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zur bersicht!

Irgendwie muss man ja mal anfangen. Also fange ich dann auch mit dem ältesten Buddhismus an. Ob danach die Reihenfolgen noch stimmen, überlasse ich ganz den Historikern. Bei manchem Buddhismuskenner werden die Haare zu Berge stehen, aber ich riskiere es einfach, belächelt zu werden. Lächeln ist gut für die Seele sagt man ....!

 

Der frühe oder ursprüngliche Buddhismus

 

Einige Vorbemerkungen dazu:

Manche Buddhisten, der geschichtlichen Entwicklung des Buddhismus nicht, oder nur vom Hörensagen kundig, bezeichnen den Frühbuddhismus häufig als Hinayana. Dies ist falsch. Manchmal wird auch für den Frühbuddhismus der Begriff Theravada verwandt. Auch dies ist falsch. Hinayana,eine Schule die heute nicht mehr existiert und auch  Theravada,  vermutlich eine Seitenlinie der Vibhajyavadins,  der  heute  besonders in den Südostasienländern vertreten ist, entstanden lange nach Buddhas Paranibbana. Unter Frühbuddhismus oder auch Altbuddhismus ist die Zeit kurz nach Buddhas Nibbana bis zu ersten Spaltung der Sangha, ca. 280 v.C... zu verstehen.  Eine Zeit in der die Mönche sich ausschliesslich auf die Worte und Lehren des Buddha bezogen.  Die volksnahe  Pail-Sprache benutzten, die der Buddha ebenfalls bevorzugte. Man geht davon aus, dass der  Teil des Palikanon, der sich auf die Lehren des Buddha bezieht ca. 30v.C. abegeschlossen war. Später  im 2. Jh. gab es dann eine heute ebenfalls nicht mehr vorhandene Schule, die der Sautrantikas, die noch einmal versuchten, die Lehre des Buddhas in ihrer ursprünglichen Form wiederherzustellen. Auch heute berufen sich manche Buddhisten auf diese Lebensart.

 Ich erkenne die Bemühungen dieser Menschen, die sich ausschliesslich auf Buddhas eigene Worte beziehen, durchaus an. Lehne aber den daraus manchmal folgernden Fundamentalismus ab. Buddhistischer Fundamentalismus hat allerdings nichts mit dem Fundamentalismus so manch anderer Religion zu tun. Buddhistischer Fundamentalismus entfacht keine feindlichen oder kriegerischen Auseinandersetzungen, das Gegenteil ist eher der Fall.  Diese Tatsache ändern auch Geschichtsfälscher nicht, aus einer eher altkommunistischen Ecke kommend,  sich  doch häufig in Übereinstimmung mit anderen fundamentalistischen Sekten, besonders der Evangelikalen befinden, die  nichts auslassen, um den Buddhisten eine gleiche intolerante Haltung vorzuwerfen, die bei ihnen selbst vorhanden ist. Auch wird der Frühbuddhismus von manchen 'fortschrittlichen' Buddhisten abfällig als Grundschule des Buddhismus bezeichnet. Ja, was kann denn noch besser sein, als nach der ursprünglichen Lehre des Buddhas zu leben und zu handeln? Ohne die originale Lehre Buddhas gäbe es wohl auch keinen Buddhismus :-), wie auch immer er heute gelehrt wrd. In so manchen buddhistischen Schulen Lehren kommt Buddha gar nicht mehr vor, oder man lehrt das genaue Gegenteil dieser Philosophie, lehnt sich an die Lehre noch kaum erkennbar an.

Ein  abschreckendes Beispiel finden Sie, wenn Sie diesen Link anklicken

 

Siehe auch: Geschichte des Buddhismus ff.

 

Hier nun einige Linkvorschläge bei denen man etwas mehr über Früh-und Alt-Buddhismus erfährt:

 

 

Ariyos Buddhismus Seite, die sich weniger mit der Geschichte, dafür um so mehr mit alten Texten beschäftigt. Der Verfasser dieser Seiten wäre jedoch gut beraten, etwas mehr Toleranz gegenüber anderen buddhistischen Ansichten walten zu lassen. Lassen Sie mich trotzdem nochmals erklären, dass fundamentalistischer Buddhismus nichts mit anderen fundamentalistischen Religionen gemeinsam hat. Hier wird kein Krieg gepredigt! Sondern die Aufhebung von Hass!

Die wahre Lehre des Buddha

 

 

 

   
Unter einem Feigenbaum, den Buddhisten "Baum des Erwachens" oder Bodhibaum nennen, hat der meditierende Siddhattha Gótama um 525 vor Chr. Erkenntnisse gewonnen, die ihn zum späteren Buddha machten. Der Buddhismus kennt keinen Weltenschöpfer, keine Offenbarung, keinen Erlöser und keine religiösen Dogmen oder Glaubenssätze. Buddha hat eine faszinierende Erkenntnislehre zum Zusammenspiel von Ich und Welt entwickelt, die in der abendländischen Philosophie ihresgleichen sucht. Er hat seine Schüler ermahnt, nur als wahr anzusehen, was sie selbst als zutreffend erkannt haben. Buddhismus ist ein Weg der Geistesschulung, der Selbsterkenntnis und der Vernunft. Diese WebSite kann den Zugang zu jenem Buddhismus erleichtern, den Gótama Buddha selbst gelehrt hat.  Hier ein vorläufiger Erstazlink:

http://www.schopenhauer-buddhismus.de/

 

 

 

 

 

 

 

Nachilfe in Sachen buddhistische Geschichte in Deutschland gibt es in Hülle und Fülle hier:

Murr Memorial Library

 

 

 

 

 

Zeitzeugen zur Geschichte des Buddhismus in Deutschland

Universität Konstanz, Arbeitsbereich Entwicklungsländer/Interkultureller Vergleich,
Forschungsprojekt "Buddhistischer Modernismus"
:
Forschungsberichte von Martin Baumann

 Auszuege

 

 

 


 

 

Explizite Erklärung des Buddhismus auf der Grundlage des Pali Kanons
der von buddhistischen Gelehrten als älteste noch bestehende Aufzeichnung dessen,
was Buddha tatsächlich gelehrt hat angesehen wird.

Die Grundlagen des Buddhismus

http://www.fundamentalbuddhism.com/german.htm (wenn erreichbar)

 

ALTBUDDHISTISCHE GEMEINDE e.V.  

 dieser Verein besteht leider seit 2002 nicht mehr. Ein weiteres Zeichen, wie es um den Buddhismus in Deutschland bestellt ist. Nicht, dass sie mich falsch verstehen, ich bin kein Anhänger des fundamentalistischen Buddhismus.  Im Buddhismus kommt und vergeht Alles! Das es aber keine einzige buddhistische Gemeinschaft in der DBU gibt, die sich auf den Urbuddhismus berufen kann, ist schon bedenklich. Bedenklich weil es damit keinen Buddhismus in Deutschland mehr gibt,  der die ursprüngliche Lehre lehrt., oder sich an diese anlehnt. Der Buddhismus im Westen hat fast keine Berührungspunkte mit  der Originallehre. Buddhismus ohne die Lehre Buddhas, ist das noch Buddhismus?

Buddhistisches Haus Georg Grimm 

Studien- und Meditations-Zentrum für Frühbuddhismus 

Auch dieser Verein hat sich inzwischen aufgelöst. Ein untrügliches Zeichen, das auch im  deutschen Buddhismus alte Tugenden und  nach der Lehre des Buddha gelebter Budhismus nichts mehr Wert sind.....Die, die es "faustdick hinter den Ohren" haben, die sind die Gewinner....

Die Altbuddhistische Gemeinde (ABG) war eine traditionsreiche Gemeinschaft für Frühbuddhismus. Sie wurde im Jahr 1921 von dem bekannten Buddhismusforscher Georg Grimm und dem Indologen Karl Seidenstücker gegründet. Hervorgegangen ist sie aus dem seit 1911 um Georg Grimm bestehenden buddhistischen Kreis in München. Auch heute wird in der Altbuddhistischen Gemeinde die buddhistische Lehre in ihrer frühen, ursprünglichen Form vertreten und praktiziert. Diese Lehrtradition ist frei von späteren philosophischen und psychologischen Interpretationen und analytischen Kommentierungen; sie vertritt vielmehr den alten indischen Buddhismus, niedergelegt in den ältesten Texten des Palikanons (Suttapitaka). Somit ist die Lehrtradition der ABG nicht dem Theravada noch dem Mahayana zuzuordnen. 
                   
Da kann man nur hoffen, dass eines Tages etwas ähnliches wieder in D entsteht. Und das es dem Buddhismus nicht so wie manch grossen christlichen Sekten geht, deren Anhänger tatsächlich noch glauben die Erde , auch der Mensch wäre erst ein paar tausend Jahre alt . Und der liebe Gott wohne da irgendwo im Himmel....

 

 

 Der historische Buddha und der Frühbuddhismus

Auszug aus: Amerbauer Martin: Einführung in die Buddhistische Philosophie Salzburg 2000

 Hier können Sie den gesamten Artikel herunterladen: BUDDH-1.pdf

Der historische Buddha, Siddhartha Gautama (ca. 560-480 v.u.Z.), stammte aus dem Geschlecht der Shakyas; deshalb auch die spätere Bezeichnung Buddha Shakyamuni zur Unterscheidung von den vielen weiteren Erleuchteten, die ebenfalls ‚Buddha‘ heißen.3

Über das Leben Buddhas liegen uns keine völlig gesicherten Angaben vor. So wurde auch während des 3. Konzils noch vermieden, eine Biographie Buddhas zusammenzustellen. Auch die genaue Lebenszeit Buddhas ist Gegenstand der Fachdiskussion4. Bildliche Darstellungen Buddhas gibt es erst ab dem 1. Jhdt. v.u.Z., darauf hin wurde Buddha allerdings zu einem Lieblingsthema der bildenden Kunst.

Festzustehen scheint, daß Siddharthas Mutter Maya eine Woche nach seiner Geburt verstarb.

Siddharthas Vater Suddhodana vertraute seinen Sohn daraufhin der jüngeren Schwester der Verstorbenen, seiner Zweitgemahlin Mahaprajapati zur Erziehung an. Suddhodana selbst dürfte der Präsident der Familien des Kriegeradels gewesen sein, der auch den Vorsitz im Stammesparlament führte. Er ernährte seine Familie durch Ackerbau, insb. Reiskultur, und wird

in einer markanten kanonischen Stelle bei der Feldarbeit erwähnt.

Siddharthas Jugend war sicherlich frei von materiellen Sorgen. Mit dem achten Lebensjahr begann seine Ausbildung, wobei besonderes Augenmerk auf die Ausbildung der soldatischen Fähigkeiten gelegt wurde. Doch Siddhartha war eher ein kontemplativer Typ, der reine Demonstrationen körperlicher Kraft verachtete. Mit 29 Jahren wurde Siddhartha und seiner Frau Yasodhara ein Sohn namens Rahula geboren.

Wie lange sich die Wende vorbereitete, die unmittelbar nach Rahulas Geburt Siddharthas Auszug in die Hauslosigkeit bewirkte, ist kaum zu ermessen. Möglicherweise war die Geburt eines männlichen Nachkommen die Bedingung, unter der die Gautamas bereit waren, Siddhartha ziehen zu lassen. Die Legende setzt den Entscheidungsprozeß ins Dramatische um und berichtet, Siddhartha habe bei vier Ausfahrten einen Alten, einen Kranken, einen Toten und einen Mönch erblickt, und dadurch erkannt, daß man nur als anhangloser Asket die Erlösung verwirklichen könne. Tatsache ist jedenfalls, daß er als Neunundzwanzigjähriger Familie und Freunde, Haus und Heimatstadt verließ, um sich der religiösen Suche zu widmen.

Nachdem Siddhartha bei zwei Lehrern deren Erlösungsmethoden studiert hatte, von deren Lehrinhalten jedoch nicht befriedigt worden war, beschloß er, es auf eigene Faust zu versuchen.

Fast sechs Jahre lang war Buddha in der Nähe des Dorfes Uruvela (beim heutigen Bodh Gaya, ca. 210 Kilometer südöstlich von Benares) Asket und Waldeinsiedler. Er betrieb Atemübungen bis zum Kollaps und Hungeraskese bis zur Ausmergelung. Eines Tages aber erkannte Siddhartha, daß auch Kasteiung kein Weg zur Erlösung ist, da ihr ein Fanatismus zugrunde liegt, der der inneren Haltung des Ablösens entgegensteht.

3 Für Abschnitt 2 war besonders hilfreich: Schumann, Hans Wolfgang: Buddhismus. München 1993.

4 Vgl. etwa: Bechert, Heinz (Hg.): The dating of the historical Buddha. Göttingen 1991.

Amerbauer Martin: Einführung in die buddhistische Philosophie 7

Er begann wieder ausreichend zu essen, um für die Suche nach der Erlösung zu Kräften zu kommen. Die fünf Asketen allerdings, die sich um ihn gesammelt hatten, verließen ihn, da er ihnen in seinem Streben untreu geworden schien. Buddha schlug nun den Weg der Meditation ein, die seinen Geist ruhig, rein, begierdefrei und gesammelt machte, und mit deren Hilfe er Schicht für Schicht die Natur des Daseins durchdrang. In einem Augenblick des Jahres 528 v.u.Z. erlangte Siddhartha Gautama, damals 35 Jahre alt, die Erleuchtung (Bodhi), und war damit ein Buddha, ein Erwachter, geworden. Die Tradition datiert das Einsichtserlebnis auf die erste Vollmondnacht des Monats Vesakha (April-Mai), die seitdem als der höchste Feiertag des Buddhismus gilt.

Den fünf Asketen, die sich von ihm abgewandt hatten, hielt Buddha in Benares seine erste Lehrrede als Erlöster, genannt ‚Das Andrehen des Dharma-Rades‘. Er lehrte sie den ‚Mittleren Weg‘ und die ‚Vier Edlen Wahrheiten‘. Noch während er sprach, ging einem der fünf Zuhörer, dem Brahmanen Kondanna die Einsicht in den Dharma auf. Er wurde daraufhin von Buddha als erster Mönch in der Geschichte des Buddhismus ordiniert. Nach wenigen Monaten hatte die Buddhagemeinschaft schon 61 Mitglieder.

Viereinhalb Jahrzehnte wanderte der Buddha in der Folgezeit in Nordindien umher, um die von ihm erkannte Wahrheit einem größeren Menschenkreis vorzutragen. Das bahnbrechende Ereignis für die frühe Buddhagemeinde war, daß sich König Bimbisara von Magadha ihr als Laienbekenner anschloß und dem Buddha vor dem nördlichen Stadttor seiner Hauptstadt Rajagaha einen Klosterhain, den Veluvana (Bambuswald) schenkte. Bimbisara hatte wohl erkannt, daß die neue Lehre friedfertige Menschen anzog und geeignet war, heterogene Bevölkerungsgruppen zu einträchtigem Neben- und Miteinanderleben anzuleiten.

Neben Buddha selbst sind noch einige andere prominente Mönche und Laien seiner Gemeinschaft zu erwähnen: Shariputra und Maudgalyayana scheinen an der Spitze der Mönchsgemeinde gestanden zu haben. Die Liste der Mönche (Bhikkhus) ist lang. Anuruddha und Bhaddiya gehörten ebenso wie Ananda zum Shakya-Stamm. Ananda, ein Vetter Buddhas, war dem Orden zwei Jahre nach der Gründung beigetreten und avancierte zu Buddhas Leibdiener. Rahula, der Sohn Buddhas, wurde wegen seines Gehorsams und Lerneifers gelobt.

Mahakassapa wurde gepriesen wegen seiner strikten Selbstdisziplin. Upali spezialisierte sich auf die Mönchsregeln. Buddhas Ziehmutter Mahaprajapati gründete den Orden der Nonnen (Bhikkhunis).

Der Buddha starb mit 80 Jahren. Während er die Regenzeit in einem Dorf bei Vesali zubrachte, wurde er krank, bezwang diese Krankheit aber durch Willenskraft. Ausdrücklich ermahnte er Ananda, daß die Lehre oder Wahrheit (Dharma) und nicht ein Lehrer die höchste Autorität im Buddhismus sei. Während seiner Weiterreise nach Nordwesten erkrankte er an Ruhr, schleppte sich aber trotz seines geschwächten Zustandes weiter bis nach Kusinara (heute Kasia, 55 km östlich von Gorakhpur). Als man ihm berichtete, Ananda sei wegen des schlechten Gesundheitszustandes Buddhas in Tränen ausgebrochen, ließ er ihn rufen und tröstete ihn und die anderen Mönche unter Hinweis darauf, daß alles dem Gesetz des Werdens und Vergehens unterliege. Daraufhin verstarb Buddha bzw. ging in das Parinirvana ein, den Zustand der Leidenserlöstheit nach Ablegung des Körpers.

Amerbauer Martin: Einführung in die buddhistische Philosophie 8

Der Buddha bildete zusammen mit seinen Anhängern eine der vielen Gruppen (wie die Jainas oder die Materialisten), die sich gegen die Autorität der Veden und die sie vertretende Brahmanenkaste wandten.

Die Lehre der ersten Buddhisten zeichnete sich durch den Appell an die je eigene Erfahrung und das damit jedem einzelnen zugemutete Interesse an der Rechtfertigung der aus dieser Erfahrung gezogenen Konsequenzen: so sind Wahrnehmung und Schlußfolgerung die einzigen von der buddhistischen Philosophie anerkannten Erkenntnismittel. Mit dem Jainismus teilt der Buddhismus die Haltung, die Standpunkte anderer Systeme zu analysieren und zu rekonstruieren, anstatt einen einseitigen Standpunkt zu vertreten, auch wenn sie verschiedene Konsequenzen daraus ziehen: Buddha vertritt den ‚Standpunkt der Standpunktlosigkeit‘, während Mahavira (ca. 550-477 v.u.Z.), der Begründer des Jainismus, den ‚Standpunkt der Anerkennung aller Standpunkte‘ vertritt.

Der Buddhismus wird auch oft als Lehre des Dharma bezeichnet. Dharma kommt von der

Wurzel Dhri (‚stützen, unterstützen, halten, erhalten, bewahren‘) und bedeutet Norm, Doktrin, Gesetz, Rechtschaffenheit, Phänomen. Der Begriff des Dharma wird in allen philosophischen Systemen Indiens verwendet und jeweils unterschiedlich interpretiert.

Im Buddhismus hat der Begriff des Dharma zumindest folgende Bedeutungsfelder:

1 Dharma im ontologischen Sinn: die absolute, endgültige transzendentale Realität.

2 Gesetzordnung des Universums, vor allem das Gesetz der karmisch gesteuerten Wiedergeburt.

3 Die Lehre des Buddha, der dieses Gesetz erkannt und formuliert hat.

4 Die Gesamtheit aller Phänomene, aller Dinge und Erscheinungen.

5 Moralisches Gesetz, ethische Regeln, Tugend, Pflicht, religiöse Übung, der Weg selbst.

6 Bezeichnung für die sog. Daseinsfaktoren, die das Hinayana als Bausteine der empirischen Persönlichkeit und ihrer Welt auffaßt.

Die buddhistische Lehre wird durchgehend als ‚Lehre vom Mittleren Weg‘ bezeichnet. Bereits in seiner ersten Lehrrede (‚das Andrehen des Rads der Lehre‘) nach seiner Erleuchtung (Bodhi) zum Buddha oder Vollendeten (Tathagata) formuliert er folgenden zentralen Gedanken:

Ausgangspunkt ist die Erfahrung des ‚Leids‘. Gesucht ist der Weg zur Aufhebung des Leids und damit zur Erlösung (Moksha). Wegen der Ausnahmslosigkeit der Erfahrung des Leids ist ‚leidhaft‘ gleichbedeutend mit ‚vergänglich‘ bzw. ‚dem Entstehen und Vergehen unterworfen‘.

Daraus folgt einerseits die Unhaltbarkeit sowohl eines Substantialismus (‚es ist [immer]- Standpunkt‘) als auch eines Nihilismus (‚es ist nichts [mehr]-Standpunkt‘), d.h. der Mittlere Weg im Bereich der theoretischen Philosophie. Andererseits folgt, daß weder Asketentum noch Hedonismus als Weg zur Erlösung geeignet sind, d.h. der Mittlere Weg im Bereich der praktischen Philosophie.

Die Lehre des Buddha wendet sich gegen die von den Brahmanen und Asketen vertretene Unsterblichkeit des Menschen, wie sie in der Lehre vom Selbst (Atman) zum Ausdruck kommt.

Der Mensch ist nach Buddha restlos aus Bestandteilen und ihren Beziehungen zusammengesetzt, Amerbauer Martin: Einführung in die buddhistische Philosophie 9

den ihrerseits dem Entstehen und Vergehen unterworfenen fünf Aneignungsgruppen (Upadana-Skandha):

1 Körper.

2 Empfinden.

3 Mit Hilfe der sechs Sinne gliedern können.

4 Begehren.

5 Bewußtsein im Sinne von Reflexionsvermögen.

Die Frage, ob es ferner ein Ich, ein Selbst, ein Subjekt als beständigen Träger dieser fünf Gruppen gibt, gilt als falsch gestellt, denn jede Individuation ist selbst leidhaft und dem Entstehen und Vergehen unterworfen. Daher die durchgehende Charakterisierung der buddhistischen Lehre durch die zunächst auf den Menschen, dann auf alle Dinge bezogenen Drei Kennzeichen (Trilakshana):

1 vergänglich (Anitya),

2 [also] leidhaft (Duhkha),

3 [also] nicht-selbst (Anatman).

Gemäß der Lehre vom Nicht-Selbst (Anatmavada) werden als Ursachen des Leids angegeben:

1 (praktisch:) das Handeln mit Absichten (ein Handlungssubjekt tritt als Ich, das mit der

Handlung ein Ziel verwirklichen will, getrennt vom Handlungsvollzug auf).

2 (theoretisch:) das Um-diesen-Sachverhalt-nicht-Wissen (Unwissenheit über die Ursachen des Leids ist selbst eine Ursache des Leids).

Das Gefangensein im Samsara ist durch die drei Wurzeln des Unheilsamen (Akushala), durch Haß (Dvesha), Gier (Trishna), und Wahn (Avidya) bedingt.

Die Aufhebung des Leids und damit die Unterbrechung des als Folge von Wiedergeburten verstandenen Kreislaufs des Entstehens und Vergehens (Samsara) ist nur durch Aufhebung des dreifach, in Durst nach Lust, nach Werden und nach Vernichtung gegliederten Daseinsdurstes (Trishna) und der Unwissenheit (Avidya) möglich.

Das relative Gewicht dieser beiden Ursachen verlagert sich historisch, und zwar schon im Übergang vom ersten zum zweiten Hauptstück des frühen Buddhismus, vom Durst auf die Unwissenheit.

Die in der Erleuchtung vollzogene Aufhebung des Leids wird mit Nirvana (‚Verlöschen‘)bezeichnet. Dazu dient der mittlere Weg, der in Gestalt von acht Gliedern die Lehre von der Einübung in dafür geeignete Haltungen und Fertigkeiten artikuliert.

Diese acht ethischen Regeln oder dieser Achtfache Pfad (Ashtangika-Marga) können in drei Gruppen gegliedert werden: Regeln zur Aufhebung der Unwissenheit (die auf Erlangung von Weisheit zielen; 1, 2); Regeln zum ethischen Verhalten (die darauf zielen, das Wünschebefriedigen- wollen überflüssig zu machen; 3, 4, 5); Regeln zur geistigen Disziplin (die darauf zielen, das Entstehen von Daseinsdurst überhaupt zu verhindern, indem sie Meditation üben; 6, 7, 8). Sie lauten wie folgt:

Amerbauer Martin: Einführung in die buddhistische Philosophie 10

1 Rechte Ansicht (Nachdenken über selbstloses Entsagen und Nichthaften, Praktizieren von Nächstenliebe und Aufgeben von egoistischen Begierden, Haß und Gewalt).

2 Rechter Entschluß (Verstehen der Dinge, wie sie sind; Eindringen in das Wesen der Dinge).

3 Rechte Rede (die Wahrheit sprechen am rechten Ort und zur rechten Zeit, sonst ist edles Schweigen geboten).

4 Rechtes Verhalten (friedliches, gewaltfreies Verhalten).

5 Rechter Lebensunterhalt (von einer Arbeit leben, die andere nicht schädigt).

6 Rechte Anstrengung (Bestreben, das Aufkommen von ungesunden Geisteszuständen zu verhindern bzw. sich von ihnen zu befreien; gesunde Geisteszustände aufkommen lassen, erhalten, vervollkommnen).

7 Rechte Achtsamkeit (Bestreben; Gewahrwerden von Aktivitäten des Körpers, Empfindungen; wechselhafte Aktivitäten des Geistes, Ideen, Vorstellungen, Natur der Dinge).

8 Rechte Meditation (Konzentration führt zu Bewußtheit und einer Gelassenheit jenseits aller Gegensätze).

Bis hierhin reicht das erste Hauptstück des frühen Buddhismus, die ‚Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten‘ (Catvari Aryasatyani):

1 Es gibt Leiden.

2 Es gibt eine Ursache für das Leiden.

3 Es gibt ein Aufhören des Leidens.

4 Es gibt einen Weg zum Aufhören des Leidens.

Dazu heißt es: "Das Leiden (Duhkha), diese edle Wahrheit, muß erkannt werden; die Entstehung (Samudaya) des Leidens, diese edle Wahrheit, muß vermieden werden; die Aufhebung (Nirodha) des Leidens, diese edle Wahrheit, muß verwirklicht werden; der zur Aufhebung des Leidens führende Weg (Marga), diese edle Wahrheit, muß geübt werden."

1 Das Leben ist von Leid (Duhkha) durchdrungen.

Dus bedeutet ‚mühsam‘, Kha bedeutet ‚Nabe des Rades‘ (etwas, das sich schwer bewegt);

Duhkha bedeutet Unbefriedigtsein, Unvollkommenheit, Vergänglichkeit, Leerheit,

Substanzlosigkeit, Pein, Leiden, Schmerz, Sorge, Elend und ist das Gegenteil von Sukha (Freude, Glück).

Buddhaghosa (5. Jhdt.) unterscheidet drei Arten von Leid:

Gewöhnliches Leid: Alter, Tod, Trennung, Nichterfüllung, Sorgen, Geburt, Verzweiflung, physischer und psychischer Schmerz.

Leiden durch Veränderung: Erfahrungen von Freude sind genauso wirklich wie Leiden, sind jedoch nicht dauerhaft.

Leiden, die durch Triebkräfte und Geistesregungen bedingt sind: Sein, Selbst, Ich, die fünf Aneignungsgruppen der Individualität sind leidhaft, alles Veränderliche ist leidhaft.

2 Der Grund dafür ist Durst, Gier (Trishna).

Amerbauer Martin: Einführung in die buddhistische Philosophie 11

Nach der Karmatheorie sind die Handlungen wie Samen, die Früchte tragen. Aber es gibt keine erste Ursache. Der Durst hängt selbst von Sinnesempfindungen ab, die ihrerseits von Verbindungen mit Objekten abhängen.

Der Zustand des Ausgelöschtseins (im Vergleich mit einer Kerze) ist Nirvana.

3 Es gibt eine Möglichkeit zur Befreiung.

Das Nirvana (Erlöschen) wird durch Aufhebung des Durstes und damit des Leides erreicht.

Dies kann im Leben erfahren werden und ist immer gegenwärtig. Wenn die Unwissenheit über die Wirklichkeit beseitigt ist, wird die Illusion, daß es ein Selbst gibt, beseitigt.

4 Der Achtfache Edle Pfad vermeidet Extreme, die zwecklos sind.

Für die Methode der frühen buddhistischen Philosophie läßt sich entnehmen, daß der durch Meditation (Dhyana) und Argumentation (Nyaya) bestimmte Zusammenhang von (Abhyasa) und Wissen (Jnana) zentral ist.

Es gehört zu den Kennzeichen erst mahayanischer Philosophie, daß der Vollzug des einen zugleich den Vollzug des anderen bedeuten kann: im Madhyamika ist ein derart zugleich bedeutendes Wissen Weisheit (Prajna), die im Yogacara umgekehrt von einer zugleich Wissen bedeutenden Meditationsübung verkörpert ist.

Diese Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten zeigt, daß die Aufhebung von Daseinsdurst und von Nicht-Wissen die Erleuchtung und damit die Unterbrechung des Samsara und den Eintritt ins Nirvana herbeiführt.

Wie dies geschieht, wird im zweiten Hauptstück des frühen Buddhismus, das den zweiten Brennpunkt der gesamten buddhistischen Philosophie bildet, auseinandergesetzt, und zwar durch den in der Regel als zwölfgliedrigen Kausalnexus dargestellten Bedingungszusammenhang. In diesem Bedingungszusammenhang wird unter dem Titel der ‚Lehre vom Abhängigen Entstehen‘ (Pratityasamutpada) der vom Gesetz der Tatvergeltung (Karma) in Gang gehaltene Kreislauf des Entstehens und Vergehens (Samsara) begrifflich artikuliert:

1 Unwissenheit (Nicht-Wissen; Avidya) bedingt die

2 karmagestaltenden Tatkräfte (unbewußte Tatabsichten; Samskara) bedingen

3 Bewußtsein (eines Einzelwesens; Vijnana) bedingt

4 Name und Körper (Form, Gestalt; Namarupa) bedingen

5 die sechs Sinne (Sadayatana) bedingen

6 Berührung (Sparsha) bedingt

7 Empfindung (Emotion; Vedana) bedingt

8 (Daseins-)Durst (Begierde; Trishna) bedingt

9 Ergreifen (Wünsche-befriedigen-wollen; Upadana) bedingt

10 Werden (Bhava) bedingt

11 Geburt (Jati) bedingt

12 Alter und Tod (Jaramarana).

Für diesen Bedingungszusammenhang, bei dem das jeweils vorausgehende Glied nur notwendige (und keine hinreichende) Voraussetzung des folgenden ist, gilt:

Amerbauer Martin: Einführung in die buddhistische Philosophie 12

1 er hat weder Anfang noch Ende, setzt also keine ‚Erste Ursache‘ voraus.

2 er setzt kein Selbst als Träger voraus.

3 die Glieder 1-2 beziehen sich auf die Vergangenheit, die Glieder 3-10 auf die Gegenwart, die

Glieder 11-12 auf die Zukunft.

Das Karma ist kein die Natur oder die Sitten vorab regierendes Gesetz, vielmehr wird es durch die Art der Lebensführung in Abhängigkeit von den gegebenen Bedingungen stets neu erzeugt.

Das Nirvana ist kein Handlungsziel, da es durch Tatabsichten (Samskara) nicht erreichbar ist.

Die Konsequenz für die Rolle der acht Gebote des Weges, der zur Aufhebung des Leidens führt, ist deutlich: es sind keine Aufforderungen, vielmehr stellen sie das Einüben in intentionsloses Handeln dar.

Die drei wesentlichen Bestandteile des Buddhismus werden die Drei Kostbarkeiten, Drei Juwelen oder Drei Kleinodien (Triratna) genannt. Es sind dies der Buddha, der Dharma, und der Sangha, d.h. der Erwachte, die von ihm dargelegte Lehre und die gemäß dieser Lehre lebende Gemeinschaft von Gefährten auf dem Weg. Der Buddhist nimmt zu diesen Drei Kostbarkeiten Zuflucht und bekennt sich so öffentlich als Buddhist durch die Formel:

Ich nehme Zuflucht zum Buddha.

Ich nehme Zuflucht zur Lehre (Dharma).

Ich nehme Zuflucht zur Buddha-Gemeinschaft (Sangha).

 

 

Wir sind eine Gemeinschaft weltzugewandter Erdenbürger, die wünschen, sich inmitten der täglichen Verpflichtungen die Lebensregeln des Buddha zu eigen zu machen.

 

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