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            POMPEJI

 

Am Fuße des Vulkans, entlang der Küste, liegen die Ruinen der antiken Städte, die vor knapp 2000 Jahren unter Asche und Gesteinsbrocken versanken: Staiae, Oplontis, Pompeji, Herculaneum und Baiae. Wer nicht rechtzeitig fliehen konnte, wurde lebend begraben oder starb in der vulkanischen Giftgaswolke. Hier die ergreifende  Geschichte

        

 

Als der Vesuv im Jahr 79 mit einer gewaltigen Rauch-und Dampfwolke den Himmel verfinsterte, brach der Flottenkommandant und Gelehrte Plinius von seinem im Norden des Golfes gelegenen Landgut bei Misenum auf, um per Schiff eine Rettungsaktion zu starten. Herabprasselnde Gesteinsbrocken und stürmische See verhinderten eine Landung bei Pompeji, deshalb ging man weiter südlich bei Stabiae an Land, wo die Ferienvillen reicher Römer lagen. Eine davon war die " Villa di San Marco ". Sie wurde von den Archäologen vollständig rekonstruiert

Es war am Mittwoch des 24. August im Jahre 79 n. Chr., als der Feuerberg nach mehr als 1000 Jahren der Ruhe ausbrach. Die Explosion war so gewaltig, daß riesige Blöcke aus dem Gipfel gesprengt und gigantische Mengen Asche und Gestein kilometerweit in die Gegend geschleudert wurden. Angekündigt hatte sich das Drama bereits Tage vorher. Die übervorsichtigen Bewohner der wohlhabenen Städte Pompeji und Herculaneum hatten die Gegend verlassen. Die weniger ängstlichen glaubten, daß sich die Lage wieder normalisieren würde, wie schon viele Male zuvor. Im Jahre 63 hatte ein schweres Beben die beiden Städte zwar erheblich beschädigt, aber der Vesuv hatte sich wieder beruhigt.

Doch dieses Mal kannte der Feuerberg kein Erbarmen. Drei Tage tobte er, und als nach langer Dunkelheit der Himmel aufklarte, wurden die Ausmaße der Katastrophe sichtbar. Pompeji war unter einer Ascheschicht versunken, Herculaneum, der kultivierte und reiche Villenort, von einer Masse aus Lava und Schlamm begraben. Über 2.000 Menschen hatten ihr Leben verloren.

Unser Wissen über den Hergang der Katastrophe verdanken wir dem Schriftsteller Plinius dem Jüngeren (61 - 113 n. Chr.), der auf dem Landgut seines Onkels Gaius Plinius den Vulkanausbruch beobachtete. Erst Jahre später schrieb er seine Erlebnisse nieder. Pompeji und Herculaneum gerieten für die nächsten Jahrhunderte in Vergessenheit, neue Siedlungen entstanden auf Lava und Asche. Zwar fand man auf römischen Karten noch immer die verschütteten Siedlungen eingezeichnet, aber niemand dachte zunächst an Ausgrabung.

Das geschah erst viele Jahrhunderte später, als 1594 Graf Mutius Tuttavilla eine Wasserleitung vom Sarno-Tal in die Küstenstadt Torre Annunziata bauen ließ. Die Leitung führte direkt durch das Gebiet des versunkenen und vergessenen Pompeji. Als die Arbeiter den Stollen gruben, fanden sie Münzen, Marmortafeln, Keramikscherben und Mauerreste. Doch die Funde wurden nicht weiter beachtet, vieles verschwand in den Taschen der Arbeiter.

Die Ausgrabungen in Pompeji begannen erst, nachdem man 1688 in Herculaneum kostbare Kunstgegenstände gefunden hatte. es dauerte nicht lange, bis auch Karl IV. antike Kostbarkeiten ausgraben ließ. Am 1. April 1748  begannen die Ausgrabungen unter dem span. Ingenieur Rocco Giacomo de Alcubierre. Schon bald zeichnete sich ab, daß unter dem vulkanischen Schutt eine komplette Siedlung liegen mußte. Alcubierre war fest davon überzeugt, daß es sich um die Villen von Stabiae handelte, die Plinius, der Jüngere in seinem Bericht berschrieben hatte. Er grub viele Jahre in der Überzeugung, Stabiae entdeckt zu haben und als ein Amphitheater freigelegt wurde, nannte man es nätürlich Teatro Stabino.

Erst der Schweizer Architekt Karl Weber brachte einen systematischen Arbeitsablauf in die Grabungen. Er war sich ganz sicher, Pompeji gefunden zu haben. Am 16. August 1763 kam die Bestätigung: Man fand eine Statue aus weißem Marmor mit der Inschrift " res publica Pompeianorum "  (Gemeinwesen von Pompeji)

Der erste, der sich für die Stadt und das Leben der Menschen interessierte und die "Schatzsuche" als zweitrangig ansah, war Giuseppe Fiorelli, ein Archäologe. Seine Idee war es, daß Pompeji ein riesiges Freilichtmuseum für jedermann werden sollte, nicht nur für Reiche und Gebildete. Er stellte über 500 Arbeiter an und beagnn die Stadt systematisch, Haus für Haus, freizulegen. Er ließ eine Eisenbahn bauen, um den Grabungsschutt abzutransportieren. Jedes Haus wurde nummeriert.

Die Arbeiter entdeckten immer wieder Hohlräume, die eindeutig die Form von Tieren und  menschlichen Körpern hatten. Der Archäologe ließ die Hohlräume mit Gips ausgießen, und nachdem die Masse erstarrt war, legte man Gipsabgüsse frei, die Menschen im Todeskampf zeigten. So wurde die Nachwelt Zeuge vom Augenblick, als die Stadt unter dem alles erstickenden Ascheregen versank.

Eine schauerliche Vorstellung. Was für die Menschen damals eine unbeschreibliche Katastrophe bedeutete, wurde für die Geschichtsforschung später ein Geschenk des Himmels. Heute besuchen jährlich über 2 Mio. Touristen die antiken Städte und das archäologische Museum von Neapel, wo die meisten der Fundstücke untergebracht sind.

 

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