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Harry Potter
& der Fluch der blauen Blume

Kapitel 7: It's just another manic Monday...

Am nächsten Morgen fühlte sich Sylvia mies. Sie hatte nur wenig geschlafen. Die Sache mit Severus ging ihr nicht aus dem Kopf. Das mit der Ohrfeige tat ihr Leid. Am liebsten wollte sie die Zeit zurückdrehen, aber das war nicht möglich.
Sie duschte, machte sich fertig und ging zum Frühstück. Vielleicht konnte sie noch vor der ersten Unterrichtsstunde mit ihrem Bruder sprechen.
Als sie die Treppe runter lief, kam er schon aus der großen Halle. Er wollte ihr sicher weiterhin aus dem Weg gehen.
"Severus, warte bitte!", rief sie und lief etwas schneller. Er drehte sich nicht mal nach ihr um, sondern ging einfach weiter. "Severus!", rief sie erneut und hielt ihn am Umhang fest.
"Was willst du?", fragte er schroff. Er drehte sich nicht um, würdigte sie keines Blickes.
"Ich denke, jetzt bin ich wohl an der Reihe mich zu entschuldigen." Sie lief um ihn herum um ihn ansehen zu können. "Es tut mir Leid, Severus. Ich meine es wirklich ernst."
"Ach, wirklich?", fragte er spitz. "Dann bin ich jetzt wohl an der Reihe dir zu sagen, dass du es dir etwas zu einfach machst!" Er sah sie mit einem vernichtendem Blick an; drehte sich um und ging einfach weiter. Sylvia blieb allein in der Eingangshalle zurück und sah ihm nach.

*****

Als Harry, Ron und Hermine zum Abendessen in die Große Halle kamen, sahen sie eine Gruppe Viertklässler, die sich aufgeregt zu unterhalten schienen. Unter ihnen war auch Ginny, Rons Schwester.
"Hey Ginny, ist was passiert?" Die drei setzten sich neben sie.
"Das kann man sagen. Snape spinnt!" Ginny hatte vor Aufregung schon einen hochroten Kopf.
"Das fällt dir jetzt erst auf?", scherzte Ron.
"Sehr witzig Ron, ich lach später, ja?"
"Was ist denn passiert, Ginny?" Harry war neugierig, was Snape diesmal getan hatte.
"Snape hat uns mehr als zwanzig Punkte abgezogen!", beschwerte sie sich. "Und das für die banalsten Dinge. Ich habe zum Beispiel meine Lindenwurzel in zu große Stücke geschnitten." Sie ahmte Snapes Stimme nach und sagte: "Mrs Weasley, ich sagte doch, die Stücke müssen exakt 3 Millimeter breit sein."
Harry musste sich das Lachen verkneifen. "Ginny, mach dir nichts daraus, er hatte schlechte Laune."
"Und demnächst zieht er uns Punkte ab, weil wir den Trank in der falschen Richtung rühren, oder was?" Wieder ahmte Rons Schwester den Zaubertränkelehrer nach: "Nein, Mrs Weasley, was machen Sie denn da? Sie müssen linksrum rühren, drei Punkte Abzug!"
Nun konnte Harry sich das Lachen nicht mehr verkneifen. Kurze Zeit später hatte auch Ginny selbst angefangen zu lachen.
"Ich find es trotzdem nicht witzig", brachte sie mühevoll hervor und versuchte wieder ernster zu werden.
"Ginny hat Recht! Nur weil Snape schlechte Laune hat, kann er doch nicht so viele Punkte abziehen wie er will!", empörte sich nun auch Hermine.
"Er hat sogar den Slytherins Punkte abgezogen", berichtete Ginny.
"Der muss aber ganz üble Laune gehabt haben", stellte Ron schwer beeindruckt fest, "Sonst zieht er denen doch nie Punkte ab."
"Hoffentlich kriegt er sich bald wieder ein!" Ginny stand auf und ging aus der Großen Halle. Harry, Ron und Hermine sahen ihr nach.
"Ginny hat Recht, hoffentlich hat er bis Freitag bessere Laune", sagte Hermine nachdenklich.
"Ob es was mit dem Zimmer im dritten Stock zu tun hat?", fragte Harry.
"Ich weiß es nicht, aber wir wollten doch den Brief von gestern abschicken."
"Ron hat Recht! Komm Hermine!"
Auf dem Weg in die Eulerei sahen sie, dass Sylvia Snape in das Zimmer ging, in dem Snape einige Abende zuvor gewesen war.
"Meint ihr, dass das ihr Büro ist?", fragte Ron neugierig.
"Ich denke schon, aber das lässt sich ganz leicht herausfinden." Harry sah Hermine erwartungsvoll an.
"Was guckst du so, Harry?"
"Du kannst sie doch fragen, wie dein Test ausgefallen ist. Sie hat heute gar nichts erwähnt."
"Warum denn ich?"
"Weil es bei dir am unauffälligsten wäre", sagte Ron und schob sie vor in Richtung Tür. "Du weißt schon - so in der Art wie du's wegen dem Stein der Weisen gemacht hast."
"Na schön", seufzte Hermine. Sie klopfte und sofort erschien Sylvia Snape an der Tür.
"Oh, Mrs Granger, was kann ich für Sie tun?", fragte sie höflich. "Ich würde gern wissen, wie mein Test ausgefallen ist."
"Ich sagte doch bereits im Unterricht, dass ich dafür keine Noten vergeben werde. Aber Ihrer war der beste, wenn Sie das beruhigt."
"Ja...Vielen Dank und gute Nacht", sagte Hermine und drehte sich um.
Sylvia schüttelte lächelnd den Kopf und schloss die Tür.
"Und?", fragte Ron, als sie außer Hörweite waren.
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ihr Büro ist."

*****

Sylvia versuchte immer wieder sich bei Severus zu entschuldigen, doch er ging ihr aus dem Weg. Es war Freitag und sie hatte eine Freistunde. Sie saß im Lehrerzimmer, trank einen Tee und bereitete die nächsten Unterrichtsstunden vor.
"Guten Morgen Sylvia!" Die Lehrerin sah auf. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass jemand ins Lehrerzimmer gekommen war.
"Guten Morgen Minerva. Auch eine Freistunde?", fragte sie.
"Ja, sogar zwei." Minerva McGonagall setzte sich neben Sylvia und zauberte sich einen warmen Kakao. "Was haben Sie eigentlich gemacht, bevor Dumbledore Sie eingestellt hat?", fragte McGonagall nach einigen Augenblicken der Stille plötzlich.
"Ich habe nach meinem Abschluss in Beauxbatons in einem Buchladen gearbeitet und gehofft eine Anstellung als Lehrerin zu finden. Als ich davon hörte, dass hier eine Stelle frei war, habe ich mich sofort beworben. Ich dachte, es wäre auch eine gute Chance, sich wieder mit Severus zu vertragen."
"Das hat ja leider nicht geklappt", stellte Professor McGonagall fest und trank einen Schluck.
"Leider, ja. Severus hat sich sehr verändert, seit er hier ist. Früher war er lebenslustiger, zugänglicher. Jetzt lässt er niemanden mehr an sich heran."
"Wie sie sicher schon bemerkt haben, mag ich ihn nicht besonders, deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, dass er jemals anders gewesen sein soll", sie verschränkte die Arme vor der Brust.
"Ich habe damit im Moment auch meine Probleme." Sylvia war aufgestanden. Sie wärmte sich ihre Finger an der warmen Teetasse und sah aus dem Fenster.

*****

Als Harry, Ron und Hermine freitags mit den restlichen Gryffindor Fünftklässlern Zaubertränke hatten, war Snapes Laune natürlich nicht besser. Und nun verstanden die drei ganz genau, was Ginny gemeint hatte.
Übel gelaunt war nichts, gegen das, was Snape war. Er hatte schon die ganze Zeit Punkte abgezogen und als Draco Malfoy an Harrys Tisch vorbei ging, passierte es dann. Draco hatte den Kessel umgestoßen und das noch gelbliche Veritaserum ergoss sich über den Tisch und breitete sich langsam auf dem Boden aus.
"Potter, was hast du da wieder angestellt!", blaffte Snape. "Du wirst nach der Stunde hier bleiben und alles aufwischen und zwar ohne Zauberei. Und hinterher wirst du den Trank neu brauen!"
"Aber Professor er...", wollte Ron widersprechen.
"Weasley du willst ihm wohl helfen! Kein Problem, dann bleibt ihr eben beide."
"Aber Ron hat doch...", startete Harry einen weiteren Widerspruch.
"Und zehn Punkte Abzug für das ewige Widersprechen!", motzte Snape und drehte sich mit wehendem Umhang um.
Nach der Stunde war Neville total aufgelöst - Snape hat ihm noch härter zugesetzt als üblich - und die meisten anderen ziemlich sauer auf den Zaubertränkelehrer.

*****

Severus Snape saß in seinem Büro und dachte nach. Sylvia hatte viele Erinnerungen geweckt. Er konnte sich wieder an alles genau erinnern, sah alles genau vor sich...
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