Er versuchte den Rest des Weges mit Hundeschlitten und Kajaks zurückzulegen, mußte aber 250 Kilometer vor dem Ziel aufgeben und kämpfte sich mühevoll nach Norwegen zurück.

Erst am 6. April 1909 erreichte eine Gruppe von sechs Menschen den Nordpol, geleitet von dem Amerikaner Robert E. Peary. Er hatte sich auf mehreren Arktisexpeditionen die nötige Erfahrung erworben, zum Teil in Begleitung seiner Frau Josephine, die auf einer Expedition nördlich des Polarkreises eine Tochter zur Welt brachte. Der Rückweg war vergleichsweis einfach, und am 7. September 1909 konnte Peary der Welt in New York seinen Triumph verkünden.

Dort erfuhr er, daß ein anderer Arktisforscher, Frederick Cook, schon kurz vorher von einer Expedition zurückgekehrt war und behauptete, schon im April 1908 den Pol erreicht zu haben. Experten prüften daraufhin die Beweise beider Forscher und sprachen schließlich Peary den Ruhm zu. Allerdings ist der Streit bis heute nicht entgültig entschieden.

 

 

                                               

  Der erste Mensch am Südpol

 

 

Etwa zur gleichen Zeit zog auch der Südpol das Forschungsinteresse auf sich. Jahrzehntelang hatten erst Walfänger, später Forscher die südpolaren Inseln und Küstenstriche erreicht und schließlich den Eisschild der Antarktis als gewaltiges Festland, als sechsten Kontinent, erkannt. Doch erst 1899 überwinterte dort erstmals ein Mensch, der Norweger Carsten Borchgrevink. Mehrfach versuchten bald darauf Wagemutige, bis zum Südpol vorzudringen, aber sie scheiterten an den Unbilden des Klimas und unzureichender Ausrüstung. Erst 1911 wurde das Ziel erreicht - in einem dramatischen Wettlauf zweier Gruppen.

Der Norweger Roald Amundsen brach am 19. Oktober nit vier Begleitern, Hundeschlitten und 52 Grönlandhuskies auf und erreichte den Pol ohne Probleme am 15. Dezember. Am 25. Januar kehrte er wieder in seine Ausgangsbasis zurück.

Genau dasselbe versuchte auch der Engländer Robert F. Scott. Er wollte den Pol mit Motorschlitten und Ponygespann erreichen - wie sich zeigte, ein schwerer Fehler. Kurz nach Amundsen startete Scott ohne von dessen Erfolg zu ahnen, von seinem 650 Kilometer weiter östlich gelegenen Basislager zum Pol. Die Schwierigkeiten häuften sich, die Motoren versagten in der Kälte, die Ponys starben. Unter ungeheuren Strapazen kämpfte er sich mit einer kleinen Gruppe seiner Männer zum Pol - und fand dort die von Amundsen aufgestellte norwegische Flagge.

Den Rückweg schafften die ermatteten und enttäuschten Forscher nicht mehr. Acht Monate später fand eine Rettungsmannschaft das Zelt mit ihren Leichen und mit Scotts bis zum Ende geführtem Tagebuch. Am 29. März hatte er, den sicheren Tod erwartend, die letzte Eintragung gemacht.

 

 

 

                                                                         

 

                                                                             

Entdecker Lexikon

 

 

Amundsen, Roald:                                                                                         (1872 - 1928)

Norwegen, erreichte nach mehreren Arktisexpeditionen als erster Mensch den Südpol.

 

Balboa, Vasco Núnez de                                                                    (1475? - 1519)

Spanien, entdeckte nach Marsch über die Landenge von Panama den Stillen Ozean.

 

Barentz, Willem                                                                             (1550? - 1597)

Holland, suchte die Nordostpassage nördlich von Rußland, erforschte und kartografierte dabei Teile der Arktis (Spitzbergen, Nowaja, Semlja)

 

Barth, Heinrich                                                                               (1821 - 1865)

Deutschland, erforschte Nordafrika von Tripolis über Tschadsee bis zum Niger.

 

Bates, Henry Walter                                                                        (1825 - 1892)

Großbritannien, Naturforscher, sammelte im Amazonasgebiet 14.000 Insektenarten, davon 8.000 zuvor unbekannte.

 

Bering, Vitus                                                                                 (1680 - 1741)

Dänemark, Fahrten durchs Eismeer nördlich von Sibirien, bewies, daß Asien und Amerika getrennt sind ( " Beringstraße " ).

 

Bougainville, Louis-Antoine de                                                          (1729 - 1811)

Frankreich, segelte als erster Franzose um die Erde, erforschte im Pazifik einige Inselgruppen, Tiere und Pflanzen.

 

Burton, Richard Francis                                                                    ( 1821 - 1890)

Großbritannien, entdeckte zusammen mit Speke den Tanganjikasee.

 

Caboto, Giovanni                                                                              (1450? - 1499?)

Genua, erkundete in englischen Diensten (als John Cabot) Südgrönland, Neufundland und die amerikanische Ostküste.

 

Cabral, Pedro Alvares                                                                         (1467 - 1526)

Portugal, entdeckte auf dem Weg nach Indien zufällig Brasilien.

 

Cartier, Jacques                                                                                  (1491 - 1557)

Frankreich, entdeckte in Kanada den Sankt-Lorenz-Strom und befuhr ihn bis zum Ottawa-Fluß.

 

Champlain, Samuel de                                                                          (1567 - 1635)

Frankreich, erkundete Ostkanada und begründete dort die französische Vormacht.

 

Chang Chien                                                                                            ?

China, erkundete zwischen 138 v. Chr. und 100 v. Chr. Teile Innerasiens und die Seidenstraße.

 

Clark, William                                                                                    (1770 - 1838)

USA, erforschte zusammen mit Lewis den Nordwesten der heutigen USA bis zum Pazifik.

 

Cook, James                                                                                        (1728 - 1779)

Großbritannien, erforschte auf drei Reisen ausgiebig den Pazifik von Alaska bis an die Antarktis heran. Dabei enthüllte er auch die Nichtexistenz des sagenhaften Südkontinents.

 

Diaz, Bartholomeu                                                                                (1450? - 1500)

Portugal, umrundete als erster bei der Suche nach dem Seeweg um Afrika das Kap der Guten Hoffnung.

 

Drake, Francis                                                                                     (1540? - 1596)

England, segelte auf der Jagd nach spanischen Schatzschiffen über Kap Hoorn die Westküste Amerikas entlang bis zur Vancouverinsel und vollendete dann die Erdumseglung.

 

Eriksson, Leif                                                                                       * um 970

Norwegen, Sohn des Grönlandentdeckers Erich (Erik) der Rote, entdeckte um 1000 Labrador und Neufundland.

 

Flinders, Matthew                                                                              (1774 - 1814)

Großbritannien, erforschte vor allem Australeins Südküste.

 

Franklin, John                                                                                   (1786 - 1847)

Großbritannien, erforschte den arktischen Norden Kanadas.

 

Fremont, John Charles                                                                         (1813 - 1890)

USA, erforschte ausführlich den Westen der USA, besonders die Rocky Mountains.

 

Gama, Vasco da                                                                                  (1469 - 1524)

Portugal, erreichte als erster auf der Ostroute um Afrika herum Indien.

 

Hanno                                                                                              5. Jhd. v. Chr.

Kathago, fuhr an Afrikas Westküste bis nach Kamerun.

 

Hedin, Sven                                                                                       (1865 - 1952)

Schweden, unternahm ausgedehnte Reisen durch Zentralasien.

 

Hudson, Henry                                                                                   (1550? - 1611)

England, segelte auf der Suche nach einer Nordostpassage in die Arktis, dann in den Norden Kanadas und entdeckte die Hudsonbai.

 

Humboldt, Alexander von                                                                     (1769 - 1859)

Deutschland, ausführliche Forschungsreisen in Mittel- und Südamerika bis zu den Quellen des Amazonas.

 

Ibn Battuta, Abu Abd Allah Muhammad                                                   (1304 - 1377?)

Marokko, legte auf seinen Reisen durch die islamische Welt 120.000 Kilometer zurück.

 

Idrisi, Abu Abd Allah Muhammad                                                          (1100 - 1165?)

Arabien, weitgereister arabischer Geograph mit großem Einfluß auf die erkundlichen Kenntnisse Europas.

 

Jermak, Timofejewitsch                                                                        (1525? - 1584)

Rußland, erkundete Sibirien, entlang seiner Route verläuft heute die Transsibirische Eisenbahn.

 

Kolumbus, Christoph                                                                           (1451 - 1506)

Genua, erkundete für Spanien eine Westroute nach Indien und entdeckte dabei Amerika und einige Karibikinseln.

 

La Salle, René Robert de                                                                      (1643 - 1687)

Frankreich, entdeckte die Niagara-Fälle, erforschte die Großen Seen und den Mississippi.

 

Lewis, Meriwether                                                                              (1774 - 1809)

USA, reiste zusammen mit Clarke durch den Westen der heutigen USA.

 

Livingstone, David                                                                              (1813 - 1873)

Großbritannien, durchquerte mehrfach Afrika bis zum Sambesifluß, entdeckte die Victoriafälle und erforschte den Tanganjikasee.

 

Magellan, Ferdinand                                                                           (1480? - 1521)

Portugal, reiste in spanischen Diensten südwärts um Amerika und durch den Pazifik, wo er auf den Phillipinen den Tod fand. Seine Expedition umsegelte als erste die Erde.

 

Nachtigal, Gustav                                                                               (1834 - 1885)

Deutschland, durchquerte die Sahara von Tripolis über Tibestigebirge und  Tschadsee bei Khartum am Nil.

 

Nansen, Fridtjof                                                                                 (1861 - 1930)

Norwegen, durchquerte als erster Südgrönland, ließ sich mit seinem Schiff Fram im Eis eingeschlossen durch das arktische Meer treiben.

 

Park, Mungo                                                                                      (1771 - 1806)

Großbritannien, entdeckte und erforschte den Niger.

 

Peary, Robert Edwin                                                                            (1856 - 1920)

USA, bewies Inselnatur von Grönland, erreichte 1909 als erster Mensch den Nordpol.

 

Polo, Marco                                                                                        (1254 - 1324)

Venedig, reiste 24 Jahre durch Persien, China, Indien und kam bis Sumatra; sein Reisebericht machte Europa mit den Schätzen des Fernen Ostens bekannt und eröffnete das Zeitalter der Entdeckungsreisen.

 

Prschewalski, Nikola Michailowitsch                                                        (1839 - 1888)

Rußland, erschloß auf vier langen Reisen das nördliche Zentralasien.

 

Pytheas                                                                                      4. Jhd. vor Christus

Griechenland, reiste von Marseille aus um England, nach Helgoland und vermutlich bis Norwegen.

 

Richthofen, Ferdinand von                                                                       (1833 - 1905)

Deutschland, wissenschaftliche Erforschung von China.

 

Ross, James Clark                                                                                  (1800 - 1862)

Großbritannien, entdeckte in der Arktis den magnetischen Nordpol, in der Antarktis das Rossmeer, die Vulkane "Erebus"  und "Terror"  und den magnetischen Südpol.

 

Rubruk, Wilhelm von                                                                              (1210 - 1291?)

Frankreich, flämischer Franziskaner, reiste über Krim, Kirgisensteppe und Wüste Gobi nach Karakorum zum Mongolenherrscher, bedeutendste Innerasienreise vor Marco Polo.

 

Scott, Robert Falcon                                                                               (1868 - 1912)

Großbritannien, mehrere Expeditionen in der Antarktis, erreichte kurz nach Amundsen den Südpol.

 

Soto, Hernando de                                                                                  (1486 - 1542)

Spanien, durchquerte den Süden der heutigen USA bis zum Alabama und zum Mississippi.

 

Speke, John Hanning                                                                               (1827 - 1864)

Großbritannien, entdeckte auf der Suche nach der Nilquelle den Victoriasee.

 

Stanley, Henry Morton                                                                            (1841 - 1904)

USA, Forschungen mit Livingstone am Tanganjikasee, später erforschte er den Victoriasee und den Kongo mit Nebenflüssen.

 

Tasman, Abel Janszoon                                                                            (1603? - 1659)

Holland, entdeckte Tasmanien und Neuseeland und untersuchte die nördliche Küste Australiens.

 

d´ Urville, Jules Dumont                                                                         (1790 - 1842)

Frankreich,  umfassende Entdeckungen in der Südsee, speziell der Inseln Mikronesiens, umsegelte Australien und stieß bis zur Antarktis vor. Neben Cook bedeutenster Südsee-Entdecker.

 

Vespucci, Amerigo                                                                                  (1454? - 1512)

Florenz, Reisen nach Mexiko und Brasilien, ihm wird die Erkenntnis zugeschrieben, daß Südamerika ein neuentdeckter Kontinent sei, er wird nach ihm benannt (Amerika).

 

Wallace, Alfred Russel                                                                             (1823 - 1913)

Großbritannien, Naturforscher, durchzog zusammen mit Bates das Amazonasgebiet und erforschte dann die Lebenswelt der malaiischen Inseln.

 

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