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Sternbilder und Sternzeichen

Copyright liegt bei cat7211 , deshalb keine Verlinkung oder Kopie, Quelle: Was-ist-Was-Buch 99

                                                           

 

 

 

Was sind Sterne

Was ist ein Sternbild

Haben alle Sterne Namen

Verändern sich die Sternbilder/Sternbilder bei Nacht

Wie entstehen die Jahreszeiten

Was ist die Ekliptik

Was ist der Frühlingspunkt

Was ist ein Sternzeichen/Tierkreiszeichen

Der Sternenhimmel

Was ist das Sommerdreieck

Wie kam Herkules an den Himmel

Wie kam die Milchstraße zu ihrem Namen

Wer war Andromeda

Was versteht man unter Astrologie

Bestimmen  Sternzeichen den Charakter

Was ist ein Horoskop

 

 

 

 

Was sind Sterne?

 

Blickt man in einer klaren, mondlosen Nacht zum Himmel, so kann man unter günstigen Bedingungen mit dem bloßen Auge etwa 2 400 Sterne sehen, durch die wie ein silbernes Band die Milchstraße verläuft. Sieht man einmal von den Planeten, den Geschwistern unserer Erde, ab, so sind alle diese Sterne ferne Sonnen. Man nennt sie auch Fixsterne. Das erste, was uns bei flüchtiger Betrachtung dieser Lichtpunkte am Himmel auffällt, ist ihre unterschiedliche Helligkeit.

Schon der griechische Astronom Hipparch  (190 - 125 v. Chr.) teilte die mit bloßem Auge sichtbaren Sterne in 6 sogenannte Größenklassen ein. Die Sterne erster Größe waren die hellsten, die der sechsten Größenklasse waren gerade noch zu sehen. In unserem wissenschaftlichen Zeitalter sind die Helligkeitsklassen ganz exakt definiert. Ein Stern 1. Größe ist genau 2,512mal heller als ein Stern 2. Größe. Es gibt auch Gestirne der 7., 8. oder auch 18. Größenklasse, die man nur mit optischen Instrumenten sehen kann. Ganz helle Himmelskörper haben die Helligkeit 0 oder negativen Werte. Der Planet Venus zum Beispiel um -4,5, der Vollmond -12,55 und die Sonne -26,7.

Die Fixsterne sind unvorstellbar weit entfernt. Man mißt ihre Abstände von der Erde gewöhnlich in Lichtjahren. Ein Lichjahr ist die Strecke, die das Licht mit seiner Gechwindigkeit von 300 000 km/s in einem Jahr zurücklegt. Das sind etwa 9,46 Billionen Kilometer. Der nächste Fixstern, Proxima Centauri, ist 4,3 Lichtjahre, der Mond nur etwa 1,3 Lichtsekunden entfernt. Unsere schnellsten Raumsonden wären zu Proxima Centauri rund 70 000 Jahre unterwegs.

Es gibt Sterne, die viel größer oder kleiner und in Wirklichkeit viel heller oder lichtschwächer als unsere Sonne sind. Sie erscheinen uns um so heller, je näher und leuchtkräftiger sie sind. Ein naher kleiner Stern der 1. "Größe" kann also in Wirklichkeit viel schwächer strahlen als ein sehr ferner Riesenstern der 3. Größe.

Beobachtet man mit Fernrohren, so geht die Zahl der Fixsterne schnell ins Hunderttausende. Unsere Galaxie, das Milchstraßensystem, besitzt rund 200 Milliarden davon, und wir kennen Milliarden von Galaxien.

 

 

Was ist ein Sternbild?

Die Nachbarsonnen sind so weit entfernt, daß ein Menschenleben nicht ausreicht, mit bloßem Auge ihre Bewegungen untereinander zu beobachten. Sie scheinen an der Himmelskugel festgemacht oder fixiert zu sein und werden deshalb im Gegensatz zu den wandernden Planeten "Fixsterne" genannt. Sie bilden immer dieselben Figuren und Muster, die Sternbilder.

Auch zur Zeit der alten Ägypter, Babylonier und Griechen sahen diese Sternbilder nicht viel anders aus. Sie wurden von unseren Vorfahren schon vor Jahrtausenden aufmerksam beobachtet und nach Göttern, Helden oder Tieren benannt. Viele Sternbilder wie Skorpion oder Löwe lassen erkennen, warum man sie so genannt hat, bei anderen ist kaum ein Zusammenhang zwischen Form und Namen auszumachen.

Wir kennen heute 88 Sternbilder. Einige von ihnen waren schon 5000 v. Chr. an den Ufern von Euphrat und Tigris bekannt, andere kamen im alten Griechenland dazu. Die älteste einigermaßen vollkommende Beschreibung des Sternengewölbes, die wir besitzen, geht etwa auf das Jahr 2000 v. Chr. zurück. Damals hatten schon 43 Sternbilder die heute bekannte Form.

Die Chinesen, Indianer, Ägypter oder Südseevölker faßten die Sterne zu ganz anderen Figuren als wir zusammen. Sie hatten ja ganz verschiedene Götter und Sagen, die sich in ihren Sternen widerspiegelten. Die im wesentlichen auf das alte Griechenland zurückgehenden 88 international anerkannten Sternbilder könnten also auch ganz anders heißen. Jedes Sternbild hat bei uns einen deutschen und einen lateinischen Namen sowie eine genau festgelegte Abkürzung. So heißt der Schütze lateinisch Sagittarius und trägt die Abkürzung "Sgr" .

 

 

Haben alle Sterne Namen?

 

 

Jeder kennt im Raumfahrtzeitalter die Namen der Planeten wie Mars, Venus oder Jupiter. Sie wurden nach römischen Gottheiten benannt. Auch die hellsten Fixsterne haben Namen. Die meisten sind arabischen Ursprungs, aber es gibt auch griechische und lateinische Sternnamen. Der linke Schulterstern des "Himmelsjägers" Orion heißt z.B. Beteigeuze. Dieser für uns merkwürdig klingende Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Schulter des Riesen" . Der rechte, etwas lichtschwächere Schulterstern heißt Bellatrix. Das ist das lateinische Wort für Kriegerin. Der hellste aller Fixsterne wird Sirius genannt. Dieser Name kommt aus dem Griechischen und bedeut "Der Strahlende" .

Nur die auffälligsten Sterne haben Eigennamen. Dazu kommt eine andere, viel umfassendere Methode, die Sterne zu bennenen. Man bedient sich dafür des griechischen Alphabets und bezeichnet den hellsten Stern eines Sternbildes mit dem ersten Buchstaben  (Alpha), den zweithellsten mit dem zweiten Buchstaben (Beta) usw.

Der hellste Stern des Großen Hundes Sirius heißt also auch Alpha im Großen Hund, der zweithellste Stern dieses Sternbildes, Murzim, bekommt den Buchstaben Beta. Bei einigen Sternbildern trägt aus historischen Gründen der lichtstärkste Stern nicht die Bezeichnung Alpha. Der hellste Stern im Orion, Rigel, hat z.B. den Buchstaben Beta erhalten. Natürlich hat jedes Sternbild viel mehr Sterne als es Buchstaben gibt. Die vielen lichtschwachen Sterne, die uns aber nicht weiter beschäftigen sollen, werden mit Nummern wie 27 oder 38 bezeichnet. Außerdem haben die Astronomen noch einige andere Methoden, Sterne zu benennen, die jedoch für unser Thema unwichtig sind.

 

 

Verändern sich Sternbilder/Sternbilder bei Nacht

                                             

 

 

 

Das bekannteste aller Sternbilder, der Große Wagen oder Große Bär sah vor 2 000 Jahren schon so wie heute aus. Nun sind die Fixsterne ja nicht, wie man früher annahm, an einer festen Himmelskugel fixiert, sondern sie bewegen sich in verschiedene Richtungen. Wegen ihrer großen Entfernung fällt jedoch in einem Menschenleben, ja selbst in einem Zeitraum von tausend Jahren, diese Eigenbewegung nicht auf. In hunderttausend Jahren jedoch würde man unsere vertrauten Sternbilder kaum mehr wiedererkennen, und auch für den Neandertaler sah der Große Wagen ganz anders aus als heute.

Manchmal geschieht es, daß ein vorher lichtschwacher Stern am Ende seines Lebens explodiert und wochenlang strahlend hell leuchtet. Ein solches Ereignis nennt man Supernovaausbruch. Auch helle Erdsatelliten können kurzfristig Unordnung in die Jahrtausende alte Ordnung der Sterne bringen

Unsere Erde dreht sich in knapp 24 Stunden um ihre Achse, die gedachte Linie zwischen Nord- und Südpol. Drehen wir uns von der Sonne weg, so geht sie, wie man sagt, für uns unter, und es wird Nacht. Man kann dann die Sterne sehen, aber gleichzeitig immer nur etwa 50 % aller Sternbilder, da ja nur die Hälfte der gesamten "Himmelskugel" über dem Horizont steht. Im Laufe der Nacht dreht sich die Erde von West nach Ost, so daß für uns immer neue Sterne im Osten aufgehen und andere im Westen untergehen. Alle 88 Sternbilder kann man jedoch nicht im Laufe einer Nacht beobachten. Einige von ihnen stehen in Richtung der Sonne und werden von dieser überstrahlt. Sie stehen, für uns unsichtbar, mit der Sonne zusammen am Tageshimmel. Dazu kommt, daß viele Sternbilder in Europa immer unter dem Horizont bleiben. Zu ihnen gehört das Kreuz des Südens.

 

 

Wie entstehen die Jahreszeiten?

 

 

Wie wir gesehen haben, dreht sich die Erde einmal täglich um ihre Achse. Außerdem umkreist unser Planet einmal im Jahr die Sonne. Die Erdachse steht nicht senkrecht auf der Erdbahnebene, sondern ist geneigt. Dadurch entstehen die Jahreszeiten. Im nördlichen Sommer ist die Nordhalbkugel, auf der Europa liegt, zur Sonne hingeneigt. Ein halbes Jahr später ist Winter. Die Nordhalbkugel wendet sich dann von der Sonne ab.

 

 

Was ist die Ekliptik?

 

 

Von der Erde aus gesehen, steht die Sonne jeden Tag in einer etwas anderen Richtung. Die Sternbilder, in deren Richtung sich gerade die Sonne befindet, sind nicht zu beobachten, sie stehen am hellen Tageshimmel. Dazu gehören z.B. Schütze und Steinbock. Dagegen kann man im Winter leicht die Zwillinge beobachten.

Im Laufe eines Jahres wandert die Sonne durch dreizehn Sternbilder. Sie heißen Widder, Stier, Zwilling, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schlangenträger, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Die scheinbare Bahn der Sonne durch diese Sternbilder nennt man Ekliptik. Meist wird aus historischen Gründen der Schlangenträger nicht erwähnt, so daß man von zwölf Ekliptiksternbildern spricht. Da sie meist nach Tieren benannt sind, heißen sie auch Tierkreissternbilder. Die Umgebung der Ekliptik nannt man Tierkreis.

 

 

Was ist ein Frühlingspunkt?

 

 

Die Ekliptik, also die scheinbare Sonnenbahn, ist wegen der schiefen Stellung der Erdachse gegen den Himmelsäquator geneigt. Es gibt zwei Schnittpunkte zwischen Himmelsäquator und Ekliptik, die man Frühlings- und Herbstpunkt nennt. Die Sonne scheint einmal pro Jahr um die Ekliptik herumzulaufen und steht zu Frühlingsanfang im Frühlingspunkt, zu Herbstanfang im Herbstpunkt.

Der Frühlinhgspunkt befindet sich im Sternbild Fische, Das war nicht immer so. Die Erdachse zeigt streng genommen nicht immer in dieselbe Richtung, sie vollzieht eine Taumelbewegung, die man Präzession nennt. Unser Planet verhält sich wie ein schräg stehender Kinderkreisel. Die Erdachse taumelt einmal in etwa 26 000 Jahren im Kreis herum und zeigt im Laufe der Zeit in verschiedene Richtungen, also auch zu verschiedenen Sternen. Unser heutiger Polarstern hat diese Rolle nicht immer gespielt. Die alten Ägypter hatten einen ganz anderen Polarstern als wir, im fernen Jahr 14 000 v. Chr. wird die helle Wega Polarstern sein.

Wie erwähnt, steht der Frühlingspunkt heute im Sternbild der Fische. Vor 2 500 Jahren dagegen war er mitten im Widder und heißt deshalb heute noch gelgentlich auch Widderpunkt. In etwa 600 Jahren wird der Frühlingspunkt im Wassermann, im Jahr 14 000 n. Chr. in der Jungfrau stehen.

 

 

Sternzeichen/Tierkreiszeichen

 

 

Noch heute nennt man das erste Zwölftel des Tierkreises ab Fühlingspunkt "Sternzeichen" oder "Tierkreiszeichen" Widder, obwohl dieses Gebiet - anders als vor etwa 2 500 Jahren - heute fast ganz in den Fischen liegt. Das von den Astrologen benutzte Sternzeichen Widder liegt also im Sternbild Fische, während vor rund 2 000 Jahren Sternzeichen und Sternbild Widder ungefähr übereinstimmten.

Das Zwölftel der Ekliptik, das sich an das Sternzeichen Widder anschließt, nennt man Sternzeichen Stier, obwohl es ungefähr mit dem Sternbild Widder zusammenfällt. Während die Ekliptiksternbilder verschiedene Größen haben, sind die Sternzeichen alle gleich lang, nämlich 30 Winkelgrade, was einem Zwölftel der 360 Grad langen Ekliptik entspricht.

Zu den nördlichen Ekliptiksternbildern zählen die Fische, der Widder, der Stier, die Zwillinge, der Krebs und der Löwe. Die südlichen Tierkreisbilder heißen Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock und Wassermann.

Wohl kaum ein Sternbild verdient seinen Namen mehr als der Skorpion. Leider ist er bei uns nie ganz zu sehen. Aber wenn man in südlichen Ländern Urlaub macht, glaubt man wirklich, zwischen der Waage und dem Schützen einen Skorpion am Himmel zu sehen. So ist es kein Wunder, daß der Skorpion zu den ältesten Sternbildern gehört und schon um 5000 v. Chr. unter diesem Namen bekannt war. Ein polynesisches Märchen erzählt, daß ein junger Mann mit dem Stachel (sie bringen ihn in Verbindung mit einem Angelhaken) einen riesigen Fisch fing. Als er ihn an Land ziehen wollte, stellte er fest, daß er ein großes Stück Land mit Bergen, Bäumen und bunten Vögeln an der Angel hatte. So entstand eine neue Insel und der Skorpion als Sternbild am Himmel.

Als der Frühlingspunkt vor 2 500 Jahren im Sternbild Widder stand, lief die Sonne in den Frühlingsmonaten durch die Tierkreisbilder Widder, Stier und Zwilling. Man sah in ihnen Symbole der Fruchtbarkeit, Kleidung und Nahrung. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, daß der Widder, das männliche Schaf, seit Jahrtausenden unter den Sternbildern zu finden ist. Was natürlich auch für die Rinder, und somit den Stier, gilt.

An den kalten Wintermonaten kann man leicht das Sternbild Zwilling ausmachen, dessen helle Hauptsterne Kastor und Pollux sogar in Großstädten auffallen. Sie sind nach Zwillingsbrüdern benannt. Pollux war der Sage nach unsterblich, Kastor dagegen hatte einen menschlichen Vater und zählte daher zu den Sterblichen.

Das unscheinbare Sternbild Krebs, das man wegen seiner lichtschwachen Sterne in der Stadt überhaupt nicht erkennt, erinnert an den großen griechischen Helden Herakles oder Herkules. Er hatte die Aufgabe, eine vierköpfige Wasserschlange zu töten. Für jeden Kopf den Herakles der Schlange abschlug, wuchsen zwei andere nach. Alle Tiere standen auf der Seite von Herakles nur nicht ein Krebs, den die Göttin Hera geschickt hatte, die den Herakles haßte. Obwohl der Kebs den Helden in die Ferse biß, konnte er schließlich die Wasserschlange besiegen. Der Krebs soll später von Hera zum Dank für seine Hilfe als Sternbild an den Himmel versetzt worden sein.

Der Löwe wurde schon im alten Ägypten verehrt, da zur Zeit der jährlichen Nilüberschwemmung die Sonne in das Sternbild trat. Auch an Herakles erinnert das Sternbild. Der Held hatte die Aufgabe, den Nemeischen Löwen zu töten. Er erwürgte den Löwen mit den bloßen Händen, dieser wurde vom höchsten Gott, Zeus, in eines der schönsten Tierkreissternbilder verwandelt, um uns für alle Zeiten an die Heldentaten des Herakles zu erinnern.

Die Jungfrau gehört zu den ältesten von Menschen beschriebenen Sternbildern. Fast alle Völker verehrten sie als Fruchtbarkeitsgöttin, das Sternbild Jungfrau erinnert auch an den Wechsel der Jahreszeiten. Der Hauptstern der Jungfrau, Spika, ist rund 280 Lichtjahre entfernt und leuchtet 2300mal stärker als unsere Sonne.

Immer wieder liest man, die Waage habe früher zum Skorpion gehört, und erst die alten Römer hätten sie als unabhängiges Sternbild eingeführt. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Das Sternbild geht auf das Jahr 2000 v. Chr. zurück. Im alten Babylon stellte die Waage eine Art Gerichtsverfahren dar, in der die Seelen der Toten gewogen wurden. Eine ähnliche Bedeutung hatte die Waage im alten Ägypten. Der hundeköpfige Gott Anubis soll die himmlische Waage benutzt haben, um die Seelen Verstorbener zu wiegen. Nur wenn die Seele leichter als eine Vogelfeder war, durfte der Tote in das Reich der Götter aufgenommen werden. Später verschwand die Waage merkwürdigerweise und wurde dem angrenzenden Skorpion zugeordnet, bis die alten Römer sie wieder als Waage der Göttin der Gerechtigkeit, Astaea, einführten.

Schon im alten Babylon gehörte der Schütze zu den Tierkreissternbildern. Er wurde als Bogenschütze dargestellt. Die alten Griechen sahen in diesem großen Sternbild den weisen Zentauren Chiron, den Lehrer vieler großer Helden. Die Zentauren, halb Mensch, halb Pferd, waren an sich wilde und grausame Gesellen, nur Chiron bildete die Ausnahme. Herakles verwundete ihn - unabsichtlich - schwer mit einem vergifteten Pfeil, und Chiron leidete höllisch. Um die Qualen zu beenden, verzichtete der Zentaure freiwillig auf das hohe Gut der Unsterblichkeit. Schließlich ließ Zeus ihn sterben und versetzte ihn als Sternbild an den Himmel.

Unsere Vorfahren im Mittelmeerraum und im Nahen Osten hatten ein Vorliebe für Fabelwesen, die aus Bestandteilen verschiedener wirklich vorkommender Lebewesen zusammengesetzt waren (z.B. Minotaurus, Zentauren). Noch merkwürdiger war der Ziegenfisch. Die alten Griechen glaubten, der Waldgott Pan habe sich bei einem Kampf in einen Fluß gestürzt, um seinen Feinden zu entkommen. Wie einige andere Götter wollte er zur Tarnung Fischgestalt annehemen. Da er zu spät ins Wasser sprang, verwandelte sich nur der untere Teil in einen Fischschwanz, der gehörnte Kopf wurde der einer Ziege. So entstand der Ziegenfisch, der später von Zeus an den Himmel versetzt wurde. Heute nennen wir den Ziegenfisch Steinbock, da der Sohn des Waldgottes Zeus im Kampf gegen dessen Vater als Steinbock zur Seite stand. Als Dank für seine Hilfe, verwandelte Zeus ihn später in ein Sternbild.

Der Wassermann gehört zu den ältesten Sternbildern. Er erinnert an die Sintflut. Nur zwei Menschen - das Paar Deukalion und Pyrrha - überlebten. Von Zeus erhielten sie den Auftrag Steine hinter sich zu werfen, aus denen neue Menschen entstanden. Deukalion soll später von den Göttern in das Sternbild Wassermann verwandelt worden sein.

Das Sternbild der Fische besitzt keinen hellen Sterne, so daß Großstadtbewohner es noch nie gesehen haben. Schon im alten Babylon stellten sie eine Mutter und ihren Sohn dar, die sich in zwei Fische verwandelt hatten. Später wurden diese Fische von den Göttern an den Himmel versetzt und durch ein breites Band miteinander verknüpft. Diese Verbindung gilt als Sinnbild der Mutterliebe.

 

 

Der Sternenhimmel

 

 

Eines der deutlichsten Wintersternbilder ist der Fuhrmann mit seinem hellen Hauptstern Kapella. Der Sage nach war der Fuhrmann der schlangenfüßige Erichthonios. Er wuchs bei Athene, der Göttin der Weisheit, auf. Sie legte das mißgebildete Kind ein einen Korb und übergab es zwei Priesterinnen. Diese durften den Korb nie öffnen, was sie aber aus Neugier doch taten. Sie sahen das mißgebildete Kind, ergriffen voller Panik die Flucht und stürzten sich von der Athener Akropolis in den Tod. Später wurde Erichthonios König von Athen und erfand den vierrädrigen Rennwagen, wofür ihn die Götter als Sternbild an den Himmel versetzten.

Blickt man Anfang April senkrecht nach oben, so sieht man an der höchsten Stelle des Himmels das bekannteste aller Sternbilder, den Großen Wagen oder Großen Bären. Unter dem Himmelswagen erkennt man den Löwen. Dem Tierkreissternbild Löwe schließt sich die Jungfrau im Südosten an, neben der man leicht den Raben und den Becher findet.

 

 

Was ist das Sommerdreieck?

 

 

Die hellen Sterne Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler bilden das sogenannte Sommerdreieck. Es kam zu seinem Namen, da man es besonders gut in den Sommermonaten beobachten kann. Schon seit mindestens 3 500 Jahren sieht man im Sternbild Adler einen Vogel. Die alten Griechen und Römer erkannten in ihm den Adler des Zeus oder Jupiter, der den Jüngling Ganymed entführte und hoch durch die Lüfte bis zum Olymp trug, wo die Götter wohnten. Dort angekommen, mußte Ganymed, nach dem übrigens auch ein Jupitermond heißt, dem Zeus als Mundschenk dienen.

 

 

Wieso kam Herkules an den Himmel?

 

 

Den großen Helden Herkules oder Herakles und einige seiner Taten wurden hier schon beschrieben. Wenn man all diese Heldentaten betrachtet, so ist das Sternbild Herkules eher bescheiden. Allerdings beherbergt es eines der schönsten Objekte des Himmels, den Kugelsternhaufen M 13.

Der Schlangenträger gehört streng genommen zu den Tierkreissternbildern. Die alten Griechen sahen in ihm Asklepios, den Gott der Heilkunst, der vom weisen Zentauren Chiron in die Geheimnisse der Medizin eingeweiht wurde. Asklepios oder Äskulap, wie wir ihn heute nennen, hielt sich eine Schlange, die bis zum heutigen Tage ein Symbol für die Medizin ist. Er konnte sogar Tote zum Leben erwecken. Als Orion vom Skorpion gestochen worden war, wollte Asklepios ihn vor dem sicheren Tod bewahren, was jedoch den Herrn der Unterwelt erzürnte. Um diesen zu besänftigen, erschlug schließlich Zeus den Asklepios mit einem Donnerkeil und versetzte ihn als Sternbild an den Himmel.

 

 

Wie kam die Milchstraße zu ihrem Namen?

 

 

Im Sommer und Herbst kann man gut die Milchstraße beobachten, die, wie wir heute wissen, aus unzähligen Sternen besteht. Natürlich fiel das silberne Sternenband auch vor Jahrtausenden unseren Vorfahren auf. Für viele alte Völker war es eine Straße, auf der die Verstorbenen ins Jenseits wandern, für andere eine Gottheit, die sich nachts schützend über die Menschheit beugte.

Natürlich hat auch Herakles etwas mit der Milchstraße zu tun. Im Auftrag des Zeus soll der Gott Hermes den neugeborenen Herakles der schlafenden Göttin Hera an die Brust gelegt haben. Dank der göttlichen Milch wurde der Knabe so stark wie kein anderer Sterblicher. Als Hera erwachte, riß sie den kleinen Herakles wütend von ihrer Brust, ihre Mulch spritzte weit über den Himmel und bildete die Milchstraße.

 

 

Wer war Andromeda?

 

 

Eine der schönsten Sternsagen ist wohl die von Kassiopeia und Andromeda. Der äthiopische König Kepheus und seine edle Gattin Kassiopeia hatten eine wunderschöne Tochter namens Andromeda. Eines schönen Tages beleidigte die Königin die Götter, indem sie behauptete, ihre Tochter sei schöner als die Nereiden, die Töchter des Meeresgottes Nereus. Sie beklagten sich bei Poseidon, dem Beherrscher der Meere, den wir heute meist Neptun nennen. Dieser sandte voller Zorn ein furchtbares Seeungeheuer nach Äthiopien, das heute als Sternbild Walfisch am Himmel steht.

Das Untier verwüstete das ganze Land. König Kepheus wandte sich an das Orakel und bekam eine furchtbare Auskunft. Die Bestie würde nur verschwinden, wenn er ihr seine einzige Tochter Andromeda ausliefern würde. Der König zögerte zunächst, aber das Ungeheuer wütete immer schlimmer. Schließlich ließ er die Prinzessin in Ketten legen und an einem Felsen im Meer befestigen.

Bald erschien das Ungeheuer und wollte Andromeda verschlingen, aber da kam gerade noch rechtzeitig der Held Perseus, der ebenfalls als Herbststernbild am Himmel steht. Perseus, der Flügelsandalen besaß und damit fliegen konnte, sah das arme, um Hilfe schreiende Mädchen und stürzte auf die Bestie, die er jedoch mit seinem Schwert nicht besiegen konnte. Zum Glück hatte der Held von einem anderen Abenteuer das Gorgonenhaupt bei sich - ein Kopf, dessen Anblick jeden sofort versteinern ließ.

Dieses Haupt hielt er dem Meeresungeheuer vors Gesicht, so daß es sofort in Stein verwandelt wurde. Perseus befreite die Prinzessin, die später seine Frau wurde.

 

 

Was versteht man unter Astrologie?

 

 

Im Gegensatz zu Astronomie, einer exakten Naturwissenschaft, versucht die Astrologie aus der Stellung der Gestirne irdische Vorgänge vorherzusagen. So soll das Zusammenspiel von Sternzeichen, Planeten, Sonne und Mond bei der Geburt eines Menschen Aussagen über seinen Charakter und seine Zukunft erlauben.

Vor Jahrtausenden betrachtete man die Gestirne als Götter oder Dämonen, die in das Geschen auf der Erde und das Schicksal der Könige, später auch der anderen Menschen, eingreifen sollten. So entstand ein Sternglaube, von dem noch heute viele Tempel und Phyramiden zeugen. Langsam bildete sich die Auffassung, daß bestimmte Stellungen der Gestirne zueinander mit ganz bestimmten Vorgängen auf der Erde zusammenhängen würden. Der rote Mars wurde zum Kriegsgott, die lieblich leuchtende Venus zur Liebesgöttin. Unter den Tierkreiszeichen galt der Widder als jähzornig, die Waage als ausgleichend.

Zunächst machten die Astrologen nur Aussagen für ein ganzes Land oder ein Königshaus, später erstellte man sogenannte Horoskope für einzelne Menschen. Maßgebend sollte dabei der Stand der Gestirne zum Zeitpunkt ihrer Geburt sein.

Die Astrologie erlebte in Europa zwischen den Jahren 1400 und 1650 eine große Blüte. Die modere Naturwissenschaft verdrängte dann aber sehr schnell den Sternglauben. Die Astrologie verlor immer mehr an Einfluß und vor allen Dingen ihre Universitätslehrstühle. In letzter Zeit allerdings hört man wieder viel von der Astrologie, viele Menschen lassen sich Horoskope erstellen oder lesen zumindest in der Illustrierten nach. Allerdings halten astrologische Voraussagen statistischen Untersuchungen nicht stand und sind, etwas unfreundlich ausgedrückt, mehr oder weniger Zufallstreffer.

 

 

Bestimmen Sternzeichen den Charakter?

 

 

Viele Menschen sind felsenfest davon überzeugt, daß es eine große Rolle spielt, ob die Sonne bei der Geburt im Sternzeichen Widder oder Wassermann stand. Natürlich spielt es eine gewisse Rolle, ob ein Mensch im Winter oder Sommer geboren, also "Steinbock" oder "Krebs" ist. Die Psychologen wissen, daß die ersten Eindrücke eines Kindes sehr wichtig für sein späteres Wesen sind. Im freundlichen Monat Juni sind die Eindrücke natürlich anders als im Dezenber oder Januar.

Aber genau so wichtig ist das elterliche Erbgut und das kann bei zwei Steinbock-Geborenen grundverschieden sein. Die ernsthaft arbeitenden Astrologen begnügen sich nicht mit dem Sonnenstand bei der Geburt, sondern stellen ihm ein Horoskop, bei dem viele andere Gestirnseinflüsse eine Rolle spielen sollen. Selbst Astrologen sehen also eine zu große Vereinfachung in der Aussage, daß alle "Wassermänner" oder "Schützen" in einer bestimmten Woche ein ähnliches Schicksal oder gar einen fast identischen Charakter haben sollen.

 

 

Was ist ein Horoskop?

 

 

Unter einem Horoskop versteht man normalerweise die Darstellung der Stände von Sonne, Mond und Planeten, sowie der Tierkreiszeichen zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen. Man teilt dazu den Himmel in 12 sogenannte Häuser ein. Das erste Haus beginnt dabei genau unter dem Osthorizont, ihm schließen sich die anderen 11 Häuser an. Haus 6 liegt genau unter dem westlichen Horizont, die Häuser 7 bis 12 sind über dem Horizont. (siehe Abbildung)

Die Häuser haben verschiedene Bedeutung: Haus 1 soll z.B. für den Charakter und die seelischen Anlagen, Haus 2 für materielle Güter, Haus 3 für die Beziehung zu Verwandten und Nachbarn und Haus 4 für Herkunft, Eltern und Tradition zuständig sein. Hier handelt es sich allerdings um eine grobe Zuordnung, und man findet von Fall zu Fall auch etwas andere und ausführlichere Beschreibungen.

Haus 5 ist für Glücksspiel und Vergnügen, Nummer 6 für die Gesundheit zuständig. Haus 7 ist wichtig für Ehe- und Geschäftspartner, Haus 8 für den Tod. Haus 9 steht für Auslandsreisen und Emigration, Haus 10 für den Beruf, Haus 11 für Freundschaften und Haus 12 für Feindschaften.

Für den Charakter des Menschen soll es nun wichtig sein, welche Tierkreiszeichen und Planeten sich zum Zeitpunkt seiner Geburt in welchem Haus befanden. Außerdem ist die Stellung von Sonne, Mond und Planeten zueinander, sowie die Position dieser Gestirne in den Tierkreiszeichen von Bedeutung. Eine große Rolle spielt auch der Aszendent. Das ist der Schnittpunkt zwischen Tierkreis und Osthorizont. Der Tierkreis wird in drei Kreuze zu je vier Sternzeichen geteilt. Das "kardinale Kreuz" besteht z.B. aus den Zeichen Widder, Krebs, Waage und Steinbock. Menschen, die bei diesen Sternzeichen den Aszendenten haben, sollen sehr aktiv und tatkräftig sein. Dann gibt es z.B. ein Kreuz mit den "veränderten Zeichen" Zwillinge, Jungfrau, Fische und Schütze. Sie stehen für Fügsamkeit und die Tendenz zum Nachgeben und Ausweichen.

Schließlich gibt es noch das "fixierte Kreuz" mit Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann. Es steht für Beständigkeit, Hartnäckigkeit und Widerstand. Früher glaubte man, daß es vier sogenannte Elemente gibt, nämlich Erde, Wasser, Feuer und Luft. Aus ihnen sollte die Welt aufgebaut sein. Sie sind damit gewissermaßen die Vorläufer unserer heutigen chemischen Elemente oder Elementarteilchen. Den vier Elementen werden nun auch Tierkreiszeichen zugeordnet, die an den Endpunkten von vier Dreiecken (griechisch "Trigon") liegen. So unterscheidet man die "Feuerzeichen" Widder, Löwe und Schütze (schöpferisches Trigon), die Luftzeichen Zwillinge, Waage und Wassermannn (ideelles Trigon) und die "Erdzeichen" Stier, Jugfrau und Steinbock (stoffliches Trigon). Schließlich gibt es noch das Gefühlstrigon mit den "Wasserzeichen" Krebs, Skorpion und Fische.

Die Planeten, zu denen man auch Sonne und Mond zählt, haben negative oder positive "Polarität" und wirkern besonders, wenn sie in bestimmten Sternzeichen stehen, die sie "regieren". So wirkt der Mond am stärksten, wenn er im Sternzeichen Krebs steht. Gegen die Aussagekraft von Horoskopen gibt es viele Einwände. Statistische Untersuchungen ergaben immer wieder, daß richtige Charakterbeschreibungen oder Zukunftsprognosen Zufallstreffer waren. Gute Beschreibungen eines neugeborenen Menschen wurden auch durch geschicktes Beobachten seiner Eltern und seines Umfeldes erzielt, wozu man jedoch keine Sternzeichen, sondern eher psychologische Kenntnisse benötigt.

Auch muß man sich fragen, warum gerade der Geburtstermin so wichtig sein soll. Der Mensch mit all seinen Anlagen lebt ja schon lange vorher im Mutterleib. Interessant ist auch die Tatsache, daß Sternbild und Sternzeichen nicht mehr übereinstimmen, das Sternzeichen Widder also in den Fischen liegt. (siehe Kapitel "Was ist ein Sternzeichen/Tierkreiszeichen?) Trotz dieser Einwände sind viele Menschen sterngläubig und lassen sich bei ihren Handlungen von astrologischen Vorhersagen leiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

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