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            Die Nibelungen Sage

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Schön, mächtig und reich zu sein ist den beiden Frauen nicht genug: Brünhild besteht darauf, daß ihr Mann Gunther über Kriemhilds Gatten Siegfried steht. Darauf lüftet Kriemhild, um ihre Gegnerin zu demütigen, ein lang gehütetes Geheimnis. Der hier folgende Bericht ( ungekürzt!) schildert die Ereignisse, wie sie der unbekannte Autor um 1200 niederschrieb. 

 

Siehst du, wie er dasteht" schwärmt Kriemhild, die jede Bewegung ihres Siegfrieds mit bewunderndem Blick verfolgt. "Wie herrlich er vor allen anderen Recken einherschreitet, so wie der helle Mond die Sterne überstrahlt?" Königin Brünhild kann diese Begeisterung ihrer Schwägerin nicht nachvollziehn. Etwas säuerlich sagt sie:" Wie stattlich dein Mann auch sein mag, wie tapfer und schön, auch du mußt Gunther....noch über ihn stellen."

Gunther soll besser sein als ihr tapferer Siegfried? Brünhild einen höheren sozialen Status haben als sie selbst? Kriemhild ist in ihrer Ehre gekränkt:Immerhin ist sie die Schwester König Gunthers und Gemahlin des heldenhaften Siegfried. Stolz antwortet sie: "Siegfried ist Gunther vollkommen ebenbürtig." Diese herrschaftliche Arroganz der Schwägerin empfindet nun Brünhild als Beleidigung. Wütend keift sie zurück:" Du stellst dich zu hoch! ......Nun möchte ich doch einmal sehen, ob man dich so ehrt wie mich."

Die Entscheidung fällt noch am selben Tag, als sich beide Frauen mit ihrem Gefolge zum Gottesdienst im Wormser Dom begeben.Ohne die Rivalin eines Blickes zu würdigen, schreitet Kriemhild auf das Portal zu. Doch Brünhild stellt sich ihr in den Weg. "Fürwahr, die Frau eines Eigenmannes hat nicht das  Recht, vor der Gemahlin des Königs zu gehen." Kriemhild jeodch stolziert unbeeindruckt als Erste durch das Domportal. Um das Fass voll zu machen, bezeichnet sie Brünhild noch als Flittchen. "Siegfried, mein lieber Gemahl, war der  Erste, der deinen Leib berührt hat. Es war nicht mein Bruder Gunther, der dich zur Frau gemacht hat."

Brünhilds Augen füllen sich mit Tränen der Wut. Sie empfindet Kriemhilds Auftritt als Beleidigung. Wie soll sie auch wissen, daß eine echte Männerfreundschaft ihren Gunther mit dem heldenhaften Siegfried verbindet? Und daß ihr teurer Gemahl sie seinerzeit zusammen mit seinem Freund übel ausgetrickst hat? Damals, als der König der Burgunden um ihre Hand anhielt, war Brünhild Königin von Island und ladauf landab berühmt für ihre Stärke. Jedermann wußte, daß sie einen Freier nur akzeptieren würde, wenn er sie im Speer-und Steinwurf sowie im Weitsprung besiegen könnte. Wer jedoch unterlag mußte mit seinem Leben bezahlen. Trotz der hohen Anforderungen war Gunther bereit, weiter um ihre Hand anzuhalten, da er aber die körperlichen Voraussetzungen nicht erfüllte, bat er den starken Siegfried um Hilfe. Der Thronerbe der Niederlande und Herrscher über das Land der Nibelungen war zu diesem Freundschaftsdienst gerne bereit, verlangte jedoch als Gegenleistung Kriemhild, die schöne Schwester.

Um keinen Verdacht zu erwecken, stellte Gunther seinen Freund Siegfried in Island als "Eigenmann" vor. Kein Wunder also, daß die Königin ihn auch später noch für einen Vasallen ihres Mannes hielt. Während des Wettbewerbes machte sich Siegfried mit seinem Tarnmantel unsichtbar, stellte sich unbemerkt neben Gunther, schleuderte für ihn Speer, warf den schweren Stein und sprang mit dem Freund auf dem Rücken weiter als die Königin. Brünhild war damit besiegt und folgte dem Burgunden König in sein Reich am Rhein. Dort heirateten sie in einer Doppelhochzeit.

Noch sträubte sich Brünhild die Ehe zu vollziehen. Als sich Gunther ihr in der Hochzeitsnacht näherte, fesselte sie ihn und hängte ihn an einen Nagel in der Wand. Der frustrierte König klagte sein Leid am nächsten Tag. Siegfried war gerne bereit, mit seinem Tarnmantel noch einmal auszuhelfen. In der Nacht betrat er ungesehen das königliche Schlafgemach. Nach einem regelrechten Ringkampf wurde Brünhild bezwungen. Als sie bereit war sich hinzugeben, überließ Siegfried Gunther das Feld, nahm aber als Souvenier einen goldenen Ring und den Gürtel der Braut mit. Beides schenkte er seiner Kriemhild. Wie es so oft bei frisch verleibten ist, plauderte Siegfried auch ein wenig aus dem Nähkästchen.

Brünhild, die durch den Beischlaf  ihre übermenschliche Kraft verlor, ahnte all die Jahre, daß Gunther ihr irgendetwas verschwieg. Aber sie konnte ihm sein Geheimnis nicht entlocken. Schließlich kam sie auf die Idee, Kriemhild auf den Zahn zu fühlen, die mit ihrem Siegfried weit weg im Nibelungenland lebte. Unter einem Vorwand lud sie die beiden zu einem Fest und tatsächlich kam der Held in Begleitung seiner Gemahlin, seines Vaters und vieler Ritter nach Worms. Elf Tage lang feierte die Stadt ein rauschendes Fest. Brünhild und Kriemhild schienen ein Herz und eine Seele zu sein. Bis, während eines Ritterturniers, der schicksalhafte Streit entbrannte.

Nach dem Gottesdient passt Brünhild Kriemhild vor dem Dom ab und stellt sie zur Rede: Wie sie darauf komme, daß Siegfried sie berührt habe? Kriemhild hält der fassungslosen Schwägerin die Beweisstücke unter die Nase - den Ring und den Gürtel. Tränenüberströmt ruft Brünhild nach ihrem Gatten, er solle zu ihr kommen und ihre Ehre retten. Dieser schickt umgehend nach Siegfried und läßt ihn vor aller Augen schwören, daß er unschuldig sei. Doch so schnell ist Brünhild nicht zufrieden zu stellen. In ihrer Not wendet sie sich an den königlichen Gefolgsmann Hagen von Tronje. Als dieser von der Schmach hört, verspricht er ihr, Rache an Siegfried zu nehmen.

König Gunther ist gegen ein Blutvergießen. Siegfried, der mit ihm und seinen Brüdern Gernot und Giselher durch einen ewigen Treueschwur verbunden ist, hat sich nichts zu schulden kommen lassen - warum sollten sie ihn also töten? Aber Hagen läßt nicht locker. Schließlich gelingt es ihm, den König umzustimmen. Doch wie soll man den unbesiegbaren Siegfried umbringen? Der Tronjer weiß, daß dieser eine verwundbare Stelle am Körper hat, und um sie heraus zu finden, schmiedet er mit Gunther ein Komplott: Unbekannte Boten erscheinen im Schloß und melden die Kriegserklärung eines Nachbarlandes. Siegfried bietet Gunther ganz ritterlich seine Hilfe an - zusammen mit Hagen will er dem vermeintlichen Feind entgegentreten.

Kurz vor der Abreise stattet Hagen Kriemhild einen Besuch ab. Er überredet sie, ihm Siegfrieds wunden Punkt zu verraten, damit er ihn besser beschützen könne. Die treue Gattin gibt das Geheimnis preis. Bei Siegfrieds legendärem Bad im Drachenblut fiel ein Lindenblatt auf seinen Rücken und blieb auf der Schulter liegen. An dieser Stelle ist der Held verwundbar. Kriemhild verspricht , die Stelle mit einem Kreuz am Wams zu kennzeichnen.

Wieder erscheinen Boten im Schloß. Sie melden, daß der Feind  Gunthers Land  nun doch in Frieden lassen wolle und der Feldzug wird abgeblasen. Statt dessen begeben sich die Recken auf einen Jadgausflug. Bei einer günstigen Gelegenheit rammt Hagen an der markierten Stelle einen Speer von hinten in Siegfrieds Herz. Der tödlich Getroffene sinkt zu Boden. Gunther weint, da sagt Siegfried mit sterbender Stimme: "Es ist unnötig, daß der, der die Untat vollbracht hat, sie nachher auch noch beklagt."

Kriemhild ist untröstlich. Sie vergießt blutige Tränen um den geliebten Mann und macht sich bittere Vorwürfe. "Hätte ich Siegfried doch nicht verraten." Dem Mörder Hagen schwört sie ewige Rache. Auch mit Gunther will sie nichts mehr zu tun haben. Als ihr Schwiegervater ihr jedoch anbietet, zusammen mit den treuen Nibelungen den Tod Siegfrieds zu rächen, wehrt sie ab. "Siegmund, unterlaßt es, bis sich eine günstige Gelegenheit bietet."

Drei Jahre trauert Kriemhild um Siegfried und spricht weder mit Gunther noch mit Hagen. Brünhild läßt die Situation kalt. Zwischen den beiden Frauen gibt es kein Versöhnung mehr. Brünhild, einst von Kriemhilds Anschuldigungen und Spott gedemütigt, hat jetzt ihre Genugtuung. Im Fortgang der Handlung tritt sie nicht mehr in Erscheinung.

Kriemhild ist erst nach langem Bitten bereit, sich zumindest mit ihrem Bruder wieder auszusöhnen. Sie folgt sogar dessen Rat, den Schatz der Nibelungen nach Worms holen zu lassen. Sie ahnt nicht, daß ihr Todfeind Hagen hinter diesem Plan steckt: kaum hat man ihr den Schatz gebracht, nimmt er ihr alle Schlüssel ab. Kriemhild fühlt sich zu Recht verraten. Sie weint ohne Unterlaß. Schließlich beschließt Gernot das Problem aus der Welt zu schaffen, indem er Hagen den Auftrag erteilt, den Schatz bei Lochheim im Rhein zu versenken - an einer Stelle, die nur er und die Brüder kennen. Ihres Schatzes beraubt, vergißt Kriemhild weitere  10 Jahre ihre Tränen.

Derweil ist im fernen Reich der Hunnen die schöne Königin Helche gestorben und der Wiwer, König Etzel, sucht nach einer neuen Gemahlin. Er hört von dem Schicksal der trauernden Kriemhild und schickt den Markgrafen Rüdiger von Bechelaren, seinen engsten Vertrauten, nach Worms. Er soll um Kreimhild´s Hand anhalten. Zunächst kontaktiert er ihre Brüder, die sind mit der Ehe einverstanden, nur Hagen versucht die Verbindung bis zum letzten Moment zu vereiteln."Wenn sie Etzel heiratet und weiterhin am Leben bleibt, wird  sie uns noch viel Leid zufügen. " warnt der Tronjer die Burgunden. Auch Kriemhild sträubt sich zunächst noch, den Heiden Etzel zu heiraten. Doch ihre Mutter Ute und ihren Brüdern gelingt es sie zu überreden.

Ganz aus der Luft gegriffen sind Hagens Befürchtungen nicht. Kriemhild willigt in die Ehe mit dem Hunnenkönig in der Tat nur ein, weil Rüdiger ihr versichert, er selbst und alle Ritter Etzels würden ihr Schutz gewähren. Sie verpflichtet den Markgrafen zu absoluter Treue. "So schwört, daß ihr, was immer mir jemand zufügt, der erste seid, der Kränkungen meiner Person rächt." Rüdiger und seine Mannen leisten den Eid.

Die Aussicht, endlich Rache nehmen zu können, lässt Kriemhild mit Optimismus in die Zukunft blicken. Begleitet von Rüdiger und tausend tapferen Rittern reitet sie die Donau hinab und durch Bayern. In Österreich reist König Etzel ihr freudig entgegen, kurz darauf findet in Wien die Hochzeit statt.

Die Ehe scheint unter einem guten Stern zu stehn. Die neue Königin ist wegen ihrer Freigiebigkeit schon bald im ganzen Land beliebt, nach 7 Ehejahren bringt sie sogar einen Sohn zur Welt - der Thronfolger wird auf den Namen Ortliep getauft. Doch Kriemhild ist nicht wirklich glücklich. Sie hat in all den Jahren den Hass auf Gunther und Hagen nicht vergessen, die beiden Männer, die ihr den Gatten erschlagen, den Schatz geraubt und sie dann auch noch zu einer Ehe mit einem Heiden überredet haben: "Ich bin so mächtig und habe so großen Reichtum, daß ich meinen Feinden noch etwas schlimmes antun kann. Mit Freude würde ich mir Hagen von Tronje zum Opfer nehmen."

Unter dem Vorwand, sie habe große Sehnsucht nach ihren Brüdern, bittet sie Etzel, ihre Verwandten einzuladen. Etzel schickt umgehend Boten nach Worms mit der Einladung zum Sommersonnwendfest. Besondere Grüße läßt Kriemhild ihren Brüdern und Hagen überbringen.

Gunther, Gernot und Giselher sind bereit, der Einladung Folge zu leisten. Nur Hagen ahnt Böses: "Ihr rennt in euer eigenes Verderben." Doch die Fürsten wollen von solch üblen Vorahnungen nichts wissen. Giselher bietet Hagen an zu Hause zu bleiben, wenn er Kriemhild´s Rache fürchte. Das kann Hagen, der stolzeste aller Ritter, nicht auf sich sitzrn lassen und rüstet sich nun auch für die Reise. Im letzten Moment versucht die Königsmutter Ute, die Brüder und Hagen zurück zu halten - sie hat geträumt, alle Vögel im Lande lägen tot  am Boden.

Doch die edlen Herren lassen sich nicht aufhalten. Dreitausend Ritter ziehen ins Land der Hunnen. Am 12. Tag gelangen sie zur Donau. Dort sucht Hagen einen Fährmann auf und trifft dabei auf geheimnisvolle Meerfrauen, die ihm prophezeien, daß keiner ausser dem Kaplan des Königs am Leben bleiben wird.. Hagen ist darüber sehr zornig. Als er einen Fährmann trifft, der ihm die Überfahrt verweigert, schlägt er dem Mann den Kopf ab. Den Kaplan wirft er ins Wasser. Dem Gottesmann gelingt es jedoch, an Land zu schwimmen. Nun weiß Hagen, daß die Meerfrauen die Wahrheit gesagt haben. Mit dem Mut der Verzweiflung beschließt er, sein Leben wenigstens so teuer wie möglich zu verkaufen.

Kurz darauf gfreift Gelfrat, der Markgraf aus Bayern, den Tross an, um den Tod des Fährmanns zu rächen. Doch die wehren sich und erschlagen Gelfrat und über hundert seiner Männer.

Abgekämpft und müde erreichen die Männer schließlich das Territorium Rüdigers. Der empfängt die Reisenden gastfreundlich. Er schenkt Gunther eine Rüstung, Gernot ein scharfes Schwert und Giselher seine Tochter zur Frau. Drei Tage lang bleiben die Burgunden bei Rüdiger . Dann ziehen sie weiter. Der Empfang  am Hof König Etzel´s ist kühl. Als Kriemhild erscheint, um die Gäste förmlich zu begrüßen, bindet Hagen seinen Helm fester.

Die Konfrontation ist vom ersten Moment an unausweichlich. Die Königin gibt sich auch keine Mühe, die Situation durch Smalltalk zu entschärfen. Statt sich nach dem Wohlbefinden der Ritter zu erkundigen, fragt sie provokant: "Wohin habt ihr den Hort der Nibelungen gebracht? Der war doch mein Eigentum, das wisst Ihr genau. Den hättet Ihr mir in das Land Etzels mitbringen sollen."

Kriemhild weiß allerdings genau, daß die Burgunden den Schatz nicht dabei haben. Trotzdem beginnt sie zu weinen. Auch diesmal verfehlen die Tränen ihre Wirkung nicht. Sofort umzingeln die Ritter ihre Königin. Alle sind bereit, die Ehre ihrer Herrin zu verteidigen. Sie sagt:" Rächt mich an Hagen, damit er sein Leben verliert." Und schon wollen sich die Recken auf ihr Opfer stürzen. Doch Kriemhild hält sie zurück. Sie weiß, daß es für  den Entscheidungskampf noch zu früh ist. Die kleine Gruppe ihrer Getreuen könnte gegen die tapferen Burgunden nichts ausrichten.

Noch beschränkt sich die Königin auf Drohgebärden. Mit der Krone auf dem Kopf marschiert sie, gefolgt von ihren grimmig dreinschauenden Rittern, an Hagen vorbei. Der versteht genau, was die Stunde geschlagen hat. Statt zu grüßen, zieht er sein Schwert und legt es gut sichtbar auf die Knie - es ist Balmung, die Waffe Siegfrieds.

König Etzel ist immer noch ahnungslos. Er freut sich aufrichtig, die Brüder seiner lieben Frau kennenzulernen.  Zwar wundert er sich darüber, daß seine Gäste ständig  Waffen tragen und die Helme nicht abnehmen, aber Hagen beruhigt ihn, indem er versichert, dies sei im Burgundenland so Brauch. Doch schon wenig später gibt es den ersten Toten.

Während eines Ritterturniers tötet Hagens Kampfgefährte, der tapfere Spielmann Volker, einen Ritter der Hunnen, der ihm wegen seiner aufgeblasenen Art unsympatisch ist. Die Verwandten des Toten gehen mit blanken Schwertern auf Volker los. Etzel kann nur mit Mühe weiteres Blutvergießen verhindern. Bald beginnt auch er Rot zu sehn, als Hagen behauptet, sein Sohn Ortliep werde bald sterben und sein schon "von Tode gezeichnet".

Kriemhild sucht derweil nach Verbündeten. Dietrich von Bern und sein treuer Hildebrand winken ab. "Es ehrt dich nicht, Gemahlin des edlen Fürsten, daß du planst, deinen Verwandten das leben zu nehmen." Nur Etzels Bruder Blödel ist bereit, die Burgunden anzugreifen. Während des Abendessens greift er mit tausend Getreuen die Knappen  Gunthers an. Er hat es vor allem auf deren Marshall Dankwart, den Bruder Hagens, abgesehen. Doch Dankwart wehrt sich und erschlägt Blödel. Dessen Gefolgsleute stürzen sich nun in wildem Zorn auf die Knappen. Es folgt ein grausames Gemetzel.

Am Ende des Abends liegen viele tapfere Hunnen und alle 9.000 Knappen der Burgunden tot in ihrem Blut. Dankwart, der einzig Überlebende, eilt zu seinem Bruder Hagen. Der tafelt noch mit den Gastgebern, als er von dem Überfall hört. Einem spontanen Rachedurst folgend schlägt er dem Königssohn Ortliep den Kopf ab - dieser rollt auf den Schoß der Königin.

Damit beginnt ein gnadenloses Blutvergießen: Burgunden und Hunnen stürzen sich aufeinander. Der Saal ist erfüllt vom Klang der  Schwertschläge und von den Schreien der Verwundeten. Kriemhild bekommt es mit der Angst zu tun und fleht Dietrich an, ihr zu helfen. " Bring mich lebend hier raus! Denn wenn ich Hagen in die Hände falle, ist mir der Tod sicher."

Die Königin hat Glück. Dietrich verläßt mit seinen Rittern den Saal und verschafft dadurch auch dem Königspaar freies Geleit. Rüdiger zieht ebenfalls ab. Für König Etzel folgen traurige Stunden: Gunthers Mannen schlachten alle seine Ritter ab. Die Burgunden verbarrikadieren sich im Saal und werfen Tausende von Leichen auf den Hof. Kriemhild stachelt derweil die Ritter weiter an: " Wer mir Hagen von Tronje erschlüge und mir seinen Kopf brächte, dem würde ich Etzels Schild mit rotem Gold füllen."

Tatsächlich finden sich zwei Glücksritter: Markgraf Iring von Dänemark und Irnfried von Thüringen wollen das Kopfgeld erringen, doch auch sie werden erschalgen. Im Laufe des Nachmittags mobilisiert König Etzel Tausenden von Kämpfern, doch alle Sterben den Heldentod. Am Abend ergreift dann noch einmal Kriemhild die Initiative. Sie läßt den Saal umstellen und dann anzünden. Die eingeschlossenen Burgunden erleiden Höllenqualen. In ihrer Not trinken sie das Blut der Toten. Sechshundert Mann überleben das flammende  Inferno.

Doch auch nach dieser grauenvollen Nacht bleibt keine Zeit zum Ausruhen. Der Kampf geht weiter. Am Morgen trifft Rüdiger von Bechelaren mit seinen Rittern ein. Er will eigentlich nicht gegen seinen Freund Gunther kämpfen. Etzelund Kriemhild bedrängen ihn jedoch so lange, bis er sich aus Treue zu seinem König  den Gegnern stellt. Es beginnen blutige Zweikämpfe. Gernot erschlägt Rüdiger mit dem Schwert, das ihm dieser nur wenige Tage vorher geschenkt hat. Bei dem Zweikampf wird er allerdings auch tödlich verwundet. Als Giselher seinen Bruder leblos am Boden liegen sieht, packt ihn die blinde Wut und er macht nun reihenweise Rüdigers Gefolgsleute nieder. Um den Tod Rüdigers zu rächen, greifen schließlich auch Dietrich von Bern und Hildebrand in den Kampf ein. Sie verleiren alle ihre Männer, können jedoch viele von Gunthers  Rittern schlagen. Unter anderem den furchterregenden Spielmann Volker. Am Ende sind nur noch Dietrich und Hildebrand, Hagen und Gunther am Leben.

Dietrich fordert seine Gegner auf, sich zu ergeben. Da sie sich weigern, zückt er sein Schwert, überwältigt die abgekämpften Heroen, fesselt sie und bringt sie zur Königin . Die läßt Gunther und Hagen in zwei Kerker werfen. Dann macht sie ihnen ein Angebot: " Wenn ihr mir wiedergebt, was Ihr mir genommen habt, dann könnt ihr unversehrt heimkehren." Von solch einem Deal will Hagen nichts wissen. Stolz antwortet er:" Ich habe geschworen, daß ich den Hort nicht zeige, solange einer meiner Herren am Leben ist."

Ohne zu zögern läßt Kriemhild ihren Bruder Gunther ermorden, den Kopf bringt sie Hagen. Doch der ist eher bereit, das Geheimnis mit ins Garb zu nehmen. "Jetzt weiß niemand außer mir und Gott, wo der Schatz liegt. Der wird dir, du Teufelin, für immer verborgen bleiben."  Kreimhild schlägt daraufhin Hagen mit Siegfrieds Schwert den Kopf ab.

König Etzel ist entsetzt. "Weh, wie darf es sein, daß der tapferste Held, der jemals in einer Schlacht stand.....jetzt hier von der Hand einer Frau erschlagen liegt."  Da stürzt sich der alte Hildebrand auf Kriemhild. Entschlossen, den Tod Hagens zu rächen,  haut er sie in Stücke.

Zum Schluß des Heldenepos zieht der Erzähler des Nibelungenlieds traurige Bilanz: "Da lagen nun alle, denen bestimmt war zu sterben, tot am Boden. Dietrich und Etzel beweinten ihre toten Verwandten und Gefolgsleute. Unter großem Jammer fand das Fest des Königs seinen Abschluß, wie ja immer Freude am Ende mit Leid bezahlt wird." 

 

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