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               FOSSILIEN

 

 

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Noch vor 200 Jahren glaubten die meisten Menschen, daß die Erde nicht mehr als ein paar tausend Jahre alt sei. Der irische Bischof Ussher hatte im 17. Jahrhundert sogar ausgerechnet, daß unser Planet an einem Montag des Jahres 4004 v. Chr. erschaffen worden sei - ein gründliches Studium der Bibel hatte ihm zu dieser Annahme verholfen.

Erst zu Beginn des vorigen Jahrhunderts begann die Wissenschaft, Methoden der Altersbestimmung zu entwickeln. Man fand Gestein, das wesentlich mehr als 6 000 Jahre alt war, und man fand auch Fossilien, also die versteinerten Überreste oder Spuren von Lebewesen, die schon vor vielen Millionen Jahren gelebt hatten.

Heute weiß man, daß die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist, und daß sich rund eine Milliarde Jahre später das erste Leben auf ihr regte. In diesem Bericht erfahrt ihr, wo man Fossilien findet und wie man sie behandelt, wie sich Fossilienforschung entwickelte und welche abergläubischen Vorstellungen sich mit Fossilienfunden verbanden. Und man erfährt die Geschichte, wie sich in der Tierwelt ein Wesen entwickelte, das zum Menschen wurde ..... Einiges überschneidet sich sicher mit dem Bericht der Dinosaurier oder des Urmenschen, einige Sachen habe ich deshalb nicht wieder aufgeführt - einiges hingegen, was doch unmittelbar zusammenhing, habe ich noch einmal beschrieben. Viele, oder eigentlich fast alle der hier im Text benutzten Fremdwörter bzw. Begriffe, findet ihr im Urzeit-Lexikon wieder. Ich wünsche Euch riesigen Spaß beim Lesen. Wenn ihr über das Thema reden wollt, hier geht´s zum Forum  .

 

 

 

 

Zeugen der Vergangenheit                              

Was ist Paläontologie                       Wie alt ist die Erde

Was ist ein Fossil                             Die ersten Pflanzen

Wie entstehen Fossilien                     Das erste Wassertier an Land

Wie entsteht eine Versteinerung           Das erste Wirbeltier an Land

Wie entsteht ein Abdruck                     Steinkohle / Erdöl

Was sind Leitfossilien                          Lurche

                                                                          Unterschied Reptilien - Amphibien

                                                                          Brachiopoden

                                                        Beginn des Reptilienzeitalters

                                                                          Vorläufer der ersten Säugetiere

                                                                           Vorfahren der Dinosaurier

                                                                            Das Chirotherium / " Handtier "

                                                                            Fliegende Reptilien

                                                                            Beherrscher des Jura

                                                                            Kein Fossil von ersten Primaten

                                                                           Vorfahren der Elefanten

                                                                           Eiszeiten im Pleistozän

                                                         Fossilien des Australopitecus

                                                                 

 

Forschung/Jagd

 

Bezeichnung "  Lebendes Fossil "

Wo gibt es lebende Fossilien

Was machten Urmenschen aus Fossilien

Beginn der Fossilienbedeutung

Versteinerter Kuhtritt

Berühmte Fossilienjäger

Der " Knochenkrieg "

Fossilienausgrabung/Transport

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                       Was ist Paläontologie

 

 

Eine der jüngsten Wissenschaften unserer an verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen so reichen Gegenwart ist die Paläontologie. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet: Wissenschaft von den Lebewesen der erdgeschichtlichen Vorzeit. Sie ist ein Zweig der Geologie, der Wissenschaft von der Geschichte der Erde und ihrem Aufbau.

Die beiden wichtigsten Zweige der Paläontologie sind die Paläozoologie und die Paläobotanik, also die Erforschung der Tier- und Pflanzenwelt der Erdvorzeit. Diese beiden Forschungsgebiete sowie einige weitere Zweiggebiete der Paläontologie ermöglichen den Wissenschaftlern, ein ziemlich genaues Bild der Fauna ( Tierwelt) und der Flora ( Pflanzenwelt) unserer Erde zu entwickeln; sie beschreiben, wie das Leben früher aussah und wie es sich zu seiner heutigen Form entwickelt hat.

 

 

 

 

 

                                            Was ist ein Fossil

 

 

Die Materialien, wissenschaftlich " Dokumente "  genannt, die diesen Forschungen zugrunde liegen, sind die Fossilien. Dieses Wort kommt aus dem Lateinischen: fodere = graben, ausgraben. Es wurde erstmals von dem dt. Arzt Agricola ( Georg Bauer, 1494 - 1555 ) benutzt. Bis in das 18. Jhd. hinein galt als Fossil, was aus der Erde ausgegraben worden war, gleichgültig, ob es sich um die Überreste toter Lebewesen, um Mineralien oder um von Menschen hergestellte Gegenstände handelte. Heute versteht man unter einem Fossil lediglich die Überreste eines vorgeschichtlichen Lebewesens und seine Lebensspuren im Gestein.

 

 

 

 

 

                                   Wie entstehen Fossilien

 

 

Die Fossilisation, das heißt die Entstehung eines Fossils, ist nur möglich, wenn das abgestorbene oder noch lebendige Lebewesen schnell in eine Schicht eingebettet wird, die seine Zerstörung durch Aasfresser und die Verwesung durch Zutritt von Sauerstoff verhindert. Ein Beispiel von Fossilisationen sind die " Inklusen "  , Einschlüsse von Fliegen, Mücken und anderen Insekten im Bernstein.

Bernstein ist das fossile Harz von Nadelhölzern, vor allem von bestimmten Kiefernarten der Tertiärzeit. Beim Herabfließen am Stamm erfaßte es gelegentlich kleine Insekten, die in dem noch flüssigen, klebrigen Stoff lebendig begraben wurden. Sie konnten nicht verwesen, weil weder Sauerstoff noch verwesungsfördernde Bakterien hinzutreten konnten. Inklusen sind jedoch besonders seltene Fälle von Fossilisationen. Paläontologen unterscheiden vier verschiedene Arten von Fossilien:

 

- die echte Versteinerung

- die Pseudomorphose

- Der Steinkern

- Den Abdruck

 

 

 

 

 

 

                            Wie entsteht eine Versteinerung

 

 

Die Entstehung einer echten Versteinerung läßt sich am besten mit der Umwandlung von losen Sedimenten, das sind Ablagerungen wie Sand, Schlamm, Kalk oder Schotter, in festes Gestein vergleichen. Wenn sich über einer Schicht loser Sedimente immer neues Material anhäuft, wächst der Druck, der auf dieser Schicht lastet. Unter diesem Druck und dem damit verbundenen Temperaturanstieg sowei mit Hilfe gelöster Stoffe, die von dem Grundwasser herangetragen werden, können sich Sandkörner miteinander verbinden, sie werden zusammengebacken. So entsteht im Lauf von Jahrmillionen aus losem Sand festes Gestein.

Ähnliches geschieht mit gewissen Fossilien: Unter den Druck des über ihnen lastenden Materials füllen sich z.B. Poren von Knochen mit Kalk und Kieselsäure. Diese Stoffe verbacken allmählich mit den Hartteilen der Knochen - und schließlich ist das ganze Fossil versteinert.

Bei der Pseudomorphose werden nicht nur Knochen sondern alle Hartteile ( z.B. Muschelschalen) durch andere anorganische Stoffe ersetzt - unter Beibehaltung ihrer äußeren Form. Steinkerne sind mit anorganischen Stoffen aufgefüllte Hohlräume eines vorweltlichen Lebewesens, wie sie besonders bei Muscheln, Schnecken und Armfüßern bekannt sind; die Hartteile haben sich aufgelöst.

 

 

 

 

 

                                     Wie entsteht ein Abdruck

 

 

Auch beim Abdruck sind Weichteile und Hartkörper des Lebewesens zerstört; aber die Form, die es einst hatte, ist als Hohlraum erhalten geblieben: er zeigt den Abdruck der Außenfläche des unzerstörten Körpers.

Da die zur Fossilisation nötige schnelle Einbettung in eine schützende Sedimentschicht am ehesten in Flachmeeren, Seen, Flüssen, Sümpfen oder Mooren geschehen kann, stammt der größte Teil aller heute bekannten Fossilien von wasserbewohnenden Lebewesen. An Land findet man Fossilien in Höhlen und Karstspalten sowie in Erdschichten, die früher von Wasser bedeckt waren.

 

 

 

 

 

                                      Was sind Leitfossilien

 

 

Von besonderer Wichtigkeit für Paläontologen wie für Geologen sind die sogenannten  "Leitfossilien " . Das sind Tier- und Pflanzenversteinerungen, die für eine bestimmte geologische Schicht typisch sind und nur in dieser Schicht vorkommen. Wenn man in zwei voneinander abgetrennten und scheinbar verschiedenen Schichten die gleichen Leitfossilien findet, so beweisen diese, daß die beiden Schichten gleich alt sind. Damit lassen sich gleichaltrige Schichten auch über größere Entfernungen feststellen. Das ist allein nach der geologischen Beschaffenheit der Schichten nicht möglich, da fast alle Gesteinsarten zu allen Zeiten entstehen konnten.

Schichten mit gleichen Leitfossilien sind also gleich alt; Leitfossilien aus tiefen Schichten sind älter als andere aus den darüberliegenden Schichten. Leitfossilien sind also gewissermaßen die Seitenzahlen eines von der Natur geschriebenen Tagebuchs unserer Erde. In diesem Tagebuch erzählen die allgemeinen Fossilien, wo früher festes Land und wo Meere waren, wo sich Gebirge auffalteten und wo welche Tiere lebten. Sie sind der Schlüssel zu vielen Geheimnissen unseres Planeten.

 

 

 

 

                                       Wie alt ist unsere Erde

 

 

Die Erde ist wahrscheinlich etwa 4 1/2  Milliarden Jahre alt. Ob sie durch die Zusammenballung von kosmischem Staub, aus Sonnenmaterie oder auf andere Weise entstand, weiß man nicht. Man weiß aber, daß sie zunächst ein glühender Ball mit einer Oberflächentemperatur von mind. 600 - 1200 Grad Celsius, der Schmelztemperatur der Gesteine, gewesen sein muß. Unter dem Einfluß der umgebenden Weltraumkälte kühlte der Planet langsam ab, die Oberfläche nahm an einigen Stellen feste Gestalt an, die ersten Meere und Seen entstanden. Dieses geologische Zeitalter war das Archaikum oder die Urzeit. Sie dauerte wahrscheinlich rund 1 Milliarde Jahre. Aus jener Zeit gibt es keine Fossilien.

Das erste Zeitalter, aus dem Fossilienfunde auf tatsächliches Leben hinweisen, ist die Frühzeit, auch Eozoikum (griech.: Morgenröte des Lebens )  genannt. Unter sehr starken Mikroskopen entdeckten Paläontologen in 3,4 Milliarden alten Steinen winzige Bakterien in Faden- und Kugelform. Diese Mikro(Kleinst)fossilien sind durchweg Einzeller, deren nur wenige Hunderstel Millimeter große Weichkörper gelegentlich von einer dünnen festen Hülle umschlossen waren. Heute glaubt man aber, daß die Entstehung des Lebens bedeutend früher, vielleicht in den heißen Gewässern der Urzeit, erfolgt sein kann. 

Das dritte große Zeitalter der Erdgeschichte ist das Phanerozoikum ( griech.: = Zeitalter des sichtbaren Lebens ), aus dem zahlreiche deutlich und leicht erkennbare Fossilien bekannt sind. Es wird im Erdalterum (Paläozoikum), Ermittelalter  (Mesozoikum) und Erdneuzeit (Känozoikum)  unterteilt. Diese wiederum bestehen aus einzelnen Systemen ( früher " Formationen " genannt ), die bestimmten Zeitabschnitten der Erdgeschichte entsprechen.  (siehe auch Urzeit-Lexikon)

Mit dem auf das Esozoikum folgenden ersten System, dem Kambrium, begann vor etwa 570 Millionen Jahren das Erdaltertum. Das Kambrium dauerte 70 Millionen Jahre. Hier entwickelten sich die ersten Tiere und Pflanzen. Die Tiere gehörten zu den Wirbellosen und erinnern teilweise an rezente (heutige) Tiere. Die häufigsten Tiere jener Zeit waren die Trilobiten Diese urweltlichen Gliederfüßer sind heute zwar ausgestorben, aber man kann hervorragend erhaltene Reste dieser Tiere in vielen Museen betrachten.

Die Trilobiten sind die Leitfossilien des Kambriums und der darauffolgenden Systeme Ordovizium und Silur. Der Name Trilobit bedeutet dreigeteilt und bezieht sich auf die Dreigliederung seines Körpers in Kopfschild, Rückenpanzer und Schwanzschild. Manche Trilobiten sahen Asseln ähnlich, andere eher langschwänzigen Krebsen ohne Scheren. Ihre Größe schwankte zwischen 1 und 70 cm. Sie hatten Facettenaugen, die sich aus bis zu 15 000 Einzelaugen zusammensetzten. Andere Trilobiten-Arten dagegen, die wohl im Schlamm lebten, waren blind. Wie alle Tiere dieser Zeit waren auch Trilobiten Wasserbewohner. 

 

                                     Die ersten Pflanzen

 

 

Als erste Pflanzen gab es in den Kambrischen Meeren wahrscheinlich Algen in großer Fülle. Das Land dagegen war noch völlig leblos. Es gab dort weder Pflanzen noch Tiere - wahrscheinlich, weil die damalige Atmosphäre nur 0,2 % Sauerstoff (heute 20 %) enthielt.

Neben den Trilobiten und den anderen genannten Tieren gab es in den Meeren des Kambrium eine Vielfalt weiterer Lebewesen. Die ersten Korallen erschienen, erste Schwämme, Stachelhäuter und viele andere Tierformen. Die meisten hatten Hartteile wie Panzer oder Kalkgehäuse. Vielleicht, so glauben einige Paläontologen, haben sich deshalb so viele von ihnen als Fossilien erhalten, während Tiere, die möglicherweise schon im Eozoikum gelebt hatten, reine Weichtiere waren und deshalb spurlos verschwunden sind.

Das Kambrium endete nicht schlagartig, sondern ging im Lauf von Jahrmillionen in das Ordovizium über. Dieses System begann vor etwa 440 Millionen Jahren und dauerte rund 60 Millionen Jahre. Die Meere jener Zeit waren voller Lebewesen, von denen sich einige Formen bis heute erhalten haben. ( Quastenflosser)

Die beherrschenden Tiere des Ordoviziums waren die polypenartigen Graptolithen in mannigfaltigen Formen. Daneben gab es zahlreiche Weichtiere, Wiesenschnecken und Kopffüßer, die zu teilweise riesigen Formen heranwuchsen. Wie zahlreiche Fossilien belegen, lebten alle damaligen Kopffüßer-Arten in den Vorderteilen von 4 bis 8 m langen spießartigen Kalkröhren, deren hintere Enden in Luftkammern unterteilt waren. Die Röhren waren zum Teil gerade, zum Teil spiralgerollt. Fossilien belegen auch, daß es zu dieser Zeit bereits kleine Wirbeltiere, nämlich Fische, gegeben haben muß.

 

                                 Erstes Wassertier an Land

 

 

Im darauffolgenden Silur begannen die Tiere auch das Festland zu erobern. Als erste Gliederfüßer krochen die Tausendfüßer an Land. In den silurischen Meeren wurden gleichzeitig die Fische häufiger. Statt eines Kiefers hatten sie Saugmünder und Raspelzungen; ihr Vorderteil steckte in einem festen Panzer, der hintere Teil war mit Platten oder Schuppen bedeckt. Außerdem gab es zahlreiche leuchtend bunte Korallenbänke, um die herum sich reges Leben entwickelte. Festlandspflanzen gab es damals noch nicht.

In den 55 Millionen Jahren nach dem Silur - dem Devon - entwickelte sich auch auf dem Festland reges Leben. Damals existierte auf der nördlichen Halbkugel der Erdteil " Old Red Continent " (engl. = alter roter Kontinent). Er bestand aus Teilen Nordosteuropas, Nordamerikas und Grönlands. Dieser Kontinent lag zu jener Zeit im äquatorialen Bereich, so daß Regen- und Trockenzeiten abwechselten. Dabei kam es immer wieder vor, daß kleinere Tümpel und Seen austrockneten. Die Tiere, die in diesen Gewässern lebten, hatten nur eine Überlebungschance: Sie mußten an Land gehen und versuchen, den nächstgelegenen, nicht ausgetrockneten See zu erreichen - und das taten sie auch.

 

 

                                   Erstes Wirbeltier an Land

 

 

Aus der Zeit des Devon gibt es viele großartig erhaltene Fossilien. Sie zeigen, daß sich auch im Wasser große Veränderungen vollzogen. Die Fische entwickelten zahlreiche Formen und Größen. Gegen Ende des Devons erschien nun Ichthyostega, das erste Wirbeltier, das zeitweilig auf dem Land lebte. Ichthyostega, ein Nachfahre des Quastenflossers, hatte einen fischartigen Schwanz, seine Flossen hatten sich jedoch in kräftige Beine mit je fünf Zehen verwandelt. Damit war dieses Tier der erste Lurch, den wir kennen.

Lurche nennen wir auch Amphibien. Das Wort kommt aus dem Griechischen: amphi heißt  "doppelt " und bios heißt " Leben " . Amphibien leben also im Wasser und auf dem Festland. Allerdings blieben nicht alle Nachfahren von Ichthyostega an Land: Die Ichthyosaurier und die Wale gingen wieder in das Meer und ihre Beine bildeten sich zu Flossen zurück.

Während das Devon als " Zeitalter der Fische " gilt, nennen Paläontologen das nun folgende Karbon, das vor 350 Millionen Jahren begann, das " Zeitalter der Amphibien " . Mitteleuropa lag noch immer in der Nähe des Äquators, das Klima war feucht und warm, ähnlich wie heute in den Urwäldern des Amazonas. Auf der Südhalbkugel lag ein riesiger Kontinent, das Gondwanaland. 

Es besteht aus den noch zusammenhängenden Landmassen Afrika, Südamerika, Antarktis, Australien und Vorderindien. Dieser Erdteil begann im oberen (d.h. erdgeschichtlich jüngeren) Karbon, sich mit ungeheuren Massen von Inlandeis zu bedecken. Auf der nördlichen Halbkugel dagegen wurde die Flora schnell vielfältiger. Farne, Moose und andere Sporenpflanzen (Sporenpflanzen vermehren sich nicht durch Samen, sondern durch einzellige ungeschlechtliche Keimzellen, sogenannten Sporen) entwickelten riesige Formen; auch Schuppen-, Siegel- und Schachtelhalmbäume wurden nun bis 30 m hoch.

 

 

                                 Wie entstand Kohle / Erdöl

 

 

In diesen tropischen Wäldern, in denen es noch keine Blütenpflanzen und keine Vögel gab, entstand ein fossiles Gestein, ohne das unsere heutige, moderne Technik und Industrie undenkbar wäre: die Steinkohle. Daher wird der Name dieses geologischen Systems " Karbon " von dem lateinischen Wort carbo (Kohle) abgeleitet.

Viele damalige Bäume wie z.B. der Schuppenbaum hatten zwar eine sehr dicke Rinde, aber einen dünnen, hölzernen Kern. Sie knickten daher leicht um und starben ab. So entstanden gewaltige Moore, die langsam absanken und von Sand- und Tonschichten überlagert wurden. Luftabschluß und der Druck der darüber lastenden Gesteinsmassen bewirkten, daß das Holz vertorfte. Das heißt, daß der in den Pflanzen enthaltene Sauerstoffe verbraucht und dadurch der Kohlenstoffanteil vergrößert wurde. Aus dem Torf entstand im Lauf von Jahrmillionen Braunkohle und daraus wiederum bei erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur Steinkohle.

Steinkohle hat einen höheren Brennwert als Braunkohle, sie ist daher wertvoller. Heute findet man Steinkohle in dem sogenannten Nordwesteuropäischen Kohlegürtel, der sich von England über Nordfrankreich und Belgien bis in das Ruhrgebiet erstreckt. Weitere Steinkohlevorkommen gibt es an der Saar, im Erzgebirge, in Oberschlesien, in Südfrankreich, im Donezbecken und im asiatischen Teil der Sowjetunion, in China und in den USA.

Auch das Erdöl ist fossiler Herkunft. Erdöl entstand in Jahrmillionen aus der Ablagerung gestorbener Kleinstlebewesen auf Meer- und Seeböden. Diese Schicht wurde zu Faulschlamm, der sich durch bakterielle Zersetzung in den kostbaren Rohstoff Erdöl verwandelte. Erdölvorkommen gibt es nur unter der Erdoberfläche. Die Lager müssen durch kostspielige Tiefbohrungen zunächst entdeckt und dann erschlossen werden. In der BRD werden jährlich etwa 8 000 000 t Erdöl gewonnen, in den USA fast 600 000 000 t.

 

 

                                                Lurche

 

 

Zwischen den Bäumen, die wir heute als Kohle verheizen, spielte sich im Karbon die weitere Entwicklung der Landwirbeltiere ab. Es regnete während des ganzen Jahres, viele Festlandsgebiete versumpften. Seichtwasser, Schlamm und umgestürzte Bäume ergaben eine Umwelt, die den Amphibien sehr behagte. Manche Lurche paßten sich dieser Umgebung an und entwickelten abgeplattete Leiber, die sie zu hervorragenden Flachwasserschwimmern machten. Sie blieben zunächst in den karbonischen Sümpfen, wo sie Futter in Hülle und Fülle fanden.

Alle Wirbeltiere jener Zeit waren Fleischfresser; sie verspeisten einander, die kleinsten aßen Würmer und Insekten. Die ersten Insekten waren schon im Devon aufgetaucht, aber sie konnten noch nicht fliegen. Inzwischen hatten sie im Karbon das Fliegen erlernt und entwickelten nun wahrhaft gigantische Formen: Damals gab es eine Libelle mit einer Flügelspannweite von 75 cm. Fossilien dieses fliegenden Riesen sind in Frankreich gefunden worden. 

Der nächste Entwicklungsschritt, der Wandel vom Lurch zum Kriechtier ( oder Reptil ; lat. repere = kriechen), fand ebenfalls noch im Karbon statt: In den Sümpfen bildeten hohle verfaulte Baumstümpfe stellenweise richtige Tierfallen. In ihnen hat man Fossilien des Ur-Reptils Seymouria gefunden, bei dem die Entscheidung, ob noch Lurch oder schon Kriechtier, sehr schwer ist. Ur-Reptil wird dieses Tier genannt, weil es schon einige wesentliche Eigenarten der Kriechtiere wie z.B. die trockene schuppige Haut aufweist.

 

 

   Unterschied zwischen Reptilien und Amphibien

 

 

Ein Reptil unterscheidet sich vom Amphibium grundsätzlich durch die Art der Fortpflanzung. Amphibien legen ihre Eier im Wasser ab. Dort wachsen die Jungen als Larven heran. Sie schwimmen und atmen nach Art der Fische. Reptilien dagegen legen ihre großen, dotterreichen und hartschaligen Eier an Land ab. Die Brut entwickelt sich zunächst im Ei-Inneren.

Das Entstehen des schalengeschützten Eies im Karbon war eines der grundlegenden und folgenreichsten Ereignisse in der Geschichte der Wirbeltiere. Nun brauchten sie nicht mehr zu Brutzwecken ins Wasser zurückkehren - sie blieben an Land und breiteten sich dort aus. Ohne die " Erfindung " des hartschaligen Eies wäre der Umzug der Wirbeltiere auf das Land möglicherweise fehlgeschlagen.

Vor 285 Millionen Jahren begann das Perm. Es brachte die erste große Ausbreitung echter Landtiere, verbunden mit der Besiedlung neuer Lebensräume. Die in den Sümpfen lebenden Amphibien und Reptilien ernährten sich zumeist von kleineren Tieren wie Fischen und anderem Wassergetier, das wiederum von Pflanzen lebte.

Anders war es an Land: Alle dort lebenden Reptilien waren Fleischfresser oder, wie wir heute sagen, Raubtiere. Allmählich wurden ihre Kiefer kräftiger, die Knochen in Kiefer und Schädel veränderten sich, die Kiefermuskeln wurden stärker. Und sie wurden schneller. Sie krochen nicht mehr wie die ersten Reptilien bäuchlings über den Boden. Ihre Beine streckten sich und rutschten unter den Körper, die Tiere bewegten sich jetzt aus Schulter und Hüfte und konnten größere Schritte machen.

Die Beherrscher des permischen Festlandes waren die Urraubsaurier und die säugetierähnlichen Reptilien. Der Fleischfresser Dimetrodon und der allesfressende Daphosaurus entwickelten große Längssegel auf dem Rücken, mit denen sie ihre Körpertemperatur regeln konnten. Diese Segel waren vielleicht der erste Schritt zur Warmblütigkeit. Warm- oder Gleichblütler nennt man Tiere wie Vögel und Säugetiere, die eine von der Außentemperatur unabhängige, gleichbleibende Körperwärme haben. In jener Zeit entwickelten sich aus der Vielfalt der säugetierähnlichen Reptilien die ersten Pflanzenfresser dieser Klasse. Unter ihnen die Dicynodonten oder Zweizahnsaurier. Bis auf zwei hauerartige Zähne im Oberkiefer waren diese Tiere völlig zahnlos.

 

 

                                        Brachiopoden

 

 

 

Wie auch schon vorher im gesamten Paläozoikum gab es auch in dem permischen Meeren eine Unzahl von Brachiopoden ( Armfüßer ), das sind festsitzende Meerestiere, die von zweiklappigen Schalen umschlossen sind. Während dieser Gruppe in der Vorzeit sehr formenreich war, leben heute nur noch wenige Arten.

Gegen Ende  des Perm sank weiterhin der Meeresspiegel, die Festländer wurden ausgedehnter als je zuvor. Damit begann für viele Arten das große Sterben: Ihre wichtigsten Lebensräume, die Flachmeere, wurden trocken, und viele der darin lebenden Tierarten starben aus. Inzwischen hatten aber - schon seit dem Karbon - Muscheln und Krebse begonnen, das Süßwasser und auch das Festland zu " erobern " , wie Fossilien zahlreicher Süßwassermuscheln und -schnecken sowie der ersten Landschneckeen aus jener Zeit beweisen. Auch altertümliche Spinnen finden sich nun als Landbewohner, die Tausendfüßer sind mit bis zu 1 m großen Riesenformen vertreten.

Auf dem Festland ging die Zeit der Nacktsamer, der Spiegel- und Schuppenbäume zu Ende. An ihre Stelle trat als erster Nadelbaum die inzwischen wieder ausgestorbene Walchia, die im Aussehen der heutigen Zimmertanne Araucaria ähnlich war. Sie wuchs an trockenen Standorten. Besonders viele Fossilien findet man im Rotliegenden, einer für das untere (frühere) Perm typischen Sedimentschicht, die in Deutschland als roter Sandstein bekannt ist. Die Walchia ist den Paläontologen besonders gut bekannt, weil in Arizona (USA) eine größere Anzahl von Fossilien ihrer Stämme in hervorragendem Zustand gefunden wurden.  

 

 

                           Beginn des Reptilien-Zeitalters

 

 

Die nun  folgenden 160 Millionen Jahre fassen die Paläontolgen als Mesozoikum (Erdmittelalter) mit den Systemen Trias, Jura und Kreide zusammen. Das Mesozoikum wird auch das " Zeitalter der Reptilien "  genannt.

Das geologische System, das vor 225 Millionen Jahren begann und 30 Millionen Jahre dauerte, erhielt den Namen Trias ( lat. tres = drei), weil sich sein Gestein aus drei Schichten - von unten nach oben Buntsandstein, mariner Muschelkalk, Keuper - zusammensetzt. Das Festland, bestehendd aus dem nördlichen Old Red Continent und dem südlichen Gondwanaland, war völlig von Tethys umschlossen, einem riesigen Meer, von dem heute nur noch das Mittelmeer als kleiner Rest geblieben ist.

In den warmen Wassern der Tethys änderte sich nicht viel. Es gab Unmengen von Ammoniten, Korallen, Seelilien und Weichtieren, dazu kamen viele Knochenfische und fliegende Fische. Die Armfüßer starben allmählivh aus, die Trilobiten waren bereits verschwunden.

Auf dem Land dagegen gab es große Veränderungen. Das Inlandeis, das zu Beginn der Permzeit weite Teile von Gondwanaland bedeckt hatte, war verschwunden. Das Klima wurde milder, fast bis zu beiden Polen hin herrschten nun ausgeglichene Verhältnisse. Während die Zahl der Amphibien abnahm, traten nun zahlreiche neue Reptilienfamilien auf und erschlossen sich neue Lebensräume.

 

 

                              Vorläufer der Säugetiere

 

 

In den Triasschichten  Nordamerikas fand man das erste bekannte Krokodil, Protosuchus, und zur selben Zeit trat eine weitere neue Reptiliengruppe auf, die Schildkröten. Proganochelys besaß schon einen den Rumpf völlig umhüllenden Panzer und hatte noch Zähne. Bis auf den Verlust des Gebisses haben sich Schildkröten im Lauf ihrer langen Entwicklungsgeschichte kaum verändert.

Statt der heutigen vier Kriechtierordnungen - Schildkröten, Panzerechsen, Schuppenkriechtiere und Brückenechsen - gab es damals 31 Ordnungen. Die säugetierähnlichen Reptilien der Trias waren die Vorläufer der echten Säugetiere, die ebenfalls noch in der Trias auftauchten, aber mit Maus- oder Rattengröße noch keine bedeutende Rolle spielten. Säugetierähnlich war z.B. der Pflanzenfresser Lystrosaurus, dessen Fossilien in Südafrika, in Indien und in der Antarktis gefunden wurden - ein Beweis dafür, daß die Kontinente einst zusammenhingen.

 

 

                      Von wem stammen Dinosaurier ab

 

 

 

In den Niederungen der Trias gab es viele trockene Halbwüsten mit Sanddünen und tiefen Schluchten. Dort lebte das kleine, auf zwei Beinen laufende Reptil Euparkeria. Dieses nur 1 m große Tier könnte der Stammvater aller Dinosaurier ( Riesenechsen ) gewesen sein.

Zunächst entwickelten sich aus Euparkeria noch in der oberen Trias, also vor rund 200 Millionen Jahren, zwei neue Reptil-Gattungen: Ornithosuchus und Coelophysis. Der Ornithosuchus wurde der Vorfahr einiger fleischfressender Dinosaurier, darunter des im Jura lebenden Megalosaurus.

Vorfahr der übrigen fleischfressenden Riesenechsen in Jura und Kreide ist der andere Euparkeria-Nachfahre Coelopysis. Mit etwa 23 kg wog er nur knapp die Hälfte des zwar gleich großen, aber wesentlich plumperen Ornithosuchus. Coelophysis war schlanker und schneller, auf dem Hals saß ein kleiner Kopf.

Die von Ornithosuchus abstammenden Dinosaurier nennt man Carnosaurier oder Raubtierzahnsaurier, die Abkömmlinge von Coelophysis sind die Coelurosaurier oder Hohlknochensaurier.

 

 

                            Chirotherium = "Handtier"

 

 

 

Im nordamerikanischen und europäischen Gestein aus der Trias fand man im frühen 19. Jhd. - von Dinosauriern wußte man damals noch nichts - zahlreiche versteinerte Spuren eines unbekannten Tieres. Weil die Spuren wie der Abdruck einer menschlichen Hand aussahen, nannte man es Chirotherium (griech. = Handtier ). Nach genauster Analyse der Fährten wagte man sich an die Rekonstruktion des Tieres, von dem keinerlei Knochenreste bekannt waren.

Vor kurzem nun entdeckte man in den Tessiner Alpen ( Schweiz ) das völlig erhaltene Skelett eines Tieres, das mit dem aus den Spuren rekonstruierten Chirotherium nahezu völlig übereinstimmte. Das 2 bis 3 m lange Tier wurde Ticinosuchus genannt. T. mußte also mit Chirotherium identisch oder wenigsten eng verwandt sein.

Viele inzwischen gefundene weitere Fossilien belegen einwandfrei: Chirotherium bzw. Ticinosuchus, beide selber noch keine Dinosaurier, sind die Vorfahren einer neuen Untergruppe von Dinosauriern, aus denen später die größten bekannten Landtiere aller Zeiten hervorgingen - die pflanzenfressenden Sauropoden oder Elefantenfußsaurier. Sie wurden bis zu 30 m lang.

 

 

                              Erste fliegende Reptilien

 

 

Noch eine große und folgenschwere Änderung vollzog sich in der Trias: Die ersten Reptilien lernten fliegen. Die Gleitechsen oder Kuehneosaurier hatten lange Hohlrippen mit seilichen Fortsätzen, über die sich eine Hautmembran spannte. Mit ihnen segelten sie wie an einem Fallschirm schräg von Baumwipfeln hinab. Auch Longisquama insignis (Bemerkenswerte Langschuppe) und Podopteryx mirabilis (Wunderbarer Fußflügel) waren noch keine echten Flieger, aber sie konnten immerhin schon aus eigener Kraft Kurven fliegen, also ihre Flugrichtung aktiv beeinflussen.

Longisquama hatte auf dem Rücken eine Reihe enormer Schuppen, die das Tier wie ein Fallschirm ausbreiten konnte. Wenn es vor einem Fleischfresser auf einen Baum geflüchtet war, konnte es sich - im Gegensatz zu Kuehneosauriern - seinen Landeplatz nach Belieben aussuchen. Aus diesen Schuppen haben sich wahrscheinlich die Federn heutiger Vögel entwickelt. Podopteryx hatte statt der Schuppen eine elastische Flughaut, die sich zwischen Schwanz und Hinterbein spannte.

 

 

                                 Beherrscher des Jura

 

 

 

Die beiden folgenden geologischen Systeme, Jura und Kreide, dauerten zusammen etwa 130 Millioenen Jahre. Im Jura (so genannt nach dem aus vorwiegend dieser Zeit entstammenden Sedimenten aufgebauten Schweizer Jura) wurden große Teile Mitteleuropas wieder vom Meer überflutet und mit dicken Lagen Ton, Sand und Kalk zugedeckt. In diesen Schichten findet man große Mengen von Fossilien, vor allem Ammoniten und Belemniten ( Tintenfische ) außerdem noch Muscheln, Schnecken, Brachiopoden, Krebse, Seelilien, Korallen, Schwämme und mikroskopisch kleine Organismen. Die beherrschenden Tiere dieses und des folgenden Systems, der Kreide, waren aber die Dinosaurier - zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Aus den bescheidenen Anfängen der Trias hatten sich diese Reptilien zu solchen Riesenformen wie dem Pflanzenfresser Brachiosaurus ( Armechse ) entwickelt, einem 30 m langen Ungetüm, das etwa 100 t wog.

 

 

                         Keine Fossilien von Primaten

 

 

 

Von unseren allerersten Vorfahren gibt es so gut wie keine Fossilien. Denn die Primaten lebten in Wäldern, und dort gibt es nur geringe Chancen der Fossilisation. Zwar starben während des Tertiärs viele Gattungen der Säugetiere aus, aber ihre Zahl insgesamt nahm zu, so daß sie schließlich die Beherrscher der Erde waren.

Nach dem Verschwinden der Flugsaurier konnten sich die Vögel ungehindert ausbreiten. Argentinische Wissenschaftler fanden im Herbst 1980 bei Buenos Aires die Reste des größten Vogels der Welt. Das bisher namenlose Tier lebte vor etwa 5 bis 8 Millionen Jahren und hatte eine Flügelspannweite von 8 m. Damit ist es etwa so groß wie ein modernes Jagdflugzeug.

Die tertiäre Flora ähnelte schon sehr der heutigen Pflanzenwelt. Es gab Magnolien, Wasserlilien und Palmen, Sumpfzypressen und Kiefern. Ein großer Teil unserer Braunkohle stammt aus jener Zeit. Auch in den Meeren lebten bereits viele der heutigen Wasserbewohner: Fische, Muscheln, Schnecken, Krabben, Seesterne und Tintenfische, neben den Knochenfischen erschienen auch Wale, Seekühe und Robben. Die Ammoniten und Belemniten sind verschwunden.

 

 

                          Die Vorfahren der Elefanten

 

 

 

Das obere Tertiär war die große Zeit der Mastodonten. Bei diesen entfernten Verwandten des Moeritherium hatte sich der Rüssel entwickelt. Mastodonten waren große, massige Tiere mit Stoßzähnen an Ober- und Unterkiefer, die sich bei einigen Arten zu Schaufeln ausbildeten. Mit diesen wühlten die Mastodonten im Erdreich nach Nahrung. Sie waren die direkten Verwandten unserer heutigen Elefanten.

 

 

                          Eiszeiten im Pleistozän

 

 

 

Im Pleistozän gab es auf der nördlichen Halbkugel vier Eiszeiten und drei dazwischenliegende Warmzeiten. Viermal schoben sich bis 3 000 m dicke Eisschichten wie Wellen über das mitteleuropäische Festland und schmolzen dann wieder ab. Zur Zeit leben wir in der vierten Warmzeit, und niemand kann mit Gewißheit sagen, ob und wann eine fünfte Eiszeit wieder das Leben bedroht.

Die Leitfossilien der Eiszeiten sind Mammut, Wollnashorn und Rentier. Von keinem der anderen ausgestorbenen Tiere weiß man wohl so viel wie vom Mammut. Der Grund: Viele Tiere sind im sibierischen Eis eingefroren und wie in einer Tiefkühltruhe über Jahrmillionen konserviert.

Einige Mammuts sind so schnell eingefroren, daß man sogar ihre Haarfarbe und auf Grund der Nahrungsreste in ihren Mägen auch noch die Jahreszeit bestimmen konnte, in der sie gestorben sind. Das Wollnashorn - auch von ihm fand man versteinerte Fossilien - trug ein langes vorderes und kürzeres hinteres Horn auf dem Nasenbein. Sein dichtes Fell schützte das Tier vor der Kälte. Leitfossilien aus den Warmzeiten sind der Waldelefant, der wie auch das Mammut mit dem indischen Elefanten verwandt ist, das Merck´sche Nashorn, der Ur- und der Damhirsch.

 

 

                  Fossilien vom Australopithecus

 

 

 

Im jüngsten Tertiär Afrikas tauchte dann Australopithecus ( südlicher Affenmensch ) auf, der - wie vollständige Skelettfunde beweisen - bereits auf zwei Beinen gehen konnte. Die Fossilien beweisen, daß die Menschwerdung nicht mit der Gehirnentwicklung, sondern mit dem aufrechten Gang eingeleitet wurde, der die vorderen Gliedmaßen von ihrer ursprünglichen Aufgabe, der Fortbewegung, freistellte. Australopithecus starb vor etwa 500 000 Jahren aus.

 

 

                      Bezeichnung "Lebendes Fossil"

 

 

 

Der berühmte englische Naturforscher und Begründer der Abstammungslehre, Charles Darwin  (1809 - 1882), gilt als der Erfinder der Bezeichnung " lebendes Fossil "  für altertümliche, aber noch heute vorkommende Lebewesen. Er verwendete diese Bezeichnung zum ersten Mal für den chinesischen Tempelbaum Gingko biloba, einen Nacktsamer, von dem man Fossilien bereits aus dem Devon und dem späteren Mesozoikum gefunden hat.

Vor allem während der Kreidezeit war Gingko fast über die ganze Erde verbreitet, heute findet man ihn als wilden Baum dagegen nur noch in Ostchina, als Zierbaum wird er in vielen Parks und Gärten angepflanzt. Am besten kann man den Begriff  "  lebendes Fossil "  wohl als Lebewesen definieren, das

 

 

- nur noch in wenigen begrenzten Gebieten gefunden wird

- verschiedene altertümliche Merkmale aufweist

- ein relativ hohes erdgeschichtliches Alter hat

- dessen fossile Verwandte einst weit verbreitet waren

 

Es war eine wissenschaftliche Sensation ersten Ranges, als im Jahr 1938 einem Fischer vor der südafrikanischen Küste ein Quastenflosser in Netz ging. Bis dahin glaubten alle Paläontologen, daß diese Ordnung der Knochenfische, denen als Stammform der Landwirbeltiere besondere Bedeutung zukommt, seit rund 60 Millionen Jahren ausgestorben sei. Seit dem Devon waren die Quastenflosser weit verbreitet. Ursprünglich Süßwasserbewohner, besiedelte ein Stamm von ihnen auch die salzhaltigen Meere. Aus den marinen Quastenflossern ging schließlich die heutige Art Latimeria chalumnae hervor. Sie hat sich, wie viele Fossilienfunde aus der Permzeit und späteren Systemen beweisen, ihren Vorfahren gegenüber kaum verändert.

 

 

                            Wo gibt es lebende Fossilien

 

 

 

Lebende Fossilien findet man häufig auf Inseln oder Inselkontinenten, in der Tiefsee, im Grundwasser, in Seen oder tropischen Urwäldern, also in geographisch oder ökologisch isolierten Gebieten, in denen Feinde oder Konkurrenten weitgehend fehlen. In diesen Gebieten sind die Überlebenschancen größer als etwa in Flachmeeren oder in der offenen Landschaft; außerdem entfällt hier bei relativ stabiler Umwelt der Zwang, sich immer wieder neuen klimatischen und ökologischen Bedingungen anzupassen.

Zu den " lebenden Fossilien "  gehören Beuteltiere, das Schnabeltier, der Ameisenigel, Tuatara oder Brückenechse, Schlangen, der Quastenflosser (Latimeria), Neoceratodus (Fischart), Schildkröten und Krokodile.

 

 

                        Urmenschen und Fossilien

 

 

 

Schon vor über 10 000 Jahren haben Fossilien das besondere Interesse der Menschen erregt. Funde aus der jüngeren Altsteinzeit beweisen, daß unsere damaligen Vorfahren neben Knochen und Fellen zeitgenössischer Tiere auch zufällig gefundene Fossilien zu Schmuck verarbeiteten. So fand man z.B. fossile Schnecken, Muscheln, Ammoniten und Haifischzähne, durch die unsere Urahnen Löcher gebohrt hatten - wahrscheinlich, um sie als Schmuckstücke an einer Halskette zu tragen.

Aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit fanden Paläontologen Fossilien, die Verstorbenen als Schmuck mit in das Grab gelegt worden waren. Erst im Alten Griechenland begann man sich über Herkunft und Entstehung der Fossilien Gedanken zu machen - allerdings meist völlig falsche. Zwar war schon der griechische Naturphilosoph Empedokles von Agrigent (492 - 402 v.Chr.) fast auf dem richtigen Weg, als er eiszeitliche, in Sizilien gefundene Elefantenknochen als Überreste von "Riesenmenschen" klassifizierte; und auch mehrere andere griechische und ägyptische Gelehrte hielten Fossilien für die Reste verstorbener Lebewesen. Aber niemand nahm ihre Ansichten ernst.

Noch hundert Jahre später war der große Aristoteles überzeugt, daß alle Versteinerungen im Rahmen der von ihm angenommenen " Urzeugung " , einer spontanen Erschaffung der Welt, gleich mit entstanden waren. Und der römische Schriftsteller Plinius der Ältere ( 24 - 79 n. Chr.) hielt fossile Haifischzähne für Gesteinszungen, also zufällige Spielereien der Natur.

 

 

                Ursprung und Bedeutung von Fossilien

 

 

 

Das Universalgenie Leonardo da Vinci (1452 - 1519) erkannte die von Plinius beschriebenen Fossilien richtig als versteinerte Haifischzähne - aber auch er drang mit seinen Behauptungen nicht durch. Selbst so hervorragende Gelehrte wie der Deutsche Georg Bauer, genannt "Agricola" (1494 - 1555), der Begründer der Mineralogie und " Erfinder " des Wortes "Fossilien", und sein zeitgenössischer Kollege Conrad Gesner betrachteten die Versteinerungen als "verhärtetes Wassergemenge" oder schlicht als " Naturspiels".

Wie unsicher die Gelehrten noch viel später in ihren Urteilen waren, zeigt das Beispiel des Professors Johann Beringer, Leibarzt des Fürstbischofs von Würzburg: Sein großes Tafelwerk "Lithographia Wirceburgensis" aus dem Jahr 1726 erhält neben vielen echten Fossilien auch zahlreiche, von boshaften Kollegen zugespielte Fälschungen von Tier- und Pflanzenfossilien, die Beringer ebenfalls für " Naturspiele "  hielt. Diese Fälschungen gingen als " Beringersche Lügensteine " in die Geschichte der Wissenschaft ein. Und nur wenige Jahre vorher hatte noch der berühmte Züricher Naturforscher und Arzt Johannn Jakob Scheuchzer (1672 - 1733) das Skelett eines Riesensalamanders aus dem Tertiär als das versteinerte Skelett eines in der Sintflut ertrunkenen " armen Sünders " gedeutet. Schon vorher hatte er einen Ichthyosaurierwirbel als versteinerten Menschnwirbel klassifiziert.

In der Mitte des 17. Jhd. lebte in Kopenhagen der Arzt und Naturfroscher Niels Stensen. Da er wie alle damaligen Wissenschaftler seine Bücher in lateinischer Sprache schrieb, wurde er unter seinem lateinischen Namen Nicolaus Steno bekannt. Nach dem Studium in Holland und Frankreich wurde er an den Hof des toskanischen Großherzogs Ferdinand II. nach Florenz geladen. Florenz war damals ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst und Wissenschaft. Obwohl Steno vorwiegend Anatom war, interessierte er sich doch lebhaft für einige Fossilien, die er in der fürstlichen Sammlung fand. Darunter gab es einige der schon von Plinius als Glossopetrae (Gesteinszungen) gedeutete Fossilien.

Wie auch einige seiner Kollegen stellte Steno verblüfft eine deutliche Ähnlichkeit zwischen diesen Steinzungen und den Zähnen eines Haifisches fest. Er besorgte sich den Kadaver eines Hais und verglich dessen Zähne mit den Fossilien. Dabei stellte er fest, daß die " Gesteinszungen" trotz einiger Unterschiede ohne jeden Zweifel versteinerte Haifischzähne waren. Allgemein deutete er Fossilien richtig, als Überreste von Lebewesen, wobei er außer der Sintflut auch mehrmalige Überflutungen des Festlandes als Ursache für den Tod der Tiere annahm. 

Wenig später veröffentlichte der englische Physiker Robert Hooke ein Buch, in dem er aus fossilen Resten von Schildkröten und Ammoniten aus dem Jura Englands auf ein einst viel wärmeres Klima schloß. Damit wurde er der Begründer der Paläoklimatologie, der Wissenschaft von den Klimata der erdgeschichtlichen Vergangenheit. In demselben Buch erörterte er auch den damals völlig neuen Gedanken, daß die Fossilien vielleicht von Lebewesen stammen könnten, die inzwischen ausgestorben sind.

Mit diesen und einigen anderen Erkenntnissen war endlich die Voraussetzung für die wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung von Fossilien geschaffen. Im Jahr 1799 erstellte der britische Ingenieur William Smith die erste stratigraphische Tabelle ( Stratigraphie ist die Wissenschaft von der Aufeinanderfolge von Gesteinsarten der geologischen Formation). Dabei ging er davon aus, daß bestimmte Fossilien bestimmten geologischen Schichten oder Systemen eigentümlich sind. Sein Leitsatz lautet: " Jede Zeit hat ihre charakterischen Versteinerungen " . Für diese für die jeweiligen Schichten oder Systeme typischen Fossilien prägte der deutsche Geologe Leopold von Buch (1774 - 1852) die Bezeichnung " Leitfossilien " .

Nun folgte die Zeit, in der die einzelnen Systeme systematisch erfaßt und an Hand von Fossilien definiert wurden. Heute verdanken wir es der Arbeit von zahllosen Geologen und Paläontologen, daß wir uns mit Hilfe der Fossilien und der Systeme, in denen sie gefunden wurden, ein recht anschauliches Bild davon machen können, wie die Umwelt, in der wir leben, entstanden ist.

 

 

                        Versteinerter "Kuhtritt"

 

 

 

Während sich also die Wissenschaftler jahrtausendelang bemühten, den wahren Ursprung der Fossilien festzustellen, machten sich Laien die Sache wesentlich leichter. Für sie genügte die einfache Ähnlichkeit eines Fossils mit irgend einem anderen Gegenstand, dem Fund einen Namen - und damit auch einen angenommenen Ursprung - zu geben. Deutschlands verstreut findet man noch heute fossile Reste von Tintenfischen, die als " Donnerkeile " bezeichnet wurden. Der griechische Geograph Strabo ( 63 v. Chr. bis 20 n. Chr.) z.B. hielt einige aus den Steinen der Pyramiden in Gizeh herausgewitterten Großforaminiferen für versteinerte Nahrungsreste der Arbeiter, die die Pyramiden gebaut hatten. Die Gehäuse von jurassischen Ammoniten sind im Volksmund als " Schlangensteine " oder auch als " Goldschnecken "  bekannt.

 

 

                              Berühmte Fossilien Jäger

 

 

 

Die berühmtesten und berüchtigsten Fossiliensammler, die es je gab, waren zwei anerkannte Fachleute: Der Professor für Anatomie Edward Cope und der Professor der Paläontologie, der erste dieser Fachrichtung überhaupt, Othniel Marsh. Beide waren Amerikaner und beide waren so wohlhabend, daß sie es sich leisten konnten, ihren Lehrberuf fast völlig aufzugeben und nur noch ihrer Leidenschaft, der Jagd auf Fossilien, nachzugehen.

Als erster brach 1872 Cope auf. Er ging mit sieben Assistenten, einigen Wagen und einem Mauleselgespann nach Kansas (USA). Obwohl das Gebeit von feindlichen Indianern wimmelte, grub er, wo immer Aussicht bestand, etwas zu finden. Außerdem kaufte er auf, was ihm angeboten wurde. Bei Weißen und Indianern hatte es sich rumgesprochen, daß Fossilien gute Preise erzielten.

Inzwischen machte sich auch Marsh auf den Weg. Er befreundete  sich mit dem Sioux-Häuptling " Rote Wolke " , der dem US-General Custer kurz zuvor eine verheerende Niederlage beigebracht hatte (siehe Bericht: Völkerkunde/Indianer). Marsh suchte und kaufte Fossilien mit viel Erfolg in Süddakota, Wyoming und Nebraska. Alle Konkurrenten hielt er mit einem einfachen Trick zurück: Wenn eine Expedition erschien, bot er den Mitarbeitern des Expeditionsleiters mehr Geld als dieser.

So begann der berühmte " Knochenkrieg " zwischen Cope und Marsh. Immer, wenn Marsh Copes Leuten mehr Geld anbot, erhöhte auch Cope seine Zahlungen und die Leute blieben. Die Löhne stiegen bei beiden Expeditionen allmählich ins Astronomische, und alle Einwohner der fraglichen Gebiete gingen auf Fossiliensuche und machten ihre Geschäfe mit Cope und Marsh.

 

 

                              Der Knochenkrieg

 

 

 

Endlich ging Cope vor Gericht: Marsh, so behauptete er, habe seine - Copes - Leute angestiftet, alle bereits von ihm erfaßten Fossilien zu vernichten. Marsh antwortete mit Artikeln in Zeitungen und in der Fachliteratur, in denen er Cope zahllose Fehler bei der Suche und der Definition von Fossilien aller Art vorwarf. Cope schlug zurück, indem er behauptete, Marsh sei gar kein Wissenschaftler, sondern nur ein sehr reicher Mann, der andere für sich Fossilien sammeln lasse.

Der  " Knochenkrieg "  gipfelte schließlich in einer Artikelserie in der großen US-Tageszeitung " New York Herald Tribune" , in der Cope seinen ewigen Widersacher Korruption, Vetternwirtschaft und anderes vorwarf. Damit allerdings hatte er seiner Wissenschaft einen schlechten Dienst erwiesen. Nun befahl die Regierung in Washington eine große Untersuchung der ganzen Affäre. Sie endete damit, daß der Kongreß mit einem Gesetz die " Verschwendung" öffentlicher Gelder für Fossiliensammlungen verbot - ein schwerer Rückschlag für die Paläontologie.

Der " Knochenkrieg "  hatte aber auch seine guten Seiten: Immerhin gelang es den beiden Konkurrenten, über 130 Dinosaurierarten zu finden, darunter Brontosaurus, Diplodocus und Hadrosaurus; und Marshs schwerreicher Onkel George Peabody baute, um seinen Neffen zu unterstützen, das Peabody Museum of Natural History an der Yale-Universität in New Haven (USA), in dem viele der von Marsh gefundenen Fossilien ausgestellt sind. Die beiden Kampfhähne starben um die Jahrhundertwende - unversöhnt.

 

 

                               Ausgrabung eines Fossils

 

 

 

In ihrer Anfangszeit glich die Fossilienforschung mancherorts eher der Goldgräberei als wissenschaftlicher Arbeit. Als im Jahr 1911 ein kleines Mädchen in den Klippen Südenglands das erste Skelett eines Ichthyosauriers entdeckte, ließ ein Zoologe die Knochen mit Hacken und Spaten ausgraben. Dabei gingen natürlich viele wertvolle Einzelheiten verloren. Die heutigen Wissenschaftler dagegen gehen nur mit äußerster Vorsicht ans Werk. Dabei arbeiten sie mit den modernsten Geräten - vom Bulldozer bis zum winzigen Bohrer, immer nach dem Wahlspruch der Geologen: Mit Verstand und Hammer.

Bei der Suche nach Fossilien stellt der Paläontologe zunächst fest, ob es in der Schicht, die er untersucht, überhaupt vorweltliche Tiere geben kann - und welche. Die Grabungen müssen also lange und sorgfältig vorbereitet werden. Wenn die Grabung beginnt, schaufeln die Fossiliensucher nicht einfach drauflos; jedes Bröckchen Erde wird sorgfältig auf seinen Inhalt hin untersucht.

Das, was sie suchen, sieht manchmal auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Felsstück oder ein Klumpen Erde aus. Erst das geschulte Auge vermag zu unterscheiden, was Stein und was Fossil ist. Fossilien verraten sich meist nicht durch ihre Form, sondern nur durch ihre Struktur. Das Äußere eines unbearbeiteten Fossils ist meist glänzend oder schwammig.

Ein gefundenes Fossil muß zunächst freigelegt werden. Vorher wird es von allen Seiten fotografiert, auf Karten trägt der Paläontologe den genauen Fundort und die Anordnung des Gesteins daneben ein. Daraus kann der Wissenschaftler später Rückschlüsse auf die Umwelt und die Lebensgewohnheiten des Tieres oder der Pflanzen ziehen.

Nun werden die Fundstücke mit Hacke, Meißel und dann schließlich mit einem kleinen Handmeißel, einer Drahtbürste oder einem Zahnarztbohrer vorsichtig von anhaftenden Steinstücken befreit. Von dem freigelegten Fossil wird ein Abguß angefertigt, damit die ursprüngliche Form des Stückes auch dann erhalten bleibt, wenn es bei der weiteren Bearbeitung zerbrechen sollte. Gegen Beschädigungen während des Transports wickelt man größere Fossilien in nasses Papier und bandagiert sie mit gipsgetränkten Stoffstreifen. In einer Kiste, die wiederum zum Schutz vor Schlag und Druck mit Gips ausgegossen wird, wird der Fund in das Laboratorium transportiert.

Dort beginnen andere Paläontologen, das Fossil zur Aufstellung in einem Museum vorzubereiten. In der Werkstatt werden abgeplatzte Splitter und andere Teilchen sorgfältig wieder dorthin geklebt, wo sie hingehören. Dann werden die Knochen so zusammengesetzt wie sie einst bei dem lebenden Tier miteinander verbunden gewesen waren, und schließlich wird das ganze Skelett in naturgetreuer Haltung aufgebaut - oder zumindest in der Haltung, die die Wissenschaftler für naturgetreu halten.

Bei kleineren Tieren werden einige möglichst unsichtbare dünne Drähte oder Fäden angebracht, bei größeren dagegen, wie Z.B. bei Dinosauriern, werden die schweren, aber zerbrechlichen Knochen von einem stabilen Gerüst zusammengehalten. Heute benutzt man dazu kräftige, aber sehr dünne und fast unsichtbare Kunststoffäden. Wenn möglich, werden neben dem rekonstruierten Tier auch Fußabdrücke, mumifizierte Hautteile, Eier oder andere Dinge aus seiner unmittelbaren Umgebung ausgestellt.

Abgüsse der Funde werden verkauft oder gegen andere Funde getauscht. So kann das gleiche Fossil - im Original oder als naturgetreues Modell - an mehreren Stellen der Welt besichtigt werden.

Noch während an einem Fundort gegraben wird, beginnn die Wissenschaftler, die Funde und die Fundstelle genau zu untersuchen und einzuordnen. Ihre Erkenntnisse tauschen sie später mit anderen Wissenschaftlern aus. Vor allem neue Funde werden genau untersucht und mit noch lebenden Tieren verglichen. So können die Paläontologen feststellen, welchem Zweck die einzelnen Knochen dienten; daraus können sie wiederum auf die Lebensweise des Tieres schlißen.

Aus der Anordnung der Fußknochen z. B. und dem Vergleich mit den Fußknochen lebender Tiere kann man erkennen, ob das Tier hüpfte oder kroch und ob es sich auf zwei oder auf vier Beinen fortbewegte. So entstand im Lauf der Jahrhunderte aus der mühevollen Arbeit der Paläontologen ein Bild der prähistorischen Welt. Alles, war wir heute von dieser Welt wissen, verdanken wir der detektivarbeit der Paläontologen und der Geologen. Noch sind viele Fragen aus der Vorzeit umbeantwortet. Künftige Forscher werden eines Tages vielleicht auch diese Fragen klären können.

 

- ENDE -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                           

 

                

 

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