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Helmut Klar -
Zeitzeuge zur Geschichte des Buddhismus in Deutschland

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Rezitation

Sie finden den Zeitzeugen Helmut Klar in der Rubrik Fruehbuddhismus. Zu seiner Zeit gab es den heute üblichen "Firlefanz" um den Buddhismus im Westen noch nicht. Die Lehre des Buddha war damals noch einziger Anhaltspunkt.

aus:
Buddhistischer Modernismus - Forschungsberichte ; 11

 

Zitate, nicht aus dem Zusammenhang gerissen.....

Es sind eben zu viele Dinge, die nachlässig behandelt werden. Buddhisten sollten die Achtsamkeit praktizieren und sich nicht rühmen, den Buddhismus dadurch zu praktizieren, daß sie meditieren - meditieren "über" die Achtsamkeit. Man sollte nicht über alles den Mantel einer falsch verstandenen Güte breiten nach dem Motto: "Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Samsara und nibbana sind nur zwei Seiten derselben Medaille" Kann man etwa auch sagen: "Das Einhalten der fünf silas und das Nichteinhalten der fünf silas sind nur zwei Seiten derselben Medaille"? Das wäre wohl der Gipfel der Laxheit.

Laxheit in sogenannter 'buddhistischer Lebenspraxis' bedeutet leider nur Schöngeistigkeit, Kokettieren. Aber die fünf silas finden keine Umsetzung im Alltagsleben, im konkreten Verhalten. Buddhist-Sein kann nicht, wie von einigen vorgelebt, bedeuten, daß die Lehre ansonsten den normalen Alltag nicht allzu sehr stört und behindert. Die ernsthafte und überzeugte Umsetzung, das Vorleben der buddhistischen Lehre und seiner Ethik, dürfte wohl zum wichtigen Prüfstein werden, wieweit die noch asiatisch geprägte Religion von einzelnen verinnerlicht wird. Und wie sie sich hier selber darstellt und weitere Nachfolger finden will.

aus:

Buddhistischer Modernismus - Forschungsberichte ; 11


Anhang:

Rezitationstext

Guido Auster und Helmut Klar stellten 1937 aus markanten Pali-Texten einen Rezitationstext zusammen. Der Text war (und ist) zur persönlichen Verwendung oder zur gemeinschaftlichen Rezitation bei feierlichen Anlässen bestimmt. Der Rezitationstext wurde bislang nicht veröffentlicht, jedoch auf Anfrage des öfteren an Einzelpersonen weitergegeben. Zwischen dem neunten und zehnten Vers ist es möglich, einen aktuellen Betrachtungstext oder ein Zitat aus den Lehrreden einzufügen. Der Text wird hier auf Deutsch und in Pali wiedergegeben.

Rezitationstext

  1. Verehrung dem Erhabenen, Vollendeten, vollkommen Erwachten!

  2. Ein Wesen, welches in der Welt erscheint, erscheint ohne einen Zweiten, ohne Gefährten, ohne Ebenbild, ohne einen Gleichen, ohne Ebenbürtigen, als einer der nicht seinesgleichen hat, als ein Unvergleichlicher, als der Beste der Menschheit.

  3. Dies ist der Erhabene, der Vollendete, vollkommen Erwachte, der in Wissen und Wandel Vollkommene, der Pfadvollender, der Kenner der Welten, der unübertreffliche Bändiger der ungezähmten Menschen, der Lehrer der Götter und Menschen, Buddha, der Erhabene.

  4. Der kündet diese Welt samt der Götterwelt, der Marawelt, der Brahmawelt, samt allen Samanen und Brahmanen und allen Geborenen, samt Göttern und Menschen als einer der es selbst erkannt und selbst verwirklicht hat. Der zeigt die Lehre, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die in ihrer Fortführung gute, nach ihrem Inhalt und ihrer äußeren Fassung; das ganz vollkommene geläuterte Reinheitsleben verkündet er.

  5. Dies ist das erste Wesen, welches, wenn es in der Welt erscheint, zu vieler Menschen Heil, zu vieler Menschen Glück erscheint, aus Mitleid mit der Welt, zum Segen, zum Heil, zum Glück von Göttern und Menschen.

  1. Verehrung auch ihm, dem Sariputta, dem Heerführer des Dhamma. Eben dieses Lehrers Schüler ist der Arahat, der von den Einflüssen Befreite, der seinen Lauf vollendet hat, der getan hat, was zu tun war, der die Bürde abgelegt und sein eigenes Ziel erreicht hat. Die Fesseln des Werdens hat er gänzlich zerstört und ist in vollkommener Erkenntnis befreit. Der zeigt die Lehre, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die in ihrer Fortführung gute, nach ihrem Inhalt und ihrer äußeren Fassung; das ganz vollkommene, geläuterte Reinheitsleben verkündet er. Dies ist das zweite Wesen, welches, wenn es in der Welt erscheint, zu vieler Menschen Heil, zu vieler Menschen Glück erscheint, aus Mitleid mit der Welt, zum Segen, zum Heil, zum Glück von Göttern und Menschen.

  2. Eben dieses Lehrers Schüler ist der Kämpfer, der auf den Pfaden fortschreitet, der Kenntnisreiche, der von sittlicher Zucht erfüllt ist. Auch er zeigt die Lehre, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die in ihrer Fortführung gute, nach ihrem Inhalt und ihrer äußeren Fassung; das ganz vollkommene, geläuterte Reinheitsleben verkündet er. Dies ist das dritte Wesen, welches, wenn es in der Welt erscheint, zu vieler Menschen Heil, zu vieler Menschen Glück erscheint, aus Mitleid mit der Welt, zum Segen, zum Heil, zum Glück von Göttern und Menschen.

  3. Der erste Lehrer in der Welt ist ja der große Seher; nach ihm kommt der aus sich selbst heraus gewordene Schüler; der nächste ist der auf dem Pfade fortschreitende Kämpfer, der Kenntnisreiche, der von sittlicher Zucht erfüllt ist. Diese drei sind die besten der Götter und Menschen, die Lichtbringer, die die Lehre verkünden. Sie öffnen die Tore des Todlosen, vom Joch befreien sie viele Menschen. Diejenigen, welche auf dem vom unübertrefflichen Lehrer und Führer gezeigten Weg voranschreiten - schon hier machen sie dem Leiden ein Ende, die unermüdlich sind in der Botschaft des Pfadvollenders.

  4. Buddha ist von den Verehrungswürdigen der Beste, die Lehre ist die beste für die Entsüchteten, die edlen Hörer sind das beste Feld der Verdienste. Diese drei sind die Besten in der Welt mit ihren Göttern.

  5. Wohlverkündet ist vom Erhabenen die Lehre, die sichtbare, die zeitlose, zum Kommen und Sehen einladende, zum Ziel führende, den Weisen - jedem für sich - verständliche.

  1. Schwer zu erkennen ist diese Lehre, die tiefe, schwer ersichtliche, ruhige, kostbare, der Spekulation nicht zugängliche, feine, Weisen verständiche.

  2. Recht wandeln die Schüler des Erhabenen, aufrichtig wandeln die Schüler des Erhabenen, auf dem rechten Wege wandeln die Schüler des Erhabenen, nämlich die vier Paare von Vollendeten, die acht Arten von vollendeten Schülern. Diese Schüler des Erhabenen sind würdig der Opfergaben, würdig der Gastfreundschaft, würdig der Geschenke, würdig der Verehrung, sie sind der beste Boden um Verdienste zu säen.

  3. Nicht sage ich, daß man, ohne das Ende der Welt erreicht zu haben, dem Leiden ein Ende machen kann. Und so verkünde ich denn, daß in eben diesem klaftergroßen Körper, dem vergänglichen, mit seinem Wahrnehmen die Welt liegt, die Entstehung der Welt, die Überwindung der Welt und der zur Überwindung der Welt führende Pfad.

  4. Durch Wandern ist das Ende der Welt nie zu erreichen. Und doch gibt es, wenn man das Ende der Welt nicht erreicht hat, keine Befreiung vom Leiden. Deshalb - wahrlich - ersehnt der Weise, der die Welt kennt, der zum Ende der Welt geht und ein edles Leben führt, nachdem er das Ende der Welt, welches er erkennt, verwirklicht hat, für sich weder diese noch eine andere Welt.

  5. Die Welt ist vom Vollendeten vollkommen erkannt, von der Welt ist der Vollendete völlig befreit. Die Entstehung der Welt ist vom Vollendeten vollkommen erkannt; die Entstehung der Welt ist für den Vollkommenen beseitigt. Die Überwindung der Welt ist vom Vollendeten vollkommen erkannt, die Überwindung der Welt ist vom Vollendeten verwirklicht. Der zur Überwindung der Welt führende Pfad ist vom Vollendeten vollkommen erkannt, der zur Überwindung der Welt führende Pfad ist vom Vollendeten abgeschlossen.

  6. Was da in der Welt mit ihren Göttern, Maras, Brahmas, samt allen Samanen und Brahmanen und allen Geborenen, samt allen Göttern und Menschen je gesehen, gehört, erdacht, erkannt, erreicht, angestrebt, im Geiste erwogen worden ist: weil das vom Vollendeten vollkommen erkannt worden ist - deshalb wird er der Vollendete genannt.

  1. Wie der Vollendete spricht, so handelt er; wie der Vollendete handelt, so spricht er. Also: wie er spricht, so handelt er, wie er handelt, so spricht er - deshalb wird er der Vollendete genannt.

  2. In der Welt mit ihren Göttern, Maras, Brahmas, samt allen Samanen und Brahmanen und allen Geborenen, samt Göttern und Menschen ist der Vollendete der Überwinder, der Nichtüberwundene, der Allseher, der seinen Willen walten läßt - deshalb wird er der Vollendete genannt.

  3. Weil er die ganze Welt erkannt hat, so wie sie ist, ist er von der ganzen Welt völlig befreit, der Unvergleichliche in allen Welten.

  4. Der alles und alle überwindende Held, der von allen Fesseln befreit ist, hat den höchsten Frieden, das mit Schrecken nicht behaftete Nibbana erreicht!

  5. Dies ist der Erwachte, der von den Einflüssen Befreite, der Leidlose, der den Zweifel brach. Das Aufhören allen Wirkens hat er erreicht und ist zugleich durch die Überwindung der Beilegungen frei geworden.

  6. Dies ist der Erhabene, der Buddha, dies ist der unvergleichliche Löwe; in der Welt samt ihren Göttern hat er das heilige Rad rollen lassen!

  7. Mit diesen Worten werden Götter und Menschen, die zum Buddha ihre Zuflucht genommen haben, dem Buddha in Scharen Verehrung zollen, ihm, dem Großen, der den Zeitenlauf vollendet hat.

  8. Von den Überwindern ist er, der Selbstüberwinder, der Beste. Er, der Beruhigte, ist von denen, die Ruhe spenden, der Seher. Der Befreite ist der Erste unter denen, die Befreiung bringen. Der Hinübergelangte ist unter denen, die den Strom kreuzen, der Vorzüglichste!

  9. Mit diesen Worten werden sie dem Gewaltigen, der den Zeitenlauf vollendet hat, Verehrung zollen. In der Welt mit ihren Göttern ist keiner, der ihm ebenbürtig wäre.

Rezitationstext in Pali

  1. Namo tassa Bhagavato Arahato Sammasambuddhassa!

  2. Ekapuggalo loke uppajjamano uppajjati adutiyo asahayo appatimo appatisamo appatibhago appatipuggalo asamo asamasamo dipadanam aggo.

  3. Iti pi so bhagava araham sammasambuddho vijjacaranasampanno sugato lokavidu anuttaro purisadammasarathi sattha devamanussanam Buddha Bhagava.

  4. So imam lokam sadevakam samarakam sabrahmakam sassamana-brahmanim pajam sadevamanussam sayam abhiñña sacchikatva pavedeti. So dhammam deseti adikalyanam majjhekalyanam pariyosanakalyanam sattham savyañjanam kevalaparipunnam parisuddham brahmacariyam pakaseti.

  5. Ayam pathamo puggalo loke uppajjamano uppajjati bahujanahitaya bahujanasukhaya lokanukampaya atthaya hitaya sukhaya devamanussanam.

  6. Namo pi tassa dhammasenapatissa Sariputtassa! Tass-eva satthu savako araham hoti, khinasavo vusitava katakaraniyo ohitabharo anuppattasadattho parikkhinabhavasamyojano sammadaññavimutto. So dhammam deseti adikalyanam majjhekalyanam pariyosanakalyanam sattham savyañjanam kevala-paripunnam parisuddham brahmacariyam pakaseti. Ayam-pi dutiyo puggalo loke uppajjamano uppajjati bahujanahitaya bahujanasukhaya lokanukampaya atthaya hitaya sukhaya devamanussanam.

  7. Tass-eva satthu savako sekho hoti patipado bahussuto silavatupapanno. So pi dhammam deseti adikalyanam majjhekalyanam pariyosanakalyanam sattham savyañjanam kevalaparippunnam parisuddham brahmacariyam pakaseti. Ayam-pi tatiyo puggalo loke uppajjamano uppajjati behujanahitaya bahujanasukhaya lokanukampaya atthaya hitaya sukhaya devamanussanam.

  8. Sattha hi loke pathamo mahesi / tass-anvayo savako bhavitatto / athaparo patipado pi sekho / bahussuto silavatupapanno. / Ete tayo devamanussasettha / pabhamkara dhammam-udirayanta / apavunanti

  1.  
  2. Buddho dakkhineyyan aggo dhammo aggo viraginam ariyasavaka ca puññakkhettaggo tini agga sadevake.

  3. Svakkhato bhagavata dhammo sanditthiko akaliko ehipassiko opanayiko paccattam veditabho viññuhi.

  4. Duranubodho kho ayam dhammo gambhiro duddaso santo panito atakkavacaro nipuno panditavedaniyo.

  5. Supatipanno bhagavato savakasangho ujupatipanno bhagavato savakasangho ñayapatipanno bhagavato savakasangho samicipatipanno bhagavato savakasangho yadidam cattari purisayugani atthapurisapuggala esa bhagavato savakasangho ahuneyyo pahuneyyo dakkhineyyo añjalikaraniyo anuttaram puññakkhettam lokassa.

  6. Na kho panaham appatva lokassa antam dukkhassa antakiriyam vadami api khvaham imasmiññeva vyamatte kalevare saññimhi samanake lokañ ca paññapemi lokasamudayañ ca lokanirodhañ ca lokanirodhagaminiñ ca patipadam.

  7. Gamanena na pattabho / lokass' anto kudacanam / na ca appatva lokantam / dukkha atthi pamocanam. / Tasma bhave lokavidu sume-
    dho / lokantagu vusitabrahmacariyo / lokassa antam samitaviñatva / nasimsati lokam imam parañ ca.

  8. Loko tathagatena abhisambuddho, lokasma tathagato visaññutto lokasamudayo tathagatena abhisambuddho lokasamudayo tathagatassa pahino lokanirodho tathagatena abhisambuddho lokanirodho tathagatassa sacchikato lokanirodhagamini patipada tathagatena abhisambuddha lokanirodhagamini patipada tathagatassa bhavita.

  9. Yam sadevakassa lokassa samarakassa sabrahmakassa sassamanabrahmaniya pajaya sadevamanussaya dittham sutam mutam viññatam pattam pariyesitam anuvicaritam manasa yasma tam tathagatena abhisambuddham tasma tathagato ti vuccati.

  10. Yathavadi tathagato tathakari yathakari tathagato tathavadi iti yathavadi tathakari yathakari tathavadi tasma tathagato ti vuccati. Sadevake loke samarake sabrahmake sassamanabrahmaniya pajaya sadevamanussaya tathagato abhibhu anabhibhuto aññadatthudaso vasavatti tasma tathagato ti vuccati.

  11. Sabbalokam abhiññaya / sabbaloke yathatatham / sabbalokavisamyutto / sabbaloke anupamo.

  12. Sabbe sabbhabhibhu dhiro / sabbaganthappamocano / putthassa parama santi / nibbanam akutobhayam.

  13. Esa khinasavo Buddho / anigho chinnasamsayo / sabbakammakkhayam patto / vimutto upadhisa1khaye.

  14. Esa so Bhagava Buddho / esa siho anuttaro / sadevakassa lokassa / brahmacakkam pavattayi.

  15. Iti deva manussa ca / ye Buddham saranam gata / samgamma tam namassanti / mahantam vitasaradam.

  16. Danto damayatam settho / santo samayatam isi / mutto mocayatam aggo / tinno tarayatam varo.

  17. Iti hetam namassanti / mahantam vitasaradam / sadevakasmim lokasmim / natthi te patipuggalo ti.


Literaturstellen der einzelnen Verse:

2. Anguttara-Nikaya (Angereihte Sammlung) I, 18; Seid. 325
3. Samyutta-Nikaya LV, 1; Seid. 323
4. Digha-Nikaya I 62 (Dahlke, Buddha, Brandus 1920, 840)
5. Itivuttaka 79; Seid. 364
6. Itivuttaka 79; Seid. 364
7. Itivuttaka 79; Seid. 365
8. Itivuttaka 79; Seid. 365
9. Dipavamsa XI, 61; Seid. 322
10. Samyutta-Nikaya LV, 1; Seid. 324
11. Majjhima-Nikaya (Mittlere Sammlung)I 487
12. Anguttara-Nikaya (Nyanatiloka Bd 1, 47)
13., 14. Samyutta-Nikaya I 62, Anguttara-Nikaya IV, 45 und Seid. 96
15.- 25. Itivuttaka 112, 121; Anguttara-Nikaya IV, 23; Seid. 327
Seid. Pali-Buddhismus in Übersetzungen von Karl Seidenstücker, 2. verb. Auflage, 4.- 8. Tsd., München/Neubiberg, 1923.

aus:

Buddhistischer Modernismus - Forschungsberichte ; 11

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