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Nachrüstung einer Sitzheizung im Vectra C




IR-Bild der Sitzheizung
Infrarotaufnahme meiner SH-45 Sitzheizung bei 4 Grad Außentemperatur nach 2 Minuten


Belegter Stecker unter dem Sitz Hier beschreibe ich den Einbau einer Sitzheizung in einen Vectra C (GTS, MY2002) für Fahrer- und Beifahrersitz, bei dem keine Vorrüstung im Kabelbaum des Autos liegt, aber trotzdem die Original Schalter benutzt werden, die annähernd die selbe Funktion wie das Original hat - und natürlich keine Baumarktsitzheizungsmatte für auf dem Sitz nutzt. Wer den Kabelbaum schon liegen hat, sollte lieber die Heizmatten mit dem Original-Steuergerät nachrüsten - ist einfacher, aber teurer.

Ob man den Kabelbaum mit Vorrüstung im Auto verbaut hat, kann man am einfachsten feststellen, indem man die beiden oberen Blindkappen für Schalter in der Mittelkonsole raushebelt: Sind dort Stecker zu sehen, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Vorrüstung, sieht es aus wie auf den Fotos unten... dann seid Ihr hier richtig. Manchmal liegen dann trotzdem die Kabel vom REC und vom Fahrer/Beifahrerfussraum bis unter den Sitz - dazu einfach mal die Batterie abklemmen und den Sitzstecker unter dem Sitz abziehen (siehe unten).

Abschätzung der Kosten und des Zeitaufwandes für die Nachrüstung:
  • Waeco Magic Heat SH-45 für ca. €50,50. Das Set enthält schon die Heizmatten für beide Sitze. Manchmal bekommt man die SH-45 bei ebay auch schon für €35.
    Zur Not geht auch die 2-stufige MSH50, bei der dann nur die 2. Stufe angeschlossen werden braucht (mehr dazu unten).
  • Sitzheizungsschalter Vectra C vorne: Katalognummern 6240222 (Beifahrer) und 6240221 (Fahrer), zusammen gut €66 bei Opel, manchmal zusammen für rund €30 bei ebay zu bekommen.
    Wenn man die Teile -222 und -221 nicht bekommt, gibt es die Ersatztypen 6240242 (Beifahrer) und 6230243 (Fahrer) für zusammen ... €102! Das ist Fortschritt, oder? Die neuen Schalter haben keine Zahlen, sondern komische Schlängel und Punkte und einen neuen Markierungsstrich. Aha. Na, das ist doch €40 wert, oder? Am Innenleben hat sich nichts geändert.
  • Elektronik im Selbstbau, Kosten ca. €15 (Teile von Reichelt)
  • Littlefuse-Flachsicherungen 10A
  • Auto-Kabel mit 0,5mm2 und 2,5mm2
  • Zeitaufwand:
    10min Schalter umbauen
    1,5h Elektronik bauen
    1,5h Verkabelung REC-Mittelkonsole
    1h Verkabelung Schalter-Mittelkonsole
    2h    Heizmatten-Einbau in den ersten Sitz
    1h    Heizmatten-Einbau in den zweiten Sitz... :)
Summe: je nach Erfolg bei ebay und Co. €80 - 140 für beide Sitze + ein verregneter Tag in der Garage

Noch ein paar hilfreiche Links:
  • Ein Tread bei Motor-Talk, in dem es den Schaltplan zur Opel-Sitzheizung (und dem Innenleben der Schalter) und eine Erläuterungsseite dazu gibt.
  • Die Elektronik-Bastelseite von H.D.T. mit schöner Grundschaltung zum TL494 (Schaltplan 2 auf der Seite)
Projektstatus:
Status: Abgeschlossen und in Betrieb seit 3.9.2007
Letzte Änderung Technik: 01.09.2007
Letzte Änderung Webseite: 08.02.2008 (Tipp zur MSH50 hinzu)


Ach ja, der kleine Text wie immer: Die hier gemachten Angaben können Irrtümer, Fehler, fehlende und Falschaussagen beinhalten - und beziehen sich auf mein Auto mit EZ 01/2003 (Logbuch). Der Umbau ist nur Sachkundigen empfohlen, Garantien für Funktion und das Ausbleiben von Sach- und Personenschäden übernimmt der Autor nicht.

Hinweis:
Die hier vorgestellte Steuerung ist als elektronische Baugruppe nicht nach der EU-Richtlinie 2004/104/EG bzw. 72/245/EWG, geprüft oder freigegeben. Da diese Steuerung die entsprechenden Genehmigungsuntersuchungen nicht durchlaufen hat, führt u.a. der feste (d.h. ohne Werkzeug nicht wieder zu entfernende) Einbau zum Erlöschen der Typgenehmigung des Fahrzeuges! Außer zu Demonstrationszwecken auf privatem Gelände, das nicht der StVZO unterliegt, ist der Betrieb des Fahrzeuges damit nicht mehr erlaubt!
Das gilt übrigens für fast jede selbstgebaute Elektronik, die man fest ins Auto einbaut...!

Verwendete Marken- und Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Markeninhaber.

Bestandsaufnahme im Auto


Steckplatz für den Sitzheizungsschalter
Steckplatz für den Sitzheizungsschalter - ohne montierten Stecker
(darunter zum Vergleich der Diebstalwarnanlagen-Schacht mit bestücktem Stecker)


Anschlüsse unter dem Sitz
Anschlüsse unter dem Beifahrersitz, Blick von hinten: der Sitz hat keinen Stecker für die Sitzheizung, nur den Gurtstraffer-Stecker


Belegter Stecker unter dem Sitz
Sitzstecker: Die Pins 11-16 für die Sitzheizung sind fahrzeugseitig belegt, also liegt ein Teil des Kabelbaums


Rear Electrical Center
Hintere Elektronikzentrale (REC) hinter der linken Kofferraumverkleidung.


Im mittleren Stecker in der unteren Reihe XR1 (Body1) sind die Kontakte C3 und C6 die Stromversorgung für den Fahrer- bzw. Beifahrersitz. Damit sie Strom führen, müssen noch die Sicherungen 15 und 16 im REC-Sicherungskasten mit 10A bestückt werden.
Da aber die Stecker bei den Schaltern neben dem Radio nicht bestückt sind, liegt wohl nur ein Teil des Kabelbaums. Da ich nicht die gesamte Verkleidung incl. Armaturenbrett zerlegen wollte um herauszufinden, wo die Kabel denn noch liegen, habe ich mich entschlossen, alle Kabel selber durch Mittelkonsole und hintere Sitzreihe zu legen.

Die Elektronik

Fertig aufgebaute Elektronik von Andre
Elektronik fertig aufgebaut für beide Sitze - Foto von André

Die Steuerung

Ich habe mich gegen ein temperaturgeregeltes Konzept entschieden, denn ich denke, dass Sitz+Popo so träge sind, daß man die Temperatur auch über den Schalter von Hand regeln kann. Einen Übertemperaturschutz haben die Heizmatten eh eingebaut.
Die fehlende Temperaturregelung ist auch der einzige größere Unterschied zur Original-Steuerung, die darüber hinaus auch noch eine Belegt-Erkennung für den Beifahrersitz hat. Meine Nachrüstlösung hat das nicht, allerdings braucht sie es wegen dem eingebautem Übertemperaturschutz auch nicht wirklich.

Technische Daten der Steuerung im Überblick:
Betriebsspannungsbereich:  8 - 18V DC
Nenn-Laststrom:            4A
max. Eigenstrombedarf:     0,06A
Load-Dump:                 bis 50V im ausgeschalteten Zustand
Verpolschutz:              ja
Steuerwiderstand:          0-10 kOhm
Schaltfrequenz:            ca. 15Hz
Tastgrad:                  0 - 100%
Abmessungen Elektronik:    72x50x21mm


Die Steuerung entsteht
Testaufbau der Steuerung...


Kern der Schaltung ist das PWM-IC TL494, wie es auch in der sehr guten Anleitung von Kampfkeks verwendet wird, allerdings habe ich die Schaltung in einigen Punkten in Richtung Automotivetauglichkeit modifiziert - weiter unten ein paar Gedanken (u.a.) dazu, muss man aber nicht gelesen haben, um die Schaltung nachzubauen!

Kleiner Exkurs zum Thema "PWM": Der Trick bei der PulsWeitenModulation ist, dass ein Verbraucher (=unsere Sitzheizung) zum Einstellen der abgegebenen Leistung nicht einfach mit weniger oder mehr Strom versorgt wird (wie das z.B. beim Innenraumlüfter mit den Vorwiderständen gemacht wird), sondern dass der volle Strom andauernd ein- und ausgeschaltet wird. Zum Einstellen der Leistung variiert man nur die Länge der Zeiten, in denen der Strom fließt oder nicht: Bei voller Leistung ist die "An"-Zeit gegenüber der "Aus"-Zeit sehr lang, bei 50% Leistung sind "An"- und "Aus"-Zeit gleich lang, bei kleiner Leistung sind die "An"-Zeit gegenüber der "Aus"-Zeit sehr kurz. Klingt recht kompliziert, führt aber dazu, dass man wenig Verlustleistung erzeugt und den Schalttransistor meistens nicht groß kühlen muß - wogegen die Vorwiederstandslösung richtig heiß wird...

Schaltplan Steuerung
Schaltplan der Steuerung (Bild Klicken für PDF)

Stueckliste: (Bestellbezeichnungen für Reichelt)
IC1  TL494 DIL16 
     + Sockel 16polig
T1   BUZ11 im TO220-Ghäuse (alternativ IRFZ44N, siehe Text unten)
     + Schraube M3x7 + Mutter M3
D1   1N4004
(D2   LED Rot)
C1   Elko 100uF/16V (z.B. RAD 100/35)
C2   Elko 100uF/35V (z.B. RAD 100/35)
C3   Elko 1uF/16V (z.B. RAD 1/63)
C4   Kerko 100nF
R1   4k7, 1/4W Kohleschicht
R2   150k, 1/4W Kohleschicht
R3   100k, 1/4W Kohleschicht
R4   15k, 1/4W Kohleschicht
R5   1k5, 1/4W Kohleschicht
(R6   470R, 1/4W Kohleschicht)
RL   Sitzheizung
P    Poti im Sitzheizungsschalter

Schalteranschluss an der Elektronik:    Stiftleiste 3-polig PSS 254/3W, und der Stecker PSK 254/3W und PSK-Kontakte
Schalteranschluss am Schalter:          Stecker 5-polig PSK 254/5W und PSK-Kontakte                  
Heizmatten/Stromanschluss:              Floppystecker/Buchsen  SVS 5 / SVK 5 

Gehäuse                                 GEH KS 21 (72x50x21mm)
Lochrasterplatte                        am besten aus FR4, also z.B. UP 832EP 

Die obige Schaltung benötigt man pro Sitz einmal - ich habe sie zusammen auf einer Lochrasterplatte (hier die Tips dazu) aufgebaut, das kriegt man ganz gut hin - auch wenn der Platz ganz schön eng wird. Den Plan für den Aufbau auf der Lochrasterplatte kann man mit den Bauteilen von Reichelt 1:1 so verwenden, wenn man die Widerstände alle stehend einsetzt. Widerstand R6 und LED D2 in Klammern braucht man nicht unbedingt, vor allem da man dann bei der Verdrahtung die KL15 vom REC auch noch an die Leiterplatte anschliessen muss. Im Schaltplan ist das mit LEDs eingezeichnet, bei den Verkabelungsplänen ohne die LED.
Beide Schaltungen kann man dann in ein Gehäuse stecken, was man in der Mittelkonsole/Armauflage verschwinden lassen kann. Der MOSFET braucht keinen Kühlkörper - es reicht, wenn man ihn mit einer M3-Schraube an der Lochrasterplatte befestigt.

Die Anschlüsse für die Kabel zum Schalter bestehen aus einer direkt in die Lochrasterplatte gelöteten abgewinkelten dreipoligen Stiftleiste und dem passenden Gegenstück, für die es die Kontakte zum ankrimpen "PSK-Kontakte" separat gibt. Die Anschlüsse für die Versorgung vom REC und den Masseanschluss habe ich mit Floppysteckern/buchsen gelöst, die ich über kurze Kabel an die Platine gelötet habe. Eleganter geht das mit dem Printstecker PSW 5, aber der braucht viel Platz, passt nicht in das kleine Gehäuse und man muss die Löcher in der Platine aufbohren, eckige Löcher ins Gehäuse machen,... :( Bitte beim Anlöten der Floppystecker darauf achten, dass die Buchsen immer auf die stromführende Seite kommen, die Steckerstifte auf die spannungslose Seite. Der PSK254/5W passt leider nur leidlich auf den Schalterstecker - wer da mal etwas besseres findet, bitte melden!

Aufbauplan
Bestückungs- und Verdrahtungsplan für Lochraster (Klicken für Großbild)

Fertig aufgebaute Elektronik
Elektronik fertig aufgebaut für beide Sitze

Hier noch ein wenig Background zur Schaltungsauslegung und den Vorlage von Kampfkeks...
  • PWM-Grundfrequenz rund 15Hz (statt 1Hz), was zur Folge hat, dass man den Timing-Widerstand R3 von 10M auf 100k verkleinern kann und dann kein Ärger mit Migration, Feuchte usw. zu erwarten ist. Der Timing-Kodensator C3 hat 1µF, das ist der größte im TL494-Datasheet angegebene Wert.
  • Bei manchen Sitzheizungsschaltern in anderen Autos ist manchmal ein sehr niederohmiges Poti eingebaut, so dass man R1 anpassen muss. R1 sollte aber nie kleiner als 500Ohm werden, da der TL494 nur rd. 10mA Referenzstrom liefern kann. Bei R1<500Ohm fliessen dann aber mehr und der TL494 wird ausserhalb der Spec. betrieben... Wichtig ist das z.B. bei manchen Polo-Schaltern - da muss man nämlich das Poti gegen eins mit höherem Widerstand tauschen.
  • Der Power-MOSFET für die Leistungstreiberei hat bei der SH-45 rund 45W pro Sitz an 12V also knapp 4A zu schalten, ein BUZ11 im TO220-Gehäuse muss dabei nichtmal gekühlt werden. Der Uralt-Typ BUZ11 reicht wirklich aus, denn schnelles Schalten ist hier nicht erwünscht (rund 1V/µs sind EMV-technisch ganz nett) und der RDSon des BUZ bei 4A ist auch absolut ausreichend klein.
    Wer unbedingt einen neueren Typen einsetzen will: IRFZ44N oder IRFZ48 gehen auch, lassen aufgrund etwas kleinerem RDSon soger bis zu 0,3W mehr Leistung in der Heizmatte ankommen... Getestet hab ich die IRFZ allerdings nicht, sind rein nach Datenblatt ausgesucht.
    Wer andere Heizmatten als die SH-45 nimmt - z.B. Originale, der sollte auf jeden Fall lieber die IRFZ-Mosfets nehmen, damit die Verlustleistung nicht zu einem Problem wird!!!
  • Den Pin 13 (Output Control) des TL494 sollte man auf jeden Fall an ein festes Potential (hier: GND) anschließen, irgendwelche merkwürdigen Vodoo-Effekte suchen, weil der Beifahrer mit dem Handy telefoniert... muss man nicht haben.
  • Weiterhin kann man in der single ended / parallel output Konfguration des TL494 die beiden Ausgangstransistoren parallel schalten, dann baumelt der zweite Ausgangstransistor nicht lose herum.
  • Das Gate des/der MOSFETs wird per R5=1k5 gegen Masse gezogen, das sorgt für ordentliches Abschalten des MOSFETs, auch wenn die Steuerung ausgeschaltet ist.
  • Zum Verlangsamen der Schaltflanken (EMV - wie gesagt 1V/µs Anstieg sind genug) kommen außerdem noch 15kOhm (!) zwischen das Gate und den TL494. (Bitte nicht weglassen! Wenn man sich die Signale mit nem Scope ansieht, bekommt man ohne die Widerstände Alpträume. Über Schaltverluste bei 15Hz braucht man nicht nachdenken.)
  • Das Signal vom Poti bekommt 100µF Abblockung gegen Störungen usw.
  • Ein Wort zum Verpol- und Load-Dump -schutz: Die Diode D1 sorgt für den Verpolschutz der eigentlichen Steuerung. Der MOSFET ist durch seine eingebaute Reverse-Diode und die Last in Serie dazu gegen Verpolung geschützt. Zum Load-Dump (Erklärung)... beide MOSFET-Typen halten VDS bis 50V aus, der TL494 immerhin noch 41V, unser Siebelko 35V. Soweit nicht schlecht, leider ist das schwächste Glied die Gate-Source-Strecke der MOSFETs mit VGS=20V. Für den Normalbetrieb reicht das locker aus, zumal Spikes auf der Versorgung von C2 noch geglättet werden - für den Load-Dump (z.B. bei Starthilfe und lockerer Polklemme) sollte die Sitzheizung dagegen lieber ausgeschaltet bleiben.
  • Apropos aus... über den Ein/Ausschalter im Sitzheizungsschalter wird die Versorgung der Elektronik geschaltet. Wenn man also wirklich das KL15A-Signal am Schalter anliegen hat (siehe Einbauanleitung unten), wird die Sitzheizung wie bei der Originalversion beim Motorstart kurz ausgeschaltet, das dankt die Batterie im Winter.
  • Verwendung der MSH50 anstelle der SH-45: Bei der MSH50, die mir vorlag, gibt es einen dreipoligen Stecker zum Anschluss der Matten mit den Kabelfarben schwarz, grün und rot. Die MSH50 hat zwei Heizschlaufen (sieht man in dem Schaumstoff): eine rote und eine weisse - die eine hat einen Widerstand von 5,7Ohm (Stufe 1) die andere 3,2Ohm (Stufe 2). Für unsere Steuerung nimmt man also einfach den xx und schwarzen Anschluss - keinesfallse rot und grün anschliessen!


Schaltermodifikation
Innenleben des Schalters
Innenleben des Sitzheizungsschalters, der gekennzeichnete Widerstand muss überbrückt werden

In den Original-Schaltern befindet sich ein 20k-Poti in Serie mit einem 470R-Widerstand - letzterer stört und muss daher gebrückt werden.
Dazu hebelt man den Schalter vorsichtig an den vier hinteren (!) Rastnasen auf und kann dann den mit 471 bezeichneten Widerstand überbrücken. Beim Zusammenstecken des Schalters darauf achten, dass Poti, Schaltkontakt und das Rändel im Schahltergehäuse in Stellung -0- sind, also wieder zueinander passen. Der Widerstand zwischen den Pins 3 und 4 und der dazugehörige Tastgrad ist dann:
Stellung  Widerstand   Tastgrad (ca.)
  0        12.5k        0
  1        10k          10
  2        7.5k         25
  3        5k           40
  4        2.5k         80
  5        0            98
 
Nebenbemerkung: Der Kontakt im Sitzheizungsschalter, der Pin 2 mit Pin 1 verbindet (die Kontaktzunge links unten im Bild) und unsere Steuerung mit Saft versorgt, sieht ziemlich windig aus. Manchmal wundert es mich schon, was Opel so an Teilen einkauft...hoffenlich hält das!
Übrigens ist die Pinbelegung vom Fahrer- und Beifahrerschalter gleich - es gibt da einen Schaltplan im PDF-Format bei dem sich die beiden Schalter unterscheiden... meine sind jedenfalls gleich.
Noch eine Anmerkung: Bei anderen Autos steckt manchmal ein ziemlich niederohmiges Poti im Schalter - das sollte man ersetzen durch z.B. 10k, damit man R1 groß lassen kann. Siehe Anmerkung zum "Background" oben.
Schaltplan des Schalters
Schaltplan des Schalters mit Brücke

Der Einbau


Todo-Liste:

  • Zwei Stromversorgungskabel mit 2,5mm2 vom REC im Kofferraum Pins C3, C6 unter Rücksitzbank und Teppich bis in die Mittelkonsole/Armauflage verlegen (ca. 2 x 3,5m Kabel)
  • Zwei Masseanschlüsse mit Kabelschuhen in der Mittelkonsole 2,5mm2
  • Die zwei Sitzheizungsschalter in der vorderen Mittelkonsole verkabeln (0,5mm2):
      - Pin 5 (BCM/Beleuchtung) des SH-Schalters mit Pin 2 der DWA-Taste (Mittelkonsole rechte Reihe, 2. von oben) oder
        mit XC27, Pin28 (grau/gelbes Kabel) am Bedienteil Klimaanlage oder
        mit der Beleuchtung des Zigarettenanzünders verbiden
      - Pin 2 (KL15A) des SH-Schalters mit XC27, Pin17 (schwarzes Kabel) am Bedienteil Klimaanlage oder
        mit dem Pluspol des Zigarettenanzünders (=KL15) verbinden
      - Pins 1, 3 und 4 des SH-Schalters in der Mittelkonsole/Armauflage verlegen bis zur Steuerung (0,5mm2)
  • Heizmatten in die Sitze einbauen
  • Steuerelektronik in der Mittelkonsole/Armauflage an die Sitze anschließen
Material:
  • Sitzheizungsmatten SH-45 oder MSH50
  • jede Menge Kabel 2,5mm2 und 0,5mm2
  • Zwei Kabelschuhe mit Innendurchmesser auf M6 passend
  • Eine M6-Mutter für den Masseanschluss
  • Zwei Stecker PSK 254/5W + PSK-Kontakte für den Anschluss der Schalter
  • Textilband zum Kabeleinwickeln
  • Kabelbinder
  • Zwei Kontakte für den Anschluss im REC -> A.T.U.
  • Isolierband
  • Zwei Micro-Flachsicherungen 10A ("Littlefuse")

Verkabelungsplan:

Kabelplan
Verkabelungsplan für einen Sitz




Stromversorgug vom REC-Modul bis zur Mittelkonsole/Armauflage

Kabel vom REC bis zur Rücksitzbank
Kabel (gelb) vom REC im Kofferraum bis zur Rücksitzbank (noch nicht mit Kabelbindern befestigt)


Die Kontakte C3 und C6 sind ganz gut zu finden: In dem Stecker sind vier Steckerblöcke zusammengefasst: A, B, C und D. Jeweils der erste Kontakt ist mit A1, B1 etc. bezeichnet. Die (Flach-)Stifte im C-Block im REC sind ca. 2,5mm x 1,0mm groß, die Steckkontakte zum Einschieben in den Steckerblock sind recht weit verbreitet - man kann auf dem Schrott fast einen beliebigen Kabelbaum zerrupfen und die Kontakte nehmen, man kann sie sogar bei ATU kaufen...!

So sieht der Kontakt aus
So ähnlich sehen die Kontakte für das REC aus


Pins im REC
Die Pins C3 und C6 im REC-modul



Kabel vom REC   Kabel vom REC  
Austritt am oberen Befestigungspunkt der Rücksitzbank, Verlegung unter dem Teppich bis zur Mittelkonsole/Armauflage,

Masseverbindung
Masseanschluss an der Handbremsen- / Mittelkonsolenbefestigung


Die seitliche kleine Polsterung neben der umklappbaren Rückenlehne und die Sitzfläche der Rücksitzbank lassen sich mit sanfter Gewalt aus den Verrastungen ziehen. Die seitliche Polsterung ist im oberen Viertel befestigt unten nur eingehängt, die Sitzfläche mit zwei Laschen jeweils etwa zwischen mittlerem Sitz und äußerem Sitz an der vorderen Kante (die weissen Quadrate der Befestigungspunkte sind ganz gut auf dem Foto zu sehen).

Etwas aufwändig ist das letzte kleine Stück von der Sitzfläche unter dem Teppich durch... das Kabel bekommt man nur durchgeschoben, wenn man die Trittleiste am linken hinteren Einstieg abmacht, denn erst dann bekommt man den Teppich soweit hoch, das man mit dem Arm unter dem Teppich bis an die Mittelkonsole drankommt.
Wenn man das Kabel durchgeschoben hat, kann man einen Stecker auflöten/quetschen, so dass man die Steuerelektronik anstecken kann. Ich habe dafür Floppy-Stromversorgungsstecker (z.B. SVS 5 / SVK 5 bei Reichelt) benutzt, die sind billig und halten den Strom aus. Generell sollte man bei der Wahl der Verbindungstechnik auf kleine Übergangswiderstände und Rüttelfestigkeit achten, daher sind Lüsterklemmen hier nicht die erste Wahl!

Wenn der Stecker für die Elektronik angebracht ist, kann man die Sicherungen 15 und 16 im REC mit 10A bestücken, bei Zündung an müssten dann 12-14V an den beiden Leitungen zu messen sein. Die Original-Sitzheizung ist mit 2x 15A abgesichert, aber bei WAECO mit 45W/12V=3,75A sind 10A schon 2-fach überdimensioniert, das sollte reichen.

Die Masse für die Sitzheizungselektronik habe ich mit einer weiteren Mutter und Kabelschuhen an der Befestigungsschraube der Handbremse in der Mittelkonsole/Armauflage angeschlossen. Auf der Fahrerseite der Handbremse kann man eine kleine dreieckige Abdeckkappe abnehmen, dann kommt man einigermassen an die Schraube, siehe Bild oben.

Einbau der Elektronik
Die Elektronik in der Mittelkonsole

Die Steuerelektronik habe ich seitlich in der Verkleidung des Armauflage-Kastens bzw. der Handbremse untergebracht, von da sind es nur noch kurze Kabel bis zu den Heizmatten, der Weg zum REC ist auch optimal - und nach vorne zu den Schaltern führen nur Signal- aber keine Leistungsleitungen. Die hintere Verkleidung der Armauflage kann man inklusive des Aschenbechers und der hinteren Steckdose einfach mit sanfter Gewalt abziehen - dahinter ist Platz ohne Ende...

Leitungen von den Schaltern zur Steuerung

Zum Glück muss man dafür nicht sooo viel demontieren. Am besten bereitet man ein 1,5m-Stück sechspoliges 0,5mm2 Kabel vor (mit Textilband umwickeln), dann geht es ans abbauen:
Erstmal baut man den Cupholder aus (einfach abziehen) und hebelt den Abdeckrahmen des Faltenbalgs für den Schaltknüppel ab. Dann kann man den Faltenbalg abfrickeln...

Demontage des Faltenbalgs
Demontierter Cupholder, Markiert sind die Clipse des Rahmens für den Schalthebel-Balg.

Jetzt den Aschenbecher-Einsatz entnehmen und dann vom Schaltknüppel-Loch aus links und rechts die Clipse des Aschenbecherdeckels entrasten und Deckeleinheit entnehmen. Achtung, die Aschenbecher-Beleuchtung muss dann noch von de Deckeleinheit abgeclipst werden! Das untere Ablagefach unter der Klimasteuerung kann man mit sanfter Gewalt einfach nach vorne rausziehen.
Jetzt kann man den vorbereiteten Kabelstrang von hinten unter der Armlehne durchschieben, dann vom Cupholder-Loch am Schaltknüppel vorbei unter dem OBD-Stecker vorbei bis in das untere Ablagefach schieben.
Verlegtes Kabel
Verlegter Kabelsatz in der Mittelkonsole.


Klimabedienteil Vectra C
Kabelbaum der Klima-Steuerung für das KL15A-Signal (schwarz) und die Symbolbeleuchtung (grau/gelb).

Anschluss mit Klima-Anlage (also nicht -automatik)
Die Versorgung mit dem KL15A-Signal kann man am Klimabedienteil abgreifen (gut: löten, naja: Stromdieb), genauso das Signal für die Symbolbeleuchtung vom BCM. Achtung, es gibt zwei schwarze Kabel, das eine ist KL15 -also Zündung- das andere die KL15A. Letztere brauchen wir, damit die Sitzheizung beim Anlassen des Motors abgestellt wird. Am besten mal mit einem Multimeter prüfen, welches Kabel beim Anlassen keine Spannung führt. Wenn man das untere Ablagefach rausgenommen hat, kann man auch das Klimabedienteil mit sanfter Gewalt rausziehen, es ist nur eingeschnappt.

Anschluss mit Klima-automatik
In Vectras mit Klima-Automatik gibt es keine KL15A und Suchbeleuchtungsversorgung am Bedienfeld, da diese Siganle bei der Automatik über den CAN kommen. Die Beleuchtung findet man aber auch am Zigarettenanzünder oder bei der Aschenbecherbeleuchtung. Am Anzünder gibt es dann auch die KL15 (schwarzes Pluskabel des Zigarettenanzünders). Die KL15A heranzuzaubern ist bei der Klimaautomatik recht aufwendig, da es da auch noch zwei Varianten der Verkabelung gibt: vor 2004,5 und danach. Ganz ehrlich - die KL15 ist gut genug.

Radioschacht, linke seite
Die linke Seite des Radioschachtes: viel Platz ausserhalb des Schachtes.


Radioschacht, rechte seite
Die rechte Seite des Radioschachtes: genausoviel Platz ausserhalb des Schachtes... :-)


Die Heizmatten

Tja, die Heizmatte für die Lehne passt (zumindest bei meinen stoffbespannten GTS-Sportsitzen) wie dafür gemacht.
Bei der Sitzfläche dagegen passt nur die Breite genau zum Sitz, in der Länge ist der hintere Teil der Heizmatte, der schon so ein bisschen abgetrennt ist, eigentlich zu viel. Beim Befahrersitz habe ich die Matte so gelassen und versucht, sie ohne Knicke komplett unterzubringen. Das geht so lala. Für den Fahrersitz habe ich den Stoff an dem abgesetzen Teil abgemacht und die Drähte mit Schutzschlauch Knickfrei durch das Loch in der Sitzausschäumung gelegt.

Mal sehen, wie lange die beiden Matten so halten... (klopf auf Holz)

Die Heizmatten in die Sitze einbauen

Der erste Sitz ist ziemliche Plackerei, wenn man dann den Bogen raus hat, geht der zweite richtig schnell...!
  • Batterie abklemmen, da wir später den Sitzstecker lösen werden - Achtung, Airbagkontakte!
  • Etwas warten, derweil
  • Die Kopfstützen abnehmen
  • Die zwei Torx T50-Schrauben hinten an der Sitzverstellschiene lösen
  • den Sitz aus den vorderen Führungshaken holen
  • Den großen Stecker lösen - Achtung, Airbagkontakte!
  • Den Sitz aus dem Auto wuchten, der Gurt kann dranbleiben, er ist lang genug
  • Ringsrum die ganzen Plastikschienen und -haken, mit denen der Sitzflächenbezug befestigt ist, abnehmen
  • Unter dem Sitz den Bezug von den vier Pins an der hinteren Sitzkante lösen
  • Die Plastikschiene, mit der der Lehnenbezug innen im Sitz befestigt ist, lösen
  • Die seitliche Verkleidung an dem Lehnenscharnier mit zwei Torx-Schrauben abnehmen
  • Die Lehne in Liegeposition kurbeln, dann hat man mehr Platz
  • Die Befestigungsringe für die abgestetzen Nähte hinten an der Sitzfläche und an der Gurtschlossseite abkneifen/aushaken
  • Den Sitzflächenbezug durch den Schlitz zur Lehne nach vorne herausziehen
  • Die Sitzheizmatte festkleben, das Kabel nach unten durch das hintere Loch in der Sitzausschäumung fädeln - und die Kabel nie knicken...
  • Die Sitzfläche wieder befestigen, statt der Befestigungsringe kann man ganz gut Kabelbinder nehmen
  • Das untere Ende des Lehnenbezuges nach vorne herausziehen, die Heizmatte kann man dann einkleben ohne irgendwelche Ringe aufzutrennen
  • Lehnenbezug mit Kabel wieder nach hinten durchziehen und einhaken
  • Kabel unter dem Sitz zusammenstecken und mit Kabelbindern fixieren
  • Kabel zur Steuerelektronik unter dem Teppich in die Mittelkonsole verlegen
  • Sitz wieder einbauen, darauf achten, dass der Sicherheitsgurt nicht verdreht ist!
  • Die zwei Torx-Schrauben hinten an der Sitzverstellschiene mit 25Nm wieder anziehen
  • Stecker ans Kabel quetschen, Einstecken, Batterie wieder anklemmen, Schalter auf 5 und ... warmen Popo bekommen!
    Nicht wundern: wegen der dicken Schaumstoffschicht unter dem Sitzbezug wird die Sitzfläche des fertigen Sitzes natürlich nicht sooo schnell warm wie die nackte Heizmatte...

innenraum
Der Fahrersitz ist raus. Platz wie im Wohnmobil - und... ja, ich saug bald mal! ;)



Sitz von unten
Der Sitz von unten, markiert sind zwei der vier Pins, über die die Sitzfläche abgespannt wird


seitliche verkleidung
Die seitliche Verleidung des Lehnenscharniers


Sitzhaken
Die Befestigungsringe zwischen Bezug und der Sitzausschäumung, oben links sieht man eine der Plastikschienen


Sitzflaeche mit Heizmatte
Die Sitzfläche mit eingeschobener Heizmatte - ich habe nur an zwei Seiten die Haken entfernt - das reicht


Lehne mit Heizmatte
So schiebt man die Heizmatte unter die Lehnenpolsterung


IR-Bild der Sitzheizung
Bei Erfolg sieht es dann nach kurzer Zeit etwa so aus... ;-)


Zu guter letzt: Danke an Speedy309 und Michael0670 vom MT-Forum und André k. für die vielen guten Fragen!


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