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        Ausgestorbene Tiere

 

      copyright liegt bei cat7211) Kopie oder Verlinkung auf andere HP´s nicht gestattet !!  Quelle: Was-ist-Was Buch 56

Da dieser Bericht aus dem Jahre 1997 stammt und einiges sich - eventuell - geändert/verändert hat, werden aktuelle Neuigkeiten - soweit bekannt - im Forum gepostet. Schaut also mal des öfteren dort vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben bzw. selbst Neuerungen bekannt zu geben. Falls ihr Fehler oder nicht mehr aktuelle Zahlen, Werte usw. in diesem Bericht  bemerkt, bitte ich, diese direkt an mich -

 

Urwildpferd

 

 

 

Wie viele ausgestorbene Tier-Arten gibt es?

Riesenechsen

Tiere auf Höhlenbildern

Mammut-Ausrottung durch Steinzeitjäger?

Was wurde den Moas zum Verhängnis?

Wolf und Luchs

Stellersche Seekuh

Tod der Wandertauben

"Indianerbüffel"

Der Dodo

Bedrohung der Meerechsen von Galápagos

Der Riesenalk

Warum sind Naturkundemuseen so wichtig?

Was richten Tankerunglücke an?

Rote Listen

Schildkrötensuppe

Kroko-Taschen

Leoparden-Fell

Wofür müssen Nashörner sterben?

Kenias Elfenbein

Ara (s)

Quastenflosser

Die Takahe

Artentod der Kleintiere

Können Dinosaurier wiederauferstehen?

Aufgaben der Nationalparks

Der Weißstorch

Können Tierarten im Zoo überleben?

Naturschutzverbände

Wie steht es um die Wale?

Wer rettet Tiger und Panda?

Kinder und Artenschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie viele ausgestorbene Arten gibt es?

 

 

Seit es Leben auf der Erde gibt, sind immer wieder neue Tierarten entstanden. Ungezählte von ihnen sind jedoch wieder verschwunden. Die Tierwelt unserer Tage ist nur ein Bruchteil jener riesigen Artenmenge, die es im Laufe der Erdgeschichte gegeben hat. Einige Forscher vermuten, daß durch den natürlichen Wandel des Lebens bis zu 500 Millionen Tierarten wieder ausgestorben sein könnten. Aus dem heutigen Tierreich sind erst 1,5 Millionen Arten beschrieben. Insgesamt könnten es 3 Millionen sein, vielleicht auch mehr.

Die Paläontologie, die Lehre vom vorzeitlichen Leben, kennt vier große Etappen. In der Erdurzeit entstanden vor 2 Milliarden Jahren einzellige Lebewesen - Algen und Bakterien - und die ersten niederen Tiere. Im Erdaltertum, es begann vor 570 Millionen Jahren, füllten sich die Meere mit Wirbellosen und Fischen. Insekten und Kriechtiere besiedelten allmählich das Land. Im Erdmittelalter, vor 250 Millionen Jahren beginnend, herrschten die Saurier. Die Erdneuzeit, sie setzte vor 65 Millionen Jahren ein, brachte die Vielfalt der Säugetiere.

 

 

Die Riesenechsen

 

 

Kaum eine andere Tiergruppe der Vorzeit hat die Fantasie der Menschen so beflügelt, wie die riesigen Saurier. Was mag die Giganten des Erdmittelalters am Ende der Kreide zum Aussterben gebracht haben? Manche Wissenschaftler geben einem raschen Klimawechsel die Schuld. Andere halten Vulkanausbrüche für die Ursache. Auch der Einschlag eines riesigen Meteoriten wird für möglich gehalten. Er soll die Erde lange Zeit verfinstert und abgekühlt haben.

In Wirklichkeit jedoch verschwanden die Riesenechsen eher langsam. Ihr Untergang zog sich über Millionen Jahre hin. Besser an die Umwelt angepasste Lebensformen nahmen ihren Platz ein - die Säugetiere und die Vögel.

 

 

 

Tiere auf Höhlenbildern

 

 

In Frankreich wurden 1994 Höhlenmalereien entdeckt. Künstler der Steinzeit hatten die Felswände mit über 300 Bildern geschmückt. Diese Bilder entführen den Betrachter in eine längst vergangene Welt - die Welt der Cro-Magnon-Menschen. Sie lebten in der jüngeren Altsteinzeit - einer Etappe der Menschheitsgeschichte, die vor 40 000 Jahren begann und vor rund 10 000 Jahren endete.

Zur Zeit der Höhlenkünstler lag der Norden Europas unter einem dicken Panzer aus Eis. In Frankreich und Spanien dagegen herrschten Kältesteppen vor - ohne Baum und Strauch. Dort fanden die altsteinzeitlichen Jäger Beutetiere im Überfluß.

Lagerplätze mit Bergen von Knochen erzählen: Die Cro-Magnon-Menschen jagten Pferde, Riesenhirsche, Höhlenbären und Wollnashörner, sogar die mächtigen Mammuts. Sie erbeuteten sie mit Fallen, erlegten sie mit Speeren und Schleudersteinen, auch mit Pfeil und Bogen.

Die Cro-Magnon-Menschen waren erfolgreiche Jäger und ebenso geschickte Künstler. Als Farben verwendeten sie Pflanzensäfte und Erden, Holzkohle und Blut. In Frankreich, Spanien, Portugal und Italien wurden viele Höhlenmalereien der Altsteinzeit gefunden. Auch Lehmfiguren, Schnitzereien und Felsreliefs berichten über das Wichtigste im Leben der Cro-Magnon-Menschen: die Jagd. Die Kunstwerke lassen ahnen, welch enge Beziehung zwischen Jäger und gejagtem Tier bestand. Es bedrohte ihn und half ihm dennoch, zu überleben.

 

 

Mammut-Ausrottung durch Steinzeitjäger?

 

 

Nur mit einer List konnten die Steinzeitjäger das Mammut überwältigen. Sie bauten ihm Fallen. Als gute Jäger hatten sie beobachtet, daß die Herden der langhaarigen Elefanten immer dieselben Pfade entlangwanderten. Genau dort hoben sie Erdgruben aus und tarnten sie mit Ästen, Erde und Gras. Waren die wehrhaften Kolosse einmal hineingestürzt, gab es für sie kein Entrinnen. Wahrscheinlich stellten die Steinzeitmenschen dem Mammut auch mit Treibjagden nach. Trupps von Jägern drängten die Tiere in Sümpfe ab. Oder sie hetzten die Riesen über Steilhänge in den Tod. Doch waren unsere Vorfahren bereits imstande das Mammut als Art zu vernichten?

Vor 10 000 Jahren soll der mächtige Elefant ausgestorben sein. Doch die Zahl der Tiere schrumpfte sicher nur allmählich - über Jahrtausende hinweg. Was aber könnte die Ursache dafür gewesen sein? Die Eispanzer, die damals den Norden Europas, Asiens und Amerikas bedeckten, begannen zu schmelzen. Das Klima erwährmte sich. Der Körperschutz des Mammut gegen die Kälte der Tundra - die fettgepolsterte Haut und das wollige Fell - waren jetzt überflüssig.

Der Dauerfrostboden weichte zu tückischem Morast auf. Riesige Seen bildeten sich. Wo sollte das Mammut jetzt noch Weidegründe finden? Unsere Vorfahren verehrten und fürchteten das Mammut. Aus seinen Stoßzähnen geschnitzte Figuren und Höhlenzeichnungen beweisen es. Ausgerottet haben sie ihre Lebensgrundlage sicher nicht. Auch die zahlreichen im gefrorenen Boden unversehrt erhalten gebliebenen Mammut-Fossilien sind ein Zeichen dafür.

 

 

Was wurde den Moas zum Verhängnis?

 

 

Moa

 

Die Moas haben Neuseeland berühmt gemacht. Doch es ist ein trauriger Ruhm. Die riesigen Laufvögel - einzelne Arten wurden bis zu 3,50 Meter groß - sind bis auf den letzten gegessen worden.

Berge von Knochen mahnen heute an ihren Untergang, auch präparierte Skelette, die in Museen zur Schau gestellt sind. Die Moas sind das Opfer der Jagd geworden. Ihre Austilgung setzte im 10. Jahrhundert ein. Damals betraten die ersten polynesischen Seefahrer den Strand der Inseln: die Moa-Jäger, wie sie heute genannt werden.

Sie hatten ein leichtes Spiel. Auf den unbewohnten Inseln hatten die Vögel nie lernen müssen, vor den Speeren jagender Menschen zu fliehen. Kaum 200 Jahre später entdeckten die Maoris Neuseeland, ebenfalls polynesische Jäger. Sie vollendeten die Vernichtung. Nur wenige Moas retteten sich bis ins 17. Jahrhundert. Dann holte auch sie das Schicksal ihrer Artgenossen ein.

 

 

Wolf und Luchs

 

 

Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlichte der Gelehrte Konrad Gesner ein mehrbändiges Tierbuch. Es beschrieb alle Arten, die zu Lebzeiten Gesners bekannt waren, und bildete sie in Holzschnitten ab. Für den Wolf fand Gesner nur böse Worte: ein "räubig, schädlich, frässig thier", das von allen anderen Tieren "gehasset" werde. Damals verabscheuten und fürchteten die Menschen den Wolf über alle Maßen. Doch ist die Angst vor dem Graupelz nicht bis heute lebendig? Obwohl sein nächtliches Geheul in unseren Wäldern längst erstorben ist?

Der Wolf - Stammvater aller Haushunde - ist wohl der älteste Tiergefährte des Menschen. Er hat Gerechtigkeit verdient. Gewiß - die wilden Vettern des Haushundes fielen mitunter über das Vieh der Bauern her. Doch allenfalls in strengen Wintern, in äußerster Not. Hatte deshalb die ganze Art die Vernichtung verdient? Der Mensch verfolgte den Wolf gnadenlos: mit Haken und Schlingen, Fangeisen und Gift, Pulver und Blei. Vor 100 Jahren schien das Ziel erreicht: Mitteleuropa war frei von Wolf, frei von Luchs und Braunbär. Zuwanderer haben Wolf und Luchs heute wieder heimisch werden lassen. In Reservaten, fernab von Städten und Verkehr, dürfen sie überleben.

 

 

Die Stellersche Seekuh

 

 

Die Besucher des Zoologischen Museums in Sankt Petersburg können ein 7 Meter langes Knochengerüst bewundern. Es sind die Reste eines gewaltigen Meeressäugetieres, das mit den Elefanten verwandt war: der Stellerschen Seekuh. Vitus Bering - Offizier in russischen Diensten - scheiterte 1741 mit seiner Expedition im Nordpazifik. Er und seine Gefährten suchten auf einer Insel bei Kamtschatka Zuflucht, um den eisigen Winter zu überstehen. Bering starb jedoch.

 

Stellersche Seekuh (Zeichnung)

 

An der flachen Küste beobachteten die Schiffbrüchigen Herden riesiger, robbenähnlicher Tiere. Sie weideten gemächlich Meeresalgen ab. Dabei  blieb ihr Kopf stets unter Wasser, der mit einer dicken Borkenhaut bedeckte Körper dagegen ragte teilweise heraus. Berings Leute hatten eine neue Art der Seekühe entdeckt. Ähnliche Tiere,  nur kleiner, waren aus wärmeren Gewässern bekannt. Der antike Dichter Homer hatte sie in seiner "Odyssee" zu Meerjungfern verklärt, deren Gesang die Seefahrer ins Unglück lockte.

Die friedlichen Seekühe ließen sich sogar berühren. Woher hätten die Tiere auch wissen sollen, daß die Menschen ihnen Unheil bringen würden? Als schließlich Pelzjäger von den Inseln erfuhren, von Tausenden Seeottern, Blaufüchsen und Robben, zogen sie in Scharen los. Jetzt bezahlten die Seekühe ihr Vertrauen mit dem Leben: Das große Schlachten begann.

Die Tiere machten es ihren Mördern leicht: Überlebende folgten ihren erschlagenen Verwandten bis ans Land, bis in den Tod. Nur 27 Jahre nach ihrer Entdeckung gab es die Stellersche Seekuh nicht mehr.

 

 

Tod der Wandertauben

 

 

Als europäische Siedler sich im 19. Jahrhundert auf den Westweg quer durch Nordamerika machten, um das weite Land zu besiedeln und wirtschaftlich zu erschließen, zogen sie eine blutige Spur. Eines ihrer Opfer war die Wandertaube - ein Vogel, dessen Schwärme einst noch Milliarden zählten.   

Wenn die schier endlosen Taubenscharen zur Nahrungssuche auszogen oder zu ihren Schlafbäumen heimkehrten - so ist es von Vogelfreunden aus jener Zeit überliefert - war dies ein Naturschauspiel ohnegleichen. Wie ein heftiger Gewittersturm brausten die Vogelmassen durch die Lüfte.

Doch die Wandertauben hatten nicht viele Freunde. Die weißen Farmer haßten sie. Sie fürchteten, daß die Vögel ihre Felder kahlpickten. Was sie jedoch an den Tauben schätzen, war ihr Fleisch - kostenlos und unbegrenzt zu haben. Es füllte die Pökeltöpfe im Nu.

So gingen die Wandertauben in einem unvorstellbaren Gemetzel zugrunde: von Stangen erschlagen und im Schrothagel Tausender Flinten. Jäger knallten die Vögel als Sport und aus reinem Vergnügen ab. Sie warfen die Vogelleiber den Schweinen sogar zum Fraß vor. In n ur 10 Jahren - zwischen 1880 und 1890 - kam, was kommen mußte. Es gab kaum noch Wandertauben. Der letzte Vogel verendete 1899.

 

 

Die "Indianer-Büffel"

 

 

Die europäischen Besetzer Nordamerikas zerstörten nicht nur die Natur des Landes, sondern auch das Leben der Ureinwohner. Die weiten Grasebenen, die Prärien und Plains zwischen Missouri und Felsengebirge, waren die Heimat der Comanche, Cheyenne, Sioux, Kiowa-Apache und anderer Indianervölker.

Der verzweifelte Mut, der diese Prärieindianer wieder und wieder gegen die Eindringlinge ankämpfen ließ, ist in vielen Büchern beschrieben (und hier auf der Homepage). Doch am Ende erwies sich alle Tapferkeit als vergebens, denn der mit Gewehren ausgerüstete "weiße Mann" war stärker. Er raubte den verhaßten "Rothäuten" die Lebensgrundlage, indem er die "Indianerbüffel" - die Bisons - einfach mordete.

Die Indainer lebten vom Bison, jenem großen Wildrind, dessen Weidegründe von Alaska bis Nordmexiko reichten. Der Bau der Union- und Central-Pacific-Bahn von 1865 bis 1869 eröffnete den Angriff auf die Bisons. Die Bahnlinien durchquerten Nordamerika von Ost nach West. So durchschnitten sie die jährliche Wanderroute der Herden.

Die Weißen hatten schon vorher wahllos Bisons erschossen und mit Häuten und Fleisch ihr Geld zu machen. Nun aber setzte ein wahrer Rausch ein: Zur Wanderzeit der Bisons fuhr die Bahn kilometerweit durch endlose Herden. Jetzt konnten die "Jäger" bis zu 2,5 Millionen Bisons pro Jahr töten. - aus purer Mordlust. Doch auch die Militärs hatten es so befohlen. Außerdem wollten Tausende Bahnarbeiter mit Fleisch versorgt werden.

Nur 835 Bisons waren 1889 noch am Leben; der klägliche Rest eines Bestandes, der einmal 50 Millionen gezählt hatte. Inzwischen haben sich die Tiere wieder auf 50 000 vermehrt - jedoch nur, weil sie Schutzgebiete erhielten. Und die Indianer? Auch sie sind in Reservate verdrängt.

 

 

Der Dodo

 

 

Die Riesenschildkröten und die Finken von Galápagos hatten Charles Darwin das Geheimnis der Evolution offenbart - der natürlichen Entstehung der Arten. Auf den Inseln hatten sich aus ihnen verschiedene Rassen und Arten entwickelt. Erst nach 20 Forschungsjahren trat Darwin mit seinem Werk über die Entstehung der Arten an die Öffentlichkeit. Was er schrieb, stellte das gesamte Weltbild auf den Kopf. Bisher galt, daß Gott alle Tiere und Pflanzen geschaffen habe; und diese wurden für unveränderlich gehalten. Nun aber bewies Darwin, daß die Arten auf natürliche Weise entstehen und sich verändern.

Dodo (oder Dronte)

Darwin hatte erkannt, weshalb die Tierwelt von Inseln so einzigartig ist. Inseltiere sind Spezialentwicklungen der Natur. Meist gibt es sie nur auf einem einzigen Flecken Land mitten im Ozean. So auch der Dodo ....Dick, dumm und häßlich - so verspotteten die portugisischen Seefahrer den Dodo. Sie begegneten dem schwanengroßen, graubraunen Vogel im Buschwald von Mauritius. Die Insel liegt östlich von Madagaskar im Indischen Ozean.

Die Vofahren des eigenartigen Vogels müssen Mauritius einmal fliegend erreicht haben. Dort bildeten sich ihre Flügel zurück, wie bei vielen Inselvögeln. Sie wurden nicht mehr gebraucht, der Dodo mußte vor niemandem flüchten. Doch das änderte sich, nachdem die Portugiesen um 1507 auf Mauritius landeten. Die Männer waren begeistert: Wie bequem sich die "törichten" Vögel doch erschlagen ließen. Ein besseres Opfer, um die Proviantkammern aufzufüllen, ließ sich nicht finden. Später bedienten sich holländische Seefahrer. Auf ihrer Tour nach Ostindien machten sie auf Mauritius halt und nahmen die Vögel als Frischfleisch gleich lebend an Bord.

Das Schicksal der Dronte ist leider nur ein Beispiel von vielen. Wo der Mensch als Eroberer ferne Inseln betrat, richtete er meist Unheil an, zerstörte, ohne zu verstehen. Die Grausamkeiten, die Inseltiere weltweit erleben mußten, sind ungezählt. Auch die wunderbare Tierwelt von Galápagos blieb nicht verschont. Riesengroße Landschildkröten krochen einst auch über Mauritius und andere Inseln im Indischen Ozean. Es waren viele Tausende. Doch wie ihre Verwandten auf Galápagos haben auch sie nur in kleinen Beständen überlebt. Was die Habgier der Menschen ihnen angetan hat, kann niemand wiedergutmachen.

 

 

Bedrohung der Meerechsen von Galápagos

 

 

Seefahrer und Siedler brachten neben Ziegen, Rindern und Schafen auch Katzen und Hunde und Ratten als blinde Passagiere mit auf ferne Inseln. Diese eingeschleppten Arten spielten den Inseltieren übel mit. Naturschützer auf Galápagos kämpfen heute gegen Zehntausende verwildeter Ziegen, aber ebenso gegen eine Unmenge streunender Hunde. Die Hunde vergreifen sich mit Vorliebe an Meerechsen und Landleguanen (Drusenkopf) - beißen sie oft nur tot und lassen die Kadaver dann liegen.

Auch Schweine, als Haustiere eingeführt, verwilderten und nahmen das Verhalten von Raubtieren an. Auf Galápagos haben sie sich auf Schildkröten spezialisiert. Manche stehlen den Weibchen die Eier sogar beim Ablegen unter dem Panzer weg. Andere graben die Gelege aus oder fressen die Jungtiere. Die Regierung Ecuadors hat 1959 die Galápagos-Inseln zum Nationalpark erklärt.

 

 

Der Riesenalk

 

 

Am 3. Juni 1844 landeten drei Isländer mit einem kleinen Fischerboot auf der Insel Eldey im Nordatlantik. An der felsigen, von Sturm und hohen Wellen gepeitschten Küste vermuteten die Männer noch einige Riesenalken. Die großen flugunfähigen Vögel, die den Pinguinen ähnelten, waren damals schon selten geworden. Das steigerte ihren Wert.

Die Isländer hatten Glück. Unter den Seevögeln, die die Felsklippen dicht belagerten, entdeckten sie bald zwei der Gesuchten. Den Vögeln, die mit ihrem unbeholfenen Gang noch fliehen wollten, blieb keine Chance. Bald waren sie in die Enge getrieben und erwürgt. Die Fahrt hatte sich gelohnt; jeder getötete Vogel brachte den Isländern einen Erlös von 180 Mark. Das Museum von Kopenhagen zahlte. Was die Fänger nicht wissen konnten: Sie  hatten das allerletzte Brutpaar des Riesenalken getötet, sie hatten seine Art ausgelöscht. Aber trifft nicht die Wissenschaft derselbe Vorwurf?

Der große Tauchvogel hatte die nordindischen Inseln einst zu Zehntausenden bevölkert. Wie ihm erging es vielen Seevögeln. Zuerst kamen die Seefahrer, Fischer, Walfänger und Robbenschläger. Sie begehrten das Fleisch, das Fett und die Eier, außerdem Federn und Daunen. Als die Massenschlachtereien die Vögel bald auszurotten drohten, erschienen die Forscher. Anstatt zu versuchen, die Arten noch zu retten, ließen sie die letzten Eier und die letzten Bälge der Tiere zusammentragen. Bis nichts mehr zu sammeln da war.

Daß es den Riesenalken wirklich gegeben hat, bezeugen nur noch ausgestopfte Museumsstücke - etwa 80 mögen es weltweit sein.

 

 

Warum sind Naturkundemuseen so wichtig?

 

 

Trotz berechtigter Kritik: Allein den Naturkundemuseen ist es zu verdanken, daß wir uns heute noch viele ausgestorbene Tiere ansehen können - wenn auch nur ihre leblosen Hüllen. Als der letzte Riesenalk erdrosselt wurde, gab es noch keine Naturschutzgesetze. Tiere, die viel Geld brachten, wurden hemmungslos gefangen, getötet und verkauft - bis zum Ende. Gleichzeitig, uns meist unbemerkt, gingen damals zahllose Inseltiere zugrunde. Hätte es keine Forscher gegeben, die einige der ausgestorbenen Arten noch rechtzeitig für Museen einsammelten, wären die Tiere namenlos von der Erde verschwunden.

Naturkundemuseen stellen aber nicht nur Pflanzen- und Tierarten zur Schau. Sie erforschen auch das Leben der Urzeit. Das Bild, das wir vom Lebenslauf der Erde haben, ist vor allem ihr Verdienst.

 

 

Was richten Tankerunglücke an?

 

 

Das Zeitalter der Industrie hat dem Menschen Riesenkräfte wachsen lassen. Die Tankerflotten konkurrieren um Profite. Jede Reederei versucht Geld zu sparen. Sicherheitsvorkehrungen werden vernachlässigt - ein Verhängnis für die Natur. Seit 1970 ereignen sich in Durchschnitt jedes Jahr 10 große Tankerunglücke. Am 24. März 1989 lief die "Exxon Valdez" vor der Küste Alaskas auf ein Riff. Der Kapitän hatte sich unter Deck betrunken. Der Tanker gehörte Esso, der zweitgrößten Ölfirma der Welt.

Ein dicker Ölbrei überzog den Strand des Prinz-William-Sunds über 1 600 Kilometer hinweg - Alaskas Tierparadies. Wale und Robben verendeten qualvoll. Naturschützer bargen 5 000 tote Seeotter und 900 Weißkopf-Seeadler. Unermeßliche Fischgründe, Lebensräume für Krebse, Muscheln und andere Meerestiere verdarben für Jahrzehnte, vielleicht für Jahrhunderte. Wem nützen da 1,6 Milliarden Mark Schadenersatz, zu denen die Schuldigen verurteilt wurden?

 

 

Rote Listen

 

 

Der Naturverbrauch des wirtschaftenden Menschen ist ins Unermeßliche angewachsen. Lebensräume von Tieren und Pflanzen verschwinden heute in einem Tempo, das angst macht - Wälder, Feuchtgebiete, Korallenriffe. Andere werden verschmutzt, verändert, verbaut ...So geraten immer mehr Arten an die Grenzen des Überlebens.

Das natürliche Aussterben, wie es sich vor 600 Millionen Jahren auf unserer Erde vollzog, forderte vielleicht eine Art pro Jahr. Gegenwärtig jedoch, so lauten Schätzungen, fallen Tag für Tag 5 Tierarten dem Vordringen des Menschen zum Opfer. Der Artenschwund wäre dann um das Zweitausendfache angestiegen. Bleibt den Naturschützern überhaupt noch eine Chance, dagegen anzukämpfen?

Die Internationale Union für Naturschutz (UCN) veröffentlichte 1970 erstmals ein "Rotbuch", das Listen besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten der Erde enthielt. Sie mahnten die Regierungen jener Länder, in denen die bedrohten Arten lebten, an ihre Verantwortung und riefen zu Rettungsaktionen auf.

Die Idee der Roten Listen hat sich schnell verbreitet. Heute gibt es sie für viele Staaten und Regionen der Erde. Aus der Arbeit der Naturschützer sind sie nicht mehr wegzudenken. Und auch Filmemacher und Journalisten stützen sich auf sie, wenn sie das Los von Tierarten schildern und bei Zuschauern und Lesern Hilfe für die gefährdete Tierwelt erbitten.

Schneeleopard und Bambusbär, Schreikranich und Kalifornischer Kondor, Meeresschildkröten, Wale und Nashörner sind nur einige aus der langen Reihe der vom Aussterben bedrohten Großtiere der Roten Listen.

 

 

Schildkrötensuppe

 

 

Als die ersten europäischen Seefahrer die Ozeane durchsegelten, zählten die großen Meeresschildkröten noch Millionen. Die stattlichen Kriechtiere schwammen gemächlich durch die Ozeane, krochen über die Strände der Inseln, um im warmen Sand ihre Eier abzulegen. Ihr dicker Panzer schützte sie gegen alle Feinde - nur gegen den Menschen war er nutzlos.

Das Gemetzel an den wehrlosen Tieren, das die Seefahrer begonnen hatten, setzte sich bis in die jüngste Vergangenheit fort. Fast jeder Teil der Schildkröte ließ sich in klingende Münzen verwandeln. Das Muskelfleisch wurde als Steaks verkauft, das knorplige Gewebe unter dem Panzer zu Suppen verarbeitet. Und aus Schildpatt - den Hornplatten der Rückenpanzer - entstanden teure Kämme, Brillengestelle und Reiseandenken.

Seit 1981 ist es weltweit verboten, mit Arten der Meeresschildkröten zu handeln. Doch längst nicht alle Länder halten sich daran. Mexikos Präsident stoppe die Jagd der Schildkröten erst 1990. Da war es schon fast zu spät. Über 5 Millionen Tiere waren seit 1965 an den Stränden Mexikos abgeschlachtet worden. Naturschützer kämpfen jetzt um das Überleben der Restbestände.

Verantwortlich für den Untergang der Seeschildkröten ist vor allem Japan. Tonnenweise verbrauchte das Land die Tiere, Jahr für Jahr. Doch auch in der BRD stand bis 1987 noch "Echte Schildkrötensuppe" im Angebot vornehmer Lokale. Dann kam endlich das Verbot.

 

 

Kroko-Taschen

 

 

Nacht für Nacht zogen sie los: Wilderer im größten Sumpfgebiet der Erde, dem Pantanal. Es liegt in Südamerika, dort, wo die Grenzen Brasiliens, Boliviens und Paraguays aneinanderstoßen. Von starken Scheinwerfern geblendet, ja wie gelähmt, ließ sich die Beute leicht abknallen und in die Boote zerren - Brillenkaimane, die Krokodile des Pantanals. An Land wurden die großen Echsen mit geübten Griffen enthäutet. Jedes ausgewachsene Tier liefert einen halben Quadratmeter Leder. Die nackten Kadaver blieben zurück und verwesten.

Noch 1991 waren im Pantanal rund 5 000 Wilderer heimlich am Werk. Ihnen mit Polizei nachzustellen gelang nicht. Inzwischen ist das riesige Überschwemmungsgebiet nahezu ausgeraubt. Die Kaimane sind aus vielen Teilen des Pantanals ganz verschwunden, in anderen dem Verschwinden nahe.

Wen trifft die Schuld? Nur die Wilderer? Nicht vielmehr die verwöhnten Damen (und mittlerweile auch Herren) in den reichen Ländern? Noch immer stehen Handtaschen, Gürtel und Schuhe aus Reptilleder hoch im Kurs. Gäbe es diese unsinnige Mode nicht, würde sich das Abschlachten der Krokodile nicht mehr lohnen. Pro Jahr sterben 2 Millionenn Krokodile für die Mode - so lauten 1991 die Meldungen. (Stand: 1997)

Auf der Erde leben heute 21 Krokodil-Arten. Über die Hälfte ist vom Aussterben bedroht - nicht nur ihrer Häute wegen. Der Handel mit Häuten von Reptilien steht unter strenger Aufsicht des internationalen Naturschutzes. Für viele Arten besteht striktes Handelsverbot, für andere sind gültige Einfuhrpapiere nötig. Doch Händler und Schmuggler sind einfallsreich.

Deutschland importierte allein von 1979 bis 1983 über 700 000 Kaimanhäute aus Südamerika. Ohne Zweifel war ein Großteil Schmugglerware darunter. Kroko-Leder läßt sich heute industriell nachahmen. Sollten sich dafür genügend Käufer finden, könnten die Krokodile noch einmal davonkommen.

 

 

Leoparden-Fell

 

 

Der Handel mit geschützten Arten hat viele Tiere an den Rand des Aussterbens gebracht. Je seltener ein Tier wurde, umso höher kletterte sein Preis. Um das üble Geschäft mit Wildtieren einzudämmen, wurde 1973 das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschlossen. Die Abkürzung des englischen Namens lautet CITES- Über 120 Staaten haben sich inzwischen dem Abkommen angeschlossen, 1976 auch Deutschland.

CITES regelt nicht nur den Handel mit lebendiger "Ware": Vögeln, Fischen, Schlangen, Geckos und anderen Heimtieren. Auch Produkte, die von bedrohten Arten stammen, stehen unter seiner Aufsicht. Schnitzereien aus Elfenbein und Schildpatt (Schildkrötenpanzer), Wandbilder aus Schmetterlingsflügeln, ausgestopfe Echsen usw., die in südlichen Ländern feilgeboten werden.

Die Großkatzen stehen ganz oben auf den Verbotslisten von CITES. Ihre Felle waren schon immer begehrt - die der gefleckten, gestreiften, getupften Schönheiten. In den 40er und den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erging es den Großkatzen am ärgsten. Hunderttausende  mußten für Jacken, Mäntel und Hüte verbluten. Ostafrika führte allein im Jahre 1964 rund 50 000 Leopardenfelle aus.

Bald drohten Jaguar, Leopard und Gepard als Art unterzugehen. Doch Naturschützer schafften es, die Modewelt zum Verzicht zu bewegen. CITES verfügte 1976 ein totales Handelsverbot für gefleckte Großkatzen. Der Markt stellte sich allerdings schnell um. Jetzt rückte er anderen Katzen auf den Pelz - dem Ozelot und der Ozelotkatze. Als auch hier der Ertrag zu schrumpfen begann, mußten Bengalkatze, Kleinfleckkatze und Rotluchs herhalten.

Inzwischen gelten die CITES-Verbote für alle wildlebenden Katzenarten. Dennoch locken Schmuggel und Schwarzmarkt. Sogar Ozelotmäntel und Felle des Sibirischen Tigers und des Großen Pandas sind im Angebot. (da dieser Bericht von 1997 ist, kann es zu Abweichungen kommen, aktuelles wird - wenn bekannt - im Forum gepostet).

 

 

Wofür müssen Nashörner sterben?

 

 

Millionen Jahre lang durchstampften die urigen Panzerkolosse das afrikanische Buschland, die breiten Flußebenen Indiens und die üppigen Regenwälder Sumatras und Javas. Afrikas Breitmaul-Nashorn, bis zu 2 500 Kilogramm schwer, ist das zweitgrößte Landtier der Erde. Kaum ein Feind war der Körperkraft dieser Tiere gewachsen - nur die Feuerwaffen des Menschen.

Die Großwildjäger der Kolonialzeit wüteten erbarmungslos. Verheerender jedoch der Markt der Rhinoprodukte. Er schaffte es, die 5 heute lebenden Nashorn-Arten von 70 000 Tieren auf unter 10 000 zu vermindern: von 1970 bis 1990. Doch wofür mußten die Rhinos sterben? In Nordjemen, einem arabischen Land am Roten Meer, führen alle Männer einen Krummdolch bei sich. Sein kunstvoller Griff wird traditionell aus Rhinohorn geschnitzt.

Der zweite Grund: Seit Jahrtausenden kurieren Heiler in Ostasien ihre Patienten mit Pulver aus Rhinohorn. Es soll als Liebesmittel wirken, aber auch gegen Fieber, Erkältung und Vergiftung helfen. Ein Aberglaube, mehr nicht. Denn Rhinohorn besteht aus demselben Stoff wie Fingernägel oder Haare. Die Nachfrage trieb die Preise für Rhinohorn höher und höher. Wilderer machten vor keinem Schutzgebiet mehr halt, weder in Afrika noch in Indien, auf Sumatra oder Java.

In ihrer Not sägten die Wildhüter Simbabwes 1992 den Nashörnern die Hörner ab. Jetzt würde sie kein Wilderer mehr anrühren. In Südafrika erhielten sämtliche Tiere einen Mini-Kontrollsender ins Horn eingebaut. Kenia siedelt seine Rhinos in private Schutzgebiete um; sie sind mit Elektrozäunen gesichert. Wildhüter gingen gewaltsam gegen Wilderer  vor ...

Das Handelsverbot für Nashornprodukte gilt seit 1993 auch in China, Taiwan, Südkorea und Japan. Selbst in Jemen ist der Handel inzwischen geächtet. Doch immer noch werden Schmuggler am Rhinohorn reich. Auf dem illegalen Markt ließ sich 1994 das Dreifache des Goldpreises erzielen.

 

 

Kenias Elfenbein

 

 

Die Nachricht verbreitete sich schnell: Kenias Präsident Daniel Arap Moi hatte in der Hauptstadt Nairobi einen Scheiterhaufen aus beschlagnahmten Elefantenstoßzähnen aufschichten lassen. Er selbst entzündete ihn. "Weißes Gold" im (Schmuggler-) Marktwert von 2 Millionen DM sank in Asche.

Der Präsident hatte ein Zeichen gesetzt - für die Rettung von Afrikas Riesen. Die vordem über eine Million zählenden Dickhäuter waren in den 80er Jahren auf die Hälfte zusammengeschossen worden. Wilderer hatten sie jährlich zu Hunderttausenden getötet. Die leblosen Fleischberge, ihrer Stoßzähne beraubt, überließen sie den Geiern und Hyänen.

Der Kilopreis für Elfenbein betrug 1989 über 300 DM. Tonnenweise gelangte der kostbare Rohstoff auch in die BRD. Würden die sanften Riesen aussterben - für Klaviertasten, Billiardkugeln und Schmuck? Im selben Jahr einigten sich die CITES-Mitgliedsländer auf ein totales Handelsverbot für Elfenbein. Die Rechnung ging auf: Wilderei lohnte sich seither nicht mehr. In Tansania und Südafrika sind Elefanten sogar wieder so zahlreich, daß gut zahlende Trophäenjäger einige Tiere abschießen dürfen.

 

 

Ara (s)

 

Spix-Ara

 

 

Unter Kennern galt er als der schönste unter den Aras: 56 Zentimeter groß, hellblaues Gefieder, mit grauen und grünen Schattierungen - der Spix-Ara. Früher durchflog der stattliche Krummschnabel in großer Anzahl die Galeriewälder Nordbrasiliens. Im Jahre 1986 jedoch konnten Zoologen nur noch 3 Tiere beobachten. Fänger und Händler hatten die prächtigen Vögel nahezu ausgerottet.

Die letzten zwei Männchen und ein Weibchen fristeten in einer Palmenpflanzung am Rio Sao Francisco ihr einsames Dasein. Für ihr Überleben sollten nun Wächter sorgen. Und endlich - im schwankenden Stamm einer Palme saßen 1988 wieder Jungvögel in einer Nisthöhle. Doch ein Wächter ließ sich bestechen, gab das Geheimnis preis. Die 2 jungen Aras wurden gestohlen. Über Uruguay, mit gefälschten Papieren versehen, sollten die hilflos  Krächzenden nach Deutschland verschoben werden. Ein "Vogelliebhaber" war bereit, 55 000 DM für sie zu zahlen.

Der Schmuggel flog zwar auf, doch die wilden Aras sind verloren. Durch die Palmwipfel kletterte 1994 das letzte freilebende Männchen; es wird kein Weibchen mehr finden. Zoologen planen nun eine Nachzucht aus Käfigtieren, von denen es noch etwa 30 geben mag (Stand 1997). Jedes Jahr verlieren 10 bis 20 Millionen Vögel für den Heimtiermarkt ihre Freiheit. Aras, Sittiche, Kakadus und Prachtfinken sind besonders beliebt. Doch Vogelfreunde sollten wissen: 8 von 10 Gefiederten verenden auf dem Transportweg. Nur jeder vierte Papagei lebt länger als ein Jahr in der trostlosen Fremde.

Das Washingtoner Abkommen CITES schränkt den Handel mit Wildvögeln zwar ein. Doch es konnte nicht verhindern, daß über 40 Arten in jüngster Zeit fast zu Tode gerhandelt wurden. Je rarer die Art ist, um so lohnender der Schmuggel. Den Händlern drohen Geldstrafen und Gefängnis.

 

 

Der Quastenflosser

 

 

Am 22. Dezember 1938 ging Kapitän Goosen ein sonderbarer, großer Fisch ins Netz: dunkelblau, mit starken Schuppen und gestielten Flossen. Nie zuvor hatte er einen ähnlichen Fang gemacht. Sein Schiff kreuzte vor den Komoren, einer Inselgruppe vor Ostafrika. Als Wissenschaftler kurz darauf das Tier zu Gesicht bekamen, trauten sie ihren Augen nicht. Der Kapitän hatte eine Sensation aus der Meerestiefe ans Licht befördert: einen Zeugen der Urzeit. Quastenflosser sollten nämlich vor 65 Millionen Jahren, am Ende der Kreidezeit, ausgestorben sein.

In der Entwicklungsgeschichte der Tierwelt spielen diese Fische eine besondere Rolle. Aus ihrer Gruppe gingen die ersten Vierfüßer hervor, die den Schritt vom Wasser aufs Land wagten - Frösche, Molche und Salamander. Inzwischen sind Forscher mit Booten in das finstere Reich der Quastenflosser hinabgetaucht. Es liegt bei den Komoren, 150 bis 800 Meter unter dem Meeresspiegel an den Abhängen und in den Höhlen aus Lavagestein.

Die bis zu 2 Meter langen Fische bewegen ihre Flossen im Takt der Vierfüßer. Ihre Weibchen bringen lebende Junge zur Welt. Wissenschaftler haben das Verhalten der Quastenflosser in Filmen festgehalten. Wer weiß, wie lange es die lebenden Fossilien noch geben wird? Man zählte 1994 nur 230 Tiere. Für den Quastenflosser besteht ein striktes Handelsverbot, denn er zählt zu den gefährdetsten Tierarten der Welt. Doch das schützt ihn nicht vor den Tiefseeangeln der einheimischen Fischer. Immer wieder kommt es vor, daß der wetvolle Fisch an ihre Haken gerät.

 

 

Die Takahe

 

 

Nicht alle Tiere, die als Ausgestorben gelten, müssen es wirklich sein. Wie dem Quastenflosser, so gelingt es auch anderen Arten, irgendwo an verborgenen Orten zu überdauern. Um so größer ist dann die Freude der Forscher, wenn ein längst verschollen geglaubtes Tier wieder auftaucht. Seit 1900 hatte niemand mehr die Takahe gesehen - den lustig bunten Rallenvogel der Doppelinsel Neuseeland. Als die Takahes noch das Flachland besiedelten, stellten die Maoris ihnen nach. Als Inseltiere hatten die Vögel ihr einstiges Flugvermögen verloren.

Takahe

Auch die europäischen Siedler schätzten das Fleisch der großen Rallen. Hatten die Jäger ihre Beute nun ausgerottet? Wie einst die riesigen Moas? Im Jahre 1948 kam eine überraschende Nachricht aus Neuseeland: Auf der Südinsel, am Ufer des Te-Anau-Sees, waren wieder Takahes beobachtet worden. Die Rallen hatten in der feucht-kühlen Gebirgslandschaft, oberhalb der antarktischen Buchenwälder und Hochmoore, Zuflucht gefunden.

Doch in Höhen von 2 000 Metern, hatte die Takahe ein halbes Jahrhundert von Menschen unbemerkt zugebracht. Die Vögel ernähren sich von Gräsern. Nur die Hirsche machen ihnen ab und zu die Nahrung streitig. Zu fürchten haben sie Wiesel, Marder und Iltis - vom Menschen eingeschleppte Feinde, die es auf Neuseeland ursprünglich nicht gab. Im Fjordland-Nationalpark, dort, wo der Te-Anau-See liegt, leben heute wieder einige hundert Takahes. Sie sind streng geschützt.

 

 

Artentod der Kleintiere

 

 

Deutschland hat seine feuchten Wiesen und Moore bis auf Reste verloren. Sie wurden zu Äckern, Forsten, Straßen- und Siedlungsland. Vor den Baggern flohen nicht nur Weißstorch und Moorfrosch. Auch zahllose Winzlinge: Spinnen und Asseln, Käfer und Schmetterlinge, Schnecken und Würmer. Doch - hat ihr Verschwinden überhaupt jemand bemerkt? Kleintieren ergeht es überall gleich: Wo Hecken gerodet, blühende Feldraine umgepflügt, Pflanzenschutzgifte versprüht, Bäume gefällt, Teiche zugeschüttet werden, gehen sie in Unzahl zugrunde.

Viele dieser Wirbellosen sind auf eine einzige Pflanzenart angewiesen, die ihnen Schutz und Nahrung bietet. Stirbt eine Wirtspflanze aus, dann folgen ihr 5 oder mehr Insektenarten in den Untergang. Der Tod der Kleinsten der Tierwelt sorgt selten für Schlagzeilen - völlig zu unrecht. Tatsächlich erlöschen viel mehr wirbellose Arten als etwa Fische, Vögel oder Säugetiere. Das liegt daran, daß ihre Anzahl in der Tierwelt der Erde überwiegt.

Drei Viertel aller heute bekannten Arten sind Insekten Und jedes Jahr werden rund 1 000 Arten dieser Sechsbeiner neu entdeckt, vor allem in tropischen Ländern. Allerdings vermag kein Forscher zu sagen, wie viele Insektenarten zu der gleichen Zeit ausgerottet werden und lautlos von der Erde verschwinden.

 

 

Können Dinosaurier wiederauferstehen?

 

 

Der Film "Jurassic Park" spielt mit einer tollen Idee: Forscher haben den genetischen Bauplan der Dinos entdeckt - das Geheimnis des Erbmaterials der ausgestorbenen Riesen. Dabei half ihnen eine Mücke, die vor 190 Mio. Jahren von einem Tropfen Harz eingeschlossen und zu Bernstein wurde. Das Erbmaterial - in das Ei eines Krokodils gepflanzt und gebrütet - gebar das Unfaßare; einen Raubdinosaurier.

Ist "Jurassic Park" nur ein Hirngespinnst? Wissenschaftlern ist es tatsächlich schon gelungen, Bruchstücke der Erbinformationen von Tieren aufzustöbern, die vor Hunderttausenden oder Millionen von Jahren gelebt haben - von Mammuts, Faultieren und urzeitlichen Insekten.

Streit ist entbrannt: Einige Forscher halten die Idee der Wiedererweckung ausgestorbener Arten für schlichtweg unmöglich. Andere träumen ernsthaft davon. Hoffen wir, daß es nur Träume bleiben. Denn - was sollten die Riesenechsen in einer Welt beginnen, die für sie keinen Platz mehr hat?

 

 

Aufgaben der Nationalparke

 

 

US-General Washburn unternahm 1870 eine Forschungsreise in eine der wildesten Gegenden Nordamerikas: in das Yellowstone-Tal der Rocky Mountains. Er erlebte eine Landschaft, deren Schönheit ihn überwältigte. Als sich der Forscher auf den Rückweg machte, stand für ihn fest: Dieses Naturparadies muß für die Nachwelt erhalten bleiben. Seine Reiseschilderungen zeigten Wirkung: Der amerikanische Kongreß erklärte 1872 das Wunderland am Yellowstone zum Nationalpark.

Damit war eine Idee geboren, die rasch um die Erde lief. Heute schützt fast jedes Land seine eigenen Parke: Gebiete, in denen die Natur das Vorrecht hat. Deutschland hat 11 Nationalparke; der jüngste - das "Untere Odertal" - kam 1995 hinzu. Gefährdete Pflanzen- undd Tierarten haben in Nationalparken Platz zum Leben. Auf  Dauer sind sie aber nur geschützt, wenn die Gebiete groß genug sind. An der Fläche seiner Nationalparke läßt sich also messen, wieviel ein Staat und seine Bürger für die Mitgeschöpfe der Natur übrig haben.

 

 

Der Weißstorch

 

 

 Jedes Frühjahr tönte einst das Klappern der Störche vom Dachfirst. Dort hatten die großen Vögel ihr Nest errichtet und Jahr für Jahr ihre Jungen aufgezogen. Doch die Tage, da die schwarzweiß gefiederten Glücksbringer noch zu jedem Dorf gehörten, sind seit langem vorbei. Heute stehen die Störche in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands eingestuft als "stark gefährdet".

Der Weißstorch hat sich dem wirtschaftlichen Menschen in Mitteleuropa eng angeschlossen. Er wohnt in seiner Nachbarschaft, und auf feuchten Wiesen und auf Äckern fängt er seine Nahrungstiere: Kaulquappen und Frösche, Mäuse und Insekten, Regenwürmer und anderes Kleingetier. Um 3 Jungvögel satt zu bekommen, müssen die Vogeleltern täglich bis zu 4 Kilogramm Nahrung herbeischaffen. Die Treue zum Menschen brachte dem großen Vogel über Jahrhunderte hinweg Nutzen; seit wenigen Jahrzehnten jedoch bedeutet sie Unheil.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges änderten die Bauern ihre Wirtschaftsweise und wurden "moderne Pflanzenproduzenten". Sie legten nasse Wiesen und Sümpfe trocken, um neues Ackerland zu gewinnen oder Dauergrünland, auf dem schnellwüchsiges Saatgras gedieh. Die Erträge kletterten in die Höhe. Nur an die Störche hatte niemand gedacht.

Die Vogeljungen verhungerten, oder ihre Eltern starben den Stromtod, denn immer mehr Freileitungen zerschnitten den Himmel über den Dörfern. Von 1960 bis 1990 sank in Westdeutschland die Zahl der brütenden Störche von 2 500 auf weniger als 600. In Holland sogar auf Null. In Ostdeutschland dagegen konnte sich der Bestand bei etwa 2 500 halten. Hier blieben mehr Feuchtgebiete intakt und Naturschützer kämpften mit mehr Erfolg für den schönen Vogel.

 

 

Können Tierarten in Zoos überleben?

 

 

Seit 1992 trabt eine kleine Herde graugelber Urwildpferde durch die Schorfheide. Mitten in dem großen Waldgebiet nordöstlich von Berlin haben Artenschützer für sie ein weitläufiges Gehege eingerichtet: 44 Hektar - als Durchgangsstation zur Freiheit.

Diese Urwildpferde sind in der Obhut von Tierpflegern aufgewachsen. Sie stammen von jenen letzten 56 Zootieren ab, die Mitte des 20. Jahrhunderts - über die Erde verstreut - übriggeblieben waren. Seit den Zeiten von Mammut und Wollnashorn hatten die Przewalskipferde in weiten Teilen Europas und Asiens gelebt.

Doch der Mensch bejagte sie, und im 18. Jahrhundert war die Art nahezu ausgerottet. Nur in den Weiten der mongolischen Steppe vermochten wenige Tiere zu überdauern, bis um 1968 auch dieser kümmerliche Rest erlosch. Durch Nachzuchten ist die Zahl der Urwildpferde inzwischen wieder auf über 1 000 Tiere angestiegen. Auf dieses Ergebnis können alle Tiergärten stolz sein, die daran mitgewirkt haben. Gelingt es nun noch, die wilden Pferde in den Steppen der Mongolei wieder heimisch werden zu lassen, ist die Rettung geschafft. In den Großgehen sollen sie sich auf die Freiheit vorbereiten. Sie müssen vieles lernen: bei Gefahr zu flüchten, ständig Nahrung finden usw.

Zoos sind jedoch - auch heue noch - vor allem Verbraucher von Tieren, denn viele Arten bekommen in Gefangenschaft keine Jungen. Nachschub ist dann nur über neue Einfuhren möglich. Und dies sind zumeist Wildfänge. Mehr und mehr Tiergärtner haben ihre Verantwortung erkannt. Im Jahre 1994 beteiligten sich bereits 376 Zoos aus 47 Ländern an den Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen, die mittlerweile fast 1 000 Arten einschließen: Reptilien, Vögel und große Säugetiere.

Sibirischer Tiger, Löwenaffe, Bali-Star und Waldrapp sind in Tiergärten bereits häufiger als in freier Natur. Dort steht ihr Aussterben bevor, denn ihre Lebensräume schwinden. Tiere vermögen zwar in Menschenhand zu überleben. Aber sie sind nicht mehr die Wildtiere von einst. Nur jene Tiergärten, die es sich leisten können, mit viel Mühe und Geld ganze Lebensräume für die Tiere nachzubauen, werden die Arten auch künftig in ihrem natürlichen Verhalten zeigen.

 

 

Naturschutzverbände

 

 

Die Artenvielfalt der Erde war noch nie so bedroht wie heute. Doch nie zuvor waren so viele Menschen darüber bestürzt und zum Helfen bereit. Dies gibt den Naturschützern Hoffnung und ihren Verbänden die notwendige Kraft und das Geld zum Handeln.

In England wurde 1961 der WWF gegründet - ein privater, weltweiter Fonds zur Rettung der Natur. Über eine Million Mitglieder unterstützen inzwischen seine Arbeit mit Spenden. Rings um die Erde sind WWF-Länderstiftungen entstanden. Die Bilanz ist beachtlich. Der WWf  finanzierte Hunderte von Nationalparken und Reservaten in aller Welt für den Schutz von Elefanten, Nashörnern, Meeresschildkröten, Eisbären, Berggorillas und anderen gefährdeten Arten.

Artenschutz ist vor allem Lebensraumschutz. Dem fühlt sich auch Greenpeace verpflichtet. Diese Organisation kämpft ebenfalls weltweit, sei 1970. Ihr Erkennungszeichen ist der Regenbogen. Auch die Vereinten Nationen haben ein Umweltschutzprogramm ausgearbeitet. Und internationale Abkommen mühen sich um den Erhalt der Feuchtgebiete, um wanderne Tierwarten, um Fischbestände, Wale und Robben.

Die zwei großen Naturschutzorganisationen der BRD heißen Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND). Ihnen kann sich jeder anschließen, dem die Natur der Heimat am Herzen liegt. Ich habe euch mal hier die Adressen der genannten Organisationen aufgelistet:

                   

Greenpeace

WWF

NABU

Bund NRW 

 

 

Wale

 

 

Die Tiefen der Ozeane sind durchaus nicht stumm. Eigenartige Klänge durchziehen sie: manche im Ultraschallbereich, andere für unser Ohr hörbar. Es ist die Sprache der Wale - ein klangvoller, wundersamer Gesang. Mitten hinein in den Chor der friedfertigen Riesen zischt die Harpune - abgefeurt von einem Fangschiff. Dunkle Wolken sprudeln aus dem Wal und färben das Meer blutrot. Wenig später wird der fettgepolsterte Koloß an Bord gehievt und mit riesigen Messern in Stücke geschnitten. Szenen wie diese sind zwar seit Jahren nicht mehr erlaubt, doch sie spielen sich noch immer ab.

Die internationale Walfangkommission hat 1985 ein Fangverbot für alle Großwale erlassen - in letzter Minute. Flotten von Fabrikschiffen hatten Verheerendes angerichtet. Jahrzehntelang kreuzten sie im Nordatlantik und in den Gewässern der Antarktis, um die größten Säugetiere der Erde zu Öl und Dosenfleisch zu verarbeiten. Nordkaper, Grönland-, Grau-, Blau-, Buckel- und Pottwal waren fast ausgerottet. Ob ihr Schutz 1985 noch rechtzeitig kam, muß sich erst zeigen. Walmütter bekommen nur alle 2 oder 3 Jahre ein Junges.

 

 

Wer rettet Tiger und Panda?

 

 

Einen Tiger zu töten bringt Unheil, glauben die Bewohner der Taiga. Die Wilderer jedoch wissen, einen Tiger zu töten bringt viel Geld. Seit um 1990 die Sowjetunion zusammenbrach und die Grenzen nach China durchlässig wurden, hat sich das Los des Sibirischen Tigers gewendet. Jedes getötete Tier verspricht traumhafte Preise - bis zu 100 000 DM. Alle Körperteile lassen sich auf dem schwarzen Markt Chinas, Taiwans oder Koreas in klingende Münze verwandeln. Knochen und Eingeweide als Wundermedizin, das Fell als Wandschmuck.

Der Sibirische Tiger ist eine von 8 Unterarten. Höchstens 250 der prächtigen Katzen waren 1994 noch am Leben. Balitiger, Kaspischer Tiger und Javatiger sind zwischen 1940 und 1980 ausgestorben. Der WWf  hat 1993 ein Schutzprogramm für die bedrohte Großkatze ins Leben gerufen. Die Bewohner der Taiga sollen mithelfen, ihren "Amba" zu retten.

Der WWF sorgt sich ebenso um die letzten 1 000 Großen Pandas. Die gefleckten Kuschelbären vermehren sich in Zoos nur selten. Deshalb brauchen sie große Schutzgebiete, in denen ihr Lieblingsfutter, der Bambus, noch in ausreichender Menge wächst.

 

 

Kinder und Artenschutz

 

 

Auch Kinder können etwas für die Natur tun. Über die Hälfte der Säugetiere und Vögel und zwei Drittel der Lurche, Kriechtiere und Fische der BRD sind selten geworden oder sie sind über kurz oder lang vom Aussterben bedroht. Kein Versuch, der Natur zu helfen, ist daher zu gering und niemand dafür zu jung.

Wer helfen will muß zuerst einmal eine Menge wissen: Wie heißen die Tiere? Wo kommen sie her? usw. Wer Arten schützen und kennenlernen will, sollte ihre Lebensstätten erhalten oder neue für sie schaffen. Gärten sind als Zufluchtsorte für wildlebende Tiere gut geeignet. Mit naturschonendem Anbau werden zahlreiche Kleintiere gefördert. Seltene Insekten finden sich ein. Aber auch Lurche, Kriechtiere, Vögel und Säugetiere lassen sich mit ein paar Tricks herbeilocken: mit einem Gartenteich, einer Trockenmauer, einer berankten Schuppenwand, einem Steinhügel, mit Tränken und Nistplätzen für Vögel, mit Fledermausquartieren - die Auswahl ist groß.

Gärten, in denen auch wildlebende Tiere einen Platz haben, sind viel abwechslungsreicher, und sie bringen dennoch Ertrag an Gemüse und Obst. Doch die Natur läßt sich mit wenig Mühe auch an das Wohnhaus holen, an die Garage oder an das Schulgebäude. In Hecken, Büschen und Bäumen, Fassaden und Zäunen  finden viele Tiere eine annehmbare Nische.

Künstlich angelegte Wohnorte von Tieren haben nur dann Aussicht angenommen zu werden, wenn die Arten, die der Baumeister erwartet, in der Umgebung verbreitet sind und von dort einwandern können. Jeder junge Artenschützer wird bald festestellen: Je mehr er sich mit der Natur beschäftigt, um so näher rückt sie ihm: um so besser lernt er die Tiere verstehen, um so eher ist er bereit, ihr Daseinsrecht zu verteidigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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