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 Zen-Buddhismus

zitiert aus: Amerbauer Martin:

Einführung in die Buddhistische Philosophie

 

Das Zen (aus chines. Ch’an, aus Sanskrit Dhyana) ist eine seit dem 6. Jhdt. zunächst in China, von dort in Korea, und dann in Japan verbreitete Form des Buddhismus, die aus dem Mahayana-Buddhismus durch Einflüsse des Taoismus und Konfuzianismus gebildet wurde.

Der Zen-Buddhismus ist in zwei Zweigen auch heute noch in Japan lebendig, u.z. in dem spezifisch japanischen Soto (chines. Ts’ao-tung) und in dem seinen chinesischen Ursprüngen treu gebliebenen Rinzai (chines. Lin-chi). Eine erst im 17. Jhdt. durch den chinesischen Mönch Yin-yüan (jap. Ingen, 1592-1673) unmittelbar an den Lehrer von Lin-chi, den Zen-Meister Huang-po (jap. Obaku, † 850), anknüpfende, auf einer Verschmelzung mit dem Amidismus beruhenden Erneuerungsbewegung des Rinzai, das Obaku, hat nach der durch Hakuin (1685-1768) erfolgten Erneuerung des Rinzai seinen Einfluß verloren und spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

 

Genau wie im Yogacara liegt die Verkörperung des höchsten Wissens beim Zen-Buddhismus in der Meditation. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der praktischen Seite der meditativen Übung.

Grundlegende Sutren des Zen-Buddhismus sind: das Lankavatara-Sutra, die Prajnaparamita-Sutren, daraus etwa das von Kumarajiva (344-413) übersetzte Vajracchedika-Prajnaparamita-Sutra (‚Diamant-Sutra‘),

Als Begründer des Zen-Buddhismus und zugleich 1. chinesischer Zen-Patriarch gilt der 28.indische Zen-Patriarch, der nach China eingewanderte buddhistische Mönch Bodhidharma (†530). Mit dem 6. chinesischen Zen-Patriarch, Hui-neng (jap. Eno, 638-713), dem ‚Meistervom großen Spiegel‘ des ‚Plattform-Sutra‘, beginnt die Geschichte des Zen-Buddhismus im engeren Sinne. Den historischen Hintergrund dafür bildet die von den beiden Schülern des 5.chinesischen Zen-Patriarchen, Hung-jen (jap. Gunin, 601-674), im Streit um die legitime Nachfolge vollzogene Spaltung des Zen in eine Südschule, begründet von Hui-neng, und eine schon nach wenigen Generationen bedeutungslos gewordene Nordschule, begründet von Shenhsiu (jap. Jinshu, 670-762).

Der Kern der sachlichen Differenzen betrifft das Verständnis der in der Meditation (Dhyana) gewonnenen Erleuchtung (Sanskrit Bodhi, chines. Wu, jap. Satori): liegt sie, nur nicht um sie wissend, schon vor, so daß die meditative Übung allein ihrer Bewußtmachung in einem plötzlichen Erlebnis dient (Südschule), oder muß sie mit Hilfe meditativer Übung durch Beseitigung aller von (zu Handlungen führenden) Absichten und (im Denken auftretenden) Meinungen gebildeten Verunreinigungen erst schrittweise vorbereitet werden (Nordschule)?

Für die intentionslose und vorstellungslose Bewußtheit ‚nach‘ der Erleuchtung, den ‚nichtanhaftenden Geist‘, wo Geist und Nicht-Geist (jap. Mu-shin) in der Geist-Natur übereinstimmen, ist bereits vom 3. chinesischen Zen-Patriarchen Seng-ts’an (jap. Sosan, † 606) der für das ganze Zen bedeutsame Begriff ‚nicht-denkendes Denken‘ eingeführt worden, um den besonderen, von der Subjekt-Objekt-Spaltung freien Zustand der Prajna, nämlich der ‚Leerheit‘ (Shunyata) zu charakterisieren.

So verwerfen die Meister der Südschule grundsätzlich jede Sutren-Autorität und jede Stufung der Meditation und konzentrieren sich auf deren nachfolgende Entfaltung in der meditativen Übung (im Rinzai weitergeführt), während die Meister der Nordschule der Sutren-Lektüre großes Gewicht für die Entwicklung von Stufen der Meditation beilegen und die Reinigung des Geistes auch zur Vervollkommnung anderer Tätigkeiten oder ‚Wege‘ (chines. Tao, jap. Do) nutzen (im Soto wieder aufgegriffen).

Eine schon vor der Spaltung von Fa-jung (jap. Hoju, 594-657) gegründete eigenständige Zen-Schule, die nach einem Berg bei Nanking genannte ‚Ochsenkopfschule‘ hat bis zu ihrem Verlöschen im 9. Jhdt. unter Berufung auf den ‚mittleren Weg‘ des chinesischen Madhyamika (chines. San-lun, jap. Sanron) und auch in sachlicher Nähe zum T‘ien-t’ai eine für das Aufgreifen von Positionen der Nordschule in der späteren Geschichte der Südschule wichtige Vermittlerrolle im Streit zwischen den beiden Schulen gespielt.

Einige Traditionslinien der Südschule haben im historischen Rückblick besondere Bedeutung erlangt:

Hui-neng (jap. Eno, 638-713) – ... – Matsu (jap. Baso, 709-788) – Pai-chang (jap. Hyakujo, 720-814) – Huang-po (jap. Obaku, † 850) – Lin-chi (jap. Rinzai, ca. 810-866): in dieser Linie entwickelten sich die späteren Methoden des Rinzai mit dem die Erleuchtung provozierenden Anbrüllen oder den Stockschlägen. Weiters wurden dort spezifische, für die unabhängige Tradierbarkeit des Zen entscheidende Klosterregeln entwickelt.  Hui-neng (jap. Eno, 638-713) – ... – Matsu (jap. Baso, 709-788) – Nan-ch’üan (jap. Nansen, 748-814) – Chao-chou (jap. Joshu, 778-897): in dieser Linie ist die Verschmelzung mit dem Erbe des Taoismus besonders greifbar; diese kommt in den Dialogen (jap. Mondo) der Koan-Sammlungen der Sung-Zeit besonders deutlich zum Ausdruck, so z.B. im Pi-yen-lu (jap.  Hekiganroku, ‚Niederschrift von der Smaragdenen Felswand‘) aus dem Jahre 1128 oder im Wu-men-kuan (jap. Mumonkan, ‚die Schranke ohne Tor‘) des Wu-men Hui-k’ai (jap. Mumon Ekai, 1183-1260) aus dem Jahre 1228.

Das Wesentliche eines Koans ist das Paradoxon, das, was jenseits des Denkens liegt, was logisches, begriffliches Verstehen überschreitet. Ein Koan ist nicht mit dem Verstand zu lösen, zu seinem Erfassen bedarf es eines Sprunges auf eine andere Ebene des Begreifens.

Beim Durchblättern beider Sammlungen zeigt sich, daß sowohl Madhyamika als auch Yogacara sich in den Koans reflektieren. Die Koans der Madhyamika-Gruppe ranken sich um die Stichworte ‚leer‘ bzw. ‚Leerheit‘, die Koans der Yogacara-Gruppe um das Stichwort ‚Geist‘.  Alle sind getragen vom Bewußtsein der kosmischen Einheit und Nicht-Zweiheit.

Hui-neng (jap. Eno, 638-713) – ... – Shih-t’ou (jap. Sekito, 700-790)

·       Tungshan

(jap. Tozan, 807-869) diese Linie wurde zur Ahnlinie des Soto mit der an die Position der Nordschule erinnernden und theoretische Systematisierungen des Hua-yen in meditative Praxis überführenden Lehre von den Fünf Stufen.

Die Buddhismus-Verfolgungen des Jahres 845 durch Kaiser Wu-tsang, eines fanatischen Taoisten der T’ang-Dynastie, markieren das Ende des goldenen Zeitalters des Ch’an. Im wesentlichen hat sie nur der auf zahlreiche Klöster des Landes in relativer Distanz zu den politischen Machtzentren verteilte Ch’an-Buddhismus der Südschule überlebt.

Er fand eine neue Organisation in den sog. Fünf Häusern, unter denen sich aber nur zwei, die Ts’ao-tung-Sekte von Tung-shan und seinen untereinander rivalisierenden Schülern Ts‘ao-shan

(jap. Sozan, 840-901) und Yün-chü (jap. Ungo, † 902) sowie die Lin-chi-Sekte von Lin-chi, die sich in der 7. Generation nach Lin-chi in die beiden Zweige des Huang-lung (jap. Oryu,

1002-1069) und Yang-ch’i (jap. Yogi, 992-1049) aufgespalten hat, über längere Zeit und durch ihre Übernahme in Japan sogar bis heute behaupten konnten.

Die Ts’ao-tung-Sekte wurde über den Yün-chü-Zweig – der Ts‘ao-shan-Zweig war schon nach wenigen Generationen erloschen – von Dogen (1200-1253) nach Japan gebracht, der so das

Soto-Zen begründete, während die Lin-chi-Sekte über den in China bald absterbenden Huanglung- Zweig – der Yang-ch’i-Zweig entfaltete sich zu einer Blüte des Ch’an in der Sung-Zeit

(960-1279) – durch Eisai (1141-1215) als Rinzai-Zen in Japan Eingang fand, das aber erst nach seiner Erneuerung durch Hakuin (1685-1768)20 seine dem Soto ebenbürtige Gestalt erhielt.

Das älteste der fünf Häuser, die Wei-yang-Sekte des Pai-chang-Schülers Wei-shan (auch: Kueishan, jap. Isan, 771-853), ist spätestens zu Beginn der Sung-Zeit erloschen.

Das gleiche gilt für die beiden jüngsten, auf den berühmten Zen-Meister Hsüeh-feng (jap. Seppo, 822-908) der Shih-t‘ou-Linie zurückgehenden Sekten des Yün-men (jap. Ummon, 864-949) und des Fayen (jap. Hogen, 885-958).

Die alles überragende Gestalt des japanischen Zen ist jenseits aller Schulzugehörigkeit Dogen, in dessen Hauptwerk Shobogenzo (‚Wahrheits-Gesetzes-Augen-Schatzkammer‘, ‚Auge des echten Gesetzes‘) die Überzeugung, daß in der Übung selbst bereits die Erleuchtung bestehe, der Weg bereits das Ziel sei, in immer wieder variierten Erörterungen systematisch entfaltet wird.

Der Einfluß des Zen-Buddhismus, dessen Zentren über lange Zeit die Tempelklöster in Kyoto und Kamakura waren, auf die japanische Kultur auch gerade dadurch, daß andere Übungen als diejenige des schweigenden Sitzens dieselbe Rolle eines wissenden Vollzugs der höchsten Wahrheit übernehmen können, ist in Japan allgegenwärtig und hat zu Fertigkeiten oder ‚Wegen‘ (chines. Tao, jap. Do) geführt, die weltweit als vom Zen geprägte Künste bekannt geworden sind.

Diese reichen von der Teezeremonie bis hin zum Bogenschießen, dem Schwertkampf und dem Steingartenbau, schließen aber auch von China übernommene Kunstfertigkeiten wie die Tuschmalerei oder die Kalligraphie mit ein. Auch die späte Haiku-Dichtung des größten japanischen Dichters Basho (1644-1694) ist vom Geist des Zen durchdrungen, obwohl weder diese Kunstgattung noch das den Geist des Zen atmende No-Theater ursprünglich Schöpfungen des Zen gewesen sind.

Koreanische  und vietnamesische Zen-Schulen finden hier leider keine Berücksichtigung.

Den gesamten Text finden Sie hier:

http://www.ubs.sbg.ac.at/people/BUDDH-1.pdf

 

 

 

 

 

http://zensplitter.bei.t-online.de/

 

 

 

http://www.zaltho.de/

 

 

das etwas andere Verständnis......

 

 

Hanmaum Korea Zen (Seon) Deutschland

http://www.hanmaum-zen.de/

 

 

Wir sind auf die Welt gekommen, um ein Paradies zu erschaffen und nicht, um zu leiden!"

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