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 REICH DER DINOSAURIER

                   

                                                                                                                  

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Erste Funde von Dino Knochen                                                 

Wie kamen die Dino´s zu ihren Namen?                     

Wer waren die Dinosaurier?                                         

Vorfahren der Dinosaurier                                             

Dinosaurierarten / Gruppenunterteilung                     

Die ersten Dino´s - die letzten Dino´s                          

Pflanzenfressende Riesen                                                 

Raubsaurier      

Vogelfußdinosaurier

Dino´s mit Hörnern, Stacheln, Panzer

Allgem. Merkmale der Dino´s

Andere Saurier

Flugsaurier

Meeres-Saurier

Ende der Dino´s                                                                              

                                              

 

 

 

 

Erste Funde von Dino Knochen

Um 1820 erregten Funde von großen versteinerten Zähnen und Knochen das Interesse englischer und französischer Forscher. Ihnen wurde klar, daß so große Knochen nur von sehr großen Reptilien stammen konnten, die vor sehr langer Zeit gelebt hatten. Deshalb bezeichnete der englischen Arzt James Parkinson 1822 ein Fundstück in der Sammlung des Geologen William Buckland als " Megalosaurus " - das heißt " Großechse ".

Buckland selbst nahm 1824 die wissenschaftliche Benennung und Beschreibung seiner Fundstücke vor. Damit war zum ersten Mal ein Dinosaurier als solcher erkannt und zutreffend benannt worden.

Der englische Arzt Dr. Gideon Mantell berichtete 1825 von einem zweiten Aufsehen erregenden Fund. Seine Frau Mary hatte drei Jahre zuvor in einem Stein am Straßenrand zwei große Zähne entdeckt. In dem nahe gelegenen Steinbruch fanden sich weitere Zähne und versteinerte Knochen.

Da die Zähne in ihrer Form denen eines Leguans, einer Echse Mittel- und Südamerikas, glichen, bezeichnete Mantell das neu entdeckte Tier, zu dem sie gehörten, als Iguanodon das heißt  " Leguanzahn ". Nach weiteren Dinosaurier-Funden in England stieß man 1837 auch in Deutschland nahe Nürnberg, auf Dinosaurierknochen.

Keinem Forscher war bis dahin bewußt, daß die neu entdeckten, aber nur bruchstückhaft bekannten Tiere zu einem eigenständigen Reptilien-Typ gehören könnten. Erst nach weitern Funden erkannte dies Professor Richard Owen in London. Deshalb schlug er 1841 vor, alle Vertreter dieser Reptiliengruppe " Dinosaurier " zu nennen. Der Name " Dinosaurier " bedeutet " Schreckensechse " oder " Schrecklich große Echse " .

                          

Meistens sind es Knochen, die bis in unsere Zeit überdauert haben. Für die Wissenschaftler sind vollständige Skelette oder Schädel, die noch Zähne enthalten, besonders wertvoll, doch sehr selten. Meisten müssen sich die Paläntologen  (Paläntologie ist die Wissenschaft von Lebewesen vergangener Erdzeitalter) mit Knochenbruchstücken und einzelnen Zähnen begnügen.

Körperweichteile konnten nicht überdauern, aber manchmal findet sich ein genauer Abdruck von Hautpartien. So wissen wir, wie die Haut ausgesehen hat. Eine Sensation sind immer wieder versteinerte Eier oder Schalenreste. Leider kann man  oft nur vermuten, zu welcher Art von Dinosauriern sie gehörten.

Nahrungsreste, die sich in der Magengegend eines Skeletts befinden, sind besonders interessant. So fand man zum Beispiel die Knochen einer Eidechse zwischen den Rippen des kleinen Raubsauriers" Compsognathus." Versteinerte Kotballen verraten ebenfalls viel über die Nahrung der Dinosaurier.Auch Fußabdrücke und ganze Fährten sind sehr wertvoll, da sie Aufschluß über Laufgeschwindigkeit, Lebensweise und Körpermaße der Tiere geben.

                            

                                           

Die wissenschaftlichen Namen der Dinosaurier

Wenn eine neue Dinosaurier-Art entdeckt wird, erhält sie einen eigenen Namen. Zur Taufe ist der Wissenschaftler berechtigt, der den Fund als Erster untersucht und mit den schon bekannten Arten verglichen hat. Der " Taufschein " ist die erste Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift.

Der Name besteht immer aus zwei Teilen: einem Gattungsnamen (mit großem Anfangsbuchstaben) und einem klein geschriebenen Artnamen. In der Wissenschaft ist es üblich, dazu die lateinische Schrift und Sprache zu benutzen. Oft werden auch griechische Wörter, geographische und Eigennamen verwendet.

Meist beschreibt der Name typische Eigenschaften der Dinosaurier-Art oder der gefundenen Bruchstücke. Der Name " Stegosaurus armatus " bedeutet " bewaffnete Dachziegelechse " und bezieht sich auf die typischen Knochenplatten und Stacheln auf dem Rücken des Tieres. " Ceratosaurus nasicornis " - " Hornechse mit Nashorn " - heißt ein Raubsaurier, der ein auffälliges Horn auf seiner Nase trägt.

Oft wird der Fundort in den Namen einbezogen : In  " Mamenchisaurus hochuanensis " stecken Mamenchi und Hochuan, Fundort und Landschaft in China. " Lesothosaurus " wurde in Lesotho, Afrika, " Albertosaurus " in Alberta, Kanada gefunden.

Manchmal erhalten Dinosaurier auch die Namen von Personen, die sich um ihre Erforschung besonders verdient gemacht haben. Nach Mantell und Buckland aus der Anfangszeit wurden " Megalosaurus bucklandi " und  " Iguanodon mantelli "  benannt. Nach dem amerikanischen Forscher Othniel Charles Marsh wurde der kleine Gazellendinosaurier " Othniella " benannt. Der Riesendinosaurier " Janenschia "  heißt nach dem deutschen Wissenschaftler Werner Janensch.

Zu Ehren des Direktors des Berliner Museums für Naturkunde, Wilhelm von Branca, nannte Janensch den größten Riesendinosaurier " Brachiosaurus brancai " - " Brancas Armechse ".

                           

                                              

  Wer waren die Dinosaurier ?

Dinosaurier ist die Bezeichnung für eine ganz bestimmte Gruppe der Saurier oder Reptilien, die ausschließlich im Erdmittelalter lebte. Daneben gab es damals noch viele andere Sauriergruppen. Die Dinosaurier unterschieden sich so stark voneinander, daß ihre Verwandtschaft für uns nur schwer zu erkennen ist. Manche Arten waren nur so groß wie ein Huhn oder eine Katze, andere hatten die Ausmaße riesiger Wale.

Es gab vierbeinig laufende Arten und solche, die sich nur auf den Hinterbeinen fortbewegten. Es gab gierige Fleischfresser, flinke Jäger und gemächliche Pflanzenfresser. Doch ihre wichtigste gemeinsame Eigenheit läßt sich auch äußerlich erkennen: Alle Dinosaurier waren Landtiere. Ihre Laufbeine standen unter dem Körper und nicht seitlich wie bei den meisten anderen Reptilien.Man kann die Dinosaurier daher auch als Laufsaurier bezeichnen.

                               

                                               

  Vorfahren der Dinosaurier

Die ersten echten Landwirbeltiere, die Urreptilien oder Ursaurier, entwickelten sich vor über 300 Millionen Jahren. Sie legten ihre Eier nicht mehr wie die Amphibien im Wasser ab, sondern auf dem Land. Eine feste Schale schützte die großen Eier vor dem Austrocknen. Aus ihnen schlüpften fertige kleine Reptilien - keine Larven oder Kaulquappen wie bei deen Amphibien.

Die ersten eidechsengroßen Landtiere waren die Vorfahren aller späteren Reptilien. Sie entwickelten sich bald zu Spezialisten, die an die unterschiedlichsten Lebensräume angepasst waren. Es gab unter ihnen Fleisch- und Pflanzenfresser. Langsamkriecher und Schnell-Läufer, Wald- und Sumpfbewohner.

Mindestens 6 verschiedene Sauriergruppen entstanden so. Eine davon waren die krokodilähnlichen Thekodontier (Wurzelzahnsaurier) . Sie gelten heute als die Ahnen der Dinosaurier.

                               

                                                            

Dino-Arten und Gruppierung

In den über 150 Jahren der Dinosaurierforschung konnten die Paläntologen bisher über 500 verschiedene Dinosaurier-Arten identifizieren und beschreiben. Immer wieder kommen neue Entdeckungen hinzu. Doch manchmal muß ein Name auch wieder gestrichen werden, wenn sich herausstellt, daß getrennt gefundene oder einem anderen Tier zugeordnete Einzelteile zu ein und derselben Art gehören.

Einige dieser 500 Arten sind so nah miteinander verwandt, daß die Forscher sie in einer Gattung zusammenfassen. So zählt man heute 9 Arten  der Horndinosaurier zur Gattung Triceratops (Dreihorngesicht). 3 langarmige Riesendinosaurier-Arten aus Nordamerika und Nord- und Ostafrika bilden zusammen die Gattung Brachiosaurus (Armechse ) .

Die artenreichsten Dinosauriergruppen waren die Raubdinosaurier mit über 150 Gattungen und die zweibeinig laufenden Vogelfußdinosaurier mit 65 Gattungen. Zur Gruppe der Riesendinosaurier gehören über 40 Gattungen. Von der wahrscheinlich artenärmsten Gruppe, den Stacheldinosauriern, sind bisher nur 11 Gattungen bekannt.

                      

So einheitlich, wie die Dinosaurier äußerlich erscheinen, waren sie nach den Untersuchungen der Paläntologen nicht. Wegen der unterschiedlichen Stellung ihrer Beckenknochen, besonders des Schambeins, werden sie zwei Gruppen zugeordnet: den Echsenbecken-Dino´s (oder Saurischiern) und den Vogelbecken-Dino´s (oder Ornithischiern).

Das Becken der ersten Gruppe ähnelt dem der typischen Landreptilien, das der zweiten ähnelt dem der Vögel. Auch bei einigen anderen Knochen gibt es grundsätzliche Unterschiede. So haben die Vogelbecken-Dino´s an der Spitze des Unterkiefers einen zusätzlichen zahnlosen Knochen, der von einem Hornschnabel bedeckt war.

Den Echsenbecken-Dino´s fehlt dieser Knochen. Wahrscheinlich haben sich beide Gruppen von Beginn an getrennt voneinander entwickelt.

Die ersten Saurischier waren Fleischfresser, liefen auf kräftigen Hinterbeinen und benutzten die Arme zum Beutefang. Später entwickelten sich aus solchen Raubdinosauriern auch Pflanzenfresser. Da diese einerseits von ihrem nährstoffärmeren Futter eine viel größere Menge benötigten, andererseits nicht mehr schnellfüßig jagen mußten, nahm ihre Körpermasse mehr und mehr zu.

Zum Laufen wurden nun wieder alle vier Beine benötigt. Nach dem Knochenbau ihrer Beine werden diese Pflanzenfresser Echsenfuß-Dinosaurier oder Sauropoden genannt. Die zweibeinig laufenden Raubdinosaurier heißen Raubtierfußdinosaurier oder Theropoden.

Die Vogelbecken-Dino´s waren ausnahmslos Pflanzenfresser, wie alle biherigen Funde ergeben haben. Sie liefen zunächst auf zwei Beinen. Ihr Fußbau ähnelt dem der Vögel, daher werden sie auch als Vogelbecken-Dino´s (Ornithopoden) bezeichnet. Solange die Arten noch klein waren, mußten sie schnell laufen können, um ihren Feinden zu entkommen. Je größer die Tiere aber im Laufe der Stammesentwicklung wurden, umso häufiger stützen sie ihren schweren Körper beim langsamen Gang auch mit den kurzen Vorderbeinen ab. Schnabelechsen wie Iguanodon sind ein Beispiel dafür.

Andere Ornithischier bildeten allmählich zum Schutz gegen Fleischfresser wirksame Panzer aus : Abstehende Stacheln und Platten ragten von Rücken und Schwanz der Stegosaurier  (Stacheldinosaurier) auf. Ein gegliederter Knochenpanzer bedeckte die Ankylosaurier  (Panzerdinosaurier) und ein großer Knochenschild sowie spitze Hörner schützten die  " Ceratopsier " ( Horndinosaurier). Nun mußten die Tiere nicht mehr bei jeder Gefahr flüchten.

                           

                              

  Die ersten Dinosaurier - die letzten Dinosaurier

Das Dinosaurier Zeitalter beginnt inmitten der Triaszeit vor 230 Millionen Jahren. Damals lagen alle heutigen Erdteile direkt aneinander und bildeten ein zusammenhängendes Landgebiet. Wegen des heißen und trockenen Klimas waren weite Landstriche wüstenartig. In den feuchten Niederungen der Flußtäler und an den Küsten wuchsen jedoch Farne und Schachtelhalme.

In den Wäldern gediehen Baumfarne, Nadel- und Ginkobäume. Zur Tierwelt gehörten neben Insekten und Fröschen auch viele Saurier: Pflanzenfressende Ur- und Schnabelkopfsaurier, Schildkröten und Flugsaurier, eidechsen- und krokodilähnliche Reptilien sowie Säugetierähnliche Reptilien.

Die ersten typischen Dinosaurier der Triaszeit waren zweibeinig laufende mittelgroße Fleischfresser ( Theropoden ), wie  "Halticosaurus "  und " Coelophysis " . Bald tauchten auch die ersten Pflanzenfresser auf, die mit der Zeit immer größer wurden und immer häufiger auf vier Beinen liefen. Das waren die Prosauropoden, wie etwa" Plateosaurus".

Schließlich erschienen gegen Ende der Triaszeit die ersten kleinen, zweibeinig laufenden Pflanzenfresser ( Ornithopoden ), wie zum Beispiel " Lesothosaurus" .

                             

In der Kreidezeit vor 135 bis 65 Millionen Jahren rückten die Erdteile immer mehr auseinander, die Meere zwischen ihnen wurden breiter und tiefer, das Klima etwas kühler. Als Folge entstand eine gewandelte, abwechslungsreiche Pflanzenwelt. Blütenpflanzen entwickelten sich, darunter auch die breitblättrigen Laubbäume, wie Magnolien und Platanen.

Auch die Dinosaurierwelt veränderte sich mehrmals. Die Riesendinosaurier wurden immer seltener, nur wenige Arten überlebten und entwickelten sich weiter. Die Stacheldinosaurier starben sogar völlig aus. Dafür tauchten erst die Panzer- und später die Horndinosaurier auf. Neben den entwickelte sich eine Vielzahl von Entenschnabel-Dinosauriern.

Diese reiche Tierauswahl bot riesigen Fleischfressern wie dem  " Tyrannosaurus Rex" genügend Nahrung. Unter den kleineren schlanken Raubdinosauriern gab es zahlreiche Spezialisten : Jäger mit gewaltigen Krallen an Händen und Füßen, straußenähnliche Kleintierfänger mit Greifhänden und zahnlose Eierdiebe.

Das Ende der Kreidezeit brachte schließlich so einschneidende Veränderungen auf der ganzen Welt mit sich, daß nach und nach alle Dinosaurier-Arten ausstarben.

                         

                                                     

Pflanzenfressende Riesendinosaurier

Plateosaurus ( Flachechse ) war der erste in Deutschland entdeckte Dinosaurier. Man grub hier auch viele vollständige Skelette aus, die heute in Museen ausgestellt sind. Der bis zu 8 Meter lange Plateosaurus muß zu seiner Zeit, im späten Trias, der größte und einer der häufigsten Dinosaurier gewesen sein. Mit seinen großen Krallen an den Händen wirkte Plateosaurus wie ein gefährliches Raubtier. Er war aber ein sehr langsamer Pflanzenfresser mit kleinen Zähnen im Maul. Die Krallen dienten nur zu Verteidigung.

Plateosaurus ist ein typischer Vertreter der langhalsigen Prosauropoden  (Vor-Riesendinosaurier). Sie waren zunächst kleine, zweibeinig laufende Fleischfresser. Allmählich entwickelten sie sich zu immer größeren Pflanzenfressern, die später vierbeinig liefen. Die Porsauropoden gelten als die Vorfahren der Riesendinosaurier, der Sauropoden.

                           

Die Riesendinosaurier waren die größten Landtiere, die jemals auf der Erde gelebt haben. Sie waren zehn - bis zwanzigmal so schwer wie ein Elefant. Nur der Blauwal wird ebenso schwer und lang wie ein Riesendinosaurier. Bei einer so gewaltigen Körpermasse brauchten die Sauropoden alle vier Beine und sehr massive Knochen, um sich fortbewegen zu können.

Die stämmige Form besonders der Vorderbeine und die Bündelung aller fünf Finger in einem Säulenfuß erinnert an Elefantenbeine. Sie werden deshalb auch oft   "Elefantenfußdinosaurier " genannt. Ihr wissenschaftlicher Name " Sauropoden" bedeutet aber " Echsenfußdinosaurier ".

                            

Brachiosaurus ( Armechse ) war der größte und der schwerste aller Sauropoden. Er wog über 80 Tonnen. Wegen der langen Vorderbeine fiel seine Rückenlinie deutlich nach hinten ab und endete in einem kurzen Schwanz. Der Kopf mit dem kräftigen Gebiß ragte auf einem sehr langen Hals bis in 12 oder gar 16 Meter Höhe. Ähnlich, aber vielleicht noch größer als der Brachiosaurus, könnte der bisher nur unvollständig bekannte  "Ultrasaurus " gewesen sein.

Alle anderen Arten hatten viel kürzere Vorderbeine. Anders als Brachiosaurus besaß  Camarasaurus" ( Kammerechse ) einen kurzen Hals. Körper, Kopf und Zähne waren aber ähnlich gedrungen und kräftig. Viel schlanker war der kurzhalsige "Dicraeosaurus"  (Gegabelte Echse).

Die meisten anderen Arten hatten lange Hälse. Am längsten - etwa 9 Meter - war er bei " Mamenchisaurus " ( Echse aus Mamenchi ) und " Barosaurus " ( Schwere Echse ). Den längsten Schwanz hingegen - 15 Meter - trug  " Diplodocus " ( Doppelbalken ). Das machte ihn zum längsten ( 27 Meter ) aller vollständig gefundenen Dinosaurier. Mit "nur" etwa 10 Tonnen war er auch der schlankste.

                          

Bisher sind keine Reste eines Mageninhalts von Sauropoden gefunden worden. So kann man nur vermuten, welche Pflanzen sie als Nahrung bevorzugten. In der späten Jurazeit, in der die meisten Riesendinosaurier lebten, wuchsen Farne, Palmfarne Bennettiteen, Ginko- und Nadelbäume, vor allem Araukarien.

Die unterschiedlichen Halslängen und Körpergrößen, vor allem aber das Gebiß der Tiere geben Hinweise auf die Ernährung. So konnten die großen langbeinigen und langhalsigen Arten, wie " Brachiosaurus ", die Baumkronen erreichen. Leichtere Arten, wie Diplodocus, stellten sich dazu sogar auf die Hinterbeine. Diplodocus konnte mit den dünnen stiftförmigen Zähnen aber nur die Blätter von Zweigen und Wedeln abzupfen.

Camarasaurus dagegen biß mit seinen kräftigen Zähnen ganze Blätterbüschel ab. Da ihre Zähne sich nicht zum Kauen eigneten, verschluckten die Riesendinosaurier ihr Futter einfach und würgten ab und zu pflaumen- bis apfelgroße Steine hinunter, zwischen denen die Pflanzenteile im Magen zerrieben wurden.

Es ist erstaunlich, daß es den Tieren mit ihrem kleinen Kopf und dem einfachen Gebiß möglich war, den riesigen Körper mit genügend Nahrung zu versorgen. Sie müssen die meiste Zeit des Tages gefressen haben. Einige Forscher halten es durchaus für möglich, daß die Riesendinosaurier mit ihrem riesigen Nahrungsverbrauch und der Fähigkeit, auch die Wipfel der Bäume abzuweiden, dazu beitrugen, daß sich die Pflanzenwelt auf der Erde in der Kreidezeit so deutlich wandelte.

                                  

Aus Fußabdrücken kann man schließen, daß einige Riesendinosaurier-Arten in Herden lebten. Vor allem die Jungtiere waren so besser geschützt, denn es gab zu jener Zeit auch große Raubtiere, wie Allosaurus, Ceratosaurus und Megalosaurus. Um sich zu verteidigen, hatten die Sauropoden nur ihren langen Schwanz, den sie schlagkräftig wie eine Peitsche benutzen konnten.

Wissenschaftler haben häufig Knochen gefunden, an denen verheilte Verletzungen zu erkennen sind, die wahrscheinlich durch solche Schläge entstanden. Ein angreifender Raubdinosaurier mußte sich hüten, in die Reichweite dieses Peitschenschwanzes zu gelangen.

                           

                                                                          

Raubdinosaurier

Unter den ersten Dinosaurier-Funden in England war ein Unterkieferbruchstück mit nur wenigen Zähnen. Offensichtlich stammte es von einer riesigen, Fleisch fressenden Echse. Ihr Entdecker taufte sie daraufhin Megalosaurus - " Riesenechse " . Die anderen Körperteile fehlten, deshalb waren genau Angaben über Gestalt und Körpergröße nicht möglich. Wissenschaftler vermuteten zunächst, daß das Tier auf vier Beinen lief.

Seither hat man viele weitere Funde gemacht, doch darunter bis heute kein vollständiges Skelett. Erst aus Vergleichen mit anderen großen Raubdinosauriern  (Carnosauriern ) konnte man schließen, daß auch Megalosaurus auf den Hinterbeinen gelaufen sein muß. Er konnte 9 Meter lang und 1 Tonne schwer werden.

Ein wesentlich besseres Bild können wir uns von Allosaurus ( Andersartige Echse ) machen. Von ihm wurden in Amerika über 60 Skelette unterschiedlicher Größe gefunden. Die größten Allosaurier waren 11 bis 12 Meter lang und 1 bis 2 Tonnen schwer. Zu ihrer Beute gehörten auch die riesigen Pflanzenfresser.

Wissenschaftler entdeckten das Schwanzstück eines Apatosaurus mit tiefen Bißspuren und ausgebrochenen Zähnen eines Allosaurus.

Noch größer müssen zwei Arten geworden sein, die 80 Millionen Jahre später in der Kreidezeit lebten: Tyrannosaurus ( Tyrannenechse ) in Nordamerika und Tarbosaurus (Beängstigende Echse ) in der Mongolei. Obwohl man nur unvollständige Skelette fand - meist fehlte der Schwanz - , schätzt man ihre Länge auf 14 bis 15 Meter, die Höhe auf 6 Meter und die Körpermasse auf 5 bis 6 Tonnen.

Gewaltig waren die Köpfe: Der Schädel des Tarbosaurus ist 1,45 Meter lang, der bisher größte eines Tyrannosaurus 1,37 Meter. Die dolchförmigen Zähne ragen 15 Zentimeter hervor und sind so kräftig, daß sie auch große, sich heftig wehrende Beutetiere festhalten konnten. Ob diese Riesen aber wirklich ihrer Beute nachjagten oder doch zu schwerfällig waren, wissen wir noch nicht.

Vielleicht lebten sie auch von Aas oder von der Jagdbeute kleinerer Raubdinosaurier, die sie sicherlich leicht vertreiben konnten. Merkwürdig kurz und schwach waren die Arme des Tyrannosaurus, die Hand hatte sogar nur zwei Finger.

Von Therizinosaurus ( Sichelechse ) fand man einen einzigen Finger mit einer 80 Zentimeter langen Kralle. Ob es der einzige Finger und wie groß das ganze Tier war, ist noch unbekannt.

                                 

Neben den riesigen Fleischfressern entwickelte sich auch ein kleinerer und schlankerer Typ Beute jagender Dinosaurier: die Coelurosaurier. Diese " Hohlknochensaurier " zeichneten sich durch ihren leichten Knochenbau aus. Auch sie liefen auf langen Hinterbeinen, aber doppelt so schnell wie ihre großen Verwandten, etwa 30 bis 40 Kilometer pro Stunde.

Körper unsd Schwanz bildeten dabei eine waagerechte Linie, der Hals wurde S-förmig aufrecht gehalten. Sie hatten schlankere Köpfe, die Kiefer waren mit vielen schmalen Zähnen besetzt. Arme und Hände waren nur halb so lang wie die Beine. Coelurosaurier jagten kleine Tiere, wie Insekten und Eidechsen, ab und zu sogar einmal ein Jungtier der eigenen Art. Vielleicht holten sie sich auch Fleischbrocken von der Beute der großen Carnosaurier.

Schon in der Triaszeit lebten viele Arten dieser Kleinen Raubdinosaurier, zum Beispiel der 3 Meter lange Coelopysis, gefunden in New Mexico (USA), und der 5 Meter lange Halticosaurus  (Flinke Echse ), gefunden in Deutschland.

Später, im Jura lebten noch schlankere Arten. Meist war die hintere Schwanzhälfte zu einer unbeweglichen Balancierstange versteift. Der in Nordamerika ausgegrabene, wendige Ornitholestes ( Vogelräuber ) erreichte 2 Meter Länge. Compsognathus  (Hübscher Kiefer ) gilt als der kleinste, er war etwa Hühnergroß.

                               

Es war eine Sensation, als man 1860 in Süddeutschland in Kalksteinschichten der Jurazeit den Abdruck einer typischen Vogelfeder fand. Demnach hatte es Vögel schon zu den Zeiten gegeben, als die größten und die kleinsten Dinosaurier lebten, also mitten im Erdmittelalter. Bisher hatte man angenommen, daß sie sich erst am Ende der Dinosaurierzeit entwickelten.

Kurz darauf wurden sogar zwei ganze Skelette mit deutlichen Abdrücken eines vollständigen Federkleides und typischer Federflügel gefunden. Die unsymmetrische Form der einzelnen Federn und ihre Anordnung im Flügel sind genauso wie bei den heutigen Vögeln. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, daß Archaeopteryx (Ultraflügel) fliegen konnte.

Das Skelett aber sieht überhaupt nicht wie das eines Vogels aus. Da ist ein langer Schwanz wie bei den Dinosauriern - Vögel haben jedoch einen kurzen Sterz. Da sind echte Zähne im Kiefer, ein Vogelschnabel hingegen ist zahnlos. Da sind drei freie Finger mit Krallen, die vorn aus dem Flügel herausragen. Da sind Rippen am Hals, Bauchrippen, einzelne Beckenknochen, genau wie bei Kleinen Raubdinosauriern.

Dagegen gibt es kein kräftiges Brustbein, keine Versteifung der Rückenwirbelsäule, kein großes Becken wie bei den Vögeln. Nur wenige Knochen und Gelenke sind vogelartig geformt.

Wären nicht die Federn, würde man den Fund nach dem Knochenbau den Kleinen Raubdinosauriern zuordnen. Das geschah irrtümlich schon mit zwei anderen Urvogel-Platten, bei denen die Federabdrücke nur undeutlich erkennbar sind. Lange Jahre lagen sie in den Sammlungen beim Dinosaurier-Material, ehe man erkannte, daß sie ebenfalls Exemplare des Urvogels Archaeopteryx sind.

A. ist zweifellos ein Zwischenstadium in der allmählichen Entwicklung eines Hohlknochendinosauriers ( Coelurosauriers) zu einem typischen Vogel. Bei dieser Veränderung gab es keine großen Sprünge oder Stufen, die es uns erleichtern könnten zu sagen : "Bis hierher ist es eindeutig ein Saurier, ein Reptil, ab da aber eindeutig ein Vogel." Die einzelnen Körperteile verändern sich allmählich und oft nicht gleichzeitig, sondern nacheinander.

                       

Ungewöhnlich groß, wie bei Adlern und Eulen, waren die Augen und das Gehirn des zwei Meter langen Saurornithoides ( Vogelähnliche Echse ). Mit den nach vorn gerichteten Augen konnte dieser Dinosaurier sehr genau seine Beutetiere erspähen - wahrscheinlich auch in der Dämmerung und nachts. Flink und wendig konnte er sogar die nachtaktiven mausartigen Säugetiere aufspühren und verfolgen.

Versteckten sich die flüchtenden Tiere, angelte sie die Echse mit ihren langen Armen selbst aus dichtem Gestrüpp oder aus Spalten zwischen Steinen und Felsen hervor. Für solch anspruchsvolle Jagdmethoden brauchte die Vogelechse ein leistungsfähiges Gehirn. Es war sechsmal so groß wie das heutiger Krokodile. Einige Forscher nehmen an, daß die Vogelechse ein vogelähnliches Aussehen hatte: Ihr Körper war möglicherweise von einem Federkleid bedeckt.

                          

Bis auf die langen Arme und Schwänze erinnern die schlanken Gestalten dieser Raubdinosaurier so stark an Strauß und Emu, daß die Wissenschaftler diese Ähnlichkeit auch im Namen ausdrücken wollten. Ornithomimus heißt " Vogel-Nachahmer ". Struthiomimus bedeutet " Strauß-Nachahmer " , Dromiceiomimus und Gallimimus bedeuten " Emu- " und " Huhn-Nachahmer ".

Wie die heutigen Strauße konnten die hochbeinigen Tiere sehr schnell laufen. Schneller als alle anderen Dinosaurier, wahrscheinlich mehr als 50 Kilometer pro Stunde. Sie hatten keine Zähne, dafür vermutlich einen Hornschnabel. Ob sie sich auch wie Vögel ernährten, wissen wir noch nicht.

                               

Wie ein Kriminalfall erschien ein Fund bei den Ausgrabungen von 1922 in der Wüste Gobi. Direkt über einem sorgsam mit Sand abgedeckten Nest des Horndinosauriers Protoceratops fand sich der zerdrückte Schädel eines kleinen Raubdinosauriers. Hatte hier ein wachsames Weibchen an seinem Nest einen Eierdieb überrascht und getötet?

Die auffällig kurzen und kräftigen Kiefer des Räubers mit nur einem Zahn dürften sich besonders gut zum Öffnen von dickschaligen Dinosauriereiern geeignet haben. Oviraptor - Eierdieb oder Eiräuber nannte man deshalb diesen 1,80 Meter langen Raubdinosaurier. Andere Arten haben vielleicht Schnecken oder andere hartschaligen Tiere gefressen.

                            

Einer der schönsten und aufregensten Dinosaurierfunde gelang Forschern 1971 in der Mongolei. Sie legten die vollständigen Skelette eines Räubers und seines harmlosen, Pflanzen fressenden Opfers frei. Der etwa 1,80 Meter lange Raubdinosaurier Velociraptor - "Schneller Räuber "  hatte einen ebenso großen Horndinosaurier angegriffen, war dabei aber selbst schwer verletzt worden. Ineinander verkrallt starben beide Tiere, ohne den Gegner loszulassen.

                                

Ein anderer ungewöhnlicher Raubdinosaurier wurde 1963 in den USA in Gesteinsschichten aus der frühen Kreidezeit entdeckt. Auch er war kein Riese, sondern nur etwa 1,50 Meter hoch, wenn er sich aufrichtete, und 3 bis 4 Meter lang. Mehr als die Hälfte davon maß der Schwanz, der im hinteren Teil steif war und als Balancierstange diente. Doch mit seinen Zähnen sowie den Krallen an Fingern und Zehen muß dieses Tier ein gefährlicher Jäger gewesen sein.

Eine Kralle an jedem Fuß war besonders groß und stark gekrümmt. Beim Laufen wurde sie hochgeklappt getragen. Wenn der Saurier sich auf ein Beutetier stürzte, konnte sie vorschnellen und mit kräftigem Tritt in den Körper des Opfers geschlagen werden.

Man nannte den Räuber deshalb Deinonychus - " Schreckenskralle " . Die Wirkung der Krallenhiebe wurde noch erhöht, wenn Deinonychus sich mit den Händen am Beutetier festkrallte und sein Gebiß in dessen Körper schlug. Da die Zähne schräg nach hinten gerichtet waren, konnte sich das Opfer auch durch heftiges Schütteln nicht mehr befreien - die Zähne drangen nur noch tiefer ein.

Deinonychus erinnert mit dieser Jagdweise an die heutigen, etwa gleich großen Leoparden. Wie diese konnte er Beutetiere schlagen, die größer waren als er selbst. Möglicherweise jagte er im Rudel. Daß man die Knochen mehrerer Tiere an einer Stelle fand, könnte darauf hindeuten. Auch die ungewöhnlich große Hirnhöhle läßt vermuten, daß Deinonychus zu komplizierten Verhaltensabläufen und zum Zusammenleben in Gemeinschaften fähig war.

                        

Unbekannt ist noch immer das Aussehen eines riesigen Raubdinosauriers, von dem man bei Ausgrabungen in der Mongolei leider nur die Arm- und Handknochen fand. Doch diese Arme waren mit 2,50 Meter Länge fast so lang wie ein ganzer Deinonychus oder viermal so lang wie dessen Arme. An jeder Hand saßen drei gewaltige Krallen, mit denen auch sehr große Beutetiere erdolcht und zerrissen werden konnten. Tief beeindruckt nannten die polnischen Forscher ihre Entdeckung Deinocheirus (Schreckliche Hand).

Nimmt man zum Vergleich die Gestalt von Straußdinosauriern, deren Arme ganz ähnlich gebaut, aber nur ein Viertel so lang waren, so müßte Deinocheirus noch um die Hälfte größer als Tyrannosaurus gewesen sein. Ungeduldig warten die Saurier-Freunde und -Forscher in aller Welt auf weitere Knochenfunde von dem Riesen mit der schrecklichen Hand.

                            

Erst 1986 wurde in einer Tongrube in England ein ganz neuer Typ von Raubdinosaurier entdeckt. Das über 8 Meter lange Tier hatte einen 1 Meter langen krokodilähnlichen Kopf und doppelt so viele Zähne wie die anderer Fleischfresser. Seine Vorderbeine waren sehr lang und kräftig, deshalb nimmt man an, daß das Tier auf allen vieren lief. Für einen Raubsaurier wäre diese Laufweise allerdings sehr ungewöhnlich.

Ein großes, über 30 Zentimeter langes Krallenglied war Anlaß, das Tier Baryonyx   (Schwere Kralle ) zu nennen. Wahrscheinlich befand sich diese Kralle an der Hand.

                             

                                               

  Die merkwürdigen Vogelfußdinosaurier

Alle Arten der zweiten Dinosaurier-Hauptgruppe, der Vogelbecken-Dinosaurier  (Ornithischia ), waren Pflanzenfresser. Die ersten Ornithischier lebten in der Triaszeit. Wie auch bei der anderen Hauptgruppe, den Saurischiern, waren es kleinere, perfekt zweibeinig laufende Tiere. Sie ähnelten damit zwar äußerlich den Kleinen Raubdinosauriern, doch in Einzelheiten des Körperbaus sind beide Gruppen grundverschieden.

Der Knochenbau der Füße gleicht bei den Ornithischiern mehr dem der Vögel, so daß sie auch Vogelfußdinosaurier ( Ornithopoden ) genannt werden. Und sie hatten natürlich ein Pflanzenfressergebiß, in dem dicht gedrängt kantige Zähne zum Zerschneiden und Zerquetschen von Blättern und Stängeln saßen. Die Schnauzenspitze war zahnlos und ein Hornschnabel überdeckte die  Kieferknochen.

Auch unter den Vogelfußdinosauriern gab es später 12 Meter lange und 5 Tonnen schwere Riesen, wie Iguanodon  .Die frühen Arten jedoch waren klein, leicht und nur 1 bis 2 Meter lang. Zu ihnen gehört zum Beispiel Lesothosaurus ( Echse aus Lesotho ). Er hatte lange Hinterbeine mit vier Zehen und fünf kurze Finger an den Händen. Mit ihnen konnte er sich gut abstützen oder sie zum Putzen oder Freischarren von Nahrung benutzen.

Doch meist rupfte Lesothosaurus mit seinem Schnabel Blätter, Triebe und Knospen ab. Vor dem Herunterschlucken zerbiß und zerkaute er sie gründlich. Begegnete ihm ein Raubdinosaurier, half nur schnelle Flucht.

Bald entwickelten sich aber auch neue, größere Arten. Die Männchen hatten auffällige verlängerte Eckzähne. Sie wurden wohl auch als Waffen bei Rivalenkämpfen eingesetzt. Diese Gruppe erhielt den Namen " Heterodontosaurier ".

                             

Gazellendinosaurier gehörten zu den schnellsten Läufern unter den Dinosauriern. Man nimmt an, daß sie mit ihren hohen " Vogelbeinen " eine Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde erreichten. Beim Rennen half ihnen der starre Schwanz, das Gleichgewicht zu halten. Diese Pflanzenfresser scheinen zu allen Zeiten erfolgreich gewesen zu sein: sie kamen fast während des gesamten Erdmittelzeitalters vor.

Die zwischen 1 und 4 Meter langen Tiere nahmen zu ihrer Zeit wohl einen ähnlichen Platz in der Natur ein wie heute die mittelgroßen Pflanzenfresser - von Gazellen und Antilopen über Ziegen und Hirsche bis zu den Kängurus. Wie diese lebten sie meist in Herden. Typisch für die ganze Familie der Gazellendinosaurier war das 1,50 bis 2,50 Meter lange Hypsilophodon ( Zahn mit hohem Kamm ), das in der frühen Kreidezeit gelebt hat.

                                

Die großen, über 10 Meter langen Vogelfußdinosaurier heißen auch Schnabeldinosaurier, denn ihre Schnauzenspitze war mit einer breiten schnabelähnlichen Hornkappe bedeckt. Dieser Schnabel eignete sich offenbar sehr gut zum Abrupfen von Pflanzen. Während des Gebrauchs schärfte er sich selbst und wuchs ständig nach. Die Zähne standen in Reihen eng nebeneinander und bildeten eine geschlossene Reibefläche. Dadurch konnte das Futter gut zerkaut werden.

Iguanodon ( Leguanzahn ) ist die häufigste, bekannteste und typische Art. Reste dieser Echse wurden in Europa, Asien und Nordamerika entdeckt. Iguanodon spielte zu seiner Zeit wohl eine ähnliche Rolle in der Natur wie heute die Zebras und großen Antilopen. Aufgrund der zahlreichen erhalten gebliebenen Fußspuren weiß man ziemlich sicher, daß die Echsen in kleinen Gruppen oder Herden lebten.

Dadurch waren die Jungtiere besser vor Raubdinosauriern geschützt. Wahrscheinlich konnte Iguanodon sich gegen Angriffe sogar zur Wehr setzen, denn das Tier hatte als Waffe einen Dolchartigen Dorn auf dem Daumen. Sicherer war jedoch die rechtzeitige Flucht. Die bis zu 5 Tonnen schweren Tiere liefen dann auch auf den Hinterbeinen. Bei ruhiger Gangart bewegten sie sich auf allen vieren fort. Statt gewöhnlicher Krallen trugen die drei mittleren Finger deshalb kleine Hufe.

Ebenfalls weit verbreitet waren Camptosaurus ( Bogenechse - wegen der gebogenen Oberschenkelknochen)) und Tenontosaurus ( Sehnenechse - wegen der auffällig verknöcherten Sehnen, die bei allen Schnabelechsen längs der Wirbelsäule den Rücken versteiften ).

                            

Die meisten der über 20 Entenschnabeldinosaurier ( Hadrosaurier ) lassen sich an den auffälligen Knochengebilden auf ihrem Kopf leicht unterscheiden. In der übrigen Gestalt sind sie sich jedoch sehr ähnlich. Im Vergleich zu ihren Vorfahren, den Schnabeldinosauriern, haben sie noch stärker spezialisierte Schnäbel und Zähne.

Jedes Gebiß hatte über 1.000 kleine kantige Zähne., die zu so genannten Batterien zusammengefügt waren und daher eine Kau- oder Mahlfläche mit feilenartiger Oberfläche ergaben. Eine große Zunge drückte die Pflanzennahrung zwischen die Batterien in die richtige Lage zum Kauen. Wangen und Backentaschen schlossen das Maul nach außen hin ab.

Die Schnäbel der einzelnen Arten unterschieden sich deutlich in der Form und waren offenbar der bevorzugten Nahrung genau angepasst. Mit Entenschnäbeln sind sie nur wegen ihrer Breite vergleichbar, denn sie waren härter, zimlich kurz, und im Kiefer dahinter saßen Zähne. Auch wurden sie nicht im Wasser benutzt, sondern zum Abbeißen und Abrupfen von Pflanzenteilen an Land.

Über die Bedeutung der merkwürdigen Kopfgebilde wird noch immer viel gerätselt. Man hielt sie mal für Schnorchel, mal für Kühleinrichtungen, mal für Erkennungszeichen unter Artgenossen, mal notwendig zur Erzeugung von Tönen. Da diese Gebilde aber nur bei den Männchen besonders groß und wohl auch prächtig gefärbt, bei den Weibchen dagegen kleiner waren oder ganz fehlten, können sie kaum eine unbedingt lebensnotwendige Aufgabe gehabt haben.

Wahrscheinlich spielten sie bei der Verständigung zwischen Artgenossen, beispielsweise bei Rivalenkämpfen, eine wichtige Rolle. Eine ähnliche Funktion haben Geweihe, Hörner etc. an den Köpfen heute lebender Tiere.

All diese Möglichkeiten deuten darauf hin, daß die Entenschnabel-Dinosaurier sehr gesellige Tiere gewesen sein müssen, in deren Rudeln oder Herden eine bestimmte Rangordnung herrschte. Jungtiere hatten darin ihre besonderen Plätze und gingen beim Weiterziehen der Herde hinter den Erwachsenen. Wie man bei Ausgrabungen entdeckte, legten die Weibchen ihre Nester in Kolonien an. Nach dem Schlüpfen blieben die Jungtiere noch längere Zeit im Nest, das die Mutter bewachte.

                                 

Eine recht eigenartige Gruppe der Vogelbecken-Dinosaurier sind die Dickkopf-Dinosaurier ( Pachycephalosaurier ), auch Widderdinosaurier genannt. Der Name sagt es bereits: Die Knochen des Schädeldaches sind enorm verstärkt - bis zu 25 Zentimeter Dicke bei der größten Art.

Offensichtlich wurde dieser Schädel als Rammbock in den Zweikämpfen der Männchen eingesetzt. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 35 Kilometern pro Stunde rasten sie aufeinander zu. Damit die Wucht des Aufpralls nicht zu Rücken- und Halsverstauchungen führte, war auch die Wirbelsäule noch besonders verstärkt und versteift.

All diese Angaben sind jedoch Vermutungen, denn von den Tieren blieb wenig erhalten - fast nur die Schädel der Männchen. Einen über 60 Zentimeter langen Dickschädel hatte Pachycephalosaurus ( Dickkopfechse ), dessen Körperlänge auf etwa 6 Meter geschätzt wird. Die anderen Arten waren bedeutend kleiner. Homalocephale ( Gleichmäßiger Kopf ) erreichte 3 Meter, Stegoceras ( Gehörntes Dach ) 2,50 Meter.Ein Exemplar von Micropachycephalosaurus ( Kleinste Dickkopfechse ) war mit 50 cm Länge nur etwa hühnergroß.

                           

                                       

  Dinosaurier mit Hörnern, Stacheln und Panzern

In der Mongolei fand man 1922 in Gesteinsschichten der frühen Kreidezeit Skelette von bis zu 2 Meter langen Dinosauriern. Wegen ihres papageiähnlichen Schnabels und der auffälligen Kopfform wurde die Art Psittacosaurus ( Papageiechse ) genannt. Der kurze, aber sehr kräftige Schnabel war spitz und scharfkantig. Mit ihm konnten die Tiere auch sehr feste Pflanzenteile ab- oder aufbeißen.

Die Beißkraft muß enorm gewesen sein, denn am kantigen Schädel gibt es viele Ansatzstellen für große, kräftige Muskeln, besonders eine hohe Kante am Hinterrand des Kopfes. Anhand der eindeutigen Merkmale fiel es den Forschern leicht, auch sehr kleine Skelette dieser Art zuzuordnen.

Die kleinsten " Küken " , die man fand, waren 24 und 27 Zentimeter lang, ihre Schädel nicht einmal 3 Zentimeter. Kopf und Schnabel sind bei ihnen noch nicht so stabil wie bei den Alttieren. Die zarten Jungtiere stellten sicher eine leichte Beute für Kleine Raubdinosaurier dar. Deshalb nimmt man an, daß junge Papageienechsen längere Zeit von der Mutter beschützt wurden.

                           

Der Protoceratops war bis zu 2 Meter lang und nur 75 Zentimeter hoch. Er wog bis zu 2 Tonnen und ist den Forschern seit langem gut bekannt. In der Mongolei wurden nicht nur mehr als 100 Skelette in allen Lebensgrößen ausgegraben, sondern auch Eier und Nester. Der Name Protoceratops bedeutet " Vorläufer der Horndinosaurier ". Ihm fehlen zwar noch die langen spitzen Hörner der späteren Horndinosaurier; der Kopf ist durch dicke Höcker gepanzert.

Aber wie die Horndinosaurier lief Protoceratops vierfüßig, hatte einen Hornschnabel und einen zu einem knöchernen Schild verlängerten Hinterkopf. Dieser über den Nacken ragende Schild hatte wahrscheinlich mehrere Aufgaben: Er war Ansatzstelle für die kräftigen Kiefermuskeln und diente als Schutz für den leicht verwundbaren Hals.

Der Schild wurde auch zum Drohen und Imponieren eingesetzt. Da die Tiere gesellig lebten, gab es zwischen den Artgenossen sicherlich Kämpfe um die besten Futter- oder Nistplätze. Es wäre gefährlich gewesen, sich dabei nur auf den scharfen Schnabel zu verlassen, auch wenn er eine wirksame Verteidigungswaffe war.

                    

Die "echten" Horndinosaurier erschienen erst im letzten Zehntel des Dinosaurier-Zeitalters, also vor etwa 80 Millionen Jahren. Ihre gut erhaltenen und zahlreichen Reste fand man bisher nur in Nordamerika. Allein von Triceratops (Dreihorngesicht) sind über 100 Schädel bekannt.

Alle Horndinosaurier waren Riesen. Sie maßen über 5 Meter. An ihren großen Köpfen saßen knöcherne Hinterkopfschilde, Hörner und ein starker " Papageienschnabel ". Der Schnabel und die scharfen Kauzähne konnten harte Blätter und Zweige oder andere feste, zähe Pflanzennahrung bewältigen.

Der Schnabel war aber ebenso wie Hörner und Hinterkopfschild auch als wirksame Waffe gegen Angreifer einsetzbar.

Da es zu jener Zeit riesige gefährliche Raubdinosaurier gab, wie etwa Tyrannosaurus, lebten die meisten Arten der Horndinosaurier wahrscheinlich in Herden. So konnten die Tiere gemeinsam einen Abwehrring bilden und sich und ihre Jungen besser verteidigen.

Der bekannteste Horndinosaurier war Triceratops. Er hatte zwei spitze Hörner auf der Stirn, die über 1 Meter lang waren, und ein kurzes Horn vorne auf der Nase.

                           

Auch die Stegosaurier (Stacheldinosaurier) waren Pflanzenfresser und liefen auf allen vieren. Um Feinde abzuschrecken, hatten sie eine Doppelreihe von Knochenstacheln und  - platten entwickelt, die sich vom Hals über den Rücken bis zum Schwanzende hinzog. Sie war nur lose in der Haut befestigt.

Vielleicht konnten die Tiere einige der spitzen Stacheln sogar gezielt einem Gegner entgegenrichten. Die aus leichtem, porösem Knochenmaterial bestehenden Platten eigneten sich hingegen nicht für eine aktive Abwehr. Wahrscheinlich waren sie gut durchblutet, von dünnerer Haut überzogen und dienten zum Regeln der Körpertemperatur.

Es ist aber noch nicht klar, ob diese Platten abwechselnd oder  paarweise nebeneinander standen. Bei den Ausgrabungen in Nordamerika fand man sie lose zwischen den übrigen Knochen. Der Name Stegosaurus ( Dachziegelechse ) weist auf  die Annahme hin, daß es sich dabei um einen anliegenden Schuppenpanzer handelte.

Wenn ein Stegosaurus jedoch mit seinem Stachelschwanz um sich schlug, mußte sich jeder Angreifer in Acht nehmen. Im Vergleich zur Körpergröße hatten die Stegosaurier nur einen kleinen Kopf mit einem Schnabel und winzigen Zähnen, geeignet für Blätternahrung.

Der nur in Nordamerika gefundene Stegosaurus war der größte Stegosaurier. Er wurde etwa 8 Meter lang und über 2 Tonnen schwer. Stacheln hatte er nur am Schwanzende. Auf dem übrigen Körper standen die Platten, deren größte 70 Zentimeter hoch war.

Beim Kentrosaurus ( Stachelschwanzechse ) aus Ostafrika, ist von vorn nach hinten ein allmählicher Übergang von Platten zu Stacheln zu sehen. Dacentrurus (Stachelschwanz) aus Europa trug nur Stacheln.

                        

Die Panzerdinosaurier oder Ankylosaurier traten erst in der Kreidezeit auf. Sie waren gegen Angriffe Fleisch fressender Räuber noch besser geschützt als die Stegosaurier der Jurazeit.

Die vierbeinig laufenden, stämmigen Pflanzenfresser trugen vom Kopf bis zur Schwanzspitze eine widerstandsfähige Rüstung aus Knochenplatten unter einer festen Hornhaut. An Körper- und Schwanzseiten verlief meist noch ein Saum kräftiger Dornen oder Stacheln.

Der Schwanz endete bei einigen Arten in einer riesigen Knochenkeule, die als Schlagwaffe einsetzbar war. Wurden die Tiere von Raubdinosauriern bedroht, drückten sie sich wahrscheinlich fest an den Boden und vertrauten ihrem uneinnehmbaren Panzer oder schlugen den Angreifer mit ihrer Keule in die Flucht.

Bekam ein Angreifer jedoch die ungeschützte Bauchseite zu fassen, war es wohl um den Pflanzenfresser geschehen.

Bis heute sind über 30 Panzerdinosaurier-Arten bekannt. Die meisten lebten zum Ende der Kreidezeit. Doch schon über 100 Millionen Jahre früher existierte ein Vorläufer - Scelidosaurus ( Gliederechse ). Seine Panzerung bestand aus Knochenplatten und - stacheln, die sich in sieben Längsreihen über den Körper zogen. Die 3,50 Meter lange Echse fraß wahrscheinlich Farne und die palmenähnlichen Cycas-Gewächse.

Die späteren Panzerdinosaurier gehörten zwei Gruppen an. Die erste waren die schlanken Spitzschwanz-Panzerdinosaurier ( Nodosaurier ) mit schmalem Kopf und lockerer Panzerung. Bei Nodosaurus ( Knotenechse ) erscheint die Haut wie mit großen Knötchen besetzt. Sauropelta ( Echsenschild ) war besonders massig: 3 Tonnen schwer und 7 Meter lang.

Später, am Ende des Dinosaurier-Zeitalters, erreichten auch Panoplosaurus ( Altechse ) und Palaeoscincus ( Völlig gepanzerte Echse ) solche Ausmaße. Eine viel stärkere, lückenlose Panzerung war für die zweite Gruppe typisch: die Keulenschwanz-Panzerdinosaurier. Der 6 Meter lange Talarurus aus der Mongolei hatte 5 Zentimeter dicke Knochenplatten.

Auch bei dieser Gruppe traten die größten Arten zuletzt auf: Euoplocephalus ( Typisch gepanzerter Kopf ) und Ankylosaurus ( Gekrümmte Echse ) wurden 10 Meter lang.

                              

                                         

Allgemeine Merkmale der Dinosaurier

Die Haut der Dinosaurier gehört zu den Körperteilen, die gewöhnlich nicht versteinern und überdauern können. Doch in wenigen glücklichen Fällen fand man Abdrücke von Hautpartien. So von einem Anatosaurus ( Entenechse ), der in einem Sandsturm starb und von trockenem Sand begraben wurde.

Die Anatosaurus-Haut war  nackt, trocken und fest und in kleine erhöhte Felder mit dickerer Hornhaut und dazwischen liegende weichere Falten unterteilt. Unter den dickeren Hornhautschildchen waren kleine Knochenplättchen in die Haut eingelagert.

Solche Knochenplatten hatten schon die Vorfahren der Dinosaurier und auch ihre Verwandten, die Krokodile. Es ist anzunehmen, daß dieser Hauttyp bei den Dinosauriern weit verbreitet war. Bei den Panzerdinosauriern waren die Knochenplatten in der Unterhaut am stärksten ausgebildet.

Bis zu 5 Zentimeter dick und lückenlos nebeneinander liegend, bedeckten sie die gesamte Körperoberseite als fester, aber beweglicher Panzer. Darüber lag die Hornhautschicht, die ein dem Plattenmosaik entsprechendes Muster bildete. Auf spitzen oder buckelartig gewölbten Knochenplatten verstärkte die Hornhaut diese Formen zu dicken, spitzen Hörnern oder Buckeln.

Wahrscheinlich war die Haut ähnlich vielfältig gestaltet wie bei den heutigen Reptiliengruppen Schildkröten, Krokodile und Brückenechsen. Jedoch deutet bisher nichts auf Dinosaurier mit einem Schuppenkleid oder einer Häutung wie bei Schlangen hin.

Völlig unbekannt ist, welche Farben und Muster Dinosaurierhaut haben konnte. Alle farbigen Darstellungen beruhen auf Vermutungen oder reiner Phantasie.

                       

Nachdem der amerikanische Dinosaurier-Entdecker Marsh vor über 100 Jahren zum ersten Mal das vollständige Skelett eines Riesendinosauriers untersuchen konnte, äußerste er sich erstaunt. " Die sehr kleinen Maße von Kopf und Gehirn weisen auf ein dummes, langsames Reptil hin....." Diese Einschätzung blieb lange so allgemein gültig, daß der Begriff Dinosaurier sogar Eingang in den üblichen Sprachgebrauch für etwas Altertümliches und Stumpfsinniges fand.

Diese Beurteilung wird aber vielen Dinosauriern nicht gerecht, besonders wenn man an die kleineren, wendigen Raubdinosaurier oder an die gesellig lebenden Entenschnabelsaurier denkt.

Der Raubdinosaurier Saurornithoides hatte das relativ größte Gehirn, fast so groß wie bei Säugern oder Vögeln. Die Ausbuchtungen der Hirnhöhle im Schädel zeigen, daß bestimmte Hirnteile deutlich und groß ausgebildet waren. Diese Teile waren für das Sehen und Riechen sowie für die komplizierten Bewegungen wie Balancieren oder Tasten und Greifen mit den Händen zuständig.

Das im Verhältnis zu ihrer Körpergröße kleinste Gehirn hatten die Panzer- und Stacheldinosaurier. Das Gehirn von Stegosaurus, der so groß war wie ein Elefant, kann nur die Größe einer Walnuß gehabt haben. Eine andere, größere Höhlung für ein Nervenzentrum befand sich in der Hüftregion der Wirbelsäule.

Bei den meisten Wirbeltieren mit Schwanz ist das Rückenmark an dieser Stelle auffallend dicker. Der Schwanz der Stegosaurier war nicht nur riesig, er hatte auch eine lebenswichtige Aufgabe als Abwehrwaffe. Um für einen gezielten Schlag alle Schwanzmuskeln genau steuern zu können, war ein großes Nervensystem am Schwanzansatz nötig.

Für eine Lebensweise als gut bewaffnete und deshalb gemächlich laufende Pflanzenfresser reichte das kleine Gehirn im Schädel offenbar aus, denn Stacheldinosaurier existierten über viele Millionen Jahre.

                      

Unter den heutigen Reptilien können sich die Krokodile mit ihren Artgenossen durch verschiedene Laute verständigen. Die erwachsenen Männchen mancher Art können laut brüllen oder grunzen: Die Jungtiere rufen sogar schon aus dem Innneren des Eies und verständigen damit ihre Nestgeschwister und ihre Mutter. Warum sollten ihre nächsten Verwandten, die Dinosaurier, nicht auch ähnliche Fähigkeiten besessen haben?

An den Knochen ist das aber nicht nachweisbar. Die Wissenschaftler überlegen, ob die von der Nase ausgehenden Gebilde mancher Entenschnabel-Dinosaurier dazu gedient haben könnten, Laute zu erzeugen. Den Wissenschaftlern zufolge waren die Lambeosaurus in der Lage, trompetenähnliche Töne zu erzeugen.

                         

In allen Epochen der Dinosaurierzeit gab es besonders schlanke, nur auf den Hinterbeinen laufende Arten, sowohl unter den Raubsauriern wie auch unter den Pflanzen fressenden Vogelfuß-Dinosauriern.  Drei Gesichtspunkte helfen uns, genaue Angaben über die Laufgeschwindigkeit von ausgestorbenen Tieren zu machen:

Erstens die Beinlänge. Sie sind an den gefundenen Knochen messbar. Aus ihnen ergeben sich auch die Form und die Höhe der Gelenke sowie die Fußform. Zweitens die Körpermasse - sie wird geschätzt. Drittens die Schrittlängen und die Gangart - beides kann man aus dem Körperbau und auus den versteinerten Fährten der einzelnen Dinosaurier-Typen ablesen.

Zum Vergleich zieht man die Schnell-Läufer unter den heutigen Wirbeltieren heran: Rennpferde, Windhunde, Gazellen usw. Mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde sind der Gepard und einige Gazellen-Arten die schnellsten unter ihnen - also die mittelgroßen Tiere mit einer Körpermasse von etwa 50 Kilogramm. Sowohl leichtere als auch schwerere sind langsamer.

Diese Erkenntnis bezogen die Wissenschaftler in die Auswertung von Beinlängen, Fährten und Körpermassen mit ein und errechneten so, wie schnell ein bestimmter Dinosaurier gewesen sein muß.

                       

Die heutigen Reptilien - Schlangen, Eidechsen, Krokodile und Schildkröten - sind wechselwarme Tiere, oft vereinfacht Kaltblüter genannt. Ihre Körpertemperatur ist von den Temperaturen ihrer Umgebung abhängig. Vögel und Säugetiere dagegen können ihren Körper unabhängig von der Außentemperatur gleichmäßig warm halten, indem ihr Körper selbst Wärme erzeugt. Sie werden daher Warmblüter genannt.

Da Dinosaurier eindeutig Reptilien waren, hielt man sie lange Zeit für Kaltblüter. Heute gibt es jedoch viele Hinweise auf unterschiedliche Formen der Warmblütigkeit bei ihnen. Bedingt durch das überwiegend warme und milde Klima, hatten die Tiere ohnehin eine günstig hohe Körpertemperatur.

Brauchten sie mehr Wärme, sonnten sie sich. Bei manchen Arten war dafür die Hautoberfläche vergrößert: Spino- und Ouranosaurus trugen ein Rückensegel, Stegosaurier gut druchblutete Rückenplatten.

Die massiven Körper der Riesendinosaurier können auf diese Weise jedoch nicht ausreichend aufgeheizt worden sein. Aber bei ihnen staute sich genügend innere Wärme, die in jedem Lebewesen durch Muskelbewegungen und Stoffwechselprozesse entsteht. Bei kleinen Körpern verliert sie sich schnell durch Abkühlung über die Haut.

Aber in den großen Körpern der Riesendinosaurier verzögerte sich diese Abgabe durch den längeren Weg zur Haut und die relativ kleinere Hautoberfläche, so daß sie genügend Wärme ansammelte und die Tiere zwangsläufig zu Warmblütern wurden. Und die Jungtiere? In ihren kleinen Körpern konnte sich noch nicht genug Wärme aufstauen. Wahrscheinlich verbrachten sie die ersten Jahre ihres Lebens als wechselwarme Tiere.

Eine andere Möglichkeit, als Warmblüter zu leben, entwickelte sich bei den Raubdinosauriern. Die " nebenbei " entstandene Wärme wurde durch zusätzlich erzeugte  Heizwärme ergänzt, was nur mit Hilfe der energiereichen, schnell verdaulichen Fleischnahrung möglich war. Als Warmblüter waren die Tiere nun jederzeit zur schnellen Jagd oder Flucht in der Lage.

Doch bei den kleinen Arten muß der Wärmeverlust über die Haut hoch gewesen sein. Man nimmt daher an, daß die kleineren Raubdinosaurier ein isolierendes Federkleid trugen. Bei einem von ihnen - Archaeopteryx - ist es ja nachgewiesen.

                        

Wie alle Reptilien legten auch die Dinosaurier Eier. Reste solcher Eier fand man erstmals im 19. Jahrhundert in Südfrankreich, doch konnte man über Größe und Zugehörigkeit nichts genaues sagen. Die ersten versteinerten Eiergelege wurden 1923 in der Wüste Gobi entdeckt. Sie stammten von verschiedenen Dinosauruer-Arten.

Die Fundstelle in Südfrankreich erwies sich später noch als sehr ergiebig. Mehrere hundert Eier wurden geborgen, die vor 70 Millionen Jahren bei einer Überschwemmung mit Sand und Schlamm bedeckt wurden. Es ließen sich zehn Eitypen unterscheiden. Die größten waren rundlich, bis zu 24 Zentimeter lang und hatten ein Volumen von 3 bis 3,5 Litern. In einem nicht vollständig erhaltenen, etwa 1 Meter breiten und 70 Zentimeter tiefen Nest lagen zwölf solcher Eier. Sie stammen wahrscheinlich vom Riesendionosaurier Hypselosaurus.

Die schönsten Nestfunde machte man seit 1978 in Montana, Nordamerika. Hier hatte sich eine ganze Kolonie von über zehn Nestern von Entenschnabel-Dinosauriern erhalten. Jede Nestmulde war 2 Meter breit und 1 Meter tief. Eine erhielt zwar nur zertretene Eischalen, in einer anderen lagen jedoch Jungtiere, die bereits 50 Zentimeter bis 2 Meter lang waren.

Zur Zeit des Schlüpfens aus den etwa 20 Zentimeter großen Eiern dürften sie 30 bis 35 Zentimeter groß gewesen sein. Sie blieben also noch längere Zeit im Nest (wobei sie die Eierschalen zertraten) und wurden wahrscheinlich von ihren Müttern bewacht und gefüttert. Man nannte diese Art von Entenschnabel-Dinosauriern deshalb Maiasaura (Mutterechse). Daß die Muttertiere auch gebrütet haben, ist bei ihrer Körpermasse von mindestens 2 Tonnen nicht anzunehmen. Wahrscheinlich hat das pflanzliche Nistmaterial durch Gärung genügend Brutwärme geliefert.

Daneben hatten auch Gazellen-Dinosaurier einen Nistplatz, der offenbar jahrelang benutzt wurde. In den zehn jeweils 1 Meter breiten Nestern lagen bis zu 24 längliche Eier. Die frisch geschlüpften Gazellendinosaurier blieben aber nicht im Nest, sondern verließen es sofort und versammelten sich in der Nähe zu einer Kindergruppe. Es gab also schon bei Dinosauriern Nesthocker und Nestflüchter unter den Jungtieren, die von ihren Müttern unterschiedlich betreut wurden.

Nach dem Schlüpfen wuchsen die Nesthocker besonders schnell, da sie in den ersten Lebenswochen von ihrer Mutter gefüttert wurden. Nestflüchter dagegen waren vom Zeitpunkt des Schlüpfens an selbstständiger.

                         

Funde von Fährten und Massenansammlungen von Knochen geben Hinweise darauf, daß einige Dinosaurier-Arten in Herden gelebt haben. Aus den Fußspuren kann ein geübter Fährtenleser viel über die Verhaltensweisen der Tiere herauslesen.

In Texas verlaufen über eine Gesteinsschicht 20 Riesendinosaurier-Fährten parallel zueinander. Nur wenige Abdrücke überlagern sich. Aus ihrer unterschiedlichen Größe geht hervor, daß zur Herde auch Jungtiere gehörten, die sich in ihrer Mitte aufhielten.

Auf einer Felsplatte in Kanada hat eine Herde von Entenschnabel-Dinosauriern ihre Fußabdrücke hinterlassen. Sie war in breiter Front über den damals weichen Untergrund gezogen. Die Jungtiere trotteten offenbar hinterher, denn ihre Fährten überdecken manchmal die der älteren Tiere. So gibt es inzwischen viele Beispiele für ein Herdenleben bei den Pflanzenfressern.

Aber auch einige Arten der Kleinen Raubdinosaurier lebten im Rudel. An einer Stelle verlaufen 19 gleichartige Fährten mittlerer Schrittlänge nebeneinander über eine Fläche. Das könnte bedeuten, daß sie auch im Rudel gejagt haben. Die Spuren der riesigen, schweren Raubdinosaurier fand man dagegen bisher immer nur einzeln.

                         

                                                   

Die anderen Saurier / Vorzeit

Der Begriff   " Saurier "  wird nicht immer eindeutig gebraucht. Ursprünglich bezeichnete er alle großwüchsigen Reptilien ( Kriechtiere) und Amphibien ( Lurche ), die in vergangenen Erdzeitaltern lebten und ausgestorben sind. Heute werden auch die kleineren Arten dazugezählt.

Da auch Krokodile , Brücken- und Schuppenechsen des Erdmittelalters als Saurier bezeichnet werden, kann man ebenso ihre heute noch existierenden Vertreter mit einbeziehen. Der Begriff " Saurier " bedeutet jedenfalls genau dasselbe wie " Echse " oder " Reptil ". Wenn eine Art mal " Panzerechse ", mal " Panzersaurier " und mal " Panzerreptil " genannt wird, ist immer dasselbe gemeint.

Zu denjenigen Sauriern, die man heute als Amphibien einstuft, gehören die Steinkohlensaurier und die Panzerlurche. Sie sind an ihren Skeletten nur schwer von Reptilien zu unterscheiden. Der Mastodonsaurus war beispielsweise solch ein riesiger, 4 Meter langer Lurch. Er lebte wie ein Krokodil in Sümpfen und Seen.

                           

Die ersten Reptilien, die sich in der Steinkohlenzeit ( Karbon ) vor über 300 Millionen Jahren entwickelten, werden als Ursaurier oder Stammreptilien bezeichent. Zunächst waren es kleine eidechenähnliche, räuberisch lebende Tiere. Doch im Laufe der Zeit gab es immer größere Ursaurier, die sich mehr und mehr von Pflanzen ernährten. Die größten waren 3 Meter lang und schwerfällig, mit seitwärts abgewinkelten Beinen und dicker, höckriger Haut. Sie besiedelten die ganze Erde. Aus dieser Gruppe sind alle anderen Reptilien hervorgegangen.

Schon in der Steinkohlenzeit entwickelten sich aus den Urreptilien die langschwänzigen, bis zu 3 Meter langen Kamm- oder Pelycosaurier mit kräftigen Eckzähnen. Bei vielen ragten vom Rücken hohe Knochenstäbe auf, zwischen denen sich ein Hautsegel spannte. Bei den kurzschwänzigen Säugetierähnlichen Reptilien  (Therapsiden ) verlagerten sich die Beine allmählich unter den Körper und ermöglichten so auch massigen Tieren ein leichteres Laufen.

Bei den Raubtierzahnsauriern ( Theriodontier ), vorwiegend Fleischfresser, wurden Gestalt und Gebiß immer hundeähnlicher. Wahrscheinlich bildeten sich später für Säugetiere typische Mermale aus. Aber fast alle diese Säugetierähnlichen Reptilien starben zu Beginn des Dinosaurier-Zeitalters aus. Nur wenige kleine Arten entwickelten sich in der Triaszeit zu echten Säugetieren.

Die Wurzelzahnsaurier ( Thekodontier ) waren anfangs krokodilähnlich und hatten meist einen Panzer aus Knochenplatten unter der Haut. Aus ihnen entwickelten sich erstaunlich unterschiedliche Typen : bizarr gepanzerte Großkopfechsen, langschnauzige Fischfänger oder die schlanken Schnell-Läuferechsen, die als die unmittelbaren Vorfahren der Dinosaurier gelten.

                               

                                                                    

Flugsaurier

Die Flugsaurier ( Pterosaurier ) waren Zeitgenossen der Dinosaurier. Beide stammen von denselben Vorfahren, den Thekodontiern, ab. Aber welch ein Gegensatz zwischen einem Riesendinosaurier und einer zartgliedrigen Flugechse. Das typische Kennzeichen der Flugsaurier waren ihre Flügel. Eine schmale, ledrige Flughaut reichte bis zur Spitze des enorm verlängerten vierten Fingers. Die kurzen ersten drei Finger trugen Krallen und ragten aus der Vorderkante des Flügels hervor.

Die ersten Flugsaurier erreichten etwa die Größe von Krähen. Allmählich entstanden auch größere Arten. Am Ende der Kreidezeit lebten die größten - darunter ein Segler, der die Ausmaße eines Segelflugzeuges erreichte.

Man teilt die Flugsaurier in zwei Gruppen ein. Die Langschwanz-Flugsaurier mit langem Schwanz und kurzem Hals lebten in der ersten Hälfte des Dinosaurier-Zeitalters bis zum Ende der Jurazeit. Die Kurzschwanz-Flugsaurier mit langem Hals und schmaleren, längeren Flügeln traten erst zur Zeit der letzten Langschwanz-Dinosaurier auf und lebten bis zum Ende der Kreidezeit.

Die meisten Flugsaurier erbeuteten Fische. Dies beweisen Funde von Nahrungsresten an den Stellen, wo einst Magen oder Kehlsack gewesen waren. Die Flugsaurier flogen dicht über der Wasseroberfläche und ergriffen die Fische mit ihrer Schnauze, in der spitze Zähne saßen.

                                 

                                                                       

  Die Meeres-Saurier

Die meisten Saurier waren Landbewohner. Mehrere Gruppen haben sich jedoch auch das Meer als ständigen Lebensraum erschlossen und sich ihm in ihren Körperformen bestens angepasst:

1. Pflasterzahn- und Nothosaurier hatten die Gestalt einer Echse mit Ruderfüßen und einem seitlich abgeflachten Ruderschwanz.

2. Meereskrokodile und Mosasaurier verfügten über eine lang gestreckte Gestalt mit einem Ruderschwanz. Sie bewegten sich nur durch schlängelnde Bewegungen ihres Ruderschwanzes vorwärts.

3. Plesio- und Pliosaurier sowie Meeresschildkröten hatten die Gestalt einer Paddelechse. Sie benutzten nur die Beine als Ruderflossen.

4. Die delfinähnlichen Fischsaurier ( Ichthyosaurier ) ähnelten in ihrer Gestalt den Fischen. Sie bewegten sich mit Hilfe ihrer hohen Schwanzflosse vorwärts.

Zwischen allen Haupttypen gab es auch Übergänge, so daß eine große Vielfalt an Meeressauriern entstand. Am stärksten unterschieden sich die Fischsaurier von ihren Vorfahren - ursprünglich vierbeinigen Landechsen. Die fünfzehigen Füße wurden bei ihnen zu flachen Ruderflossen. Und die hohen Schwanz- und Rückenflossen sind kein  "Erbteil " der Fische, sondern " Neuentwicklungen " der Fischsaurier.

                             

                                                                 

Vom Ende der Dinosaurier

Die Frage wann die Dinosaurier ausstarben wird meist schnell und einfach beantwortet: vor etwa 65 Millionen Jahren, am Ende der Kreidezeit und des Erdmittelalters. Über 150 Millionen Jahr lang hatten immer wieder neue Dinosaurier das Leben auf der Erde geprägt - jetzt verschwanden diese Tiere innerhalb kurzer Zeit völlig von der Bildfläche. Aus den Ablagerungen der Tertiärzeit ist uns kein einziger Fund mehr bekannt.

Aber nicht alle Dinosaurier-Arten und - Gruppen haben diese Zeit überhaupt erreicht. Bereits 120 Millionen Jahre früher, mitten im Dinosaurier-Zeitalter, waren die letzten der Vor-Riesendinosaurier schon wieder verschwunden. Auch die Stacheldinosaurier starben 60 Millionen Jahre vor den übrigen Dinosaurier-Gruppen aus. Dafür tauchten die Dickkopf- und die Horndinosaurier zu diesem Zeitpunkt erst auf.

Ständig entwickelten sich neue Arten, aber ebenso verschwanden viele auch wieder von der Erde. Der größte Teil der Dinosaurier-Arten existierte "nur" etwa zwei, höchstens jedoch 10 Millionen Jahre.

Seit der Entdeckung der Dinosaurier vor über 150 Jahren hat ihr restloses Aussterben die Menschen beschäftigt. Mehr als hundert Theorien wurden aufgestellt, die meisten davon sind unhaltbar. Oft wird nämlich übersehen, daß viele anderen Tiere die kritische Zeit überlebt haben: Krokodile, Eidechsen, Schlangen, Schildkröten, Vögel und Säugetiere. Galten die Ursachen, die zum Aussterben der Dinosaurier führten, für sie nicht?

Mit den Land bewohnenden Dinosauriern verschwanden hingegen auch alle Meeressaurier und Ammoniten, viele andere Meereskleintiere und bestimmte Landpflanzen. Diese Arten starben wahrscheinlich aus denselben Gründen aus.

Eine der jüngsten Theorien macht eine plötzliche Katastrophe für das Massen-Aussterben verantwortlich. Man nimmt an, daß vor 65 Millionen Jahren ein riesiger Meteroit von 10 Kilometern Durchmesser die Erde traf. Gestein schmolz und wurde als ungeheure Staubmasse in die Höhe geschleudert. Monatelang verdunkelten die Staubwolken den Himmel, die auf Licht angewiesenen Pflanzen starben aus. Mit ihnen die Pflanzenfresser, danach die Fleischfresser.

Wenn diese dramatischen Ereignisse sich wirklich so abgespielt haben, wäre ein plötzliches Aussterben aller Dinosaurier verständlich. Doch warum haben dann so empfindliche Tiere wie Vögel überlebt?

Es ist eher wahrscheinlich, daß die Dinosaurier nicht plötzlich, sondern allmählich ausstarben. In einer lange andauernden Krisenzeit verschlechterten sich die Lebensbedingungen für alle Tiere, die auf das stets gleichmäßige, feuchtwarme Klima und die üppige Pflanzen- und Tierwelt angewiesen waren.

Durch die Bewegungen der Erdkruste verlagerten sich die Kontinente; dies brachte spürbare Klimaveränderungen mit sich. Tiefe Ozeane breiteten sich aus, während immer mehr Flachmeergebiete zu trocknem Land mit einer weniger üppigen Pflanzenwelt wurden. Die Nahrung wurde knapper. Durch die Abkühlung des Klimas verschlechterten sich die Brutbedingungen für die Eier, die Jungtiere wuchsen langsamer.

Allmählich wurden die einzelnen Arten seltener und starben schließlich aus, in einem Gebiet früher, im anderen später. Mindestens 5 Millionen Jahre dauerte diese Krisenzeit, in der auch Flugsaurier sowie bestimmte Pflanzen- und Säugetier-Arten immer seltener wurden. Andere Pflanzen- und Säugetier-Arten breiteten sich aus.

Der Meteroiteneinschlag und andere plötzliche Katastrophen, etwa gewaltige Vulkanausbrüche, haben dann diese für die Dinosaurier ungünstigen Bedingungen dramatisch verschärft. Sie waren aber sicherlich nicht der einzige Grund für ihren Untergang.

 

 

                                                              

 

 

 

 

 

                           

 

                  

 

       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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